The Circle oder: Das letzte Geheimnis

(Axel Stöcker, 26.08.2019) „Etwas zu wissen ist gut, aber alles zu wissen ist besser!“, „Alles Private ist Diebstahl“, „Geheimnisse sind Lügen“, „Alles, was passiert, muss bekannt sein!“, so lauten die Slogans von The Circle, einer Art Super-Google, einer Verschmelzung aller Onlinedienste zu einem gigantischen Kreis, in dem über jeden alles gespeichert ist. Doch das ist nur ein Zwischenschritt zu einem noch viel größeren: dem totalen „Gläsern“ des Lebens, in dem alles öffentlich gemacht wird, alles, was wir tun, und zuletzt auch: unsere Gedanken. Axel Stöcker bespricht den Nr. 1-Spiegelbestseller „The Circle“ und beleuchtet die philosophischen Gedanken dahinter. Dabei kommt er zu dem Schluss: Warum es ein Segen sein könnte, dass wir die Natur des Bewusstseins nie verstehen werden.

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Entwicklung des Lebens und natürliche Werte

(Jürgen Fritz, 24.08.2019) Jenseits von Relativitätstheorie und Quantenmechanik wird das moderne Naturbild durch eine dritte große Theorie ergänzt: die Komplexitätstheorie als Fortsetzung der Chaostheorie. Diese konnte nachweisen, dass es in der Natur schon unterhalb der Ebene von Lebewesen zu spontaner Strukturbildung kommt. Das widerspricht in lokalen Bereichen jenseits linearer Gleichgewichte eigentlich dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, welcher besagt, dass die Natur langfristig den Wärmetod sterben wird, dass sie von sich aus über viele, viele Milliarden Jahre alle Energiedifferenzen abbaut und damit alle Differenzierung und Komplexität weitgehend zunichte gemacht wird – der gleichsam sozialistische Zug der Natur. Lebende Systeme aber laufen dem innerhalb dieser großen Entwicklung auf lokaler Ebene entgegen. Und dabei passiert etwas zutiefst Faszinierendes.

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Notwendige und kontingente Eigenschaften: Essentielles und Akzidentelles

(Jürgen Fritz, 14.08.2019) Das Mögliche kann geschehen. Was also geschieht, muss möglich sein. Was nicht sein kann, was unmöglich ist, dessen Nicht-sein ist nicht nur der Fall, sondern ist notwendigerweise der Fall. Was weder mit Notwendigkeit ist noch mit Notwendigkeit nicht ist, ist kontingent. Alles, was ist, hat kontingente Eigenschaften. Es gibt aber Dinge, die haben nicht nur kontingente, sondern auch notwendige, essentielle Eigenschaften, die sie nicht verlieren können, ohne dass sie aufhören zu sein, was sie sind.

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Allgemeine Metaphysik (Ontologie): die Basis von allem

(Jürgen Fritz, 10.08.2019) „Die gesamte Philosophie ist einem Baume vergleichbar, dessen Wurzel die Metaphysik, dessen Stamm die Physik und dessen Zweige alle übrigen Wissenschaften sind.“ (René Descartes, 1596 – 1650, französischer Philosoph, Mathematiker und Naturforscher) „Die Physik vermag nicht auf eigenen Füßen zu stehen, sondern bedarf einer Metaphysik, sich darauf zu stützen; so vornehm sie auch gegen diese thun mag.“ (Arthur Schopenhauer, 1788 – 1860, deutscher Philosoph)

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Der tägliche Dummenfang: Zwei „Wissenschaftler“ haben herausgefunden, dass die AfD politische Ziele verfolgt

(Michael Klonovsky, 07.08.2019) Wissenschaftler betreiben in ihrem jeweiligen Bereich einen methodischen Prozess intersubjektiv nachvollziehbaren Forschens und Erkennens der Wirklichkeit. Ziel dieser methodischen Erforschung ist es, ein begründetes, geordnetes und gesichertes Wissen hervorzubringen. Wissenschaft bezeichnet somit ein zusammenhängendes System von Aussagen, Theorien und Verfahrensweisen, das strengen Prüfungen der Geltung unterzogen wurde und mit dem Anspruch objektiver, überpersönlicher Gültigkeit verbunden ist. Für diese höchst anspruchsvolle Tätigkeit werden Wissenschaftler von der Gesellschaft finanziert. Doch gibt es auch in diesem Bereich schwarze Schafe. Dazu ein Kommentar von Michael Klonovsky.

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Gleichheit vor dem Gesetz

(Jürgen Fritz, 05.08.2019) Menschen sind sprachbegabte Wesen. Kleine Kinder können die Sprache nur deshalb erlernen, weil ihr Gehirn, genauer: ihr Geist, der in ihrem aktiven Gehirn materiell verankert ist, die Potenz, die Disposition zum Spracherwerb bereits in sich trägt. Wer versuchen möchte, einer Eidechse auch nur die Bedeutung einfachster Wörter beizubringen, der wird schnell merken, dass dies kaum möglich ist, weil das Eidechsengehirn keine entsprechende Prädisposition besitzt.

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Was ist die Aufgabe der Logik?

(Jürgen Fritz, 03.08.2019) Indem wir argumentieren statt zu manipulieren, um uns und andere von etwas zu überzeugen, nehmen wir den anderen als denkendes, selbstbestimmtes, urteilendes Wesen ernst, achten wir seine Würde (Selbstbestimmung), sprechen wir seine höheren Seelenteile an, mithin das, was ihn überhaupt erst zum Menschen macht, und nicht das Niedere, Tierische in ihm. Indem wir argumentieren, bedienen wir uns der Logik. Was aber genau ist Logik und was ist ihre Aufgabe?

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Analytisch und synthetisch wahre Sätze

(Jürgen Fritz, 02.08.2019) Wenn wir die Welt umfassend richtig beschreiben wollen, dann versuchen wir, möglichst viele, möglichst genaue wahre Sätze über sie zu formulieren. Mit beschreibenden Aussagen (deskriptiven Sätzen) beziehen wir uns also auf die Welt. Doch dabei gibt es zwei Formen von wahren Sätzen: analytische und synthetische Urteile. Was hat es damit auf sich? Was ist der Unterschied und was können wir daraus über die Welt und über uns selbst lernen?

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Feminismus und fanatischer Ultrafeminismus (Rassismus)

(Jürgen Fritz, 28.07.2019) „Feminismus ist für mich schnell Fanatismus. Geprägt durch das Leben in einer Diktatur ist es für mich wichtig, dass die Frau in einer freiheitlichen Gesellschaft nach Individualität strebt…“ Sie „sollte Herrin ihrer selbst sein… frei von allen dogmatischen Debatten…“ (Cornelia Schleime) „Der fanatische Feminismus ist eine psychische Epidemie…, die aufgrund ihrer massenweisen Verbreitung in gewissen Medien und Bildungsanstalten als neue Form von Intelligenz gefeiert wird.“ (Norbert Bolz) „Der Feminismus sieht überall nur Opfer. Das Opfer ist der große Held unserer Gesellschaft geworden.“ (Élisabeth Badinter) „Die Herausforderung besteht darin, über den Feminismus hinauszugehen, ohne seine Errungenschaften herabzusetzen.“ (Warren Farrell)

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Kritik an meiner radikalen Religionskritik

(Jürgen Fritz, 25.07.2019) Da bisher keine wirklich überzeugender Gegenentwurf zu meiner radikalen Religionskritik vorgebracht wurde, will ich mal im Sinne der Dialektik versuchen, eine starke, schlüssige Gegenposition selbst zu formulieren. Weshalb das Christentum so wichtig ist.

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Recht oder Pflicht zum Widerstand?

(Hans-Jürgen Wünschel, 21.07.2019) ,,Was wolltest Du mit dem Dolche, sprich?“ – ,,Die Stadt vom Tyrannen befreien!“ – So können wir es im Gedicht „Die Bürgschaft“ von Friedrich Schiller lesen. Und im Schauspiel „Wilhelm Tell“ schreibt Schiller: ,,Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht… Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden, wenn unerträglich wird die Last, greift er hinauf getrosten Mutes in den Himmel und holt herunter seine ewgen Rechte, die droben hangen unveräußerlich und unzerbrechlich wie die Sterne selbst.“ Beide Zitate beleuchten die Problematik des Widerstandes: Darf ich den Tyrannen töten? Wenn ja, wann? Und gibt es sogar eine Pflicht zum Widerstand? Der Historiker Hans-Jürgen Wünschel beleuchtet die Problematik.

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Ist es gut oder schlecht, Haltung zu zeigen?

(Jürgen Fritz, 15.07.2019) Haltung zeigen ist a priori sicherlich nichts Schlechtes, jedoch kommt es offensichtlich auf die jeweilige konkrete Ausformung derselben an. Viele Menschen haben die Haltung: „Zuerst sich möglichst in Übereinstimmung mit der jeweiligen Mehrheit festlegen, dann Fakten und Argumente zusammentragen, welche die eigene Haltung stützen, und alles ausblenden (ignorieren), was die eigene Position widerlegt oder schwächt, notfalls jeden, der so etwas vorträgt, mundtot machen, um nicht hören zu müssen, was der andere sagt, und auch kein anderer es hören oder lesen kann.“ Wie könnte dagegen eine redliche Haltung aussehen, die jenseits des Opportunismus und der Konformität angesiedelt ist?

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Wie die jüdisch-christliche Theologie ihren Gott der Verlierer zum Sieger machte

(Jürgen Fritz, 14.07.2019) „Für die Zornschatzbildung während des babylonischen Exils und der folgenden Zeiten bieten die Schriften des Alten Testaments reichliche Evidenz… Auf der erhabenen Seite ist vor allem die in babylonsicher Zeit formulierte und erst nachbabylonisch in die Heilige Schrift aufgenommene Genesiserzählung zu notieren, von der man zu Unrecht annähme, sie habe seit jeher den logischen Anfang des jüdischen Kanons bilden müssen. Sie ist in Wahrheit das Ergebnis eines relativ späten theologischen Überbietungsmanövers, mit dem die spirituellen Wortführer Israels in der erzwungenen Exilsepoche für ihren Gott die kosmische Überlegenheit gegen die Götter des dominanten Imperiums in Anspruch nahmen.“ (Peter Sloterdijk)

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Mauern können einsperren, aber auch schützen

(Jürgen Fritz, 12.07.2019) „So möge es jedem ergehen, der diese Mauer zu übersteigen wagt!“, rief Romulus aus, nachdem er seinen Bruder Remus erschlagen hatte, da dieser über die niedrige Mauer der neuen Stadt gesprungen war, um zu demonstrieren, wie wertlos sie sei. Diese Verhöhnung des Sinnbildes der Geborgenheit konnte Romulus nicht ungestraft hinnehmen. Deswegen musste der geliebte Bruder sterben. Romulus blieb keine andere Wahl, wollte er die Stadt schützen. Um den Schatten des Toten zu versöhnen und ihn zu ehren, ließ er aber einen zweiten Thron neben seinem eigenen aufstellen, gleichsam als teile er die Herrschaft mit dem erschlagenen Bruder.

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Die Kunst der Argumentation oder wie Merkel & Co. uns um Jahrtausende zurückwerfen

(Jürgen Fritz, 03.07.2019) Demokratie bedeutet, dass das Staatsvolk an Entscheidungen, die die Allgemeinheit betreffen, beteiligt ist. Dies setzt voraus, dass das Volk sich zuvor entsprechend informieren kann, worum es genau geht, was wiederum das Recht auf freie Meinungsäußerung, auf Informations- und Pressefreiheit voraussetzt, soll das Ganze nicht zu einer gelenkten Farce und Scheindemokratie entarten. In diesem Meinungsbildungsprozess werden Argumente für und wider vorgetragen, müssen immer beide Seiten zu Wort kommen, denn wie sonst soll ein qualifizierter Meinungsbildungsprozess möglich sein. Was aber genau ist eine Argumentation und was läuft bei uns seit vielen Jahren so gewaltig schief?

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