Herr, lass Hirn regnen! Gedanken zu Pfingsten über Gemeintes und Gefühltes

(Herwig Schafberg, 22.05.2021) In der Apostelgeschichte ist zu lesen, der Heilige Geist habe einst zu Pfingsten dafür gesorgt, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft  jeweils in ihrer Sprache hören konnten, was die Apostel ihnen erzählten. Die Frage ist, ob sie auch begriffen, was gemeint war – und es begreifen wollten. Diese Frage lässt heute umso dringender auf Antwort warten, als der momentan waltende Zeitgeist es nicht für so wichtig erachtet, was jemand mit seinen Worten meint, sondern für weit wichtiger, was diese Worte bei Zuhörern für Gefühle auslösen.

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Mütter gegen Krieg

(Herwig Schafberg, 08.05.2021) Es war ein weiter Weg von der göttlichen Thetis zur menschlichen Mutter Alvins und Milovans. Achilleus, der mehr als jeder andere in der Antike für Kraft und Schönheit stand, wurde von dem Pfeil getroffen, den der göttliche Apollo in die Achillesferse gelenkt hatte, und starb, wie von den überirdischen Mächten vorher bestimmt. Alvin und Milovan dagegen überlebten den Krieg, weil ihre Mutter nicht hinnehmen wollte, was irdische Mächte über ihre Köpfe hinweg beschlossen hatten.

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Zum 1. Mai ein Streifzug durch die Protestgeschichte

(Herwig Schafberg, 28.04.2021) Wo einst die Rote Fahne im Kampf für Arbeiterrechte vorangetragen wurde, wird heute eher die Regenbogenfahne gezeigt, mit der für Vielfalt und damit verknüpfte Gruppenrechte demonstriert wird. Doch wer tritt noch für die Rechte weißer heterosexueller Männer ein, die vom sozialen Abstieg bedroht oder schon arbeitslos oder prekär beschäftigt sind?

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Ostern, ein Fest des Lebens in vorchristlicher Tradition

(Herwig Schafberg, 28.03.2021) Ostern naht, das Fest, das nach der keltischen Göttin Ostara benannt ist. Diese steht mit Ei und Hase als Zeichen für die Wiedergeburt der Erde im Frühling – also für die Jahreszeit, in der Pflanzen wieder zum Wachsen und Blühen kommen, Hasen als erste im Tierreich nach dem Winter zahlreichen Nachwuchs zur Welt bringen und sich auf der Suche nach Grünfutter bis in unsere Gärten wagen. Der Historiker Herwig Schafberg nimmt uns mit auf eine Reise durch die Zeiten und Kulturen.

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Vor 150 Jahren: Gründung des Deutschen Reiches 1871

(Herwig Schafberg, 18.01.2021) Das Deutsche Reich wurde 1871 von den Fürsten gegründet, nicht vom Volk. Dieses war allerdings damit mehrheitlich ebenso einverstanden wie ein halbes Jahrhundert später die Mehrheit des Volkes mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Die wäre zwar ohne Zustimmung der westlichen Siegermächte nicht möglich gewesen, erfolgte aber anders als die Reichsgründung auf demokratischem Wege.

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Wie der Weihnachtsmythos wirklich entstand: Chanukka und Mysterienkulte

(Herwig Schafberg, 11.12.2020) Alle Jahre wieder zünden Juden an den Chanukkafesttagen Kerzen an, wie es Christen traditionsgemäß an den Adventssonntagen und am Heiligen Abend tun. Wie diese Traditionen entstanden und inwieweit die Geschichte Jesu Christi von nichtchristlichen Kulten beeinflusst wurde, diese oftmals übernommen und einfach umgedeutet wurden, beleuchtet der Historiker Herwig Schafberg.

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240. Todestag von Maria Theresia: Eine Frau steht ihren Mann – konservativ und progressiv

(Herwig Schafberg, 29.11.2020) Heute vor 240 Jahren, am 29. November 1780 starb Maria Theresia nach vierzigjähriger Herrschaft über die Erbländer des Hauses Habsburg. Es war eine Verlegenheitslösung gewesen, dass sie als Frau die Thronfolge angetreten hatte – und es bereitete ihr große Mühe, sich durchzusetzen. Doch sie sollte zu einer prägenden Monarchin des aufgeklärten Absolutismus werden, wie der Historiker Herwig Schafberg aufzeigt.

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Von der Gründung Groß-Berlins über die Teilung der Stadt bis zur Wiedervereinigung

(Herwig Schafberg, 03.10.2020) Heute vor 30 Jahren, am 3. Oktober 1990, wurde mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland die Einheit Berlins wieder hergestellt – fast genau in den Grenzen, in denen die Einheitsgemeinde Groß-Berlin am 1. Oktober 1920, also vor 100 Jahren, gegründet worden war. Der Historiker Herwig Schafberg beleuchtet die Geschichte unserer Hauptstadt.

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Ein Denkmal für Prostituierte

(Herwig Schafberg, 12.08.2020) Standbilder werden beschmiert oder gar gestürzt. Und ginge es nach dem Willen antirassistischer Bilderstürmer, wären bald alle Statuen von Männern, die von ihnen in der Verantwortung für Kolonialismus und Sklaverei gesehen werden, durch Denkmäler für Opfer von Diskriminierung ersetzt. Angeblich besteht die Menschheit zu vierhundert Prozent aus Opfern, zu denen ein Mensch gehören könnte, der mit den Merkmalen weiblich, lesbisch, farbig und muslimisch schon allein vier Kriterien erfüllt, um als solches eingeschätzt zu werden. Dass manche Frau mit oder ohne die genannten Kriterien eine Prostituierte ist, fällt weniger ins Gewicht, obgleich es wohl kaum eine Menschengruppe gibt, die im Laufe der Geschichte so konsequent ausgebeutet, entrechtet sowie herabgewürdigt worden ist wie Prostituierte. Ein Blick zurück im Zorn von Herwig Schafberg.

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Umwidmung der Hagia Sophia in eine Moschee zur höheren Ehre Allahs oder des Sultans?

(Herwig Schafberg, 20.07.2020) Während Antirassisten unterschiedlicher Hautfarbe sowie weiße Autorassisten in der westlichen Welt Standbilder abreißen, die zu Ehren europäischer Kolonialisten und Imperialisten aufgestellt wurden, oder wenigstens deren Abriss fordern, kommt in der Türkei der osmanisch-islamische Imperialismus zu neuen Ehren – nicht durch Aufstellung neuer Statuen, sondern durch Wiederherstellung alter Statuten. Dazu gehört insbesondere ein Urteilsspruch des obersten Verwaltungsgerichts der Türkei, dass die von Kemal Atatürk 1934 angeordnete Umwidmung der Hagia Sophia in ein Museum unrechtmäßig erfolgt wäre und das Gebäude insofern wieder als Moschee genutzt werden dürfte. Der Historiker Herwig Schafberg beleuchtet, was hier eigentlich gerade vor sich geht.

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Die Französische Revolution und ihre Auswirkungen

(Herwig Schafberg, 14.07.2020) Heute, am 14. Juli, feiern die Franzosen ihren Nationalfeiertag. Es ist der Kalendertag, an dem 1789 Aufrührer in Paris die als Kerker genutzte Bastille stürmten. Als der Herzog von Liancourt König Ludwig XVI. davon berichtete, rief dieser bestürzt: „Das ist eine Revolte!“ „Nein, Sire,“ entgegnete ihm der Herzog: „Das ist eine Revolution!“. Der Historiker Herwig Schafberg zieht Bilanz.

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Nicht Polizisten sollten auf die Knie fallen, sondern Prediger mehrerer Religionen

(Herwig Schafberg, 28.06.2020) Heute vor 51 Jahren, am 28. Juni 1969, begannen in der New Yorker Christopher Street die Stonewall riots, durch welche die gay liberation gewaltigen Auftrieb bekam. Bei der Glorifizierung dieser riots wird allerdings kaum erwähnt, dass es damals nicht bloß um schwule, sondern auch um schwarze Opfer von Polizeigewalt ging. Reumütig auf die Knie fallen sollten jedoch weniger Polizisten als viel mehr Prediger – nicht vor Gott, sondern vor Menschen. Denn Prediger unterschiedlicher Religionen sind es gewesen, die Jahrhunderte lang verkündet haben, dass Schwule den Tod und Schwarze Knechtschaft verdient hätten. Herwig Schafberg nimmt uns mit zurück ins Jahr 1969.

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Denkmalsturz: Wehret den Anfängen der Bilderstürmerei

(Herwig Schafberg, 14.06.2020) In den USA werden Statuen von konföderierten Generälen gestürzt. In Belgien werden an mehreren Orten Denkmäler von König Leopold II. beschädigt oder zerstört. In Bristol wurde die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston von Demonstranten vom Sockel gerissen und ins Hafenbecken geworfen. Aber selbst britische Nationalhelden wie der legendäre Premierminister Winston Churchill und der Entdecker James Cook sind nicht sicher vor dem Zorn der Antirassisten. In Richmond (Virginia) wurde inzwischen sogar eine Statue von Christoph Kolumbus in einen Teich geworfen. Der Historiker Herwig Schafberg warnt vor politischem Ikonoklasmus.

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Vom Wirken des Heiligen Geistes zur Verbreitung von Verschwörungstheorien

(Herwig Schafberg, 31.05.2020) Auch an Pfingsten wird deutlich: Vielen ist ihre persönliche Freiheit wichtiger als soziale Verantwortung. Und noch ein zweites: Manche Menschen wollen nicht Ursachen für Geschehenes herausfinden, sondern Täter, denen sie die Schuld an diesem geben können. Ein uraltes, primitives Deutungsmuster. Dabei haben die Verschwörungsgläubigen längst einen neuen Sündenbock, ein neues Feindbild gefunden, dem sie die Schuld an der Corona-Pandemie zuweisen können. Verschwörungsgläubigen mangelt es vor allem an einem, wie Herwig Schafberg deutlich macht: an der Bereitschaft zum Verstehen von Zusammenhängen.

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Das Ende des Zweiten Weltkrieges: Rückbesinnung auf die Grundlagen Europas

(Herwig Schafberg, 09.05.2020) Am 8. beziehungsweise 9. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg beendet; wenigstens in Europa, dessen Neuordnung unter deutscher Vorherrschaft die Nationalsozialisten im Krieg angestrebt hatten. Ebenfalls am 9. Mai ist der Tag zum Gedenken der Erklärung, mit der Robert Schuman, damals als französischer Außenminister, vor 70 Jahren den ersten Schritt zur Einheit Europas tat. Herwig Schafberg blickt zurück auf dreitausend Jahre europäische Geschichte.

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