Der 9. November 1918, 1923, 1938, 1969, 1989: Ein besonderer Tag deutscher Geschichte

(Herwig Schafberg, 09.11.2019) Es war am 9. November 1989, als die sozialistische Partei- und Staatsführung der DDR unter dem Druck ihrer aufbegehrenden Bürger die Berliner Mauer sowie alle anderen Grenzzäune öffnen ließ, hinter denen sie ihre Bürger jahrzehntelang mit festem Griff unter Kontrolle gehalten hatte. Solange das Brandenburger Tor geschlossen wäre, bliebe die deutsche Frage offen. So hatte man es in den Jahren zuvor im Westen häufig gehört. Und als es geöffnet wurde, konnte endlich wieder zusammenwachsen, „was zusammengehört“, wie Willy Brandt nach dem 9. November 1989 zukunftsweisend sagte. Der Historiker Herwig Schafberg beleuchtet das gleich in mehrfacher Hinsicht bedeutende Datum deutscher Geschichte.

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Das Wesen des Vergleichens

(Jürgen Fritz, 24.10.2019) „Überhaupt lobt man nichts in angemessener Weise ohne einen Vergleich.“ (Plinius der Jüngere, 61 – 113) Das könne man doch nicht miteinander vergleichen, so lautet eine typische Redewendung. Doch was bedeutet es überhaupt, Dinge miteinander zu vergleichen? Könnte es sein, dass dieser Begriff oftmals gar nicht richtig verstanden, das Wesen des Vergleichs mithin nicht erfasst wurde, wie diese Redewendung zeigt?

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Die deutsche Hysterie

(Alexander Meschnig, 22.09.2019) Was kennzeichnet die Deutschen? Ein wachsendes Missverhältnis zur Realität, diagnostizierte schon vor 75 Jahren István Bibó. Das stetige Abgleiten der Politik in eine Art von Traumwelt. Aber auch dass Demokratie und Nationalismus als unversöhnliche Antagonisten empfunden werden, bei der früher die Sehnsucht nach nationaler Einheit dominierte. Diese deutsche Hysterie hat sich nun aber offensichtlich auf ein anderes politisches Feld hin verschoben, wie Alexander Meschnig meisterlich aufzeigt: Nun will man stolzer Vorreiter einer Open-Border-Politik und einer hysterisierten Klimabewegung sein, um sich sodann in einer irrealen Mischung aus Hybris und Demut einem erweiterten Selbstmord als Sühneopfer für die leidende Welt hinzugeben.

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Hitlers Vabanque-Spiele oder: Der größte Verlierer aller Zeiten

(Herwig Schafberg, 01.09.2019) Heute vor 80 Jahren, am 1. September 1939, ließ Adolf Hitler, der „Führer“ des nationalsozialistischen Deutschland, unbeirrt von britischen und französischen Drohungen die deutsche Wehrmacht in Polen einmarschieren. Zwei Tage später machten die Briten – kurz nach ihnen auch die Franzosen – ihre Drohungen wahr und erklärten dem Deutschen Reich den Krieg, falls die deutschen Truppen sich nicht zurückzögen. Reichsmarschall Hermann Göring mahnte den „Führer“, sich nicht auf ein Vabanque-Spiel einzulassen. Doch Hitler entgegnete: „Ich habe in meinem Leben immer Vabanque gespielt!“. Damit hatte der Zweite Weltkrieg begonnen. Herwig Schafberg blickt zurück.

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Uwe Tellkamp: Kultur und Werte – Kultur ist Mittlerin und Stifterin von Identität

(Uwe Tellkamp, 30.08.2019) Ein Volk, das seine eigene Kultur nicht achtet, weil es Verblendeten folgt, die glauben, es brauche oder gebe keine Kultur, schon gar keine “eigene” – ein Volk, das solche Ideologen gewähren lässt, wird sich nicht erhalten, sagt Uwe Tellkamp und zeigt auf, inwiefern wir der Kultur bedürfen, schon allein um uns zu verständigen, aber auch um zu erfahren, wer wir selbst sind und wer wir nicht sind.

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Recht oder Pflicht zum Widerstand?

(Hans-Jürgen Wünschel, 21.07.2019) ,,Was wolltest Du mit dem Dolche, sprich?“ – ,,Die Stadt vom Tyrannen befreien!“ – So können wir es im Gedicht „Die Bürgschaft“ von Friedrich Schiller lesen. Und im Schauspiel „Wilhelm Tell“ schreibt Schiller: ,,Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht… Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, wenn unerträglich wird die Last, greift er hinauf getrosten Mutes in den Himmel und holt herunter seine ewgen Rechte, die droben hangen unveräußerlich und unzerbrechlich wie die Sterne selbst.“ Beide Zitate beleuchten die Problematik des Widerstandes: Darf ich den Tyrannen töten? Wenn ja, wann? Und gibt es sogar eine Pflicht zum Widerstand? Der Historiker Hans-Jürgen Wünschel beleuchtet die Problematik.

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Die christlichen Kirchen und die Nazis

(Jürgen Fritz, 16.07.2019) „Ihr Knechte, seid untertan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen“, heißt es im Neuen Testament (1. Petrusbrief 2,18). Und im Römerbrief 13,1 steht geschrieben: „Jedermann sei Untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nur der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfangen.“ Wenn jede Obrigkeit von dem einen und einzigen Gott verordnet ist, so dann natürlich auch das Hitler-Regime. Insofern ist es natürlich interessant zu beleuchten, wie sich die christlichen Kirchen unter der NS-Herrschaft verhielten.

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Mauern können einsperren, aber auch schützen

(Jürgen Fritz, 12.07.2019) „So möge es jedem ergehen, der diese Mauer zu übersteigen wagt!“, rief Romulus aus, nachdem er seinen Bruder Remus erschlagen hatte, da dieser über die niedrige Mauer der neuen Stadt gesprungen war, um zu demonstrieren, wie wertlos sie sei. Diese Verhöhnung des Sinnbildes der Geborgenheit konnte Romulus nicht ungestraft hinnehmen. Deswegen musste der geliebte Bruder sterben. Romulus blieb keine andere Wahl, wollte er die Stadt schützen. Um den Schatten des Toten zu versöhnen und ihn zu ehren, ließ er aber einen zweiten Thron neben seinem eigenen aufstellen, gleichsam als teile er die Herrschaft mit dem erschlagenen Bruder.

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Independance Day: 243 Jahre USA, eine Geschichte erfolgreicher Bürgerbewegungen

(Herwig Schafberg, 04.07.2019) Heute feiern die US-Amerikaner ihren nationalen Unabhängigkeitstag. Er hat seinen historischen Grund in der Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776, mit der 13 britische Kolonien an der Ostküste Nordamerikas sich durch ihre Repräsentanten von Großbritannien lossagten; denn die Bürger dieser Kolonien hatten unter britischer Herrschaft zwar weitreichende Selbstverwaltungsrechte gehabt, aber kaum Möglichkeiten zur Mitwirkung an der Steuergesetzgebung und zudem Handelsbeschränkungen zu erleiden. Das wollten viele von ihnen nicht weiter hinnehmen. Der Historiker Herwig Schafberg blickt zurück auf über 240 Jahre erfolgreicher amerikanischer Bürgerbewegungen.

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Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen

(Jürgen Fritz, 20.06.2019) Wie heute morgen bereits berichtet, scheint YouTube Hamed Abdel-Samads Kanal mit über 120.000 Abonnenten und über 25 Millionen Aufrufen ohne Vorwarnung komplett gelöscht zu haben. Längst schon zeichnet sich ab, dass die Zeit der Bücherverbrennungen, die wir nach 1945 zumindest in Deutschland und in der westlichen Welt überwunden glaubten, langsam aber sicher und von Jahr zu Jahr massiver zurückkehrt. Hierzu ein Kommentar von Imad Karim und aufschlussreiche Hintergründe zum Thema Bücherverbrennungen, die wir nun in moderner Form erneut erleben müssen.

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Peter J. Brenner & Josef Kraus: Höcke und wir – eine Grenzziehung

(Peter J. Brenner & Josef Kraus, 13.06.2019) Im Verlag Manuscriptum ist 2018 ein Interviewbuch des Thüringer AfD- Landtagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke mit einem Vorwort des TUMULT-Herausgebers Frank Böckelmann erschienen: Nie zweimal in den selben Fluss. Björn Höcke im Gespräch mit Sebastian Hennig. Für uns als Stammautoren der »Vierteljahresschrift für Konsensstörung« TUMULT und der gleichnamigen Werkreihe gibt das Anlass, sich einmalig und abschließend dem Thema »Björn Höcke« zu widmen.

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Wie ungebildet und wie antiintellektuell waren Jesus und die Urchristen?

(Jürgen Fritz, 11.06.2019) Dieser Text ist nicht für Christen gedacht, die so bleiben wollen, wie sie sind, die ihre eigenen Fundamente nicht reflektieren und kritisch würdigen wollen, die sich mithin nicht für historisch-kritische Forschung interessieren, sondern mit dem ihnen in der Kindheit und/oder später vermittelten christlichen Narrativ (Geschichten, Märchen, Mythen) völlig zufrieden sind, weil ihnen das Halt und Orientierung gibt, auf welche sie nicht verzichten wollen oder können. Der Text ist vielmehr gedacht für solche, die gerne wissen wollen, welches Bild die Geschichtswissenschaft und die historisch-kritische Theologie nach fast 250 Jahren intensiver wissenschaftlicher Beschäftigung mit dem Thema herausschälen konnten.

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Mit diesem Gedicht gewann Naomi Seibt den Wettbewerb „Mutige Mädchen“

(Dokumentation, 08.06.2019) „Es fordert keinen Mut, einer Mainstream-Ideologie anzugehören. Es fordert keinen Mut, sich gegen Schein-Ungerechtigkeiten wie ‚toxische Maskulinität‘ aufzulehnen. Es wäre auch nicht mutig von mir, Frauenquoten zu verlangen oder gar das Recht, ein Baby abzutreiben, für dessen Zeugung niemand weniger kann, als das unschuldige Lebewesen selbst“, sagt Naomi Seibt. Mit ihrem preisgekrönten Gedicht möchte sie auch andere dazu ermutigen, ihr Schweigen zu brechen, die das Gefühl kennen, dass man nicht mehr länger guten Gewissens mit dem Strom schwimmen kann. „Nur durch Aufklärung werden wir am Ende genug Menschen die Augen öffnen und aus dem verseuchten Fluss ausbrechen können“, so Naomi Seibt. Lesen Sie hier ihr Gedicht „Manchmal schweige ich“.

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