Sawsan Chebli mitten in Deutschland erneut aufs Übelste diskriminiert

Von Jürgen Fritz, Mi. 13. Mrz 2019

Es ist einfach nicht zu fassen, was diese Frau in unserem Land immer wieder erleiden muss. Viele fragen sich längst, wie sie das nur auszuhalten vermag und warum sie nicht längst aus Deutschland emigriert, um nicht zu sagen geflohen ist. Nun also schon wieder und dieses Mal fast noch schlimmer als all die anderen Male. Ein Fall, der einem fast den Atem verschlägt.

Was für ein Angriff auf die Würde dieser Frau!

Und wieder ist es geschehen. Erneut wurde die sympathische, aufgeweckte, sich selbst nicht so wichtig nehmende SPD-Politikerin Sawsan Chebli Opfer einer schweren rassistischen Attacke. Diesmal sogar auf einem Inlandsflug. Ja ist das denn noch zu fassen? In was für einem Land leben wir eigentlich?

Und nun halten Sie sich bitte fest, ob der Übergriffigkeit einer – so ist zumindest zu vermuten – deutschen Stewardess. Spricht diese Frau Chebli doch tatsächlich auf Englisch an! Können Sie sich das vorstellen? Eine Deutsche wird auf einem Inlandsflug auf Englisch angesprochen! Uns allen dürfte klar sein, was diese durchtriebene Stewardess damit beabsichtigte, in was für einer geradezu niederträchtigen Weise sie Sawsan Chebli zu diskriminieren und herabzuwürdigen trachtete.

Fall Sie sich wundern sollten, wie es kommt, dass eine SPD-Politikerin für eine Reise innerhalb Deutschlands den Flieger nimmt, wo doch die SPD zusammen mit den Grünen wie kaum eine andere Partei gegen die Umweltbelastung und gegen den  „menschengemachten Klimawandel“ wettern, obwohl dies nachweislich der Umwelt sehr schadet, so müssen Sie unbedingt wissen, dass Frau Chebli aufgrund der mit ihrer Wichtigkeit verbunden Zeitknappheit leider nicht umhin kommt, manchmal auch Inlandsflüge zu buchen.

Wie dem auch sei. Auf jeden Fall wurde die arme, so redliche Frau, die sich so sehr für unser Land einsetzt (!), ja die ein wahres Geschenk des Himmels, pardon ein Geschenk Allahs natürlich, für uns ist, also auf einem Inlandsflug auf Englisch angesprochen. Ist das nicht unfassbar?! Wenn Sie nun meinen sollten: „Kein Ding, bei Fluggesellschaften ist man halt tendenziell weltoffen und Englisch ist nun mal die Weltsprache“, so müssen wir Sie hier leider korrigieren und wollen Ihnen verdeutlichen, was für ein schlimme Diskriminierung dies darstellt. Dazu gleich mehr.

Wie souverän Chebli reagierte

Doch zunächst zu dem Beeindruckendsten von allem. Seien wir ehrlich, Sie oder ich hätten bei solch einer schlimmen Herabwürdigung kaum noch an uns halten können. Die Nerven wären bei den meisten von uns mit uns durchgegangen. Wir möchten uns gar nicht vorstellen, was da passiert wäre. Nicht wenige hätten sofort ein Messer gezückt und auf alles, was sich bewegt … Ach, wir wollen es uns gar nicht ausmalen! Nicht so Sawsan Chebli, die eine Souveränität und Nonchalance auszeichnet, wie sie nur wenigen Menschen gegeben ist.

Und nochmals, um sich die Situation zu vergegenwärtigen, in welcher Chebli derart gelassen reagierte: Eine offensichtlich rechtsextreme und rassistische, vermutlich deutsche Stewardess spricht Frau Chebli in Deutschland auf Englisch an! Auf Englisch bei einem Inlandsflug! Damit hat sie natürlich Frau Chebli unterstellt, sie könnte kein Deutsch. Sicher, ihr Vater lebt seit über 40 Jahren in unserem Land, kann nicht schreiben oder lesen und spricht kein Wort Deutsch, dennoch konnte eine von Sawsan selbst durchgeführte und von ihr ausgewertete Studie nachweisen, dass ihr Vater besser in unsere Gesellschaft integriert ist als alle AfD-ler zusammen.

Natürlich wäre es in seinem Fall diskriminierend gewesen, wenn die Stewardess ihren Vater auf Deutsch angesprochen hätte, hätte sie ihn damit doch in eine peinliche Situation gebracht und er hätte vor all den Menschen im Flugzeug zugeben müssen, kein Deutsch zu können. Aber im Falle von Sawsan ist das ja etwas völlig anderes. Denn sie kann ja Deutsch. Und wie! Das muss man ihr doch ansehen! So und nun schauen Sie sich bitte an, wie unglaublich gelassen Frau Chebli auf diesen Angriff auf ihr Innerstes, ja auf ihre Menschenwürde reagierte:

Ist das nicht unglaublich? So eine Attacke auf ihre Würde und diese in höchstem Grade souveräne Frau ist einfach nur ein bisschen genervt, mehr nicht. Unfassbar! Ja, von unseren Immigranten und ihren Kindern, gerade aus dem islamischen Kulturkreis können wir alle noch viel lernen. Und jetzt verstehen Sie vielleicht auch, warum so viele Parteien dies als große Bereicherung ansehen, wenn diese Leute sich erbarmen und zu uns kommen, quasi um uns kulturelle Nachhilfe zu geben, uns zum Beispiel zeigen, wie man mit solch immens schwierigen Situationen umgehen kann. Vielen Dank, Frau Chebli, hierfür, dass Sie uns das so ganz nebenbei beibringen!

Ein Tabubruch, der die Schleusen öffnen und vieles ans Tageslicht bringen könnte

Nun behaupten bösen Zungen schon wieder, Chebli habe sich zur Beruhigung am Flughafen erstmal noch eine zweite Rolex gekauft. Wir gehen davon aus, dass dies nur ein von rassistischen Flugbegleitern in die Welt gesetztes Gerücht ist. Und selbst wenn es so wäre, geht es niemanden etwas an. Frau Chebli kann mit ihrem ehrlich und schwer verdienten Geld machen, was sie will. Dass das Geld Ihnen und mir zuvor per Staatsgewalt weggenommen wurde, tut nichts zur Sache. Jetzt ist es ihr Geld und geht uns, wie gesagt, nichts mehr an!

Dabei muss betont werden, dass Sawsan Chebli nicht das erste Mal Opfer von schlimmsten Diskriminierungen in unserem Land wurde. Im Oktober 2017 war es bereits zu einem schweren sexistischen Anschlag auf die arme muslimische SPD-Politikerin gekommen, als ein Botschafter a.D. sie doch tatsächlich zuerst übersah und ihr dann auch noch ein Kompliment machte! Die Frau stand tagelang unter Schock, doch auch damals blieb sie vollkommen cool, schrieb einfach nur: „Klar, ich erlebe immer wieder Sexismus. Aber so etwas wie heute habe auch ich noch nicht erlebt.“

Cheblis Tweet scheint aber ein Tabu gebrochen zu haben, wie David Berger auf Philosophia perennis berichtet. Denn nun würden sich immer weitere Opfer ähnlicher Diskriminierungen melden, so etwa ein Patty Kirsche, der glaubhaft versichert:

»Ich werde ständig in Kreuzberg beim Döner-Imbiss auf Türkisch angesprochen. Hab gefragt, warum die meinen, ich könnte kein Deutsch? Antwort: “Du siehst aus wie Türke” Ehrlich, es nervt! Nur weil ich dunkle Haare und Vollbart habe. #vonhier«

Damit dürfte Sawsan Chebli, der wir hier ausdrücklich dafür danken möchten, erneut eine unglaublich wichtige Debatte angestoßen haben, die viel wichtiger ist als viele andere Themen, die immer wieder in der Öffentlichkeit diskutiert werden, wie: steigende Altersarmut, Brexit, ständig sinkendes Bildungsniveau, enormer Rückstand in der Digitalisierung, drastischer Anstieg bei Gewaltdelikten, explodierende Sozialkosten, Abbau von Demokratie und zunehmender Zensur sowie Spaltung der Gesellschaft und feindliche Übernahme unseres Landes, unserer Gesellschaft und unserer Kultur. Wie gut, dass wir so eine Politikerin in unserem Land haben, die es wie keine andere versteht, die Prioritäten zurecht zu rücken.

*

Titelbild: Youtube-Screenshot

**

Aktive Unterstützung: Jürgen Fritz Blog (JFB) ist vollkommen unabhängig und kostenfrei (keine Bezahlschranke). Es kostet allerdings Geld, Zeit und viel Arbeit, Artikel auf diesem Niveau regelmäßig und dauerhaft anbieten zu können. Wenn Sie meine Arbeit entsprechend würdigen wollen, so können Sie dies tun per klassischer Überweisung auf:

Jürgen Fritz, IBAN: DE44 5001 0060 0170 9226 04, BIC: PBNKDEFF, Verwendungszweck: Jürgen Fritz Blog. Oder über PayPal  5 EUR – 10 EUR – 20 EUR – 30 EUR – 50 EUR – 100 EUR

Werbeanzeigen