Sarrazin: Einwanderung war für die einheimische Bevölkerung allermeist sehr nachteilig

(Jürgen Fritz, 01.09.2020) Gestern erschien Thilo Sarrazins neues Buch „Der Staat an seinen Grenzen – Über Wirkung von Einwanderung in Geschichte und Gegenwart“. Darin macht der Autor deutlich: Migration kann die Probleme in den Herkunftsländern nicht lösen, schafft aber neue Probleme in den Zielländern. Die Geschichte zeige: Einwanderung war in den allermeisten Fällen mit schweren Nachteilen für die einheimische Bevölkerung verbunden.

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Ungeheuer ist viel, doch nichts ungeheurer als der Mensch

(Jürgen Fritz, 16.08.2020) Sophokles gilt neben Aischylos und Euripides als der bedeutendste Tragödiendichter der griechischen Antike. Seine erhaltenen Stücke, vor allem Antigone, uraufgeführt 442 v. u. Z., und König Ödipus, entstanden zwischen 429 und 425 v. u. Z., zählen zu den herausragenden Werken der Weltliteratur und werden seit Jahrtausenden auf den Bühnen der ganzen Welt gespielt. Im berühmten zweiten Chorlied der Antigone – Ungeheuer ist viel, doch nichts ungeheurer als der Mensch – lässt Sophokles den Chor seine Ansicht vom Wesen des Menschen aussprechen.

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Polen braucht ein eigenes Denkmal

(Thomas Schmid, 25.07.2020) Sechs Millionen polnische Opfer waren 1945 das Ergebnis der deutschen Besatzungsherrschaft. Die Zerstörung Polens war von Anfang an ein eigenes Ziel. Polen, wie es war, sollte es nach dem Willen Hitlers nicht mehr geben. Wie dem gebührend gedenken? Der Vorschlag eines eigenständigen Polendenkmals hebt die Einzigartigkeit des polnischen Leidens hervor, sagt Thomas Schmid und spricht sich gegen den Vorschlag eines alle Opfergruppen umfassenden Sammeldenkmals aus. Denn dies, so macht er klar, lasse die Besonderheit Polens verschwinden – wieder einmal.

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Historische Singularität

(Jürgen Fritz, 21.07.2020) Wir erleben derzeit etwas, was es wohl nie zuvor in der Menschheits-, ja überhaupt in der Naturgeschichte gab. Wir sehen eine Kultur, die mehr ist als das: eine Zivilisation, welche für hunderte Millionen so attraktiv ist, dass sie an den Früchten dieser Zivilisation, welche sie selbst hervorzubringen, nicht fähig sind, gerne partizipieren möchten. Diese Zivilisation hat aber zugleich einen Grad der Verfeinerung erreicht, dass sie nun gleichsam beginnt, sich nicht gegen das Unzivilisierte zu wenden, sondern gegen sich selbst. Wie ist das möglich? Wie konnte es soweit kommen?

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Aphorismen zum Thema Gerechtigkeit

(Jürgen Fritz, 21.07.2020) Die schönste Frucht der Gerechtigkeit sei Seelenfrieden, meinte Epikur (341 v. Chr – 270 v. Chr.). Und Oscar Wilde ergänzte, es gebe nur eines, das schlimmer sei als Ungerechtigkeit: Gerechtigkeit ohne Schwert in der Hand. Wenn Recht nicht Macht sei, sei es Übel. Zwei kurze Anmerkungen zum Thema Gerechtigkeit.

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Umwidmung der Hagia Sophia in eine Moschee zur höheren Ehre Allahs oder des Sultans?

(Herwig Schafberg, 20.07.2020) Während Antirassisten unterschiedlicher Hautfarbe sowie weiße Autorassisten in der westlichen Welt Standbilder abreißen, die zu Ehren europäischer Kolonialisten und Imperialisten aufgestellt wurden, oder wenigstens deren Abriss fordern, kommt in der Türkei der osmanisch-islamische Imperialismus zu neuen Ehren – nicht durch Aufstellung neuer Statuen, sondern durch Wiederherstellung alter Statuten. Dazu gehört insbesondere ein Urteilsspruch des obersten Verwaltungsgerichts der Türkei, dass die von Kemal Atatürk 1934 angeordnete Umwidmung der Hagia Sophia in ein Museum unrechtmäßig erfolgt wäre und das Gebäude insofern wieder als Moschee genutzt werden dürfte. Der Historiker Herwig Schafberg beleuchtet, was hier eigentlich gerade vor sich geht.

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Die Französische Revolution und ihre Auswirkungen

(Herwig Schafberg, 14.07.2020) Heute, am 14. Juli, feiern die Franzosen ihren Nationalfeiertag. Es ist der Kalendertag, an dem 1789 Aufrührer in Paris die als Kerker genutzte Bastille stürmten. Als der Herzog von Liancourt König Ludwig XVI. davon berichtete, rief dieser bestürzt: „Das ist eine Revolte!“ „Nein, Sire,“ entgegnete ihm der Herzog: „Das ist eine Revolution!“. Der Historiker Herwig Schafberg zieht Bilanz.

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In Erinnerung an Ennio Morricone

(Jürgen Fritz, 09.07.2020) Am Montagmorgen ist Ennio Morricone von uns gegangen. Der italienische Komponist und Dirigent verstarb im Alter von 91 Jahren in Rom, wo er auch geboren worden war. Morricone komponierte die Musik für mehr als 500 Filme, darunter die Italowestern-Klassiker seines Freundes Sergio Leone „Zwei glorreiche Halunken“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“, aber auch zu Roland Joffés Drama „Mission“ und zu Giuseppe Tornatores „Cinema Paradiso“. 2007 erhielt das Musikgenie den Oscar für sein Lebenswerk, 2016 einen weiteren für die Musik zu Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“. Morricone hinterließ seinen Liebsten einen ergreifenden Abschiedsbrief, der von seinem Anwalt verlesen wurde.

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Warum eine freiheitliche Demokratie wehrhaft sein muss

(Jürgen Fritz, 05.07.2020) 1919 wurde die Weimarer Republik stolz als „demokratischste Demokratie der Welt“ bezeichnet, die Deutschen als das „freieste Volk der Erde“. Doch die Weimarer Verfassung war eine solche, ohne eine klare, feste Bindung an Wertvorstellungen und ohne Wehrhaftigkeit gegenüber den Gegnern der liberalen Demokratie, ohne Intoleranz zweiten Grades. Und so hatte sie kaum mehr als 13 Jahre Bestand. Aus diesem schweren Fehler hat die Bundesrepublik gelernt und hat bereits im Grundgesetz Schutzmechanismen eingebaut gegen die Feinde der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

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Hölderlin, Hegel, Beethoven: Die Popstars der Freiheit feiern 250. Geburtstag

(Stefan Groß-Lobkowicz, 04.07.2020) Das Jahr 2020 ist so etwas wie der Rock’n’ Roll der Geistesgeschichte und es ist das Jahr der großen Deutschen. Die drei Genies Hölderlin, Hegel und Beethoven feiern ihren 250. Geburtstag. Der Geist der Freiheit wehte durch ihre Dichtungen, Philosophien und wurde Musik. Die Freiheit floss buchstäblich durch die Adern aller drei und in der Französischen Revolution sahen sie einen Aufbruch in eine neue Welt, ein Göttergeschenk, wie Stefan Groß-Lobkowicz aufzeigt.

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Nicht Polizisten sollten auf die Knie fallen, sondern Prediger mehrerer Religionen

(Herwig Schafberg, 28.06.2020) Heute vor 51 Jahren, am 28. Juni 1969, begannen in der New Yorker Christopher Street die Stonewall riots, durch welche die gay liberation gewaltigen Auftrieb bekam. Bei der Glorifizierung dieser riots wird allerdings kaum erwähnt, dass es damals nicht bloß um schwule, sondern auch um schwarze Opfer von Polizeigewalt ging. Reumütig auf die Knie fallen sollten jedoch weniger Polizisten als viel mehr Prediger – nicht vor Gott, sondern vor Menschen. Denn Prediger unterschiedlicher Religionen sind es gewesen, die Jahrhunderte lang verkündet haben, dass Schwule den Tod und Schwarze Knechtschaft verdient hätten. Herwig Schafberg nimmt uns mit zurück ins Jahr 1969.

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Philosophie versus Religion: Vom Mythos zum Logos

(Jürgen Fritz, 19.06.2020) Wenn man vom Anfang der Philosophie – und damit auch dem wissenschaftlichen Denken – spricht, stellt sich natürlich die Frage nach dem Vorher. Auch die Menschen vor dieser Zäsur, vor dieser Wendezeit des menschlichen Geistes hatten das Bedürfnis nach Sicherheit und einer Ausrichtung in der Welt. Was gab ihnen Halt und Orientierung? Es war dies der Mythos.

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Wie Achille Mbembe und Aleida Assmann den Holocaust verharmlosen

(Thomas Schmid, 16.06.2020) Nie zuvor war das Töten von Menschen Selbstzweck gewesen. Das ist der Kern dessen, was heute Zivilisationsbruch genannt wird: Im Holocaust und im Gulag maßten Menschen sich an, im Prinzip die Menschheit insgesamt für wertlos zu erklären. Gegen die Singularität dieses Verbrechens regte sich von rechtsaußen schon immer Widerstand. Seit einiger Zeit kommt das Unbehagen hieran aber auch aus anderer Richtung. Insbesondere zwei Namen seien genannt: Achille Mbembe und Aleida Assmann verharmlosen damit den Holocaust, sagt Thomas Schmid und widerspricht ihnen dezidiert.

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Denkmalsturz: Wehret den Anfängen der Bilderstürmerei

(Herwig Schafberg, 14.06.2020) In den USA werden Statuen von konföderierten Generälen gestürzt. In Belgien werden an mehreren Orten Denkmäler von König Leopold II. beschädigt oder zerstört. In Bristol wurde die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston von Demonstranten vom Sockel gerissen und ins Hafenbecken geworfen. Aber selbst britische Nationalhelden wie der legendäre Premierminister Winston Churchill und der Entdecker James Cook sind nicht sicher vor dem Zorn der Antirassisten. In Richmond (Virginia) wurde inzwischen sogar eine Statue von Christoph Kolumbus in einen Teich geworfen. Der Historiker Herwig Schafberg warnt vor politischem Ikonoklasmus.

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In Erinnerung an Marcel Reich-Ranicki

(Jürgen Fritz, 02.06.2020) „Das ist meine Tätigkeit, Frauen lesen und Bücher umarmen.“ So umschrieb er sich, seine Tätigkeit und sein Leben selbst. Heute vor 100 Jahren erblickte Marcel Reich-Ranicki (02.06.1920 – 18.09.2013) das Licht der Welt. Für mich bis heute der unterhaltsamste, der interessanteste, der eindringlichste Literaturkritiker von allen. Hier meine 21 Lieblingszitate des Literaturpapstes.

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