Das neue Gesicht der „braunen Brut“ oder: Darf ein jüdischer AfD-ler Mitglied bei Eintracht Frankfurt werden?

Ein Gastbeitrag von Altermann

Nur an erlebten Beispielen lässt sich klar machen, was in Deutschland zur Zeit abläuft. Wir haben keinerlei Debattenkultur. „Der andere wird nicht widerlegt, sondern zum Schweigen gebracht.“ (Norbert Bolz). Wir sind die Guten, die anderen sind böse. Und ganz wichtig: der Hass geht immer von den anderen aus! Nun haben „die Guten“ seit einigen Tagen einen neuen Helden: Peter Fischer, den Präsidenten von Eintracht Frankfurt, der lauthals verkündete, dass kein AfD-Mitglied und auch kein AfD-Wähler Mitglied der Eintracht sein könne. Ist Fischer der große Widerstandskämpfer, der durch die Ungnade der späten Geburt eben nur 85 Jahre zu spät kommt, oder ist er der erste Vertreter einer neuen Brut, die mal wieder die deutsche Sportwelt von unliebsamen Elementen säubern will?

Gutmenschen versus AfD-ler

Wer sich in Facebook tummelt, der braucht gute Nerven, ein dickes Fell und Langmut. Dafür wird er aber reichlich entlohnt. Man erfährt viel über die Orthografiekenntnisse, lernt viele Hunderassen kennen und sieht, was man in Deutschland isst.

Politisch tobt der Kampf zwischen zwei Lagern, die relativ leicht zu definieren sind. Auf der einen Seite stehen die moralisch einwandfreien Menschen, auch Gutmenschen genannt, die für alles Verständnis und keinerlei Bedenken hinsichtlich finanzieller oder gesellschaftlicher Friktionen haben. Migration, Familiennachzug, kulturelle Islamisierung (Winter- statt Weihnachtsmarkt) ist humanitär und deshalb zu befürworten. Als mediale Galionsfiguren seien da Anja Reschke und Dunja Hayali genannt. Alle bis 2017 im Bundestag vertreten Parteien sind auf dieser Seite der Wippe zu finden.

Die Gegenposition wird politisch leider nur durch die AfD vertreten. Mediale Galionsfiguren gibt es keine, weil die postwendend entfernt würden. Nur Peter Hahne hat sich kurz vor seinem Sendeschluss noch etwas getraut.

Der 85 Jahre verspätete Widerstand gegen Hitler – besser spät als nie, gell, zumal jetzt auch irgendwie bequemer

Das Kuschen vor der Macht ist in Deutschland nicht neu. Im Großdeutschen Rundfunk war kein Kommunist oder Jude zu finden. Ebenso war das im Deutschen Fernsehfunk der DDR. Dort hätte der Mielke Erich (Ich liebe doch alle) auch keinen Defätisten am volkseigene Mikrofon geduldet. Obwohl, im Rückblick war der Schwarze Kanal von Schnitzler – gegen das notorische Erziehungsfernsehen von heute – eine Kindersendung. Die ehemalige Sportjournalistin Maybrit Illner trat 1986 schon während ihres Studiums in die SED ein, war dann beim Deutschen Fernsehfunk und ist rechtzeitig zur Wende wieder ausgetreten und darf uns jetzt geläutert beglücken (vielleicht brauchte sie damals das Geld?). Jedenfalls ist jetzt ihre soziale Frage gelöst und auch ihr Ehemann gehört ja nicht zu den Minijobbern, sondern zu den Mehrfachverdienern.

Die Deutschen Sendeanstalten von braun bis rot waren zu keiner Zeit ein Refugium für kritische Geister, auch wenn sich viele dieser Medienfuzzies gerne so sehen. Johannes Gross (1932-1999, die schon länger hier wohnen kennen ihn vielleicht noch, den unsympathischen Besserwisser mit dem dicken Kopf) hatte schon im letzten Jahrhundert festgestellt: „Je länger das Dritte Reich tot ist, umso stärker wird der Widerstand gegen Hitler und die Seinen“.

Beim WDR tobt er besonders hart und aus der Komfortzone heraus – mit einem Gin-Tonic in der Hand – lässt sich in der Bussi-Bussi-Welt sehr gut gegen Rechts kämpfen. Die Nomenklatura schickt ihre Kinder auf teure Privatschulen, damit bei denen die Multikultihopsassa-Erziehung keinen Schaden anrichtet. Diese edle Journaille hätte natürlich – bis zur persönlichen Selbstaufgabe – dem Hitler und seinen Schergen die Stirn geboten und man hätte sich lieber erschießen … ach lassen wir das.

Wiederholt sich alles – 1933 wurden Juden ausgeschlossen, auch unter dem Beifall der johlenden Menge

Kommen wir zum praktischen Beispiel. Jemand findet die Aktion, AfD-ler aus der Frankfurter Eintracht auszuschließen mutig. Die Begeisterungswogen für Peter Fischer schwappten quer durch die Republik, von Marionetta Slomka bis Anja Reschke. Wow, war das mutig! Bestimmt so mutig, wie im Dritten Reich “Heil H*tler” zu rufen.

Ich habe es gewagt, darauf hinzuweisen, dass sich das alles wiederholt und 1933 Juden ausgeschlossen wurden. Dabei habe ich nicht geschrieben: “Lieber XY, wie kann man den so einen Schwachsinn schreiben und was hat das mit “Mut” zu tun? Du bist doch sonst ein klardenkender Mensch!” Nein, ich habe lediglich eine sachliche Bemerkung gemacht, wie sie hier in der Berliner Morgenpost steht.

Fatzebuck

Kommentator 1 eilt sogleich herbei und bezeichnet diese Meldung als “plumpe Parole”, die ich “nachplappere”. Mal eine Frage an Nummer 1: Muss ich Sie in Zukunft um Erlaubnis fragen, wenn ich auf einen Sachverhalt, dessen Richtigkeit sie ja nirgends bestreiten, zitiere? Haben Sie auch an die Berliner Morgenpost geschrieben? Was stört Sie? Fühlen Sie sich ertappt? Kommentator 1 ist sachlich nicht in der Lage, zu der Doppelmoral (besser: Double Standard) Stellung zu beziehen. Der Kommentator findet sogar etwas Witziges an der AfD, obwohl von der AfD in meinem Kommentar weder die Rede war, noch dabei die AfD irgendeine Rolle spielte. Immerhin ist es aber schon mal lobenswert, dass er die Ausgrenzung als solche erkannt hat. Schwach aber seine Logik, die noch nicht mal als Begründung für ein Revanchefoul herhalten könnte: “Die anderen haben doch …” Eine schwache Argumentation – das hat er anscheinend von der Frau Nahles gelernt – muss man touretteartig mit einem mimimimimi abschließen.

Darf ein jüdischer AfD-ler Mitglied bei Eintracht Frankfurt werden?

In Nummer 2 kommt der Autor und ruft noch mal in die Echokammer. Da nichts hinzuzufügen ist, macht er sich mit dieser Aussage gemein. Mimimimimi (ich muss immer aufpassen, dass ich nicht zu viele “m”s reintackere).

Jetzt komme ich zu Nummer 3: Eine wahre Meisterleistung demagogischer Rhetorik. Strickmuster:

  • Ich werde nie verstehen, dass Du, wo Du doch soooo
  • intelligent/ klug/ honorig/ sonst nicht so … bist, so ein
  • dummes/ verqueres/ idiotisches/ plumpes/ populistisches/ demagogisches/ krudes/ faschistisches/ hirnrissiges/ geisteskrankes …
  • Zeug/ Parolen/ Schwachsinn/ Unsinn/ Quatsch …
  • nachplapperst/ nachbetest/ nachschwätzen tust …

Die eingerückten Zeilen ausschneiden und an den Bildschirm heften, dann hat man immer die passende Schablone zur Hand, um in Fatzebuck jemanden mal so richtig zu zeigen, was Sache ist. Herrliche Polemik, nur keine Argumente. Vielleicht darf ich daran erinnern, dass ich lediglich darauf hingewiesen habe, dass 1933 Juden aus Sportvereinen ausgeschlossen wurden. Der Duktus meines Posts war, auf diese üble Praxis der Ausgrenzung hinzuweisen und sie mit der von 1933 zu vergleichen. Hass und Ausgrenzung im Namen der Toleranz. Inquisition 2018. Dazu Dirk Müller. Die logische Frage, die sich mir aufdrängt: Darf ein jüdisches AfD-Mitglied Mitglied bei der Eintracht werden?

Meinungsfreiheit heißt, die Meinung auszuhalten, die einem nicht passt

Mittlerweile ist es leider salonfähig, politisch Andersdenkende niederzubrüllen mit der Moral des richtigen Denkens im Rücken. Das war im Dritten Reich auch so. Wer Meinungsfreiheit nur für sich selbst definiert, der hat nichts verstanden. Meinungsfreiheit heißt nicht, die Meinung zu vertreten, die einem passt, sondern die auszuhalten, die einem nicht passt. Alles Weitere kann man unter “Aufklärung” oder “Humanismus” googeln.

Dem Peter Fischer Fanclub empfehle ich diesen Artikel über die neue Religion der regressiven Linken, in der Hoffnung, dass diese in der Lage sind, ihn wenigstens zu verstehen. Danach fragt mal höflich bei Herrn Saubermann nach, weshalb Rudolf Gramlich (Bundesverdienstkreuzträger), seines Zeichen Mitglied eines Totenkopfregimentes der Waffen-SS, Ehrenpräsident beim “Juddebube-Club” werden konnte und bleiben darf. Mal gespannt, was da weiter passiert mit dem edlen Ritter von Eintracht Frankfurt. Wetten, dass der auch noch in einem Jahr Ehrenpräsident ist? Wer im Glashaus sitzt, soll im Keller bumsen. Geschenkt.

Mit Verlaub ich halte eben nichts von einer Politik des “Rausschmeißens” und “Ausschließens”, wie sie ein Chulz vertritt. Wer nicht seiner Meinung ist, wird rausgeschmissen. Die AfD aus dem Reichstag und die Polen, Tschechen und Ungarn aus seinem Europa. Der letzte Rausschmeißer der deutschen Politik war mit seiner Rausschmeißerei nicht sehr erfolgreich und hat uns Millionen von Toten beschert. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich habe von Rausschmeißern aller Art und Couleur die Schnauze voll!

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Altermann.blog. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung des Autors und Blogbetreibers.

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Titelbild: Youtube-Screenshot

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13 Antworten auf „Das neue Gesicht der „braunen Brut“ oder: Darf ein jüdischer AfD-ler Mitglied bei Eintracht Frankfurt werden?

  1. Hansa

    Paradigmenwechsel oder Rolle Rückwärts?

    Man kann nur konstatieren, dass zum Unterschied seit der Zeit, als der Nazismus eine wirkliche Gefahr war, sich diese jetzigen offiziellen Gegner unter Intellektuellen und in politischen Jugendorganisationen der Meinung angeschlossen haben, dass zuerst ein Verbot und dann die Kampfmethoden der Nazis der 20-er Jahre mit Saalschlacht, Versammlungs-Sprengung und den Gegnern eins richtig auf die Schnauze zu geben, die richtigen politischen Argumente sind.

    Detaills hier: einarschlereth.blogspot.de/2018/01/das-lugen-verbieten.html#more

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  2. Nörgel

    Natürlich ist ein derzeitiger Präsident eines Fußballklubs nicht das „Maasloseste“ was momentan Deutschland zu bieten hat.
    Es sind genau heutzutage wieder diese Mitläufer, Jasager („Merkelshitholeliker“), aber auch diejenigen Ahnungslosen mit Wissen und geistigen Horizont einer Ameise, welche im „Dritten Reich“ nach der Frage, „Wollt Ihr den totalen Krieg“, gebrüllt hätten: „Führer befiehl, wir folgen Dir“!
    Wegen der Vergangenheit resp. um das Wissen der gescheiterten „Weimarer Republik“, wurde die 5%-Hürde bei den Wahlen eingeführt. Aber soweit sind wir jetzt fast schon wieder. Man erinnere sich an die USPD und MSPD!!

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  4. desmolenz

    Also, hierzu möchte ich eigentlich nur folgendes anmerken. ( als Hesse und mit der Sprachgewohnheit ):

    Ich bin der Meinung , dass der Peter Fischer einfach nur ein Schlappmaul ist.
    Laut, karriereorientiert,machtbestrebsam und einfach wieder mal in den Medien.
    Ich denke aber, dass er hieran noch länger zu kauen hat.

    Eigentlich gäbe es Als Vereinsvorsitzender ( 99 % gewählt , gab es das nicht schonmal HoHoHo)

    Ich bin als Eintracht Frankfurt Fan – seit 1963 – mit der Familie aus dem Verein ausgetreten………

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    1. Clemens Bernhard Bartholdy

      Ich habe so das dumme Gefühl, dass Fischer das Theater nicht aus Karrieredenken macht. Der meint das tatsächlich ernst. Der ist „ideologisch gefestigt“, wie man früher mal sagte.

      Ich wäre mir nicht sicher, ob der nicht auch ehrenamtlich und nur der Sache wegen Umerziehungslager leiten würde.

      Mag mir gar nicht ausmalen, was passieren würde, wenn der erführe, dass ich Eintracht-Mitglied bin (und bleibe. Ich lasse mir meine Eintracht nicht von einem Peter Fischer verderben…). Bei meinem Wahlverhalten… oj Gevalt!

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  5. anvo1059

    Schon allein das man so eine Fragestellung aufwerfen kann/muss spricht eine Sprache die eigentlich Entsetzen oder fassungsloses Kopfschütteln auslösen müßte.
    Zeigt sich doch hier wieder über deutlich, auf welches Niveau unsere Gesellschaft gesunken ist…..

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  6. Surgeon100

    Ist das neu ?? Eher nicht, jetzt kommt jetzt nur raus,
    was der Teufel über Jahre im Inneren des Menschen angerichtet hat.
    Nur noch ca. 14% Integere in Deutschland.
    Der Rest ist krank oder verführt.
    In der Religion sagt man, zu Recht: Geist stirbt nicht !
    So stirbt auch der Nazigeist nicht, der Geist des Hasses, des Bösen, der Menschenvernichtung, sei es nun körperlich oder geistig !
    Wobei geistig noch schlimmer ist, da es dann für immer ist meist.

    Bibel: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, sondern Geist und Seele zu ewigen Verdammnis !
    (damit ist durchaus jede Art von Verführung gemeint,
    und ein Hasser, Kranker, Verführtet landet im nächsten Leben in der Hölle, in der er sich schon vorher befindet).

    Für mich ist der Nazigeist allumfassend: man findet ihn überall, auch in der Justiz !
    Wie oft habe ich dort schon laut gesagt: Es ist verboten, das 3. Reich wieder auferstehen zu lassen !

    Heute ist dieser Geist universal bei den Linken, Grünen etc pp
    Es sind so viele Lügen und Falschheiten und anschließend Hass, dass man es kaum mehr fassen kann !

    Was ist mit dem Gewissen des Menschen als tiefste und höchste Instanz ??
    Viele haben wohl gar keins mehr.

    Noch irrer wird es, wenn man bedenkt, dass die AfD eigentlich die CDU der 80er ist.

    Also wie kann es sein, dass sich in 35 Jahren alles total verdreht hat ??
    Für mich ist es klar als geistig sehender Mensch.
    die Ursachen sind geistig, das sog. aber real existente Böse, es arbeitet im Verborgenen,
    denn so wirkt es besser. Stück für Stück,
    und auf einmal ist alles anders.
    Wenn das Böse sichtbar böse wäre, würden viele es meiden.
    Es kommt aber in Teilen, immer ein wenig. Und dann ist plötzlich alles anders und kaputt.

    Die Vorbereitung des kommenden realen 3. WK im Inneren, ist schon lange aktiv.

    Geist stirbt nicht, auch der Nazigeist wird es nie tun,
    und nun hat er sich andere Wirte gesucht.
    Geistig läuft das Ganze wie Parasiten in Horrorfilmen ab !
    Aber geistig Sehende gibt es immer weniger.

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  7. Jule

    National- Sozial – WAS ist daran zu verurteilen ?

    Geschrei … höre und sehe ich nur von jenen die leistungslos – aber fordernd ihre Felle schwindend sehen …

    Der Krug hat Risse – und der Pegel im Brunnen sinkt .

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    1. Jule

      Die Germanen / Kelten wurden „ beglückt“ mit dem Christentum. …
      Heftigst… kämpfend gegen den Islam.
      Nu sollen sie „ beglückt“ werden mit dem Islam …

      Und was bewegt sich derweil an der jüdischen Front ?

      Einiges …

      Israel wehrt sich,,umzingelt von Feinden, aber D ist auch umzingelt von „Feindstaaten „ – oder habe ich verpasst das D „ entlassen“ wurde aus ( ewigen ) Haft … …

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  8. Rainer 2

    Auch der frühere Vorsitzende, und heutige Ehrenvorsitzendeder Frankfurter Eintracht, Rudolf Gramlich, ist mir noch in Erinnerung. Was ich allerdings nicht wusste ist, dass dieser Mensch Angehöriger der Waffen Ss in einem Totenkopf-Regoment war. Nanu, dachte ich, das ist also dort heute kein Problem, wohl aber das Bekenntnis zu oder gar die Mitgliedschaft in einer demokratischen, von über 12% der mündigen Wähler gewählten Partei, die endlich mal Tatsachen und frischen Wind in die Parlamente brachte.

    Herrn Gramlichs damaliges Engagement maße ich mir nicht an zu verurteilen. Vielleicht hatte er ja auch gar keine Wahl. Ganz im Gegensatz zu Günter Grass, der bekanntlich als Freiwilligerin diese Truppe eintrat. Ein Bruder meines Vaters, den ich nie kennenlernte, war Gendarm in einem schlesischen Dorf. Er wurde sofort bei Kriegsbeginn zur Waffen-SS eingezogen, als Polizeiangehöriger halt. Widerspruch hätte den schnellen Tod bedeutet, so durfte er noch bis kurz vor Kriegsende leben. Alle hier genannten hatten offenbar das große Glück, wenigstens nicht zu einem Wachkommando in ein KZ kommandiert zu werden. Ansonsten würden sie ja auch noch mit deutlich über 90 Jahren irdischen Richtern begegnen. Seltsam, dass all die Jahrzehnte vorher niemand eine Anklage machen konnte.

    Ebenfalls sehr seltsam finde ich es allerdings, dass hier ein Vereinspräsident sich anmaßt, über die Mitglieder einer demokratisch verankerten Partei zu richten, während immerhin ein Gehilfe des Nazi-Regimes in seinem Club Ehrenpräsident ist. Wie er seine, die Meinungs- und Parteienfreiheit einschneidenden Maßnahmen aber auch noch auf die Wähler der AfD ausweiten möchte, verstehe ich zum Glück nicht. Lügenbdetektor oder Verhöre? Eidesstattliche Auskünfte? Ach ja, Wahlen sind übrigens geheim, verehrter Herr. In der DDR war das anders, da wurde weitgehend „offen“ gewählt. Wer es nicht tat, machte sich schon sehr verdächtig. Wollen sie, Herr Präsident, diese sozialistische Errungenschaft nun etwa auch bei uns einführen?

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