Von Jürgen Fritz, Mo. 19. Jan 2026, Titelbild: Sky News-Screenshot
Der republikanische Senator Lindsey Graham hat US-Präsident Donald Trump aufgefordert, den iranischen Obersten Führer Ali Chamenei auszuschalten. Wir stünden vor dem größten historischen Wendepunkt seit dem Fall der Berliner Mauer, der die Zukunft des Nahen Ostens für die nächsten tausend Jahre prägen werde.
Der größte Wendepunkt seit dem Fall der Berliner Mauer
Der US-Senator hatte in früheren Interviews Ali Chamenei, den Oberstern Führer und Nachfolger von Ruhollah Chomeini, seit 1989 das politische und religiöse Oberhaupt des mehrheitlich schiitischen Iran, als „modernen Hitler“ und „religiösen Nazi“ bezeichnet. Der iranische Autokrat stehe an der Spitze des klerikalen Regimes, das derzeit von landesweiten Protesten erschüttert wird. Nach Ansicht des Senators wünscht sich die iranische Bevölkerung den Sturz ihres Führers.
In einem aktuellen Interview sagte Graham nun, die arabischen Länder der Region hätten ihn mehr als enttäuscht. Sollten die Medienberichte stimmen, dass die arabischen Staaten mit dem Verbleib des iranischen Ayatollahs an der Macht einverstanden sind, müsse er seine gesamte Sicht auf das Bündnis der arabischen Welt überdenken. Er habe versucht, optimistisch zu bleiben, was den Ausbau der Abraham-Abkommen angeht (Friedensvertrag zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten), aber die Praxis, hinter verschlossenen Türen das eine und in der Öffentlichkeit das andere zu sagen, müsse nun ein Ende haben. Er habe mit arabischen Verbündeten gesprochen und ihnen gesagt, dass sie die Fakten richtigstellen müssen. „Wenn sie nicht verstehen, dass dies der größte Wendepunkt seit dem Fall der Berliner Mauer ist, dann verpassen sie eine entscheidende Chance“, so Graham. Dies sei ein Religionskrieg. Und die Frage sei, wer am Ende gewinnt. „Sind es radikale islamistische Terroristen, die alle Juden töten wollen, weil sie glauben, Gott habe es ihnen befohlen? Wir stehen jetzt vor einer entscheidenden Wende, die die Zukunft des Nahen Ostens für die nächsten tausend Jahre prägen wird“, so der US-Senator.
Michael Sander kommentiert das Verhalten der arabischen Staaten wie folgt:
»Das Problem ist, dass die arabischen Nachbarstaaten Israels von der gegenwärtigen Situation mit Iran als „bad guy“ profitieren. Da man sie als Verbündete braucht, werden sie entsprechend hofiert und privilegiert. Sollte der Iran jedoch tatsächlich säkular und demokratisch werden, wäre es damit womöglich vorbei. Zudem müssten sie befürchten, dass der iranische Funken auf ihre eigenen Länder überspringt.«
Persönlicher Kommentar
Ich hoffe, dass Donald Trump sich von den arabischen Staaten, die eigene Interessen verfolgen, nicht zu sehr beeinflussen lässt. Natürlich muss die US-Führung sehr viele Dinge mit bedenken. Solche Eingriffe von außen sind immer sehr heikel und die Folgen müssen sehr sorgsam und ganz genau bedacht und abgewogen werden. Damit darf man niemals leichtfertig umgehen und hier wurden in der Vergangenheit viele Fehler gemacht (Zweiter Irakkrieg, Afghanistan …). Aber ich sehe es wie Lindsey Graham. Das ist eine Frage historischer Dimension. Jetzt könnten die Weichen für die Zukunft gestellt werden, wenn es zusammen mit dem iranischen Volk gelänge, dieses radikalislamische, menschenverachtende Terrorregime zu beseitigen und zig Millionen Iraner, die seit fast einem halben Jahrhundert unter ihm zu leiden haben, von ihm zu befreien.
Dies könnte den gesamten Nahen und Mittleren Osten nachhaltig zum Positiven verändern und mehr als das. Das könnte sich auf die gesamte Welt positiv auswirken, denn der Iran gilt seit seit über vier Jahrzehnten, als der führende staatliche Sponsor von Terrorismus weltweit, der überall islamischen Terror unterstützt (Hisbollah, Huthis, Hamas, Islamischer Dschihad, etliche schiitische irakische Milizen …) und auch Russland mit Drohnen für seinen Krieg gegen die Ukraine versorgt. Ich hoffe sehr, dass Trump und die US-Führung diesen Schritt wagen, auch wenn das wahrscheinlich eine sehr riskante und schwierige Operation sein würde. Aber manchmal muss man auch mutig sein und etwas wagen, wenn es die Sache wert ist.
Was würde der Fall des Mullah-Regimes für die Nicht-Iraner bedeuten?
Diese Frage beantwortet der Schweizer liberale Rechtsanwalt Emrah Erken wie folgt:
- »Einer der Hauptsponsoren des globalen Dschihadismus würde verschwinden.
- Nicht nur das: An dessen Stelle entstünde ein Staat, der entschieden gegen den Islamismus ist.
- Der neue Iran wäre ein Verbündeter Israels. Israel könnte dem neuen Iran helfen, sein Wasserproblem zu lösen.
- Der neue Iran würde den Nahen Osten ganz allgemein stabilisieren, was dem Weltfrieden dienen würde.
- Ein säkularer und westlich orientierter iranischer Staat ermöglicht es, dass wir weder von Staaten, die den Islamismus fördern, Gas und Erdöl kaufen müssten, noch bei Putin. Die Sanktionen würden entfallen und wir könnten mit diesen Käufen die Staatskasse des neuen Iran auffüllen.
- Man kann endlich wieder ohne irgendwelche Bedenken seinen Urlaub im Iran verbringen, wo sich zahlreiche historische Stätten atemberaubender Schönheit befinden. Ein Tourismus-Boom würde wiederum die leeren Staatskassen des neuen Iran füllen.
- Einer der wichtigsten Verbündeten des Putin-Regimes, der den Autokraten in Moskau mit Raketen versorgt hat, die von diesem in seinem Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden, würde verschwinden.
- Der Sieg des iranischen Volksaufstandes wäre auch ein Sieg gegen die Woke-Linken, im Besonderen gegen die Anhänger der postkolonialen Ideologie. Vor allem die Rückkehr des Schahs würde diesen regelrechte Schmerzen verursachen.«
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