Im Zerfall zeigt die Dekadenz eine letzte Ahnung, wie groß etwas war

Von Jürgen Fritz, So. 11. Nov 2018

Die Dekadenz schlendere im Gewand einer gierigen Lust durch die Straßen der Illusion, derweil ein innerer Ernst im Weltenwerden sich schüchtern durch die Nebengassen drücke, notierte in einem wunderbaren Aphorismus Christa Schyboll. Und Hans Ulrich Bänziger erinnerte uns daran, dass die Dekadenz im Zerfall eine letzte Ahnung zeige, wie groß etwas war. Denn um den Abstieg, mithin den Übergang vom einst Höheren zum Niederen zu erkennen, muss man selbst über eine Größe verfügen, die es einem erlaubt von oben auf das Ganze herabzublicken. Wer noch nie oben war, ja sich gar kein Oben mehr vorzustellen vermag, der ist dazu freilich gar nicht fähig. Wie sollte er?

Sie sind mehr

Mit dem Das Konzert „Wir sind mehr“ sollte am 3. September 2018 in Chemnitz ein „Zeichen gesetzt werden“. Ein Zeichen wofür? Nein, nicht für etwas, sondern gegen –  „gegen rechte Gewalt“, nachdem mehrere Immigranten mutmaßlich aus dem islamischen Kulturkreis den 35-jährigen Daniel Hillig am 26. August brutal niedergestochen hatten (Stiche unter anderem direkt in Herz und Lunge), so dass der Mann regelrecht ausblutete und verstarb.

Außerdem wurden zwei weitere Männer von den Immigranten mit Messerstichen schwer verletzt, von denen man seit Monaten nichts mehr hört, ja für die sich niemand mehr zu interessieren scheint, gilt es doch viel mehr all die „bösen Nazis“ zu verfolgen und sie die „ganze Härte des Gesetzes spüren zu lassen“, weil sie – sei es halb oder ganz betrunken oder auch nüchtern – den Hitlergruß zeigten. Was ist dagegen schon ein Tötungsdelikt und gefährliche Körperverletzungen mit mehreren Schwerverletzten, ausgeführt in einer Gruppe und mit Messern? Hauptverdächtig für das Tötungsdelikt ist übrigens ein Iraker, also ein Alpha-Mensch, während die Opfer nur Beta- oder Gamma-Menschen waren (keine Dritte Weltler und keine Muslime). Nach anderen Tätern wird noch immer gefahndet. Aber wie gesagt, zunächst mal hatte natürlich die polizeiliche Verfolgung und schnelle Aburteilung der Hitlergrußzeiger Vorrang.

Um diesen nicht nur Nazis, sondern überhaupt allen Rechtsextremen und auch gleich allen „Rechten“ mit dazu den Kampf anzusagen, veranstaltete man also im Chemnitz ein riesiges Konzert, befürwortet von unserem sogenannten „Bundespräsidenten“ – in Wahrheit einfach ein Sozi, den andere ausgewählte Sozis in SPD und anderen Parteien dorthin wählten (genaugenommen haben ihn drei Parteivorsitzende bestimmt, wie sich das in jeder anständigen Parteiokratur gehört).

Auf diesem großartigen Konzert am 3. September trug sich nun folgendes zu. Eine Sängerin namens Nuru trat dort auf und legte einen sagenhaften Auftritt hin, den man einfach gesehen und gehört haben muss. Hier zunächst der Text ihres Liedes, dann das Video des Liveauftritts inklusive einem Anhang („Wer nicht hüpft, der ist ein Nazi“), der alles toppt, was Sie jemals gesehen haben. Versprochen!

Ich bin schwarz, ich bin schwarz

Mein Bugatti fährt vierhundertzehn
Schwupps – die scheiß Bullen haben mich nicht gesehen
Ich bin schwarz
Ich bin schwarz, ich bin schwarz

Ich bin nie leise, schreie laut rum
Hab‘ ’ne junge, reine Haut
Ich rauch‘ Gras
Ich bin schwarz, ich bin schwarz

Was willst denn du mit deinem Rassenhass?
Ich bin lieber schwarz als todesblass
Ich bin schwarz
Ich bin schwarz, ich bin schwarz

Ich fick‘ deine Bitch, hab‘ ’nen Heidenspaß
Und jetzt hab‘ ich einen deutschen Pass
Ich fahr‘ schwarz
Ich bin schwarz, ich bin schwarz

Ich bin schwarz, ich bin schwarz
Ich bin schwarz, ich bin schwarz
Brauchst du Gras? Ich hab‘ Gras!
Is‘ kein Spaß, ich bin schwarz

Bin musikalisch und beherrsch‘ den Bass
Und du siehst mich twerken mit mei’m fetten Arsch
Ich bin schwarz
Ich hab Arsch, ich bin schwarz

Hab‘ ich schon erwähnt, dass ich nur Chicken mag?
Raste aus, wenn jemand außer Juju „Nigger“ sagt
Ich bin schwarz (Nigga!)
Ich brauch‘ Gras, ich bin schwarz

Ich bin schwarz, ich bin schwarz
Ich bin schwarz, ich bin schwarz
Brauchst du Gras? Ich hab‘ Gras!
Is‘ kein Spaß, ich bin schwarz

Ich bin schwarz – schwarz
Brauchst du Gras – Gras
Is‘ kein Spaß – Spaß
Ich bin schwarz – schwarz

Hab‘ ich mich schon vorgestellt? Mein Name ist Nura
Vergiss mal alle Rapper, ich bin schwärzer als Tupac
Nein, du darfst meine Haare nicht anfassen
Meine Brüder im Park sind mies am hustlen

Nazis essen heimlich Döner
Weil sie sich nicht trauen (trauen)
Schicken diese Hurensöhne immer ihre Frauen (Frauen)
Eure braune Scheiße riecht mies nach Dreck
Ich bin schwarz, ich bin schwarz, es geht niemals weg

Ich bin schwarz, ich bin schwarz
Ich bin schwarz, ich bin schwarz
Brauchst du Gras? Ich hab‘ Gras!
Is‘ kein Spaß, ich bin schwarz

Ich bin schwarz – schwarz
Brauchst du Gras – Gras
Is‘ kein Spaß – Spaß
Ich bin schwarz – schwarz
Ich bin schwarz

Wer nicht hüpft, der ist ein Nazi

Und zum Abschluss des Ganzen der Höhepunkt. Unbedingt bis zum Ende ansehen!

P.S.

Dass das sogenannte „deutsche Staatsoberhaupt“ mit solchem sympathisiert, zeigt wohl auf welcher Stufe wir, das ehemalige Land der Dichter und Denker, als Gemeinschaft bereits angekommen sind. Im Zerfall zeige die Dekadenz eine letzte Ahnung, wie groß etwas war, notierte Hans Ulrich Bänziger.

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Bild: YouTube-Screenshot

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