Der Pakt der Macht mit dem Christentum: die konstantinische Wende

(Jürgen Fritz, 23.05.2021) Durchgesetzt habe sich der Katholizismus nicht wegen seiner „Rechtgläubigkeit“, sondern weil er sich durchsetzte, wurde er rechtgläubig, schrieb einst Karlheinz Deschner. Der Katholizismus „siegte, weil er am besten organisiert, im Konkurrenzkampf am brutalsten war… Doch erst nachdem ihn Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert favorisiert hatte, schlug er alle seine christlichen Gegner durch Zerstörung ihrer Kirchen, Konfiskation, Zwangstaufen und andere ähnliche Mittelchen nieder. Dass sich in der Geschichte nicht immer die Besten behaupten und der Sieg selten mit der Wahrheit identisch ist“, sei gerade von der theologischen Forschung oft betont worden. „Auf dem Sektor des Geistes jedenfalls sind die Entscheidungen über das, was ‚rechter‘ Glaube und ‚Irrlehre‘ war, meist nicht gefallen, sondern fast stets auf dem der Macht“, so Deschner. In der Tat spielte der Pakt der Macht mit dem Christentum für dessen Überleben und Aufstieg eine Schlüsselrolle – bis heute.

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Wolf Biermann 2006: Deutschland verrät Israel

(Jürgen Fritz, 17.05.2021) Im Oktober 2006 hielt der Schriftsteller und Liedermacher Wolf Biermann eine Gastvorlesung in Jerusalem und Haifa. Es ist hoch interessant, was Biermann bereits vor fast 15 Jahren konstatieren musste und wie wenig sich seither geändert hat, wenn es nicht sogar noch deutlich schlimmer wurde. Eine mehr als bemerkenswerte Rede.

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Hamas: ihre Entstehung, ihre Ideologie und ihr Ziel

(Jürgen Fritz, 16.05.2021) Über zweitausend Raketen hat die Hamas innerhalb weniger Tage vom Gazastreifen aus auf Israel abgeschossen. Tausende weitere Raketen soll sie besitzen. Die radikalislamische Palästinenserorganisation, 1987 als ein Zweig der Muslimbruderschaft gegründet, wurde von der EU, den USA, Israel und auch arabisch-islamischen Staaten als Terrororganisation eingestuft. In der 1988 veröffentlichten Gründungscharta zeigt sich die Ideologie der Hamas und ihr Ziel.

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In Erinnerung an Sophie Scholl und die weiße Rose

(Jürgen Fritz, 09.05.2021) Heute vor hundert Jahren, am 9. Mai 1921, wurde Sophie Scholl geboren. Am 22. Februar 1943 haben die Nationalsozialisten die 21-Jährige zusammen mit ihrem Bruder Hans und dem Kommilitonen Christoph Probst mit der Guillotine enthauptet. „So ein herrlicher Tag, und ich soll gehen. Aber was liegt an unserem Leben, wenn wir es damit schaffen, Tausende von Menschen aufzurütteln und wachzurütteln,“ sagte Sophie am Tag ihrer Hinrichtung.

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Mütter gegen Krieg

(Herwig Schafberg, 08.05.2021) Es war ein weiter Weg von der göttlichen Thetis zur menschlichen Mutter Alvins und Milovans. Achilleus, der mehr als jeder andere in der Antike für Kraft und Schönheit stand, wurde von dem Pfeil getroffen, den der göttliche Apollo in die Achillesferse gelenkt hatte, und starb, wie von den überirdischen Mächten vorher bestimmt. Alvin und Milovan dagegen überlebten den Krieg, weil ihre Mutter nicht hinnehmen wollte, was irdische Mächte über ihre Köpfe hinweg beschlossen hatten.

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Christian Morgenstern: Die unmögliche Tatsache

(Jürgen Fritz, 06.05.2021) Heute vor 150 Jahren, am 6. Mai 1871, wurde in München Christian Morgenstern geboren. Er starb am 31. März 1914 im Alter von nur 42 Jahren in Untermais, Tirol, Österreich-Ungarn. Ihm zur Erinnerung ein paar Zeilen aus „Stufen“ (1907) sowie sein Gedicht „Die unmögliche Tatsache“ und als Zugabe „Gespräch einer Hausschnecke mit sich selbst“.

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Zum 1. Mai ein Streifzug durch die Protestgeschichte

(Herwig Schafberg, 28.04.2021) Wo einst die Rote Fahne im Kampf für Arbeiterrechte vorangetragen wurde, wird heute eher die Regenbogenfahne gezeigt, mit der für Vielfalt und damit verknüpfte Gruppenrechte demonstriert wird. Doch wer tritt noch für die Rechte weißer heterosexueller Männer ein, die vom sozialen Abstieg bedroht oder schon arbeitslos oder prekär beschäftigt sind?

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Heute vor 76 Jahren im KZ Dachau ermordet: Georg Elser

(Jürgen Fritz, 09.04.2021) Am 8. November 1939 hatte Georg Elser im Münchner Bürgerbräukeller mit einer selbstgebauten Zeitbombe ein Attentat auf Adolf Hitler und nahezu die gesamte NS-Führungsspitze durchgeführt, welches nur knapp scheiterte. Am 9. April 1945, ein Monat vor der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht, zwanzig Tage vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau durch US-Truppen, wurde Georg Elser ohne Gerichtsverhandlung per Genickschuss getötet.

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Die elf finanziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten

(Jürgen Fritz, 05.04.2021) Welches ist der finanziell erfolgreichste Film aller Zeiten? Vom Winde verweht oder Der weiße Hai, Star Wars oder E.T. – Der Außerirdische, Jurassic Park oder Titanic, Avatar oder Avengers: Endgame? Hier die 11 erfolgreichsten Filme aller Zeiten mit einem Einspielergebnis von je über 1,4 Milliarden US-Dollar. Fünf Filme holten an den Kinokassen sogar schon über zwei Milliarden Dollar rein.

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Ostern, ein Fest des Lebens in vorchristlicher Tradition

(Herwig Schafberg, 28.03.2021) Ostern naht, das Fest, das nach der keltischen Göttin Ostara benannt ist. Diese steht mit Ei und Hase als Zeichen für die Wiedergeburt der Erde im Frühling – also für die Jahreszeit, in der Pflanzen wieder zum Wachsen und Blühen kommen, Hasen als erste im Tierreich nach dem Winter zahlreichen Nachwuchs zur Welt bringen und sich auf der Suche nach Grünfutter bis in unsere Gärten wagen. Der Historiker Herwig Schafberg nimmt uns mit auf eine Reise durch die Zeiten und Kulturen.

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Was der Bachelor Niko Griesert falsch gemacht hat

(Jürgen Fritz, 25.03.2021) Der Bachelor hat gestern Abend in „Nach der letzten Rose“ nicht wenige geschockt. Man konnte ja schon zuvor einiges lesen, wollte es aber irgendwie gar nicht glauben. Nach all den Aufregungen der letzten Woche ist Niko nun gar nicht mehr mit seiner Mój Mimi zusammen, der er doch auf so herzergreifende Weise seine letzte Rose gegeben hatte und nicht der aus der Verbannung zurückgeholten Michèle. Das kann doch nicht sein, dachte man, aber es kann. Ein Rückblick.

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Die Singularität des Holocaust bestreiten inzwischen nicht nur Rechtsradikale

(Thomas Schmid, 28.02.2021) Anhänger der Postcolonial Studies ziehen eine direkte Linie vom Massenmord an den Herero 1904 bis 1908 zum Holocaust. Wer im Holocaust ein singuläres Verbrechen sehe, erliege der eurozentrischen Borniertheit. Nicht zu verkennen ist dabei der Neid anderer Opfergruppen auf die Juden. Diese würden einen singulären Opferstatus für sich usurpieren. Der Holocaust aber war einzigartig, macht Thomas Schmid deutlich, weil es in ihm nicht um Unterdrückung und Ausbeutung, sondern um originäre Vernichtung ging. Der Erlösungsantisemitismus lieferte eine ganze Welterklärung. Und noch etwas arbeitet Thomas Schmid heraus: Im Kern verwerfen postkoloniale Denker die Moderne und den Universalismus. Die Barbarei kam aber nicht aus dem Universalismus, sondern aus dessen Missachtung.

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Deshalb ist Daniel Craig der beste Bond, den es je gab

(Jürgen Fritz, 25.02.2021) Vor vier Monaten starb Sean Connery. Für viele war er der „einzig wahre“, der beste Bond-Darsteller. Ich möchte dem im folgenden widersprechen und erläutern, warum meines Erachtens Daniel Craig als 007 besser ist als alle seine Vorgänger, inklusive Connery. Dies hat mehrere Gründe, vor allem aber einen.

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Vor 150 Jahren: Gründung des Deutschen Reiches 1871

(Herwig Schafberg, 18.01.2021) Das Deutsche Reich wurde 1871 von den Fürsten gegründet, nicht vom Volk. Dieses war allerdings damit mehrheitlich ebenso einverstanden wie ein halbes Jahrhundert später die Mehrheit des Volkes mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Die wäre zwar ohne Zustimmung der westlichen Siegermächte nicht möglich gewesen, erfolgte aber anders als die Reichsgründung auf demokratischem Wege.

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Ludwig van Beethoven: zum 250. Geburtstag des Musikgenies und glühenden Freiheitsverfechters

(Stefan Groß-Lobkowicz, 26.12.2020) Es gibt Meisterdenker und Klassiker der Musikgeschichte. Ludwig van Beethoven war Deutschlands Genius der Symphoniekantate. Damit betrat er neuen Boden und schuf eine Musik, die auch nach zwei Jahrhunderten immer noch fasziniert. Vor 250 Jahren wurde das Genie in Bonn geboren, doch zu Ruhm wird er erst in seiner Wiener Zeit gelangen. Was aber fasziniert Beethoven an den Idealen der Aufklärung? Stefan Groß-Lobkowicz begibt sich auf Spurensuche.

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