Im Zerfall zeigt die Dekadenz eine letzte Ahnung, wie groß etwas war

(Jürgen Fritz, 11.11.2018) Die Dekadenz schlendere im Gewand einer gierigen Lust durch die Straßen der Illusion, derweil ein innerer Ernst im Weltenwerden sich schüchtern durch die Nebengassen drücke, notierte in einem wunderbaren Aphorismus Christa Schyboll. Und Hans Ulrich Bänziger erinnerte uns daran, dass die Dekadenz im Zerfall eine letzte Ahnung zeige, wie groß etwas war. Denn um den Abstieg, mithin den Übergang vom einst Höheren zum Niederen zu erkennen, muss man selbst über eine Größe verfügen, die es einem erlaubt von oben auf das Ganze herabzublicken. Wer noch nie oben war, ja sich gar kein Oben mehr vorzustellen vermag, der ist dazu freilich gar nicht fähig. Wie sollte er?

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