Die Singularität des Holocaust bestreiten inzwischen nicht nur Rechtsradikale

(Thomas Schmid, 28.02.2021) Anhänger der Postcolonial Studies ziehen eine direkte Linie vom Massenmord an den Herero 1904 bis 1908 zum Holocaust. Wer im Holocaust ein singuläres Verbrechen sehe, erliege der eurozentrischen Borniertheit. Nicht zu verkennen ist dabei der Neid anderer Opfergruppen auf die Juden. Diese würden einen singulären Opferstatus für sich usurpieren. Der Holocaust aber war einzigartig, macht Thomas Schmid deutlich, weil es in ihm nicht um Unterdrückung und Ausbeutung, sondern um originäre Vernichtung ging. Der Erlösungsantisemitismus lieferte eine ganze Welterklärung. Und noch etwas arbeitet Thomas Schmid heraus: Im Kern verwerfen postkoloniale Denker die Moderne und den Universalismus. Die Barbarei kam aber nicht aus dem Universalismus, sondern aus dessen Missachtung.

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Juncker zündet beinahe Gattin des Präsidenten von Ruanda an

(Jürgen Fritz, 09.04.2019) Mehr als 800.000 Menschen kamen bei dem Völkermord der Hutu an den Tutsi vor 25 Jahren in Ruanda ums Leben. Nun wurde der Opfer gedacht. Am Völkermord-Denkmal von Gisozi, wohin sich 1994 Tausende mit Hilfe der UN in Sicherheit gebracht hatten, entzündete Ruandas Präsident Paul Kagame gemeinsam mit seiner Frau und anderen Politikern eine Flamme. Mit dabei der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Aber ob das so eine gute Idee war, dem schwer Ischias-Erkrankten eine brennende Fackel in die Hand zu drücken?

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