Von Jürgen Fritz, Mi. 14. Jan 2026, Titelbild: Twitter-Screenshot
Die Lage im Iran spitzt sich die letzten Tage immer mehr zu. Schon seit dem 8. Januar hat das Mullah-Regime eine Internetsperre verhängt. Die letzten Tage wurden nun tausende Demonstranten erschossen, tausende weitere verhaftet. Eine Hinrichtungswelle wird befürchtet.
Stehen den verhafteten Demonstranten Massenhinrichtungen bevor?
Die deutsch-jüdische Autorin und Aktivistin Malca Goldstein-Wolf schrieb gestern auf X, es gäbe Berichte, dass sich das islamische Regime im Iran darauf vorbereite, innerhalb der nächsten 48 Stunden öffentliche Hinrichtungen durchzuführen (nachdem in den letzten Tagen bereits 12.000 Menschen von den Mullahs und ihren Helfern ermordet worden sein sollen, wie verschieden Stellen berichten). Demonstranten, die in den letzten Tagen festgenommen wurden, sollen nun durch Erhängen öffentlich hingerichtet werden und dies soll in den staatlichen Medien übertragen werden (ich vermute zur Abschreckung und Einschüchterung, man schätzt, dass bereits 10.000 bis 16.000 Menschen verhaftet wurden). Warnungen deuten darauf hin, dass dies zu Massenhinrichtungen eskalieren könnte, wenn es nicht gestoppt wird. Die Lage verschlechterte sich rapide, schreibt Malca Goldstein-Wolf.
Trump kündigt Hilfe an
Raylan Givens, Ex-IDF, schrieb vorgestern Abend: »Eine Quelle aus dem Weißen Haus sagte dem Wall Street Journal: Trump neigt dazu, einen Angriff auf den Iran anzuordnen. Vizepräsident Vance führt die Bemühungen an, den Präsidenten zu Verhandlungen zu bewegen.« – Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass Außenminister Rubio dagegen für einen Militäreinsatz plädiert. Ist aber eine reine Vermutung.
Und der US-Präsident Donald Trump hat gestern am späten Nachmittag folgendes auf Truth Social veröffentlicht: »Iranische Patrioten, MACHT WEITER MIT DEN PROTESTEN – ÜBERNEHMT EURE INSTITUTIONEN!!! Haltet die Namen der Mörder und Missbraucher fest. Sie werden einen hohen Preis zahlen. Ich habe alle Treffen mit iranischen Offiziellen abgesagt, solange das sinnlose Töten von Demonstranten nicht AUFHÖRT. HILFE IST AUF DEM WEG. MIGA!!! PRÄSIDENT DONALD J. TRUMP«
Dazu Raylan Givens auf X: »Trump agiert in seinem Beitrag brillant. Zunächst sendet er eine Botschaft an die Protestierenden: „Macht weiter, lasst die Demonstration nicht abebben. down.“ Anschließend stiftet er Chaos in der Führungsriege des Regimes, indem er ihnen mitteilt, dass sie gefunden und vor Gericht gestellt werden, in der Hoffnung, dass sie fliehen oder sich verstecken. Dramatische Stunden stehen uns bevor.«
Wie wahrscheinlich ist es, dass die USA von außen eingreifen, um die Demonstranten vor dem Terror-Regime zu schützen?
Der Militärblogger und Ex-Nachrichtendienstler Joey Hoffmann (U.M.) analysiert die aktuelle Lage auf X am Montagabend wie folgt: »Sollten die USA eingreifen – davon gehe ich immer stärker aus – dann mit asymmetrischen Mitteln. Es wird keine Truppenverbände am Boden geben. Israel hat dazu nicht die Kapazitäten, nicht einmal die Möglichkeiten. Durch die Nachrichtensperre werden wir kein großes Feuerwerk sehen. Möglich wären Angriffe auf für das Regime neuralgische Punkte, Angriffe auf die Kommunikation (auch Cyber) oder auch Angriffe auf Personen. Nachdem Israel sich eng mit den USA abstimmt, denn die bekämen die Retour ab, haben die auch die israelischen Infos. (…)
Dass Spezialeinheiten die Caracas-Nummer bringen, kann ich mir nur schwer vorstellen. Zu aufwändig, zu riskant, Ziele zu gut abgeschirmt. Aber gut, die Caracas-Nummer hat mich auch überrascht. Die USA werden es sich vielleicht nicht nehmen lassen, bei der Gelegenheit gleich noch ein paar Reste des Atomprogramms zusammenzufegen. Ich gehe immer stärker davon aus, wegen Trumps Ego. Er hat sich inzwischen so weit aus dem Fenster gelehnt, er kann kaum noch anders. (…)
Darüber hinaus rechne ich damit, dass das Regime beim Scheitern hemmungslos tausende aufknüpfen wird. (…) Ich bin keineswegs sicher, dass die Revolution gelingt. Revolutionen brauchen drei Dinge: Legenden, Leute die den Job übernehmen können, und einen gemeinsamen Feind. (…) Es muss ein Kipppunkt erreicht werden. Die Revolutionsgarden zu überwinden, ist nicht die einzige Hürde. Aber sind die weg, kippt auch das reguläre Militär (Artesh) …«
Die islamische Revolutionsgarde
Allein die Islamische Revolutionsgarde IRGC, die Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte, verfügt über mehrere hunderttausend Soldaten. Und der IRGC ist die millionenstarke Freiwilligenmiliz der Basidschis unterstellt. Hinzu kommt die Artesh die reguläre Armee des Iran. Die IRGC ist nach der Verfassung der islamischen Republik Iran verpflichtet, die „ideologische Mission des Dschihad im Sinne Allahs, d. h. die Souveränität des Gesetzes Allahs auf die ganze Welt auszudehnen“. Es gilt, die Ausbreitung des Welāyat-e Faqih (die Regierungsform der islamischen Republik) zu verfolgen und „abweichlerische Bewegungen“ auch im Ausland zu unterbinden.
Kulturen and. Glaubensrichtungen außerhalb des Islams betrachtet die IRGC als Bedrohung für die Schia (die Schiiten sind nach den Sunniten die größte Strömung innerhalb des Islam). Dieses Weltbild verbindet die Revolutionsgarde mit gleichgesinnten Extremistengruppen außerhalb Irans, wie der Hisbollah im Libanon und den Huthis im Jemen, zu denen sie enge Beziehungen pflegt. Ein besonderes Ziel, das IRGC, Hisbollah und Huthis eint, ist die Vernichtung des jüdischen Staates Israel.
Die Verfolgung dieses Ziels veranlasst die IRGC dazu, auch mit sunnitischen terroristischen Gruppen, wie der Hamas im Gazastreifen und dem Islamischen Dschihad im Irak zu paktieren, sie auszubilden und zu finanzieren, obwohl diese sunnitischen Gruppen nach der ideologischen Auffassung der schiitischen Revolutionsgarde nicht den wahren Islam vertreten.
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