Immanuel Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

(Jürgen Fritz, 21.10.2019) „Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter Wille.“ Mit diesem Satz beginnt, nach der Vorrede, der erste Abschnitt der 1785 erschienenen „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“, Kants erster wichtigen Schrift rein zur Ethik, zur praktischen, zur Moralphilosophie. Was für ein guter Wille ist das aber, von dem Kant hier spricht? Was genau meint er damit?

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Warum Doppelmoral etwas Verwerfliches ist, Claudia Roth

(Jürgen Fritz, 21.10.2019) Eine Handlung ist dann moralisch vertretbar, wenn ich als Handelnder wollen kann, dass meine Maxime verallgemeinerbar ist, wenn ich wollen kann, dass alle handlungsfähigen Subjekte genau diese Maxime haben und sich an sie halten (z.B. „Ich versuche nicht, andere Menschen zu ächten, weil sie bestimmte Worte benutzen, die ich selbst auch gebrauche“ oder: „Ich sage nicht wissentlich die Unwahrheit, um anderen zu schaden“). So lautet das Schlüsselkriterium deontologischer Ethikansätze (griechisch: δέον = deon = das Erforderliche, das Gesollte, die Pflicht) und dies entspricht recht genau unserer ethischen Intuition. Wer dagegen eine Doppelmoral pflegt, an manche Menschen andere Kriterien anlegt als an andere, insbesondere sich selbst, der, Frau Roth, verliert seine Integrität.

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Merkmale des Rechtsextremismus

(Jürgen Fritz, 15.10.2019) „Rechtsextremismus mit Linksextremismus bekämpfen zu wollen, wird ebenso wenig klappen, wie Feuerlöschen mit Benzin.“ (Rainer Wendt zur Unterstützung einer linksextremen Band durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 3. September 2018) – Linksradikalismus mit Rechtsextremismus bekämpfen zu wollen, wird ebenso wenig funktionieren, wie Feuerlöschen mit Benzin. (Jürgen Fritz)

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Wo die liberale, säkulare Gesellschaft eine resolute Grenzlinie ziehen muss

(Jürgen Fritz, 14.10.2019) Menschen können gegenüber der Weltanschauung anderer intolerant sein, einfach weil diese ihnen fremd ist, weil sie anders ist als die eigene (Intoleranz ersten Grades). Sie können eine Weltanschauung aber auch deswegen ablehnen, weil diese selbst intolerant und gefährlich ist (Intoleranz zweiten Grades). Wer den rationalen Diskurs verweigert und zu Gewalt gegen Andersdenkende aufruft oder Gewalt anwendet, nur weil jemand eine andere Weltanschauung hat, die er anderen aber gar nicht oktroyieren will, der darf von den Toleranten nicht geduldet werden. Denn ansonsten schaufelt sich die liberale Gesellschaft ihr eigenes Grab. Jeglicher Liberalismus muss also, so er überleben möchte, wehrhaft sein gegen seine Feinde.

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Wo ich politisch stehe

(Jürgen Fritz, 13.10.2019) Ich merke, dass einige in letzter Zeit Probleme haben, mich innerhalb ihrer eigenen Kategorisierung politisch einzuordnen. Teilweise werde ich wohl für einen Konservativen oder gar einen Rechten gehalten, weil ich die Neuen Linken seit Jahren so vehement und scharf kritisiere. Nun, das hängt eher damit zusammen, dass ich immer die am meisten kritisiere, die gerade den größten Schaden anrichten oder die in meinen Augen für Fehlentwicklungen verantwortlich sind. Ein Konservativer war ich mein ganzes Leben noch nie. Ich bin viel eher ein Progressiver (Fortschrittsgläubiger und -orientierter), ein Kind der Aufklärung, aber auf keinen Fall ein Sozialist oder Neuer Linker, sondern ein Liberaler, der die Errungenschaften der Aufklärung als etwas sieht, das unbedingt verteidigt werden muss.

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UN kurz vor der Zahlungsunfähigkeit – So könnte man sie austrocknen

(Jürgen Fritz, 09.10.2019) Die UN steht vor der größten finanziellen Krise der letzten zehn Jahre. Bis Ende des Monates seien die Liquiditäts-Reserven aufgebraucht, Personal und Lieferanten könnten dann nicht mehr bezahlt werden, warnt UN-Generalsekretär António Guterres. Von den 193 Staaten hätten bislang nur 129 ihre Mitgliedsbeiträge überwiesen. Die Generalversammlung im September sei nur durch Überschüsse aus dem vergangenen Jahr zu finanzieren gewesen. Insgesamt fehlten noch 30 Prozent der Summe der Beiträge. Insbesondere die USA haben dieses Jahr noch keinen Cent bezahlt. Sie sind mit 22 Prozent Anteil am Gesamthaushalt der mit Abstand größte Beitragszahler. Wie man diese Erste-Welt-feindliche Organisation gänzlich austrocknen könnte.

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Der Augenblick ist die Ewigkeit oder: Vom Umgang mit der humanoiden Nichtigkeit

(Michael Klonovsky, 07.10.2019) Ist es nicht erstaunlich, dass eine so widerwärtige, krumme Kreatur wie der Mensch so schöne Dinge schaffen kann wie das Negligé, die Kathedrale, das Ölgemälde, das Cembalo, die Récamiere, den Jaguar E-Type, den Eisenbahn-Salonwagen, das Dry-Aged-Tomahawk-Steak, das Schachspiel, den Cabernet-Sauvignon, den Tiger II und die Mondrakete? Reflexionen über die Nichtigkeit der menschlichen Existenz, religiöse Verheißungen, Tragik, Komik und den Sinn des Daseins von Michael Klonovsky.

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Warum Religion zur Begründung von Moral nicht taugt

(Jürgen Fritz, 05.10.2019) Fragt man nach dem Verhältnis von Moral und Religion, so muss man mindestens drei Fragen unterscheiden: 1. Kann Religion eine Moral begründen? Kann jene diese rechtfertigen? 2. Kann Religion helfen, dass eine wohlbegründete, gerechtfertigte Moral (oder auch eine nicht gerechtfertigte) eher eingehalten wird? Dies wäre also nicht die Frage nach der Begründung der Richtigkeit, sondern die Frage nach der Motivation, einer (richtigen oder falschen) Moral Folge zu leisten. 3. Schließlich kann die Frage gestellt werden, ob die Moral eine Religion rechtfertigen kann. Dieser Frage widmete sich insbesondere Immanuel Kant. Ich will im folgenden die erste Frage untersuchen und dabei wichtige Hinweise zur zweiten geben.

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Rüdiger Safranski über gut und böse

(Jürgen Fritz, 04.10.2019) Der Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Philosoph Rüdiger Safranski gilt als einer der großen Intellektuellen im Lande. Bekannt wurde er vor allem durch seine Monografien zu Friedrich Schiller, E.T.A. Hoffmann, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Johann Wolfgang von Goethe und Martin Heidegger. Noch bekannter dann, als er von 2002 bis 2012 zusammen mit Peter Sloterdijk im ZDF „Das Philosophische Quartett“ moderierte. Hans-Martin Esser sprach für „The European“ mit dem Bestsellerautor, auch über das Thema gut und böse.

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Praktischer Egoismus: Zuerst komme ich, dann ich und zuletzt ich

(Jürgen Fritz, 01.10.2019) Wenn sich jeder um sich selbst kümmert, ist für alle gesorgt, sagt der Volksmund. Doch ganz so einfach sind die Dinge natürlich nicht, was spätestens dann klar wird, wenn es zu Interessenkonflikten kommt. Denn dann würde offensichtlich schlicht das Recht des Stärkeren greifen, der eben mehr Durchsetzungskraft besäße, sich um seine Interessen zu kümmern. Was unterscheidet nun aber den Egoisten vom Egozentriker und was den praktischen vom theoretischen: vom logischen, psychologischen und ethischen Egoismus?

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Warum es keine Einheit in der Opposition geben kann

(Jürgen Fritz, 01.10.2019) Derzeit dominiert in der gesamten westlichen Welt der grüne, sozialistische oder sozialdemokratische Zeitgeist. Gegen diesen kann man aus zwei gänzlich verschiedenen Richtungen opponieren, die diametral so entgegengesetzt sind, dass es hier keine echte innere Verbindung gibt jenseits des einen Punktes, dass man diese autorassistischen Kräfte, welche die gesamte Gesellschaft im Griff haben und zu zerstören drohen, kategorisch ablehnt, das aber eben aus völlig unterschiedlichen Gründen.

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Echte und falsche Toleranz und Bescheidenheit

(Jürgen Fritz, 29.09.2019) Toleranz oder Duldsamkeit bedeutet im allgemeinen, dass man Dinge, die man selbst nicht gut, vielleicht sogar falsch oder schlecht findet, erträgt, dass man Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten anderer bis zu einem gewissen Grade gelten lässt oder aushält. Toleranz ist dabei weniger als Akzeptanz, mit der ein Gutheißen einhergeht, kein Ertragen oder Aushalten. Eine maßvolle, aber nicht grenzenlose Toleranz könnte man dabei, wie auch die Bescheidenheit, also die freiwillige Selbstbeschränkung als Kontrapunkt zur Geltungssucht, als Tugend auffassen. Dabei gilt es jedoch eine wahre und eine falsche Toleranz und Bescheidenheit zu unterscheiden.

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Markus Krall: Wenn der Euro nicht scheitert, scheitert Europa

(Jürgen Fritz, 26.09.2019) Unser System ist so fundamental entgleist, dass es nicht mehr repariert werden kann, ohne dass der Euro scheitert, sagt der Banken- und Finanzexperte Dr. Markus Krall. Das Scheitern des Euro sei die notwendige Voraussetzung für die Reparatur unseres Geldsystems und damit für das Überleben Europas. Der Satz der Kanzlerin, dass Europa scheitere, wenn der Euro scheitert, könnte falscher gar nicht sein. Er müsse um 180 Grad umgedreht werden: Wenn der Euro nicht scheitert, dann scheitert Europa. Und zwar unter Garantie!

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