Polen: das Sich-einrichten im kollektiven Opfermythos

(Thomas Schmid, 14.07.2020) Polen hat gewählt. Der bisherige Präsident Andrzej Duda bleibt im Amt. Mit rund 51 zu 49 Prozent der Stimmen konnte er sich hauchdünn gegen seinen Herausforderer, den charismatischen Bürgermeister von Warschau Rafal Trzaskowski behaupten, der sich für Wandel und Toleranz, für ein weltoffenes, freies Polen, für Widerstand gegen Ressentiments der ländlichen Gegenden gegenüber Homosexuellen einsetzte. Duda dagegen steht für ein erzkonservatives, fundamental-katholisches Polen und er wird den Nationalisten und Populisten der PiS-Partei weiter behilflich sein, das Land in genau jene Richtung umzubauen. Im Wahlkampf griff er teilweise in die unterste Schublade. Thomas Schmid blickt in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft Polens.

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