Hendrik Streeck räumt mit Thesen von „Querdenkern“ und Impfgegnern auf

(Jürgen Fritz, 21.09.2020) Impfgegner und Corona-Extremverharmloser berufen sich gerne auf bestimmte Mediziner, so auf den Virologen Hendrik Streeck. Doch was genau denkt und sagt dieser über das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2? In einem Interview mit DW räumt Streeck mit einigen Thesen von Verschwörungsgläubigen, “Querdenkern“ und Impfgegnern auf.

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Warum sind sokratische Gespräche heute kaum noch möglich?

(Jürgen Fritz, 14.09.2020) „Alle Menschen streben von Natur aus nach Wissen.“ (Aristoteles) – „Platon ist mein Freund und Aristoteles auch, meine liebste Freundin aber ist die Wahrheit“ (Isaac Newton) – „Wahrlich es ist nicht das Wissen, sondern das Lernen, nicht das Besitzen sondern das Erwerben, nicht das Da-Seyn, sondern das Hinkommen, was den grössten Genuss gewährt.“ (Carl Friedrich Gauß)

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Philosoph oder etwas anderes?

(Jürgen Fritz, 22.08.2020) „Der Philosoph, der in der Öffentlichkeit eingreifen will, ist kein Philosoph mehr, sondern Politiker; er will nicht mehr nur Wahrheit, sondern Macht.“ (Hannah Arendt) – „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verändern.“ (Karl Marx) – „Philosophen denken nach.“ (Konrad Paul Liessmann)

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Ungeheuer ist viel, doch nichts ungeheurer als der Mensch

(Jürgen Fritz, 16.08.2020) Sophokles gilt neben Aischylos und Euripides als der bedeutendste Tragödiendichter der griechischen Antike. Seine erhaltenen Stücke, vor allem Antigone, uraufgeführt 442 v. u. Z., und König Ödipus, entstanden zwischen 429 und 425 v. u. Z., zählen zu den herausragenden Werken der Weltliteratur und werden seit Jahrtausenden auf den Bühnen der ganzen Welt gespielt. Im berühmten zweiten Chorlied der Antigone – Ungeheuer ist viel, doch nichts ungeheurer als der Mensch – lässt Sophokles den Chor seine Ansicht vom Wesen des Menschen aussprechen.

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Nur die Moral kann uns vor dem Abgrund retten – Marxismus aber ist falsch

(Jürgen Fritz, 12.08.2020) Wir leben in dunklen Zeiten. In Zeiten, in denen das, was wir aus moralischen, das heißt, alle Menschen betreffenden Gründen tun bzw. unterlassen sollen, durch Propaganda, Ideologie, Fake News und Halbwahrheiten verdeckt werden. Je mehr solcher Verdeckungsstrategien, desto dunkler die Zeiten, sagt Deutschlands weltweit bekanntester Gegenwartsphilosoph Markus Gabriel. Dabei gebe es gigantische Manipulationsmaschinen, die uns vorgaukeln, dass es gar keine moralisch objektiv existierenden Werte, keine universellen moralischen Wahrheiten gäbe. In seinem neuen Buch legt Gabriel einen Entwurf zu einer neuen Aufklärung gegen den Werterelativismus vor und zeigt: Die Menschheit ist zu moralischem Fortschritt fähig. Es gibt universale Grundwerte, die für alle Menschen gelten.

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Objektive Wahrheit und subjektive Fehlvorstellungen

(Jürgen Fritz, 09.08.2020) „Auch eine schädliche Wahrheit ist nützlich, weil sie nur Augenblicke schädlich sein kann und alsdann zu andern Wahrheiten führt, die immer nützlich und sehr nützlich werden müssen, und umgekehrt ist ein nützlicher Irrtum schädlich, weil er es nur augenblicklich sein kann und in andre Irrtümer verleitet, die immer schädlicher werden.“ (Johann Wolfgang von Goethe an Charlotte von Stein, 8. Juni 1787) – „Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen. Die bei dem Irrtum verharren, das sind die Narren.“ (Friedrich Rückert)

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Das Urteil gegen Prof. Ulrich Kutschera: Wann und wo endet die wissenschaftliche Freiheit?

(Rainer Thesen, 06.08.2020) Ulrich Kutschera ist ein international renommierter Evolutionsbiologe. Er ist Professor an der Uni Kassel und arbeitet seit 2007 zusätzlich als Visiting Scientist in Palo Alto, Kalifornien, USA. Kutschera bezog zu verschiedenen Themen öffentlich sehr klar Stellung, so gegen den Einfluss des Kreationismus sowie zu den Themen Gender Studies und gleichgeschlechtliche Ehe. Homosexuelle, die sich „beleidigt“ fühlten, zeigten ihn daraufhin an und der Staatsanwalt erhob tatsächlich Anklage gegen den Wissenschaftler wegen „Beleidigung“ und „Volksverhetzung“. Das Amtsgericht Kassel wies die Anklage wegen „Volksverhetzung“ zwar zurück, verurteilte den Professor aber wegen „Beleidigung“ zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro. Der Jurist Rainer Thesen beleuchtet den Fall und stellt ihn in den Kontext des Zeitgeistes.

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Gründe und Motive: innere Schönheit

(Jürgen Fritz, 31.07.2020) Wenn wir nach dem Guten fragen, müssen wir zwei grundlegend verschiedene Fragen unterscheiden: 1. Warum ist es gut, H zu tun, beziehungsweise warum ist die Handlung H moralisch? 2. Angenommen es kann aufgezeigt werden, warum es gut ist, H zu tun, so kann man fragen: Warum soll ich das Gute denn überhaupt wollen, sprich warum soll ich überhaupt moralisch sein? Die erste Frage ist die nach einem Rechtfertigungsgrund, die zweite die nach einem Motivationsgrund, also danach, welches Motiv ich haben sollte, das als gut Erkannte und als gut Gerechtfertigte denn auch zu tun.

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Beschreiben und erklären – bewerten und begründen

(Jürgen Fritz, 30.07.2020) Soll man die Welt nur beschreiben und erklären respektive versuchen zu verstehen oder soll man die Welt, die Dinge, die Ereignisse, die Mitmenschen und sich selbst auch bewerten? Können wir überhaupt anders als das, was wir beobachten, wahrnehmen, was uns widerfährt, zu bewerten? Machen uns unsere Bewertungen und die Art, wie wir das tun, vielleicht sogar gerade zu dem, der wir sind? Liegt das gleichsam in unserem Wesen, womöglich sogar im Wesen des Lebens selbst, dass wir die Fähigkeit besitzen, Dinge zu evaluieren? Auf den primitivsten Stufen zum Beispiel dergestalt: „Kälte ist schlecht, ergo diese meiden“ oder „schmeckt gut und tut gut, ergo essen“. Wie würde ein Leben aussehen ohne jede Bewertung, mithin ohne jegliche Werte? Betrachten wir es etwas genauer und versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen.

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Bewusstsein: ein ewiges Rätsel? Nachtzug ins Unerklärliche

(Axel Stöcker, 29.07.2020) Im Jahre 2004 erschien der Roman „Nachtzug nach Lissabon“ von Pascal Mercier (Pseudonym des Philosophen Peter Bieri). Es sollte ein Weltbestseller werden, der in 32 Sprachen übersetzt und 2013 von Bille August verfilmt wurde mit Jeremy Irons, Jack Huston, Mélanie Laurent, Bruno Ganz, Martina Gedeck, Charlotte Rampling, Lena Olin, Christopher Lee, Burghart Klaußner und August Diehl. Roman und Film sind zugleich eine Allegorie für eine Reise ins Innere. Axel Stöcker nimmt uns mit im Nachtzug ins Unerklärliche zum ewigen Rätsel unseres Bewusstseins.

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Gender-Deutsch steht im Widerspruch zum Geist des Grundgesetzes

(Claudia Simone Dorchain, 28.07.2020) Frauenfeindlich, gestrig, gleichstellungswidrig – das sind die Vorwürfe gegen die wenigen Dissidenten in Deutschland, die sich im Sommer 2020 noch immer weigern, das sogenannte „Gender-Deutsch“ zu verwenden. Dem generischen Maskulinum ist bundesweit der Krieg erklärt worden, in Kiel ist es schon offiziell abgeschafft, und die Begründung des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend lautet, die sprachliche Verwendung des Pronomens „man“ erniedrige die Frauen, sie würden in generellen Ansprachen mit männlichem Geschlecht lediglich mitgemeint, nicht explizit herausgestellt. Die Philosophin Dr. Claudia Simone Dorchain zeigt auf, inwiefern das Gender-Deutsch im Widerspruch zum Geist des Grundgesetzes steht.

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Vertikalität: Aphorismen

(Jürgen Fritz, 24.07.2020) Der Kluge hält immer Ausschau nach einem Klügeren, von dem er lernen kann, und sucht dessen Nähe. Manchmal tut es auch ein ebenbürtiger oder leicht überlegener Kontrahent, der einem gestattet, an ihm zu wachsen. Die anderen sind zufrieden mit sich selbst und wollen so bleiben, wie sie sind (Basislager-Problem).

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Aphorismen zum Thema Gerechtigkeit

(Jürgen Fritz, 21.07.2020) Die schönste Frucht der Gerechtigkeit sei Seelenfrieden, meinte Epikur (341 v. Chr – 270 v. Chr.). Und Oscar Wilde ergänzte, es gebe nur eines, das schlimmer sei als Ungerechtigkeit: Gerechtigkeit ohne Schwert in der Hand. Wenn Recht nicht Macht sei, sei es Übel. Zwei kurze Anmerkungen zum Thema Gerechtigkeit.

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Was ich Gott fragen würde

(Jürgen Fritz, 20.07.2020) Was ich Gott fragen würde, so mir jemand erschiene, der behauptete, ein solcher zu sein: Zunächst würde ich ihn fragen, was es bedeutet, ein Gott zu sein, ob er mir diesen Begriff irgendwie explizieren könne, so dass klar sei, von was die Rede ist. Sodann würde ich fragen, wo die anderen Götter seien, warum man so selten welche sehe, was die denn so machten, womit er und sie ihre Zeit verbrächten und wo sie sich für gewöhnlich aufhielten. Wenn er behauptete, er sei der einzige Gott, das höchste Wesen überhaupt, welches alles geschaffen habe, würde ich ihn folgendes fragen …

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Warum Sozialisten mit der Zeit stets ihre Moralität einbüßen

(Jürgen Fritz, 19.07.2020) Sozialisten (mittlere und Neue Linke) sind getrieben von einem nicht verwerflichen, sondern einem durchaus edlen Motiv: Sie wünschen sich eine Welt, in der es allen Menschen möglichst gleich gut geht. Ja mehr noch: eine Welt, in der alle möglichst gleich oder ähnlich glücklich sind. Sie sind insofern keine Egoisten, sondern was sie trägt, ist gerade das Mitgefühl, die Empathie, die Sorge um andere. Daher lehnen sie auch den Kapitalismus so sehr ab, weil dieser im Grunde auf einem egoistischen Antrieb aufbaut: persönliche Gewinne erzeugen. Das Verrückte und Paradoxe ist nun aber das folgende.

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