Maria als Anti-Eva und der Mythos von der „unbefleckten Empfängnis“

(Herwig Schafberg, 21.11.2019) Heute ist der Mariengedenktag Mariä Opferung, außerdem bald Weihnachten, die Zeit, in der an die Geburt Jesu Christi im judäischen Bethlehem erinnert wird. Vieles spricht dafür, dass die Urgemeinde im Unterschied zu anderen Juden, aber der Logik jüdischer Prophezeiungen folgend, Jesus für den verheißenen Messias (Christus) hielt. Der Apostel Paulus ging allerdings einen Schritt weiter: Er entjudete Jesus der Herkunft nach und deutete ihn als „überirdisches, himmlisches Wesen“, das “von Anfang an bei Gott“ gewesen wäre, „sich freiwillig seiner göttlichen Herrlichkeit“ entledigt, zum „Heil der Menschen Knechtsgestalt“ angenommen hätte und in der Gestalt von Maria geboren wäre. Diese Deutung hat sich nahezu in der gesamten Christenheit durchgesetzt, wird aber seit dem 19. Jahrhundert selbst von den Kirchen in Frage gestellt.

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Woran das Abendland zugrunde gehen wird: dass wir die Aufklärung nicht zu Ende führten

(Jürgen Fritz, 17.11.2019) Es mag noch immer eine klare Minderheit sein, aber es werden immer mehr Menschen, die es regelrecht spüren, mache auch schon ganz klar sehen und erkennen: das Abendland wird untergehen. Zumindest ist die Gefahr, dass dies passieren wird, dass das Beste, was dieser Planet je hervorbrachte, sich selbst quasi zu Tode stranguliert, nicht nur gegeben, sondern förmlich mit den Händen greifbar. Doch wie konnte es so weit kommen? Was steckt dahinter respektive was steckt im innersten Kern der Problematik? Was ist der Grundfehler, an dem wir zu Grunde zu gehen drohen? Hier die vielleicht beste Erklärung.

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Äußere und innere Freiheit

(Jürgen Fritz, 08.11.2019) Freiheit bedeutet mehr als nur die äußere Freiheit, sich frei bewegen, frei sprechen und sein Leben frei gestalten zu können. Freiheit bedeutet in einer zweiten Stufe immer auch innere Freiheit. Wovon aber gilt es sich hier im eigenen Innern zu befreien?

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Was ist der Mensch?

(Jürgen Fritz, 04.11.2019) Der Mensch ist das übende Wesen, welches sich seine Übungen selbst aussuchen und über diese Wahl sich selbst formen, mithin sich selbst erschaffen kann. Ist der Mensch also ein Gott? In gewissem Sinne mehr als das.

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Jeder Mensch hat ein Recht auf Scheidung als Teil seiner Selbstbestimmung

(Jürgen Fritz, 27.10.2019) Frauen trennen sich manchmal von ihren Männern, manchmal auch umgekehrt. Nein, das ist nicht schön. Ja, das kann sehr schmerzhaft sein, zumal wenn man auch noch gemeinsame Kinder hat. Ja, es wäre viel schöner, wenn alle Beziehungen immer auf Dauer glücklich verlaufen würden. Aber so ist es nun mal nicht. Zum geistig-seelisch Erwachsenwerden gehört, dass man lernt, mit solch schweren persönlichen Rückschlägen adäquat umzugehen, denn ein Mensch wird auch durch einen Liebesschwur oder eine Heirat nicht Eigentum eines anderen.

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Das Wesen des Vergleichens

(Jürgen Fritz, 24.10.2019) „Überhaupt lobt man nichts in angemessener Weise ohne einen Vergleich.“ (Plinius der Jüngere, 61 – 113) Das könne man doch nicht miteinander vergleichen, so lautet eine typische Redewendung. Doch was bedeutet es überhaupt, Dinge miteinander zu vergleichen? Könnte es sein, dass dieser Begriff oftmals gar nicht richtig verstanden, das Wesen des Vergleichs mithin nicht erfasst wurde, wie diese Redewendung zeigt?

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Immanuel Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

(Jürgen Fritz, 21.10.2019) „Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter Wille.“ Mit diesem Satz beginnt, nach der Vorrede, der erste Abschnitt der 1785 erschienenen „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“, Kants erster wichtigen Schrift rein zur Ethik, zur praktischen, zur Moralphilosophie. Was für ein guter Wille ist das aber, von dem Kant hier spricht? Was genau meint er damit?

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Warum Doppelmoral etwas Verwerfliches ist, Claudia Roth

(Jürgen Fritz, 21.10.2019) Eine Handlung ist dann moralisch vertretbar, wenn ich als Handelnder wollen kann, dass meine Maxime verallgemeinerbar ist, wenn ich wollen kann, dass alle handlungsfähigen Subjekte genau diese Maxime haben und sich an sie halten (z.B. „Ich versuche nicht, andere Menschen zu ächten, weil sie bestimmte Worte benutzen, die ich selbst auch gebrauche“ oder: „Ich sage nicht wissentlich die Unwahrheit, um anderen zu schaden“). So lautet das Schlüsselkriterium deontologischer Ethikansätze (griechisch: δέον = deon = das Erforderliche, das Gesollte, die Pflicht) und dies entspricht recht genau unserer ethischen Intuition. Wer dagegen eine Doppelmoral pflegt, an manche Menschen andere Kriterien anlegt als an andere, insbesondere sich selbst, der, Frau Roth, verliert seine Integrität.

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Merkmale des Rechtsextremismus

(Jürgen Fritz, 15.10.2019) „Rechtsextremismus mit Linksextremismus bekämpfen zu wollen, wird ebenso wenig klappen, wie Feuerlöschen mit Benzin.“ (Rainer Wendt zur Unterstützung einer linksextremen Band durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 3. September 2018) – Linksradikalismus mit Rechtsextremismus bekämpfen zu wollen, wird ebenso wenig funktionieren, wie Feuerlöschen mit Benzin. (Jürgen Fritz)

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Wo die liberale, säkulare Gesellschaft eine resolute Grenzlinie ziehen muss

(Jürgen Fritz, 14.10.2019) Menschen können gegenüber der Weltanschauung anderer intolerant sein, einfach weil diese ihnen fremd ist, weil sie anders ist als die eigene (Intoleranz ersten Grades). Sie können eine Weltanschauung aber auch deswegen ablehnen, weil diese selbst intolerant und gefährlich ist (Intoleranz zweiten Grades). Wer den rationalen Diskurs verweigert und zu Gewalt gegen Andersdenkende aufruft oder Gewalt anwendet, nur weil jemand eine andere Weltanschauung hat, die er anderen aber gar nicht oktroyieren will, der darf von den Toleranten nicht geduldet werden. Denn ansonsten schaufelt sich die liberale Gesellschaft ihr eigenes Grab. Jeglicher Liberalismus muss also, so er überleben möchte, wehrhaft sein gegen seine Feinde.

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Wo ich politisch stehe

(Jürgen Fritz, 13.10.2019) Ich merke, dass einige in letzter Zeit Probleme haben, mich innerhalb ihrer eigenen Kategorisierung politisch einzuordnen. Teilweise werde ich wohl für einen Konservativen oder gar einen Rechten gehalten, weil ich die Neuen Linken seit Jahren so vehement und scharf kritisiere. Nun, das hängt eher damit zusammen, dass ich immer die am meisten kritisiere, die gerade den größten Schaden anrichten oder die in meinen Augen für Fehlentwicklungen verantwortlich sind. Ein Konservativer war ich mein ganzes Leben noch nie. Ich bin viel eher ein Progressiver (Fortschrittsgläubiger und -orientierter), ein Kind der Aufklärung, aber auf keinen Fall ein Sozialist oder Neuer Linker, sondern ein Liberaler, der die Errungenschaften der Aufklärung als etwas sieht, das unbedingt verteidigt werden muss.

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UN kurz vor der Zahlungsunfähigkeit – So könnte man sie austrocknen

(Jürgen Fritz, 09.10.2019) Die UN steht vor der größten finanziellen Krise der letzten zehn Jahre. Bis Ende des Monates seien die Liquiditäts-Reserven aufgebraucht, Personal und Lieferanten könnten dann nicht mehr bezahlt werden, warnt UN-Generalsekretär António Guterres. Von den 193 Staaten hätten bislang nur 129 ihre Mitgliedsbeiträge überwiesen. Die Generalversammlung im September sei nur durch Überschüsse aus dem vergangenen Jahr zu finanzieren gewesen. Insgesamt fehlten noch 30 Prozent der Summe der Beiträge. Insbesondere die USA haben dieses Jahr noch keinen Cent bezahlt. Sie sind mit 22 Prozent Anteil am Gesamthaushalt der mit Abstand größte Beitragszahler. Wie man diese Erste-Welt-feindliche Organisation gänzlich austrocknen könnte.

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Der Augenblick ist die Ewigkeit oder: Vom Umgang mit der humanoiden Nichtigkeit

(Michael Klonovsky, 07.10.2019) Ist es nicht erstaunlich, dass eine so widerwärtige, krumme Kreatur wie der Mensch so schöne Dinge schaffen kann wie das Negligé, die Kathedrale, das Ölgemälde, das Cembalo, die Récamiere, den Jaguar E-Type, den Eisenbahn-Salonwagen, das Dry-Aged-Tomahawk-Steak, das Schachspiel, den Cabernet-Sauvignon, den Tiger II und die Mondrakete? Reflexionen über die Nichtigkeit der menschlichen Existenz, religiöse Verheißungen, Tragik, Komik und den Sinn des Daseins von Michael Klonovsky.

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Warum Religion zur Begründung von Moral nicht taugt

(Jürgen Fritz, 05.10.2019) Fragt man nach dem Verhältnis von Moral und Religion, so muss man mindestens drei Fragen unterscheiden: 1. Kann Religion eine Moral begründen? Kann jene diese rechtfertigen? 2. Kann Religion helfen, dass eine wohlbegründete, gerechtfertigte Moral (oder auch eine nicht gerechtfertigte) eher eingehalten wird? Dies wäre also nicht die Frage nach der Begründung der Richtigkeit, sondern die Frage nach der Motivation, einer (richtigen oder falschen) Moral Folge zu leisten. 3. Schließlich kann die Frage gestellt werden, ob die Moral eine Religion rechtfertigen kann. Dieser Frage widmete sich insbesondere Immanuel Kant. Ich will im folgenden die erste Frage untersuchen und dabei wichtige Hinweise zur zweiten geben.

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