Gibt es eine deutsche Kultur?

Von Jürgen Fritz

Es gibt Zeitgenossen, der ein oder andere mag versucht sein zu sagen: Banausen, wenn nicht gar: Barbaren (Stammler), die meinen, so etwas wie eine spezifisch deutsche Kultur gäbe es überhaupt nicht. Dem soll hier widersprochen werden.

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Aydan Özoğuz: Es gibt gar keine spezifisch deutsche Kultur

SPD-ler, Linke und Grüne bestreiten zunehmends, dass es so etwas wie deutsche Kultur überhaupt gäbe. Dies war unlängst erst wieder erkennbar an den Bemerkungen von Aydan Özoğuz (SPD), der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, die Deutschland auch verfassungsmäßig vollkommen umbauen will. Weg vom deutschen Staatsvolk, das derzeit nach dem Grundgesetz noch der eigentliche Souverän ist, hin zur Bevölkerung, zu der jeder gehört, der das deutsche Hoheitsgebiet betritt – auch illegal – und dauerhaft hier bleibt respektive den wir nicht mehr los kriegen. Dies ist, und das macht es so gefährlich, keine Einzelstimme. So denken die meisten SPD-ler, Linken und Grünen. Und unsere Kanzlerin und die von ihr umgebaute, sozialdemokratisierte respektive grünisierte CDU auch immer mehr.

Was versteht man überhaupt unter Kultur?

Der Ausdruck ‚Kultur‘ kommt aus dem Lateinischen ‚cultura‘ und bedeutet zunächst:  ‚Bearbeitung‘, ‚Pflege‘, ‚Ackerbau‘. Der Kulturbegriff ist also ein Gegenbegriff zu vorgefundenen, unbearbeiteten, nicht eigens gepflegten ‚Natur‘. Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Die Behauptung, es gäbe jenseits der deutschen Sprache gar keine spezifische deutsche Kultur ist also gleichbedeutend mit der Behauptung, Deutsche hätten als Deutsche überhaupt nichts von Wert geschaffen respektive gestaltend hervorgebracht.

Keine deutsche Kultur?

Özoğuz und viele andere SPD-ler, Linke und Grüne, inklusive Merkel behaupten also, es gäbe mithin gar keine typisch deutschen Trachten, keine deutschen Feste, keine deutsche Küche, kein deutsches Brauchtum, keine deutsche Landschaftsgestaltung, keine deutschen Sagen und Märchen, keine deutsche Kunst, keine deutsche Musik, keine deutsche Dichtung und Literatur, keine deutsche Architektur, keine deutschen Erfindungen, keine deutschen Forscher und Entdecker, keine typisch deutschen Philosophen und keine deutsche Mentalität (Treue, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Fleiß, Tapferkeit, Ordnungssinn, Pflichtbewusstsein, Disziplin, Aufrichtigkeit, Unbestechlichkeit, geringere Korrumpierbarkeit).

Die einzigartige deutsche Kultur

In Wahrheit ist es natürlich genau umgekehrt wie diese Stammler behaupten. Es gibt wohl auf der ganzen Erde kein Volk, das z.B. auch nur ähnlich viele

  • überragende Forscher hervorgebracht hat: Carl Friedrich Gauß (der wahrscheinlich größte Mathematiker aller Zeiten), Alexander von Humboldt, Albert Einstein (der bedeutendste Physiker des 20. Jahrhunderts), Max Planck, Otto Hahn, Werner Heisenberg, Werner Hilbert (der Einstein der Mathematik des 20. Jahrhunderts), Konrad Zuse (der Erfinder des Computers) …,
  • aber auch Erfinder und Erfindungen: Buchdruck, Automobil, Computer, Düsentriebwerk, Zündkerze, Hubschrauber, Kernspaltung, Kühlschrank, Fernseher, Telefon, Chipkarte, Zahnpasta, Airbag, Flugzeug, Teebeutel, Glühlampe, U-Boot, Motorsäge, Pflaster, Grammophon, Weltraumfahrt …,
  • Musiker und Komponisten: Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Felix Mendelssohn, Georg Friedrich Händel, Robert Schumann, Richard Wagner, Richard Strauss, Carl Orff, Karlheinz Stockhausen …,
  • Dichter: Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Heinrich von Kleist, Friedrich Hölderlin, Rainer Maria Rilke, Thomas Mann, Franz Kafka … und
  • Denker (Philosophen): Gottfried Wilhelm Leibniz, Immanuel Kant, Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Schleiermacher, F.W.J. Schelling, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Arthur Schopenhauer, Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Wilhelm Dilthey, Edmund Husserl, Max Scheler, Gottlob Frege (der Vater der modernen Logik), Max Weber, Martin Heidegger, Helmut Plessner …

Alleine schon die deutschen Philosophen überragen alles, was es sonst in den letzten zweitausend Jahren auf dem gesamten Globus gab. Noch vor wenigen Jahrzehnten wollten junge Menschen auf der ganzen Welt Deutsch lernen, um die deutschen Philosophen im Original lesen zu können, so wie ich einst Altgriechisch lernen wollte, um Platon und Aristoteles zumindest ein ganz klein wenig im Original lesen zu können.

All diese Personen, all diese Erfindungen, all diese Entdeckungen, all diese Kulturgüter, all diese Hervorbringungen des menschlichen Geistes zu negieren, kann kaum anders als einigermaßen unverschämt angesehen werden. Kleiner Tipp an alle, die gerne über Dinge reden, von denen sie wenig bis gar keine Ahnung haben: im Zweifelsfall einfach mal still sein. Dies ist übrigens eine Tugend, die man gewöhnlich als Bescheidenheit und Demut bezeichnet, eine Tugend, die gerade Immigranten aus einem ganz bestimmten Kulturkreis nicht selten vollkommen abhanden kommt, die nicht selten zu maßloser Selbstüberschätzung neigen.

Die nächsten Stufen

Doch das ist nur die erste Stufe. Die nächste Stufe wird sein, dass man behauptet, es gäbe auch keine europäische Kultur, sondern nur eine Weltkultur. Alle Trennungen seien künstlich, weil alles mit allem zusammenhinge. In der dritten und letzten Stufe wird man dann in wenigen Jahrhunderten, wenn nicht noch früher behaupten, es gäbe nur eine Kultur und zwar die islamische. Und es habe niemals eine andere gegeben.

In 500 Jahren wird kein Mensch überhaupt auch nur wissen, dass es mal ein Land namens Deutschland, dass es einmal andere Weltanschauungen, dass es mal andere Kulturen gab. Es wird auch keine Bücher oder Kunstwerke oder Baudenkmäler geben, die völlig außerhalb der islamischen Tradition lägen. Solche werden entweder vollkommen usurpiert oder aber vernichtet. Und die Geschichte wird vollkommen umgeschrieben. Buddha, Platon, Aristoteles, Jesus, Kant, alle waren Muslime, sofern man ihre Namen überhaupt noch kennt.

Was können wir tun?

Was wir dagegen tun können? Unsere Geschichte und unsere Kultur pflegen. Dazu müssen wir sie zunächst mal kennen. Wie können wir das anstellen? Indem wir a) die Lehrpläne in den Schulen überarbeiten und modifizieren, dort die einmaligen Errungenschaften der deutschen Kultur viel mehr herausarbeiten und b) indem auch wir Erwachsenen uns mehr mit der deutschen und europäischen Kultur befassen und diese pflegen. Die vermeintliche Stärke der anderen – in Wahrheit sind sie total schwach, aber eben extrem von sich überzeugt und wild entschlossen – ist unsere eigene Schwäche. Dies sollten wir ändern.

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Dieser Artikel erschien auch auf Philosophia Perennis, auf Epoch Times und auf The European.

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Bild: Goethe-Schiller-Denkmal in Weimar, Pixabay, CC0 Public Domain

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17 Kommentare zu „Gibt es eine deutsche Kultur?

  1. Jede Gesellschaft besitzt eine Kultur.
    Dabei sind kulturelle Errungenschaften wie Erfindungen, die Füllmassen der Pinakothek oder die Lederhose nur der aller kleinste Teil, vor allem in der Bedeutung.
    Die Kultur eines Lande kann ohne weiteres mit einer Landkarte verglichen werden, die Auskunft über begehbare Areale und No-Go-Zonen liefert.
    Nicht die Sprache unterscheidet den Menschen vom Tier, es ist die Kultur. Das Wahrnehmen der äusseren Begebenheiten und das daraus resultierende Ableiten in logischen Verhaltensmustern. Wenn Frau Özoguz nicht in der Lage ist eine deutsche Kultur zu erkennen, dann ist sie ganz sicherlich fehl in der Position, wo sie sich gerade befindet.
    Diese Äusserung von Frau Özoguz lässt einen tiefen Einblick in die Wahrnehmungsfähigkeit dt. Politiker zu.
    Mir scheint die Quelle ausgetrocknet zu sein, mit dessen Wasser sie alltäglich das Volk besprenkeln. Jetzt ist eventuell Zuhören angesagt, damit die Politiker nicht völlig deplatziert erscheinen.

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  2. Wozu eine Integrationsbeauftragte, wenn es nichts gibt, worin man sich integrieren könnte?!

    Da für Frau Özoguz „eine spezifisch deutsche Kultur, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar“ ist, gibt es auch nichts worin die Schutzsuchenden Unterschlupf und Integration suchen und finden könnten, womit auch Frau Özoguz‘ Posten hinfällig erscheint.

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  3. Kultur? Gemeint ist wohl Leitkultur. Besser wäre der Begriff:
    Gesellschaftlicher Konsens basierend auf europäischen Werten und Traditionen seit der Aufklärung.
    Die Neuankömmlinge haben keine Werte, die sie leben, das ist das Problem.

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  4. Historisch betrachtet gab und gibt es bis heute eine deutsche Kultur. Und das sage ich als Linker. Die Frage ist, wie das in der Zukunft aussiehen wird? Und ich sage das, weil ich die Multikultur enorm bereichernd finde.

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    1. Wie soll sich Multikultur an einer Stelle (räumlich) entfalten? Verschwinden in einem dominierenden Einheitsbrei?
      Diversity, gleichbleibend? So viel Kultur an einer Stelle ohne Unterschied? Gemeinsam schaffend ohne jegliche Identität?

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  5. Ja, viel an Wert verloren, gewonnen dafür den gesenkten Kopf, schwacher Rücken, leerer Blick. Aufrichtigkeit ist die edelste der deutschen Tugenden, Mentalität. Kein Köperspiel, keine Rhetorik, kein Coaching samt Raute für eine aufrechte Haltung. Ein zutiefst innerer Eigenwert darf nicht verloren gehen.

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  6. Jürgen, deine Texte sind klasse, weil sie verständlich und Gedanken fordernd für mich sind. Nachdenken heißt dabei für mich, prüfend (deine) Worte in Abhängigkeit des Ist-Zustandes, hier und jetzt, zu setzen, zu lernen. Wieder ein positiver Bescheid meinerseits, ein Lob, vergiss es 😉

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