Jessy Wellmer: Sprachrohr eines islamischen, massenmordenden Unterdrückungssystems?

Von Jürgen Fritz, Di. 27. Jan 2026, Titelbild: Tagesthemen-Screenshot

„Bestürzend! Tagesthemen betreiben perfide Täter-Opfer-Umkehr. Reza Pahlavi, der liberale Demokrat, wird als verantwortungsloser Aufwiegler in Sippenhaft für seinen Vater genommen und als Trump-Lakai und Usurpator abgestempelt.“ – Karl-Heinz Paqué, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung, Präsident der Liberalen Internationalen

I. Jessy Wellmer: Sprachrohr eines radikalislamischen, massenmordenden Unterdrückungsregimes?

Die ARD-Bedienstete Jessy Wellmer führte am 23. Januar 2026 in den Tagesthemen ein Interview mit Reza Pahlavi, dem ältesten Sohn des ehemaligen Schahs von Iran (Schah von Persien), Mohammad Reza Pahlavi, und der ehemaligen Kaiserin Farah Pahlavi, dem damaligen designierten iranischen Kronprinzen, der seit 1984 in den USA lebt. Die Art und Weise, wie Jessy Wellmer dieses Interview, das hier komplett zu sehen ist, führte, welche Fragen sie wie stellte, führte zu heftiger Kritik, denn darin zeigte sich etwas ganz Grundsätzliches, was mit der ARD und nicht nur mit dieser nicht stimmt. So ist beispielsweise auf X folgender Text in leichten Variationen sehr oft zu finden:

»Das Interview von Jessy Wellmer … mit Reza Pahlavi stellt einen schwerwiegenden Verstoß gegen journalistische Verantwortung und menschenrechtliche Sorgfaltspflicht dar. Frau Wellmer, während Sie mit bemerkenswerter Arroganz einen angeblichen „Nachweis der Popularität“ einfordern, blenden Sie systematisch das massive und dokumentierte Blutvergießen aus, das vom eigentlichen Täter, Ali Khamenei, und seinem Unterdrückungsapparat begangen wird. Diese selektive Wahrnehmung widerspricht fundamental den Grundsätzen einer menschenrechtsbasierten Berichterstattung. Statt die fortlaufenden Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu benennen, reproduzieren Sie Narrative politischer Kreise, die ein freies, demokratisches Iran fürchten. Indem Sie die Propaganda des Regimes übernehmen und gleichzeitig die Millionen Iraner ignorieren, die unter Lebensgefahr und im Angesicht tödlicher Gewalt den Namen ihres Königs Reza Pahlavi rufen, haben Sie Ihre Rolle als unabhängige Journalistin aufgegeben. Diese Form der voreingenommenen und verzerrenden Berichterstattung degradiert Sie zur Sprachrohr-Funktion eines Unterdrückungsregimes und stellt eine schwere Rufschädigung für den öffentlich-rechtlichen Journalismus dar. Sie ist eine Schande für die Tagesschau. Der Wille des iranischen Volkes, seine Identität, Würde und Selbstbestimmung zurückzuerlangen, ist durch internationales Recht geschützt und ungleich stärker als Ihre unbeholfenen, politisch diktierten Narrative. Die Welt sieht zu – und sie wird dieses Versagen nicht vergessen.«

II. Ein Framing-Interview, das den Gesprächspartner von Beginn an in eine Verteidigungsposition zwingt

Die Jounalistin Atosa nahm Wellmers Interviewstil genauer unter die Lupe. Sie schreibt:

»Weil manche Leute immer wieder sagen, dass sie die Fragen von Jessy Wellmer in diesem Interview als legitim wahrnehmen, nahm ich mir als Journalistin die Zeit, jeder einzelne Frage auseinander zu pflücken. Nein, diese Fragen sind alles andere als legitim.

Frage 1: Sie haben die Proteste angeheizt… Wie gehen Sie mit dieser Verantwortung um?

  • Getötet wurden Menschen durch das Regime. Die Frage verlagert den Fokus von der Täterseite auf einen Oppositionellen.
  • Sie beginnt das Gespräch nicht mit Fakten (Regime erschießt Demonstranten), sondern mit moralischer Anklage gegenüber ihrem Gesprächspartner: „Sie haben die Proteste angeheizt“.
  • Dem Zuschauer wird suggeriert: „Opposition = Eskalation = Hauptschuld“.

Frage 2: Erwarten Sie eine US-Intervention?

Unmittelbar nach der ersten „Mitschuld“-Frage wirkt diese Frage wie: „Sie bringen Menschen in Gefahr; hoffen Sie jetzt auch noch auf Bomben?“ Sie hätte neutral fragen können: „Welche Rolle sollten westliche Staaten jetzt spielen, diplomatisch, wirtschaftlich, militärisch?“

Frage 3: Hat Trump Ihnen persönlich Hilfe angeboten?

  • Sie lenkt in Richtung „Deals hinter geschlossenen Türen“ und suggeriert „Trump unterstützt ihn“.
  • Unterstellung von Abhängigkeit als Marionette. Sie suggeriert persönliche Hilfe.
  • Das Publikum soll denken „Ist der Oppositionsführer gekauft? Ist er Gekoppelt an US-Interessen?“
  • Sie hätte journalistisch korrekt fragen können: „Gibt es Gespräche mit westlichen Regierungen? Welche Unterstützung fordern Sie konkret und welche nicht?“

Frage 4: Es gibt keinen Beweis… Was macht Sie mehr als einen selbsternannten künftigen Führer?

  • Unzulässige Tatsachenbehauptung.
  • „Es gibt keinen Beweis“ ist selbst schon ein Urteil.
  • Sie macht sich zur Schiedsrichterin darüber, was als „Beweis“ zählt.
  • „Self-proclaimed future leader“ ist nicht neutral, sondern ein rhetorischer Angriff, um ihn als anmaßend und irrelevant darzustellen.
  • Sie unterschlägt die Tatsache, dass in einer Diktatur Umfragen unmöglich sind. Beweise können nicht wie in einem demokratischen Umfeld verlangt werden.
  • Die Frage ist strukturiert wie: „Beweisen Sie jetzt, dass Sie nicht irrelevant sind“ und setzt das Publikum mental auf: „Er ist vermutlich gar nicht legitim und hat keine Unterstützung.“
  • Sie hätte fragen können: „Welche Hinweise haben Sie auf Unterstützung in Iran? Welche Rolle sehen Sie für sich in einer Übergangsphase?“

Frage 5: Neue Pahlavi-Dynastie… Distanzierung vom Vater?

  • Sippenhaft. Er muss sich von der Regierungsweise seines Vaters „reinwaschen“.
  • „Dynastie“ erzeugt sofort Assoziationen von illegitimer Machtvererbung.
  • Vermutung als Fakt: keine Belege, keine quantifizierte Relevanz, aber als gesellschaftliche Tatsache gesetzt.
  • Falsche Gleichsetzung: Regime = reale Diktatur, Opposition = hypothetische neue Diktatur. Damit wird die Opposition moralisch als gleich gefährlich eingestuft.

Frage 6: Wollen Sie noch zurück nach Iran? Und wie?

  • Im Kontext problematisch. Sie hat diesen Rahmen mit vorherigen Fragen aufgesetzt: „Sie sind illegitim, verantwortlich für Tausende Tote und potenziell undemokratisch.“
  • Wenn daraufhin gefragt wird, ob er zurückgeht, wirkt das wie: „Und wann treten Sie Ihren Machtanspruch praktisch an? Wann setzen Sie Ihre Dynastieidee um? Wann wird aus dem hypothetischen Risiko Realität?“

Insgesamt folgt das Interview dieser Logik: die Opposition wird zuerst mit Blutverantwortung konfrontiert, dann geopolitisch rahmend verkoppelt, danach delegitimiert, schließlich moralisch belastet.

Dieses Interview ist nicht ergebnisoffen, sondern ein Framing-Interview, das den Gesprächspartner von Beginn an in eine Verteidigungsposition zwingt. Die Tatsache, dass Seine Majestät damit souverän umgegangen ist, ändert nichts an der unprofessionellen Haltung der Journalistin.«

Soweit die journalistische Einschätzung von Atosa.

III. Eine perfide Täter-Opfer-Umkehr

Auch Davood Hosseini kommt zu einem klaren Urteil:

»Was wir heute beim ÖRR erleben, ist eine Verdrehung der Iran Revolution 2026. Als kein Pahlavi-Anhänger mit 45 Jahren Iran-Analyse sage ich: Die Mehrheit der Iraner will Reza Pahlavi. Und als Politiker ist er ein Demokrat. Fakten gegen Narrativ.«

Und Karl-Heinz Paqué, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung, Präsident der Liberalen Internationalen, FDP-Präsidium, schreibt:

»Bestürzend! Tagesthemen betreiben perfide Täter-Opfer-Umkehr. Reza Pahlavi, der liberale Demokrat, wird als verantwortungsloser Aufwiegler in Sippenhaft für seinen Vater genommen und als Trump-Lakai und Usurpator abgestempelt.«

IV. Das Ganze hat System

Nun meinen einige, Jessy Wellmer sei einfach schrecklich inkompetent, vielleicht auch nicht die hellste Kerze auf der Torte. Doch so schlicht liegen die Dinge hier ganz sicher nicht. Natürlich sticht Wellmer weniger durch besondere Intelligenzglanzleistungen hervor. Das erklärt ja aber nicht, dass sie genau wie Caren Miosga und hunderte, wenn nicht tausende andere „Journalisten“ in der westlichen Welt bei dem einen Gesprächspartner so, bei den anderen aber vollkommen anders agitiert – siehe beispielsweise Interviews mit den Grünen, insbesondere mit Robert Habeck, die fast schon als Grünen-Werbung hätten eingestuft werden können. Das Ganze hat natürlich System.

Und Jessy Wellmer kam nur deshalb in so eine Position, weil sie dieses manipulative System stützt und weil sie ein Element in diesem System ist und das auch sein möchte, sei es aus innerer Überzeugung, weil sie selbst eine Anhängerin dieser perversen, islamophilen, antiokzidentalen Ideologie ist, oder aber weil sie zumindest eine gewisse Sympathie für diese Ideologie hegt und ihr Agieren ansonsten primär von Opportunismus geprägt ist, sie sich also vor allem am eigenen beruflichen Fortkommen orientiert, sprich aus Karrieregründen erfolgt und dem Wunsch, bei den Kollegen möglichst wenig anzuecken, weil sie keine Schwierigkeiten bekommen möchte und weil sie weiß, was man von Personen in solchen Positionen erwartet.

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