Polen braucht ein eigenes Denkmal

(Thomas Schmid, 25.07.2020) Sechs Millionen polnische Opfer waren 1945 das Ergebnis der deutschen Besatzungsherrschaft. Die Zerstörung Polens war von Anfang an ein eigenes Ziel. Polen, wie es war, sollte es nach dem Willen Hitlers nicht mehr geben. Wie dem gebührend gedenken? Der Vorschlag eines eigenständigen Polendenkmals hebt die Einzigartigkeit des polnischen Leidens hervor, sagt Thomas Schmid und spricht sich gegen den Vorschlag eines alle Opfergruppen umfassenden Sammeldenkmals aus. Denn dies, so macht er klar, lasse die Besonderheit Polens verschwinden – wieder einmal.

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Polen: das Sich-einrichten im kollektiven Opfermythos

(Thomas Schmid, 14.07.2020) Polen hat gewählt. Der bisherige Präsident Andrzej Duda bleibt im Amt. Mit rund 51 zu 49 Prozent der Stimmen konnte er sich hauchdünn gegen seinen Herausforderer, den charismatischen Bürgermeister von Warschau Rafal Trzaskowski behaupten, der sich für Wandel und Toleranz, für ein weltoffenes, freies Polen, für Widerstand gegen Ressentiments der ländlichen Gegenden gegenüber Homosexuellen einsetzte. Duda dagegen steht für ein erzkonservatives, fundamental-katholisches Polen und er wird den Nationalisten und Populisten der PiS-Partei weiter behilflich sein, das Land in genau jene Richtung umzubauen. Im Wahlkampf griff er teilweise in die unterste Schublade. Thomas Schmid blickt in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft Polens.

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