Nach Überwindung der sakrifiziellen Gewalt ist es Zeit, auch die religiöse Gewalt hinter uns zu lassen

(Jürgen Fritz, 20.06.2020) In Teil eins der dreiteiligen Reihe Monotheismus und die Sprache der Gewalt ging es um die monotheistische Revolution, welche eine neue Unterscheidung in die Welt brachte, die zwischen Rechtgläubigen, die dem wahren Gott dienen, und den „Götzendienern“. In Teil zwei zeigte Jan Assmann wie dadurch zu den bestehenden vier Formen der Gewalt eine völlig neue fünfte in die Welt kam: die religiöse Gewalt, die erstmals Menschen gegen Menschen aufbrachte im Namen des gekränkten, eifersüchtigen Gottes. In Teil drei erläutert der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, dass die Idee des eifersüchtigen Gottes nicht im Raum des Religiösen, sondern des Politischen wurzelt: Gott tritt an die Stelle des Pharaos. Nach der sakrifiziellen sollten wir nun auch die religiöse Gewalt hinter uns lassen.

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Mein Gott, ist das kompliziert und wirr mit diesem einen Gott

(Jürgen Fritz, 04.04.2019) Der Gott der Juden hat keinen Sohn. Der Gott der Araber auch nicht. Der Gott der Christen hat einen. Dieser soll zugleich irgendwie zu ihm dazugehören. Der Sohn soll göttlich und zugleich eine eigenständige Person sein, irgendwie aber doch nicht, weil es ja nur einen Gott geben darf. Da ist sich der Christ mit dem Juden und dem „gläubigen“ Araber zumindest im Grundsatz einig. In vielen anderen Punkten sind sich die drei aber völlig uneins. Von dem einen Gott wird dies behauptet, von dem anderen das und von dem dritten wieder etwas anderes. Zugleich behaupten alle drei, es gebe nur einen. Wie passt das alles zusammen? Oder passt es gerade nicht zusammen? Gehen wir den Dingen doch mal auf den Grund.

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