Wieso man als Konservativer auf keinen Fall CDU/CSU wählen sollte

Von Jürgen Fritz

Nicht wenige Konservative stehen vor einem großen Problem: Was wählen bei der Bundestagswahl im September, angesichts der Tatsache, dass die klassische konservative Partei Deutschlands, die CDU immer weniger eine solche ist? Hierzu einige essenzielle strategische Überlegungen.

Bu-Prä-Wahl-2017 (2)

Erste Überlegung

Die erste Frage muss sein: Kann die Union die absolute Mehrheit schaffen? CDU/CSU liegen derzeit bei für sie sehr guten 36 – 40 Prozent, im Wahl-O-Matrix-Durchschnitt aller Institute bei ca. 38,5 Prozent. Das sah vor zwölf Monaten und auch zu Beginn des Jahres 2017 teilweise noch ganz anders aus, als die Union bei nur noch knapp über 32 Prozent lag. Knapp 40 Prozent, vielleicht sogar ganz knapp darüber scheinen bei der Wahl im September auf jeden Fall möglich, aber sicherlich keine 47,5 bis 48 Prozent, die für eine absolute Mehrheit notwendig wären. (100 Prozent minus 4,4 Prozent für sonstige Parteien geteilt durch 2 = 47,8 Prozent.) Wegen der Parteien, die an der Fünf-Prozent-Klausel scheitern, wenn man so will verlorene Stimmen, braucht man also keine 50 Prozent.

Dennoch sind auch knapp 48 Prozent enorm viel für eine Fraktion. Eine absolute Mehrheit für die Union – alle anderen schafften das niemals – hat es nur einmal gegeben, nämlich in Adenauers Glanzzeit 1957.  Aber selbst Adenauer gelang dies nur ein einziges Mal. Damals gab es aber nur drei und keine sechs relevante Fraktionen. Eine absolute Mehrheit für CDU/CSU kann im September also ausgeschlossen werden.

Zweite Überlegung

Da CDU/CSU fast 15 Prozent vor der SPD liegen, wird die Union wohl auf jeden Fall wieder den Kanzler stellen und dies wird wieder Angela Merkel sein. Die SPD mit ihrem völlig überfordert scheinenden Martin Schulz, der zudem vollkommen unglaubwürdig ist – ein Sozi, der aus Steuer-, also Bürgergeldern Millionär wurde und zugleich ständig von „sozialer Gerechtigkeit“ spricht -, dürfte nicht den Hauch einer Chance haben, die stärkste Fraktion im neuen Bundestag zu werden. Zumal ja die SPD für eine Politik steht, die man als Merkel hoch zwei bezeichnen könnte. Wer SPD wählt, bekommt quasi noch mehr Merkel-Politik. Wen soll das überzeugen?

2017-07-16

Somit stellt sich nur noch die Frage: Wer kommt als Koalitionspartner für CDU/CSU in Betracht? Die Linke und die AfD, die Merkel und CDU beide zutiefst ablehnen, scheiden aus. Also bleiben a) die SPD, b) die FDP und c) die Grünen.

Dritte Überlegung

Wen hätten Merkel und die CDU am liebsten? (Die CSU wird nichts zu melden haben.) Nochmal eine große Koalition mit SPD erscheint wenig reizvoll. Zu oft eine GroKo lässt Unmut in der Bevölkerung entstehen, weil zu viele dann merken, dass es gar keine echte, wirkmächtige Opposition gibt. Die Illusion einer echten Opposition soll, wenn irgendwie möglich, aufrechterhalten werden. Wenn zahlenmäßig etwas anderes geht, wird man in der CDU also entweder die FDP oder die Grünen präferieren, zumal man dann mit einem kleineren Partner mehr eigene Positionen durchsetzen und auch mehr Ministerposten mit eigenen Leuten besetzen kann.

Vierte Überlegung

Wenn es denn tatsächlich zahlenmäßig reichen sollte mit FDP oder den Grünen, wen wählt die Union dann wohl lieber als Koalitionspartner: die FDP oder die Grünen? FDP und Grüne sind derzeit etwa gleichstark, die FDP nur minimal stärker (ca. 0,5 bis 1 Prozent). Wenn CDU/CSU auf fast 40 Prozent oder sogar darüber kommen sollte, was zu befürchten ist, dann haben sie mit hoher Wahrscheinlichkeit freie Auswahl zwischen SPD, FDP und Grünen.

Die FDP wäre aus meiner Sicht sicherlich das kleinste Übel im Vergleich zur SPD und den Grünen, wenngleich auch die FDP nicht wirklich viel taugt. Diese wird – dankbar, dass sie überhaupt mitmachen darf – anfangs fast alles abnicken, was Merkel vorgibt. Insofern wäre die FDP zu Beginn zumindest ein bequemer Koalitionspartner. Langfristig wird Merkel der FDP aber eher weniger vertrauen. Dass der ehemalige Vizekanzler Philipp Rösler und die „Freien Demokraten“ sie damals düpiert und gegen ihren entschiedenen Willen Gauck als Bundespräsident durchgesetzt, sie regelrecht vorgeführt haben, hat sie nicht vergessen.

Außerdem gefällt ihr der Kurs der FDP weniger als der der Grünen. Letztere sind zwar nicht immer pflegeleicht, aber Merkel und auch Altmaier, Schäuble, Gröhe, Laschet, Strobl und andere CDU-ler können längst sehr gut mit den Grünen. Man versteht sich. Und schließlich hätte Merkel dann alle durch als Koalitionspartner: SPD, FDP und Grüne. Das Bündnis mit den Letztgenannten bereitet sie seit Jahren vor: völlig abrupter Ausstieg aus der Atomenergie von heute auf morgen mit Milliarden schweren Schäden für die Steuerzahler und Strombezieher, Aussetzung der Wehrpflicht, Einführung der Homo-Ehe und vieles andere mehr.

Fazit

Die Gefahr von Schwarz-Grün ist extrem hoch, wenn CDU/CSU knapp an oder sogar über 40 Prozent kommen. Ergo: Wer konservative Politik möchte, sollte auf keinen Fall CDU oder CSU wählen. Die Union wird ohnehin die nächste Regierung anführen. Je schwächer sie aber ist, desto geringer die Gefahr, dass Özdemir, Hofreiter, Simone Peter, Göring-Eckardt und Claudia Roth im nächsten Kabinett sitzen.

Meine Empfehlung

Meine Empfehlung für alle Konservativen (und auch Liberalen) lautet daher: AfD wählen. Die Alternative für Deutschland steht für Rechtsstaatlichkeit, für mehr direkte Demokratie, für echten, wehrhaften Liberalismus und vor allem für konservative Werte wie innere Sicherheit – das Schlüsselthema der nächsten Jahre! -, Familie und deren Förderung, solide Wirtschaftspolitik und vor allem für eine Politik primär für die deutschen Bürger und nicht primär für die EU, nicht primär für Ausländer und Immigranten und vor allem nicht für die Abschaffung Deutschlands und seiner Kultur.

Je stärker die AfD im nächsten Bundestag vertreten sein wird – drittstärkste Fraktion mit mindestens 10 Prozent wäre optimal -, desto mehr werden CDU/CSU konservative und solide, staatsbürgerfreundliche, sicherheits- und familienorientierte Politik machen müssen, aus Angst, ansonsten zukünftig noch viel mehr Wähler an die AfD zu verlieren.

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Dieser Artikel erschien in etwas kürzerer Fassung auch auf Philosophia perennis und auf jouwatch.

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Bild: Youtube-Screenshot

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3 Kommentare zu „Wieso man als Konservativer auf keinen Fall CDU/CSU wählen sollte

  1. „Meine Empfehlung für alle Konservativen (und auch Liberalen) lautet daher: AfD wählen.“

    Meine auch! Selbst wenn ich der AfD mittlerweile distanzierter gegenüberstehe, so denke ich, dass es mittlerweile (immer) mehr Sand ins gut geölte politische Getriebe geben muss. Das geht einfach nicht mehr so weiter, in diesem Land, welches von Angela Merkel sukzessive oder abrupt an oder in den Abgrund gedrängt wurde.

    Schon die letzte Bundestagswahl gab mir schwer zu denken. FDP und AFD nur knapp an der 5-Prozent-Hürde gescheitert, andere fielen gleich völlig darunter. In den Medien sprach man von ca. 14% der Bundesbürger, deren Meinung wieder nicht im Parlament vertreten sein wird. Ein Jammertal dessen, was man mal Demokratie nannte.

    Und wohl ein Abbild der Saturiertheit unserer Bevölkerung, wenn sie das Wesen aus der Uckermark erneut für 4 Jahre frei hermlaufen lässt. Von den Nichtwählern will ich an dieser Stelle erst gar nicht anfangen.

    Das geht so einfach nicht mehr weiter. Verlorene und missgorene Jahre unter Merkel, begonnen mit Kohl und seiner ‚geistich moralichen Wende‘, fortgesetzt durch Schröder und seinem „Gedöns“ und vollstreckt durch eine lispelnde Merkel, welche diesem Land alles, aber sicher nichts Gutes antut.

    Change – sonst fliegt uns Allen der Kessel bald um die Ohren. Ich kenne niemanden, der auch nur im Ansatz gut findet, was hier in diesem Land seit Jahren passiert. Und keiner von denen wählt CDU/CSU, SPD, Grüne oder Linke. Den Restkompromiss trauen sich die meisten aber nicht zu sagen bzw. dazu zu stehen. Soweit ist es wohl schon gediehen hier.

    Mich graust es; denke ich an die nächsten Jahre mit dieser Wendehälsigen.
    Fehlt nur noch, dass die Teppichfliese Schulz dabei Vizekanzler wird …

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    1. Vielen Dank Joe Panth!
      Die Genauigkeit des hier „Autor“ genannten Schreiberlings dieses Artikels ist horrend mangelhaft.
      Statistische Zusammenhänge werden vertauscht, wie von einem Studienanfänger oder einem Schüler.
      Die aus dieser Ungenauigkeit entstehenden Scheinargumente unterstützen nur die journalistisch unneutrale und rechtspopulistische Argumentation des „Autors“.
      Man könnte fast der Meinung sein hier würde Wahlwerbung betrieben, denn der „Autor“ kommt zu dem Schluss, dass alle Parteien, egal wie viele Prozentpunkte sie bei den Wahlen erzielen, für eine falsche Sache kämpfen, wohingegen die AFD den perfekten Kurs fahre.
      Ich frage mich in stillen Stunden, ob so welche wie sie eigentlich selbst glauben, dass die AFD „Einen rechtsstaatlichen Kurs“ fahre.
      Ich trage ihren Artikel allerdings gerne an die Außenwelt, ein Lacher unter meinen Freunden ist der nämlich mit Sicherheit.

      Mit freundlichen Grüßen

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