Nächste Peinlichkeit: Wie das Relotius-Magazin die AfD-Russlandverschwörung erfand

Von Deutschland-Kurier, Di. 09. Apr 2019

„Putins Puppen: Wie der Kreml die Rechtspartei für seine Zwecke benutzt“, titelte der „Spiegel“ am Samstag, und scheint damit in die Fußstapfen der frei erfundenen Trump-Russlandverschwörung treten zu wollen. Einzige Quelle: Unbestätigte E-Mails von Soros-Freund Michail ChodorkowskiNach all den Relotius-Pleiten nun die nächste Peinlichkeit des ehemaligen Qualitätsmagazins.

Konzertierte Aktion von Spiegel, ZDF, La Repubblica und BBC

„E-Mails aus dem russischen Staatsapparat belegen, wie Moskau AfD-Politiker für seinen Informationskrieg ausnutzen will“, behauptet das Relotius-Blatt. Dabei geht es im Wesentlichen nur um einen einzigen AfD-Politiker, den rümänendeutschen Markus Frohnmaier, ehemaliger Chef der Jungen Alternative, der die unterstellte Instrumentalisierung vehement bestreitet.

Die Quelle des Skandalberichts: Das „Dossier-Center“ London des Putin-Gegners Michail Chodorkowski, der seit mindestens 1996 mit George Soros befreundet ist, wie der „Spiegel“ 2002 berichtetete. Chodorkowski hat seine Open Russia Foundation nach dem Vorbild des linken Großinvestors aufgebaut.

Die einzige Quelle im Spiegel-Artikel, die nicht von Chodorkowski stammt, ist ein angeblicher „Aktionsplan“ zur russischen Unterstützung der AfD. „Es wurde von einem hochrangigen Geheimdienstmitarbeiter eines EU-Staates der BBC übergeben, die das Dokument mit dem ‚Spiegel‘ und den weiteren Partnern teilte.“ Die höchst dubiose Geschichte wurde in einer konzertierten Aktion in vier internationalen Medien gleichzeitig international veröffentlicht: Spiegel, ZDF, La Repubblica (große linke italienische Tageszeitung) und der BBC.

Frohnmaier: „Ich stand zu keinem Zeitpunkt unter der Kontrolle von jedweden Dritten“

„Deutsche und internationale Medien berichten heute über einen E-Mail-Verkehr innerhalb der russischen Präsidialadministration, in welchem angeblich davon die Rede sein soll, dass ich unter ‚absoluter Kontrolle‘ stehe“, schrieb Frohnmaier am Samstag auf Facebook. „Die Medien, die darüber berichten, haben mir die angeblichen Dokumente trotz mehrfacher Aufforderung nicht zur Prüfung vorgelegt. Ich bezweifle, dass die Dokumente authentisch sind. Die Dokumente und deren Inhalt waren und sind mir nicht bekannt.“  Die Behauptung, er stehe „unter Kontrolle“ von Dritten, weist Frohnmaier vehement zurück. „Ich stand zu keinem Zeitpunkt unter der Kontrolle von jedweden Dritten. Jeder, der das Gegenteil behauptet, ist ein Lügner.“

Frohnmaier hat nun eines der Dokumente auf der Webseite desDossier Center prüfen können, auf die der „Spiegel“ sich beruft, und darin in dem kurzen Text mehrere gravierende sprachliche und inhaltliche Fehler gefunden. Das russischsprachige Dokument bezeichnete ihn als „Abgeordneter des Landtags von Baden-Württemberg“ und behaupte, man könne eine NGO im Bundestag gründen, beides völlig abwegige Behauptungen. Diese fehlerhaften Infos wurden in der „Spiegel“-Übersetzung jedoch weggelassen.

Gegenüber dem Deutschland Kurier wies Frohnmaier darauf hin, dass er 2016 bereits mit Platz 4 einen sicheren Listenplatz in Baden-Württemberg innehatte, falls die AfD 2017 überhaupt in den Bundestag einziehen würde. „Warum sollte ich dann 2017 Wahlkampfhilfe von den Russen benötigen?“

Hängt der „Spiegel“ an den Strippen von Soros?

Putin-Gegner George Soros hat Milliarden in die Ukraine investiert und gilt mit seinem „Ukraine Crisis Media Center“ als einer der Drahtzieher im Ausbruch des Ukraine-Konflikts. „Soros trug also mit seiner ‚Open Society Foundations‘ nicht nur maßgeblich dazu bei, dass den Demonstranten ein Umsturz gelingt, er wird auch einen deutlichen Gewinn aus seinen derzeitigen Geschäften in der Ukraine ziehen. Besonders durch seinen engen Kontakt zur neuen Poroschenko-Jazenjuk Regierung. Erst im Januar diesen Jahres führte er in Kiew mehrere private Gespräche mit der ukrainischen Regierung“, so die  neopresse 2015.

Im Jahre 2014 schrieb die FAZ:  „Im Mai ist Europawahl, Soros hat sich vorgenommen, bis dahin die Meinung der Berliner Republik zur Frage umzukehren … Im Februar erscheint hier sein neues Buch voller Warnungen vor dem Untergang Europas, klar zugeschnitten auf deutsche Leser. Der ‚Spiegel‘ besorgt die Vermarktung des Gesprächsbands. Den Titel ‚Wetten auf Europa‘ hat Soros selbst ausgesucht.“

Spiegel-Mitarbeiter sind Stammgäste auf der vom NDR organisierten Konferenz Netzwerk Recherche, auf der führende deutsche Redakteure und Journalisten wie Anja Reschke und Patrick Gensing sich mit „Experten“ von Soros-NGOs wie Correctiv, Mediendienst Integration und Neue deutsche Medienmacher (NdM) treffen um „Strategien gegen Rechts“ zu entwerfen. Allein 2018 waren 15 Spiegel-Mitarbeiter unter den Rednern, darunter der damalige Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. NdM-Vorsitzende Ferda Ataman, die indigene deutsche Kollegen gern als „Kartoffel“ bezeichnet, schreibt eine Kolumne für Spiegel Online. Die Rudolf-Augstein-Stiftung gehört außerdem zu den Förderern von Correctiv, der Keimzelle der deutschen Soros-Medienstiftungen, nach dem Vorbild Media Matters for America gegründet.

Das angebliche Dokument vom „Dossier Center“

Übersetzung des Dokuments inklusive der Fehler

Bundestagswahlen – 24. 9.2017

Kandidat: Markus Frohnmaier

Ort: Bundestag

Er wird aus dem Bundsland Baden-Württemberg gewählt werden, wo er bereits für die AfD im Landtag sitzt

Wahlwahrscheinlichkeit: Hoch

Benötigt: Unterstützung während der Wahl-Company (statt „Wahl-Kampagne“ – falsche Wortendung)

Weitere Infos zum Wahlkampf folgen nächste Woche.

Ergebnis: Wir hätten einen Abgeordneten im Bundestag unter unserer völligen Kontrolle, und wir könnten mit seiner Hilfe eine gemeinnützige Organisation im Bundestag anmelden (Kommafehler, falsche Endung bei „Organisation“).

Bundesregierung finanziert Soros-nahe Stiftungen alleine in 2019 mit fast 10 Millionen Euro

Eine Kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hat zutage gefördert, dass die Bundesregierung 2019 über 9,6 Millionen Euro Steuergelder für Soros-nahe Medienstiftungen ausgeben wird, ein klarer Verstoß gegen die Neutralitätspflicht (der Deutschland-Kurier berichtete).

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Dieser Artikel erschien zuerst im Deutschland-Kurier und auf Jouwatch. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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Titelbild: Pixabay, CC0 Creative Commons

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