Der Pakt der Macht mit dem Christentum: die konstantinische Wende

(Jürgen Fritz, 23.05.2021) Durchgesetzt habe sich der Katholizismus nicht wegen seiner „Rechtgläubigkeit“, sondern weil er sich durchsetzte, wurde er rechtgläubig, schrieb einst Karlheinz Deschner. Der Katholizismus „siegte, weil er am besten organisiert, im Konkurrenzkampf am brutalsten war… Doch erst nachdem ihn Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert favorisiert hatte, schlug er alle seine christlichen Gegner durch Zerstörung ihrer Kirchen, Konfiskation, Zwangstaufen und andere ähnliche Mittelchen nieder. Dass sich in der Geschichte nicht immer die Besten behaupten und der Sieg selten mit der Wahrheit identisch ist“, sei gerade von der theologischen Forschung oft betont worden. „Auf dem Sektor des Geistes jedenfalls sind die Entscheidungen über das, was ‚rechter‘ Glaube und ‚Irrlehre‘ war, meist nicht gefallen, sondern fast stets auf dem der Macht“, so Deschner. In der Tat spielte der Pakt der Macht mit dem Christentum für dessen Überleben und Aufstieg eine Schlüsselrolle – bis heute.

Read More…

Warum wir das Christentum endlich überwinden sollten

(Jürgen Fritz, 23.12.2019) Von klugen Mitstreitern wird mir immer wieder gesagt, sie halten es für falsch, das Christentum zu bekämpfen. Ihr Argument: Die meisten Menschen bräuchten nun einmal irgendwelche metaphysischen Spekulationen, sie könnten schlicht nicht ohne. Das müsse man akzeptieren oder zumindest hinnehmen. Und dann sei es besser, die Leute glaubten an die christlichen Mythen als an andere, die noch viel schlimmer seien. Die christlichen Konstrukte, Mythen und Morallehre seien quasi unter diesen ganzen Spekulationen noch das kleinste Übel. Daher solle man dies eher fördern, auf keinen Fall aber bekämpfen, denn sonst würden die Leute am Ende eher auf noch Schlimmeres ausweichen, wie man ja allenthalben sehen könne. Dazu folgende Anmerkungen.

Read More…

Warum Christentum, Patriotismus und Aufklärung sich verbünden müssen, wenn sie überleben wollen

(Ralf Strässer) Auch wenn ich als Kind und Anhänger der Aufklärung, der Rationalität, des Logos teilweise zu anderen Ergebnissen komme als Ralf Strässer, so scheint mir, dass ihm mit dem folgenden Artikel ein ganz wichtiger, ja herausragender Diskussionsbeitrag gelungen ist, der tiefe Wahrheiten enthält, gerade was Christentum und nationales Denken anbelangt. Müssen sich alle drei Kräfte – Christentum, Patriotismus und Aufklärung – verbünden, um ihr und unser Überleben zu sichern?

Read More…

Gleichberechtigung – Gleichwertigkeit – Gleichstellung

(Jürgen Fritz, 29.05.2021) Gleichberechtigung, gleich wertvoll (Gleichwertigkeit) und Gleichstellung sind drei verschiedene Dinge, drei verschiedene Begriffe. Altlinke, denen wir die Errungenschaften der Aufklärung, die universalen Menschenrechte, die freiheitliche Demokratie, die Abschaffung der Ständegesellschaft mit ihren privilegierten Ständen (Klerus und Adel), das weltweite Verbot der Sklaverei und vieles mehr zu verdanken haben, kämpften für Gleichberechtigung.

Read More…

Differenzen bestehen weniger im Wünschen bzgl. des Sein-sollens als vielmehr im Meinen über das Sein der Welt

(Jürgen Fritz, 07.05.2021) Wie bereits dargelegt, können Menschen zwei ganz unterschiedliche geistige Beziehungen zur Welt einnehmen und tun dies auch permanent: Zum einen glauben oder meinen sie, dass etwas der Fall ist, zum andern wünschen sie, dass etwas der Fall sein sollte. Damit stellt sich die Frage, in welchem dieser zwei Bereiche primär die großen Unterschiede zu finden sind, die wir in all den differierenden Weltanschauungen gegenwärtigen.

Read More…

Ostern, ein Fest des Lebens in vorchristlicher Tradition

(Herwig Schafberg, 28.03.2021) Ostern naht, das Fest, das nach der keltischen Göttin Ostara benannt ist. Diese steht mit Ei und Hase als Zeichen für die Wiedergeburt der Erde im Frühling – also für die Jahreszeit, in der Pflanzen wieder zum Wachsen und Blühen kommen, Hasen als erste im Tierreich nach dem Winter zahlreichen Nachwuchs zur Welt bringen und sich auf der Suche nach Grünfutter bis in unsere Gärten wagen. Der Historiker Herwig Schafberg nimmt uns mit auf eine Reise durch die Zeiten und Kulturen.

Read More…

Das Tribunal – Der Tragödie zweiter Teil

(Annette Heinisch, 21.03.2021) Sehr nachdenklich fuhr ich, nachdem was geschehen war, nach Hause. Drei Gedanken beschäftigten mich: Erstens, dass niemand die entscheidenden Fragen gestellt hatte. Zweitens die Erkenntnis, dass unsere westlichen Gesellschaften auf Sand gebaut sind, weil ihr Fundament: der säkulare Staat, eine Illusion ist. Drittens – was folgt daraus?

Read More…

Christen und Muslime: einander ähnlicher als man denkt?

(Jürgen Fritz, 26.12.2020) Christentum und Islam gelten neben Buddhismus, Judentum, Daoismus, Baha’i und Hinduismus als zwei der sieben Weltreligionen und zwar als die beiden mit den meisten Anhängern. Alle metaphysisch spekulativen Weltanschauungen weisen natürlich Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. Zwischen Christen und Muslimen oder vielleicht genauer Mohammedanern sind die Gemeinsamkeiten aber größer als vielen bewusst ist.

Read More…

Jesus von Nazareth: ein jüdischer Nationalist?

(Jürgen Fritz, 25.12.2020) Aus dem Wirken der historischen Person Jesus entstand das Christentum, eine Weltreligion mit 2,1 Milliarden Anhängern, mehr als jede andere metaphysisch spekulative Weltanschauung. Das Christentum ist global ausgerichtet. Alle Menschen seien Geschöpfe des einen und einzigen Gottes, so heißt es. War Jesus von Nazareth, der Stifter dieser Weltreligion, in Wahrheit aber gar kein Globalist, sondern ein jüdischer Nationalist? Was sagt die Forschung?

Read More…

Jesus: Vermenschlichter Gott oder vergotteter Mensch?

(Jürgen Fritz, 24.12.2020) Das Christentum, mit etwa 2,1 Milliarden Anhängern noch immer die größte Religionsgemeinschaft der Erde, nimmt seinen Anfang in einer Person: in Jesus. Das tun andere Religionen auch. Gleichwohl hebt sich Jesus von allen anderen Religionsstiftern markant ab. Denn er gilt den Christen als der menschgewordene Sohn Gottes, als die höchste Erscheinungsform des Heiligen in der Welt, ja als Gott. Wie diese Vorstellung entstanden ist, soll im folgenden erläutert werden.

Read More…

Von den Göttern zum dem einen und einzigen Gott: Die erste Wurzel des Judenhasses

(Jürgen Fritz, 22.12.2020) Derjenige, der den einen und einzigen Gott erfindet, verschafft sich damit einen uneinholbaren strategischen Vorteil, handelt sich unter Umständen aber auch jede Menge Ärger ein. Durch diese Erfindung kann er bestimmen, kann als erster vorgeben zu wissen, was dieser einzige Gott will. Das verschafft ihm gleichsam ein Monopol und etwas, was kein anderer mehr einholen kann: eine Legitimation, die alles übersteigt, was es sonst an Legitimation geben kann.

Read More…

Wie der Weihnachtsmythos wirklich entstand: Chanukka und Mysterienkulte

(Herwig Schafberg, 11.12.2020) Alle Jahre wieder zünden Juden an den Chanukkafesttagen Kerzen an, wie es Christen traditionsgemäß an den Adventssonntagen und am Heiligen Abend tun. Wie diese Traditionen entstanden und inwieweit die Geschichte Jesu Christi von nichtchristlichen Kulten beeinflusst wurde, diese oftmals übernommen und einfach umgedeutet wurden, beleuchtet der Historiker Herwig Schafberg.

Read More…

Sein zum Tode und der Wunsch nach Unsterblichkeit

(Jürgen Fritz, 24.11.2020) Der Tod sei gar kein Übel, meinte Epikur in seinem berühmten Argument. Doch stimmt das wirklich? Ist er nicht genau das eben doch? Der Tod gleicht letztlich einem gigantischen Raub. Wir werden unseres eigenen Daseins beraubt. Dieses wird uns früher oder später weggenommen. Und wir haben schon früh ein Bewusstsein davon, dass dies unvermeidlich ist. Wie damit leben?

Read More…

Enthauptung nahe Paris: Warum die Linke sich endlich ehrlich machen muss

(Jürgen Fritz, 20.10.2020) Am Freitag kam es in Conflans-Sainte-Honorine, ca. 30 km nordwestlich von Paris, zu einem weiteren unfassbar brutalen, ja bestialischen Verbrechen. Vor einer Schule wurde ein Geschichtslehrer mit etlichen Stichen in Kopf, Oberkörper und Bauch niedergestreckt, dann nicht mit einem Schwert, also einem Hieb, sondern mit dem Messer enthauptet. Warum uns das etwas angeht und was wir ändern müssen.

Read More…

QAnon: die profane gnostische Erlösungsreligion mit ihrer Heilsfigur Donald Trump

(Claudia Simone Dorchain, 11.10.2020) Aus den USA kommend hat ein neuer Kult auch in Deutschland Fuß gefasst: QAnon. Q arbeitet mit einer aggressiv angstgeladenen Schwarz-Weiß-Welterklärung im Politischen und findet in Donald Trump seine Heilsfigur. Was wir hier sehen, ist die postmoderne, ins Cyberzeitalter transportierte Fassung eines antiken gnostischen Erlösungsmärchens, wie die Philosophin Claudia Simone Dorchain verdeutlicht.

Read More…