Ist es gut oder schlecht, Haltung zu zeigen?

(Jürgen Fritz, 15.07.2019) Haltung zeigen ist a priori sicherlich nichts Schlechtes, jedoch kommt es offensichtlich auf die jeweilige konkrete Ausformung derselben an. Viele Menschen haben die Haltung: „Zuerst sich möglichst in Übereinstimmung mit der jeweiligen Mehrheit festlegen, dann Fakten und Argumente zusammentragen, welche die eigene Haltung stützen, und alles ausblenden (ignorieren), was die eigene Position widerlegt oder schwächt, notfalls jeden, der so etwas vorträgt, mundtot machen, um nicht hören zu müssen, was der andere sagt, und auch kein anderer es hören oder lesen kann.“ Wie könnte dagegen eine redliche Haltung aussehen, die jenseits des Opportunismus und der Konformität angesiedelt ist?

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Wie die jüdisch-christliche Theologie ihren Gott der Verlierer zum Sieger machte

(Jürgen Fritz, 14.07.2019) „Für die Zornschatzbildung während des babylonischen Exils und der folgenden Zeiten bieten die Schriften des Alten Testaments reichliche Evidenz… Auf der erhabenen Seite ist vor allem die in babylonsicher Zeit formulierte und erst nachbabylonisch in die Heilige Schrift aufgenommene Genesiserzählung zu notieren, von der man zu Unrecht annähme, sie habe seit jeher den logischen Anfang des jüdischen Kanons bilden müssen. Sie ist in Wahrheit das Ergebnis eines relativ späten theologischen Überbietungsmanövers, mit dem die spirituellen Wortführer Israels in der erzwungenen Exilsepoche für ihren Gott die kosmische Überlegenheit gegen die Götter des dominanten Imperiums in Anspruch nahmen.“ (Peter Sloterdijk)

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Mauern können einsperren, aber auch schützen

(Jürgen Fritz, 12.07.2019) „So möge es jedem ergehen, der diese Mauer zu übersteigen wagt!“, rief Romulus aus, nachdem er seinen Bruder Remus erschlagen hatte, da dieser über die niedrige Mauer der neuen Stadt gesprungen war, um zu demonstrieren, wie wertlos sie sei. Diese Verhöhnung des Sinnbildes der Geborgenheit konnte Romulus nicht ungestraft hinnehmen. Deswegen musste der geliebte Bruder sterben. Romulus blieb keine andere Wahl, wollte er die Stadt schützen. Um den Schatten des Toten zu versöhnen und ihn zu ehren, ließ er aber einen zweiten Thron neben seinem eigenen aufstellen, gleichsam als teile er die Herrschaft mit dem erschlagenen Bruder.

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Die Kunst der Argumentation oder wie Merkel & Co. uns um Jahrtausende zurückwerfen

(Jürgen Fritz, 03.07.2019) Demokratie bedeutet, dass das Staatsvolk an Entscheidungen, die die Allgemeinheit betreffen, beteiligt ist. Dies setzt voraus, dass das Volk sich zuvor entsprechend informieren kann, worum es genau geht, was wiederum das Recht auf freie Meinungsäußerung, auf Informations- und Pressefreiheit voraussetzt, soll das Ganze nicht zu einer gelenkten Farce und Scheindemokratie entarten. In diesem Meinungsbildungsprozess werden Argumente für und wider vorgetragen, müssen immer beide Seiten zu Wort kommen, denn wie sonst soll ein qualifizierter Meinungsbildungsprozess möglich sein. Was aber genau ist eine Argumentation und was läuft bei uns seit vielen Jahren so gewaltig schief?

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Erste Bestimmung der Größe der Erde durch Eratosthenes

(Jürgen Fritz, 01.07.2019) Den Gedanken, dass die Erde kugelförmig sei, finden wir bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. bei den ionischen (griechischen) Naturphilosophen Thales von Milet, der meist als der erste Philosoph überhaupt genannt wird, und seinem Schüler Anaximander sowie Pythagoras von Samos. Im 4. Jahrhundert v. Chr. gab dann Aristoteles (384 – 322 v.Chr.), der Schüler Platons und neben diesem und Immanuel Kant wohl größte und einflussreichste Denker überhaupt, drei astronomische Beweise für die Kugelform unseres Planeten an. Der erste, der um 240 v. Chr. den Erdumfang und -radius bestimmte, war aber ein anderer: Eratosthenes von Kyrene.

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Wie ungebildet und wie antiintellektuell waren Jesus und die Urchristen?

(Jürgen Fritz, 11.06.2019) Dieser Text ist nicht für Christen gedacht, die so bleiben wollen, wie sie sind, die ihre eigenen Fundamente nicht reflektieren und kritisch würdigen wollen, die sich mithin nicht für historisch-kritische Forschung interessieren, sondern mit dem ihnen in der Kindheit und/oder später vermittelten christlichen Narrativ (Geschichten, Märchen, Mythen) völlig zufrieden sind, weil ihnen das Halt und Orientierung gibt, auf welche sie nicht verzichten wollen oder können. Der Text ist vielmehr gedacht für solche, die gerne wissen wollen, welches Bild die Geschichtswissenschaft und die historisch-kritische Theologie nach fast 250 Jahren intensiver wissenschaftlicher Beschäftigung mit dem Thema herausschälen konnten.

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Die Entwurzelten oder: Die Mär vom „christlichen Abendland“

(Jürgen Fritz, 03.06.2019) „Religion ist eine menschliche Erfindung, die sich schleichend ausbreitet. Man weiß sehr wohl, wie sie beginnt, wie sich schüchtern die ersten Kulte etablieren und dann entwickeln, wie die ersten Götter Gestalt annehmen und diverse Funktionen bekommen, und wie sich ihre Zahl verringert, bis es schließlich nur noch einen gibt.“ (Umberto Eco) „Religiöser Fundamentalismus ist das stärkste, massivste, allerdings meist auch attraktivste und faszinierendste, die Massen am meisten einnehmende und einfangende Motiv, weswegen jede Machtpolitik stets bedacht sein wird, eine Religion oder Konfession für ihre Ziele einzuspannen. Kein Zufall, daß der römische Kaiser Konstantin das immer stärker werdende Christentum zur Staatsreligion machte, obwohl er zu dem Zeitpunkt selbst noch kein Christ war.“ (Hubertus Mynarek)

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Gesetzung und Bewegung (III): Bewegung ist der Modus der verlorenen Menschen der Moderne

(Boris Blaha, 03.06.2019) Der Gegensatz von Gesetz ist nicht gesetzlos. Die gesamte anarchische und später anti-autoritäre Tradition bleibt an die Vorstellung von Gesetz als Vorschrift, als Gehorsamsgebot des Herrn gefesselt. Weil uns der erfahrbare räumliche Sinn von Gesetzung weitgehend abhanden gekommen ist, müssen wir den Umweg über seine Negation nehmen. Der räumliche Gegensatz im Inneren von Ge-setzung ist Zer-setzung, im Äußeren Wüste. Zersetzung holt die Wüste, die die Gesetzung draußen hält in das Innere der Gesetzung hinein. zerschneidet und entbindet, was durch Gesetzung erst entstehen kann: das unsichtbare Geflecht der vielfältigen Bindungen, die zwischen Menschen, die sich in einem geschützten Raum aufhalten können, durch die Zeit, die Wiederholung, die Gewohnheit und die Vertrautheit entstehen. Dritter und letzter Teil des Essays von Boris Blaha.

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Gesetzung und Bewegung (II): Die Bewegten bekämpfen alles, was sie an der Bewegung auf ihre Fiktion hin hindert

(Boris Blaha, 01.06.2019) In Teil 1 machte Boris Blaha deutlich, dass der Rechtsstaat das Recht auch gegenüber heutigen Heils- und Erlöserbewegungen nicht halten kann. Wer sich dem totalen Anspruch der Bewegung verweigert, wird zum „Feind der Menschheit“ erklärt und entrechtet. In der heute zur Ideologie verkommenen „Zivilgesellschaft“ gibt es keine Gefährten mehr. Wer aber im anderen nur den „Menschen“ sieht, bleibt blind für den Unterschied zwischen Zivilisation und Barbarei. Hier nun Teil 2 des dreiteiligen Essays Gesetzung und Bewegung.

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Greta, der neue Jesus

(Jürgen Fritz, 30.05.2019) Sie geht freitags nicht zur Schule, er hat irgendwann überhaupt nicht mehr gearbeitet, auch nicht Montag bis Donnerstag und Samstag, Sonntag. Beide sind sie besessen von einer fixen Idee, die keine andere gleichwertige Idee neben sich duldet, siehe das erste Gebot: „Ich bin JHWH, dein Gott (deine fixe Idee), der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. Du sollst neben mir keine anderen Götter (fixe Ideen) haben.“ Beide malen Untergangsszenarien an die Wand und weisen den einzigen Weg zur Erlösung. Doch die Parallelen gehen noch weiter.

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Psychologie der Massen (II): Der Weg zur gezielten Manipulation

(Annette Heinisch, 28.05.2019) Im ersten Teil dieser Artikel-Reihe stellte Annette Heinisch Gustave Le Bons Grundlagenwerk zur Sozialpsychologie Psychologie der Massen vor. Danach ist eine Masse nicht die Summe der Individuen, sondern bilde eine eigenständige Einheit, die nur durch Emotionen, niemals aber durch Vernunft zu lenken sei. Die Gefühle entsprängen den unbewussten Triebkräften der Masse, über die man wenig wisse und die je nach Volk unterschiedlich seien. Die Masse könne als Gesamtheit besser oder schlechter sein als der Einzelne, auch Hochkulturen könnten als organisierte Masse zu primitiven Barbaren werden. Hier nun Teil zwei der Artikel-Reihe. Wie Edward Bernays den Weg von der wissenschaftlichen Erkenntnis zur praktischen Umsetzung wies: der gezielten Manipulation der Massen durch Propaganda.

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Der tiefere Grund unseres Niedergangs: die Rückkehr der Religion

(Jürgen Fritz, 26.05.2019) „In dunkeln Zeiten wurden die Völker am besten durch die Religion geleitet, wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder unser bester Wegweiser ist; er kennt dann Wege und Stege besser als ein Sehender. Es ist aber töricht, sobald es Tag ist, noch immer die alten Blinden als Wegweiser zu gebrauchen.“ (Heinrich Heine) „Ich kann es kaum begreifen, wie jemand, wer es auch sei, wünschen könnte, die christliche Lehre möge wahr sein; denn wenn es so ist, dann zeigt der einfache Text [das Evangelium], dass die Ungläubigen, und ich müsste zu ihnen meinen Vater, meinen Bruder und nahezu alle meine besten Freunde zählen, ewige Strafen verbüßen müssen. Das ist eine abscheuliche Lehre.“ (Charles Darwin)

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Zuerst Liberalismus, dann Demokratie

(Jürgen Fritz, 24.05.2019) „Wenn der Liberalismus daher die Demokratie fordert, so unter der Voraussetzung, daß sie mit Begrenzungen und Sicherungen ausgestattet wird, die dafür sorgen, daß der Liberalismus nicht von der Demokratie verschlungen wird“, formulierte 1933 der Ökonom und Sozialphilosoph Wilhelm Röpke, der den aufziehenden Nationalsozialismus heftig kritisierte und als einer der geistigen Väter der Sozialen Marktwirtschaft gilt. Nun bedeutet Liberalismus nicht, dass jeder machen kann, was er will, schon gar nicht, dass jeder in jedes fremde Territorium eindringen kann, wie er gerade möchte. Nein, Liberalismus bedeutet viel mehr, eine entschlossene Kampfansage an jeglichen freiheits- und menschenrechtsfeindlichen Totalitarismus. An jeglichen!

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