Migrantenkrise: eine Frage zu Lukaschenka und der EU

(Jürgen Fritz, 11.11.2021) Der böse belarussische Diktator Aljaksandr Lukaschenka, der „letzte Diktator Europas“, würde – natürlich mit Rückendeckung vom bösen Wladimir Putin – die arme EU mit Migranten erpressen, verkündet der polit-mediale Komplex seinen arglosen, braven Bürgern tagein tagaus. Ach, es ist doch einfach entlastend, wenn es für jedes Elend, immer genau ein oder zwei Bösewichte gibt, die man für sein Ungemach verantwortlich, ja, denen man wie einem Sündenbock …

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Ach wie gut, dass es Sündenböcke gibt!

(Jürgen Fritz, 11.11.2021) Am Jom Kippur, dem Tag der Sündenvergebung im Judentum, machte der Hohepriester die Sünden des Volkes Israel bekannt und übertrug sie durch Handauflegen symbolisch auf einen Ziegenbock. Zwei männliche Ziegen wurden ausgesucht und das Los entschied, welche „für den Herrn“ und welche „für Asasel“ (den teuflischen Wüstendämon) sein sollte. Sodann wurde der Bock, auf den das Los … 

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Vom Wirken des Heiligen Geistes zur Verbreitung von Verschwörungstheorien

(Herwig Schafberg, 31.05.2020) Auch an Pfingsten wird deutlich: Vielen ist ihre persönliche Freiheit wichtiger als soziale Verantwortung. Und noch ein zweites: Manche Menschen wollen nicht Ursachen für Geschehenes herausfinden, sondern Täter, denen sie die Schuld an diesem geben können. Ein uraltes, primitives Deutungsmuster. Dabei haben die Verschwörungsgläubigen längst einen neuen Sündenbock, ein neues Feindbild gefunden, dem sie die Schuld an der Corona-Pandemie zuweisen können. Verschwörungsgläubigen mangelt es vor allem an einem, wie Herwig Schafberg deutlich macht: an der Bereitschaft zum Verstehen von Zusammenhängen.

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Wie sind die Martin Horns dieser Welt so geworden, wer hat sie so gemacht?

(Jürgen Fritz, 28.10.2018) Straftaten wie diese – gemeint ist die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen durch acht Männer, darunter sieben Syrer, womöglich sogar durch bis zu 15 Täter – dürften nicht dazu dienen, Flüchtlinge pauschal zu verurteilen. Dies meinte der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn sofort nach dieser schrecklichen Tat und warnte sogleich vor „vorschnellen Urteilen“. Wem galt also die primäre Sorge des Stadtoberhauptes, in dessen Gemeinde dies nicht die erste solche Tat war? Der so schrecklich Geschundenen? Was sind das nur für Menschen, fragt #JFB. Wer hat diese so gemacht respektive wie konnten all die Martin Horns dieser Welt so werden? Wie war das möglich und wo kommt das her?

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Das Sündenbockdenken

(Jürgen Fritz, 03.07.2018) Dreitausend Jahre weiter. Dreitausend Jahre weiter? Noch immer so viel Mittelalter und Archaisches in den Köpfen, noch immer so wenig Denken in strukturellen Zusammenhängen. Noch immer so viel Projektion in möglichst eine Person hinein, die man zum Objekt seines ganzen Frustes (oder seiner ganzen Dankbarkeit) zu machen sich sehnt, um so alles Böse (oder alles Gute) in einem Punkte sammeln zu können und zu meinen, seiner so habhaft zu werden, da strukturelle Zusammenhänge nicht greifbar sind. Noch immer so wenig Gehirne, die in der Neuzeit angekommen sind.

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