Götz Kubitschek: Zehn Bemerkungen zu Chemnitz

Ein Gastbeitrag von Götz Kubitschek, Do. 30. Aug. 2018

1. Die Tat von Chemnitz und der als Reaktion darauf hochkochende Zorn haben den Riß zwischen Regierungshandeln und Volk, zwischen Realitätsverweigerung und gesundem Menschenverstand, zwischen Medienlügen und Augenzeugenberichten, zwischen Ost und West weiter vertieft.

2. Zwei Aussagen zum Tathergang

Auslöser der Proteste gegen Ausländergewalt war der Tod des Deutschkubaners Daniel H., der mit etlichen Messerstichen umgebracht worden ist. Über den Tathergang liegen uns zwei übereinstimmende Aussagen vor. Aus dem Büro des Rechtsanwalts Martin Kohlmann (dem Anmelder der Demonstration vom Montag) heißt es:

Zwei unmittelbar Tatbeteiligte (ein Geschädigter, eine Zeugin) haben unabhängig voneinander berichtet, dass die drei Geschädigten zusammen mit drei Frauen am Tatort standen. Der Getötete wurde von den Tätern in Raubabsicht aufgefordert, seine Geldkarte/Sparkassenkarte herauszugeben (Tatort unmittelbar vor Sparkasse). Das tat er nicht und schlug, rempelte einen der Täter und beleidigte ihn. Dieser ging zusammen mit dem anderen Täter weg. Nach wenigen Minuten kamen die Täter mit acht weiteren Männern zurück und stachen auf die Geschädigten ein. Der Getötete hatte fünf Messerstiche eng beieinander (Übertötung). Ein Messer wurde am Karl-Marx-Kopf gefunden. Weitere werden gesucht. Die Kripo durchsucht gerade bei der Müllabfuhr weitere Tatwaffen. Uns wurden Bilder eines Müllabfuhrmitarbeiters zugeschickt, die Kripobeamte auf der Deponie zeigen, die hunderte Müllbeutel durchsuchen. Einen sexuellen Übergriff hat es nie gegeben.

Der andere Bericht war mündlich und bleibt anonym. Hier der Wortlaut:

Und es war so, daß die Opfer die Brückenstraße vorgelaufen sind und wollten Geld von der Sparkasse dort. Und da sind die Ausländer gekommen zu zweit und wollten die EC-Karte von denen haben. Das haben sich die drei natürlich nicht gefallen lassen und haben zugeschlagen. Da sind die zwei Typen abgehauen und sind kurze Zeit später zu zehnt wiedergekommen und haben ohne Vorwarnung überall hingestochen. Der eine in den Kopf, dem anderen, dem Toten, den haben sie in den Bauch gestochen und dem anderen in den Rücken. Und dem, den sie in den Kopf gestochen haben, der hat noch versucht, dem Daniel die Wunden am Bauch abzudrücken. Der Notarzt hat wohl noch den Puls fühlen können. Der ist aber dann in der Nacht um 4 im Krankenhaus gestorben. So war es.

3. Empörung über „rechten Mob“ wichtiger als ausufernde Gewaltverbrechen gegen Deutsche

Den Leitmedien und den Politikern der Altparteien ist die Empörung über einen „rechten Mob“, der am Sonntag und am Montag durch die Straßen gezogen sei und Jagd auf Ausländer gemacht habe, wichtiger als die Frage, warum es mittlerweile beinahe jeden Tag zu einer Messerattacke auf Deutsche kommt. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig äußerte:

„Wenn ich sehe, was sich in den Stunden am Sonntag hier entwickelt hat, dann bin ich entsetzt“,

und meinte damit nicht die ausländischen Täter und ihre Gehilfen. Und auch der Chemnitzer CDU-Landtagsabgeordnete und Generalsekretär der Sachsen-Union Alexander Dierks meinte nicht den getöteten Daniel H. und auch nicht die beiden Schwerverletzten, als er sagte: „Natürlich müssen die Taten mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt werden“. Mit „Taten“ meinte er die Reaktion von „rechts“.

4. Den eigenen Raum absichern

War das überhaupt eine „Reaktion von rechts“? Wir sahen einen spontanen, zornigen, vielleicht ruppigen, ausschwärmenden Protest von 800 bis 1000 Chemnitzern, die am Tag nach der Bluttat einen elementaren Vorgang vollzogen: den eigenen Raum absichern. Das macht jeder Angehörige der Antifa-Republik Connewitz in Leipzig vermutlich ein halbes Dutzend Mal, bevor er in den „Stamm“ aufgenommen wird, und zwar ohne schwerwiegenden Grund, sondern einfach so wie ein Köter, der an die Ecken seines Reviers pißt.

5. Die  natürliche Verteidigungslinie ist die deutsche Außengrenze

In Chemnitz jedoch war der Grund so schwerwiegend, daß man jede andere Reaktion als unnormal bezeichnen müßte: Überfremdung ist immer eine Form von Gewalt. Was also ist eine Überfremdung, die mit einer weit überproportionalen Gewalttätigkeit durch die Fremden einhergeht? Felix Menzel hat auf seinem Portal blauenarzisse in einem Appell an alle Chemnitzer ein paar Fakten zusammengestellt. Auszug:

  • Laut Regierungsangaben sind Ausländer im Freistaat Sachsen im Durchschnitt neunmal krimineller als Deutsche. Darauf werden wir solange sachlich hinweisen, bis der letzte ausländische Kriminelle abgeschoben wurde.
  • Trotz eines relativ geringen Bevölkerungsanteils von ca. vier Prozent begehen Ausländer in Sachsen mit Messern und anderen Waffen 30 Prozent der Straftaten. Jeder Messer-Mann, egal ob deutsch oder nicht, gehört sofort in Untersuchungshaft. Aber was macht die Regierung? Sie läßt einzelne Tatverdächtige laufen und – laut amtlicher Auskunft – bis zu neun Straftaten verüben.
  • In Sachsen leben gegenwärtig laut offiziellen Zahlen über 11.000 Ausreisepflichtige. Das sind Menschen, die nicht mehr hier sein dürften, aber unter Duldung der Regierung von uns als Steuerzahler sogar noch verköstigt werden.

Hat ein Staat, der so etwas zuläßt, nicht einen elementaren Vertrag gebrochen – nämlich den, daß wir das Mittel der Gewalt an ihn abtraten, weil er uns im Gegenzug die strikte und befriedende Durchsetzung seines Gewaltmonopols versprach? Regierungssprecher Seibert äußerte noch am Sonntag:

„In Deutschland ist kein Platz für Selbstjustiz, für Gruppen, die auf den Straßen Hass verbreiten wollen, für Intoleranz und für Extremismus.“

Man darf guten Gewissens kontern: In Deutschland gibt es dann keine Notwendigkeit, den eigenen Bewegungsraum zu sichern, wenn sich die Polizei wieder vorzüglich um diese ihre ureigene Aufgabe kümmern darf (denn jeder Polizist will das, jede Wette!). Die vorderste und historisch natürliche Verteidigungslinie ist dabei die deutsche Außengrenze.

6. Es gab keine belegbaren Menschenjagden am Sonntag

Was ist überhaupt passiert am Sonntag und am Montag in Chemnitz? Aus dem Büro Kohlmann heißt es:

Der Fall Chemnitz ist ein exemplarischer Fall, vor allem für die Funktionsweise der Medien in Deutschland. Selbst der unbelehrbarste Charakter kann daran studieren, daß die allermeisten Medien nicht mehr die Wahrheit schreiben oder senden: Es gab keine eindeutig belegbaren „Menschenjagden“ am Sonntag. Keines der Videos läßt diesen Schluß zu. Es sind alles Vermutungen. Es gab so gut wie keine Übergriffe am Montag, und von denen, die es gab, kamen die allermeisten von links.

7. Der Unterschied zwischen (herrschendem) Parlamentarismus und (vorgespiegelter) Demokratie

Die „Rechten“, heißt es, instrumentalisierten den Toten, den wohl ein Iraker und ein Syrer und acht weitere Asylanten oder Flüchtlinge oder Migranten, jedenfalls Fremde, im Gastland, das sie willkommen hieß, auf dem Gewissen haben. Zum Thema „Instrumentalisierung“ sollte „die Linke“, sollte „der Mainstream“, sollte „die Zivilgesellschaft“ sehr rasch und im eigenen Interesse die Klappe halten – wir erinnern nur kurz an den toten Jungen am Strand einer griechischen Insel und x andere Bilder. Die Stellungnahme des Büros Kohlmann ist klar und ausgereift:

Die Demo war die größte in Chemnitz seit 1989. Wir hoffen, dass jetzt genau die Stunde schlägt, die historische Umbruchstimmung einsetzt. Diese kann nur von Sachsen ausgehen. Wir wollen, dass das Thema der Asylbewerberkriminalität wahr- und ernstgenommen wird. Wir wollen, dass die Bürger ihr Recht auf Mitsprache einfordern. Alle merken, dass das Schlaraffenland dem Ende zugeht. Jetzt geht es um die Töpfe. Es geht um das Fremde und das Eigene. Wir wollen die Deutschen dazu ermuntern, das Eigene zu verteidigen, solange es noch möglich ist. Wir erleben in Chemnitz gerade eine historische Situation. Die Stadt ist voller Medienvertreter und Polizei. Wir wollen, dass die Deutschen den Unterschied zwischen (herrschendem) Parlamentarismus und (vorgespiegelter) Demokratie verstehen.

8. Muß Chemnitz das „aushalten“?

Apropos Instrumentalisierung: Am kommenden Montag wollen „Die Toten Hosen“, „Feine Sahne Fischfilet“ und andere linke Bands am Marxkopf ein Solidaritätskonzert geben – nicht für Daniel H., sondern 150 Meter von seiner Blutlache entfernt für alle diejenigen, denen sein Tod als Kollateralschaden auf dem Weg zur bunten Republik gilt. Die Meldung vom mdr:

Die Toten Hosen werden am Montag ebenfalls in Chemnitz am Karl-Marx-Monument auftreten. Das hat die Band über ihr Twitter-Profil bekannt gegeben. Zusammen mit Künstlern wie K.I.Z., Casper, Marteria, Kraftklub und Feine Sahne Fischfilet werden sie am „Nischel“ spielen. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe „Montags am Kopp“ von der Stadt Chemnitz. Sie reagiert damit auf die rechten Proteste am Karl-Marx-Denkmal.

Muß Chemnitz das „aushalten“, müssen die Chemnitzer ihre Stadt gewähren lassen? Wurde nicht schon mal eine ganze Karneval-Saison abgesagt, weil im Nahen Osten ein Krieg begann?

9. Zehn Hitlergrüße werden dem getöteten Daniel H. und den beiden Schwerverletzten übergeordnet

Und weitere Fragen: Ist das alles nun das, was den Protagonisten der Umvolkung gelegen kommt? Neue Bilder vom häßlichen Deutschen aus Sachsen? Jagdszenen in Dunkeldeutschland? Kommt das beim Bürger, beim Wähler noch so an? Oder vermag er zwischen den Zeilen zu hören, zu sehen und zu lesen und dabei die berühmte Lücke wahrzunehmen, die im entgegendröhnt und ihm ins Auge sticht: daß nämlich dem mit vielen Messerstichen getöteten Daniel H. und den beiden Schwerverletzten nun zehn nach der Montagsdemo angezeigte Hitlergrüße entgegengesetzt, wenn nicht sogar übergeordnet werden?

Zehn ausgestreckte Arme bei 8000 Demonstranten, die an Ausländergruppen vorbeizogen, aus denen Schmährufe und Gefeixe laut und erhobene Mittelfinger gezeigt wurden? Soll das jetzt ernsthaft zum Themenschwerpunkt werden? Michael Klonovsky:

Vergleicht man das mediale Begleitgeschwafel zu den Gewaltexzessen beim Hamburger G 20-Treffen – 476 verletzte Polizisten, 186 Festnahmen, 12 Millionen Euro Schaden – mit der Berichterstattung über die Demonstrationen in Chemnitz0 verletzte Polizisten, 0 Festnahmen, bislang kein bekannter Schaden, angeblich zehn Hitlergrüße (sofern es nicht der Gruß der Hamas gewesen ist); dazu mehrere Leichtverletzte bei Auseinandersetzungen mit sogenannten „Gegen“demonstranten („Wir haben Personen beobachtet, die im Bereich des Stadthallenpark Steine aufnehmen. Mehr als 100 Personen haben sich vermummt“, twitterte die Polizei am 27. um 20.20 Uhr) –, dann erscheint einem der Terminus „linksversifft“ als Attribut für die deutsche Gesinnungspresse doch womöglich etwas verniedlichend.

10. Planungen von „unserer Seite“

Buchen wir den Hitlergruß unter Idiotie oder Hilflosigkeit oder Provokation ab – es ist nicht der Rede wert. Von „unserer Seite“ aus sind geplant:

A. am Donnerstag eine weitere Demonstration, die Martin Kohlmann angemeldet hat. Denn der sächsische Ministerpräsident wird am Rande der Gesellschaft erwartet. Kerndaten:

Am Donnerstag, den 30. August 2018 wird Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zum „Sachsengespräch“ nach Chemnitz kommen. Auch die Regierung soll von den Chemnitzern direkt hören, daß es so nicht weitergehen kann. 20.000 Ausländer in Chemnitz sind zu viel!

Wir treffen uns zur 2. KUNDGEBUNG am 30.08.2018 um 18:00 Uhr auf der Zietenstraße/ Ecke Gellertstraße, direkt am CFC-Stadion, wo das Sachsengespräch stattfinden wird.

Weitere Informationen: hier.

B. am Samstag ein Schweigemarsch für die Opfer von Ausländergewalt, organisiert von Pegida und der AfD. Aus dem Aufruf:

All diejenigen, die noch über ein natürliches menschliches Empfinden und einen gesunden Menschenverstand verfügen, laden wir am kommenden Sonnabend, den 1. September 2018, um 17.00 Uhr nach Chemnitz ein. Wir wollen gemeinsam um Daniel H. und alle Toten der Zwangsmultikulturalisierung Deutschlands trauern – still, ernst und friedlich.

Das würdevolle Bild einer trauernden Gemeinschaft soll nicht durch Disziplinlosigkeit gestört werden. Wir bitten daher, dem Anlaß entsprechend, folgende Dinge zu beachten:
• gedeckte, am besten schwarze Kleidung
• kein Konsum von Nahrungsmitteln und Getränken während des Schweigemarsches
• ebenso hat das Rauchen zu unterbleiben
• jede Art von Meinungsaufdruck auf Kleidungsstücken ist untersagt (das gilt auch für politische Botschaften der AfD), ebenso das Mitführen von Plakaten und anderer Werbung
• lediglich schwarz-rot-goldene Fahnen und die weiße Rose als Zeichen der Trauer sind gestattet
• Extremisten und Gewalttäter wollen wir nicht in unseren Reihen – wir sind freie Bürger, die friedlich und pietätvoll ihre Trauer um die Toten und Opfer der illegalen Migrationspolitik zum Ausdruck bringen wollen!

Weitere Informationen hier.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Sezession. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung von Götz Kubitschek, dem Autor und verantwortlichen Redakteur von Sezession.

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Zum Autor: Götz Kubitschek, Jg. 1970, las Homer im Original und diente als Leutnant in Sarajewo, aber beides ist lange her. Heute ist er Verleger (Verlag Antaios) und verantwortlicher Redakteur der einzigen rechtsintellektuellen Zeitschrift im deutschsprachigen Raum (Sezession). 2008 rief er die konservativ-subversive aktion (ksa) ins Leben, außerdem gehört er zu den Initiatoren der Bürgerinitiative EinProzent. Kubitschek lebt – obgleich in Oberschwaben geboren – seit 16 Jahren mit seiner Frau Ellen Kositza und seinen Kindern auf dem Rittergut Schnellroda in Sachsen-Anhalt und ist gottfroh, den Westen auch geistig hinter sich gelassen zu haben.

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Titelbild: © Götz Kubitschek

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