Von Jürgen Fritz, Fr. 06. Feb 2026, Titelbild: X-Screenshot
Ein Ausländer ohne Wohnsitz in Deutschland fährt ohne Fahrschein in einer Regionalbahn, wird vom Schaffner des Zuges verwiesen und geht daraufhin auf diesen los, schlägt ihm mehrfach so heftig auf den Kopf, dass der Mann an einer Hirnblutung stirbt. Nun wurden weitere Details bekannt.
Nur weil er den Fahrgast ohne Ticket des Zuges verwies, wird der Schaffner so zusammengeschlagen, dass er keine 40 Stunden später stirbt
Das Verbrechen, das ganz Deutschland regelrecht schockiert, ereignete sich am Montag gegen 17:30 Uhr auf einer Zugfahrt von Kaiserslautern nach Saarbrücken. Kurz nach der Abfahrt in Landstuhl eskaliert die Ticketkontrolle. Ein angeblich 26-jähriger Mann ohne Fahrschein (ein Ausländer), der vom Schaffner des Zuges verwiesen wurde, geht auf diesen los, schlägt laut Ermittlern immer wieder so heftig auf den Kopf des Schaffners ein, dass dieser das Bewusstsein verliert und im Zug reanimiert werden muss. Er wird in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er am Mittwochmorgen verstirbt.
Bei dem Schaffner handelt es sich um den 36-jährigen Zugbegleiter Serkan C., einen alleinerziehenden Familienvater aus Ludwigshafen, der zwei Söhne hat: Erdal (13) und Ali Ekber (11). Die Familie und Freunde eilten am Montag sofort ins Krankenhaus, als sie erfahren, dass Serkan nach diesem brutalen Angriff dort um sein Leben kämpft. Sie weichen Serkan C. nicht von der Seite. Sein Vater verkraftet die Nachricht nicht. Er erleidet einen leichten Herzinfarkt, kann aber gerettet werden. Serkan C. selbst aber kann nicht gerettet werden. Er verstirbt am Mittwochmorgen an einer Hirnblutung.
Laut t-online hat sich der Schaffner geradezu ideal deeskalierend verhalten, doch auch das hat ihm nichts genutzt: Serkan C. habe sich entschieden, ein erhöhtes Beförderungsentgelt, in der Regel 60 Euro, von dem Fahrgast zu verlangen, weil dieser keinen Fahrschein besaß. Dafür musste er die Kontaktdaten des Fahrgastes aufzunehmen. Dann sei die Situation eskaliert, „wie aus Bahnkreisen verlautete. C. habe vorbildlich und deeskalierend gehandelt, Abstand zu dem aggressiven Mann gehalten und ihn des Zuges verwiesen. Doch der Schwarzfahrer habe begonnen, auf C. einzuprügeln. Als C. durch einen der Schläge bewusstlos wurde und fiel, soll der Mann ihm einen weiteren Schlag gegen die Schläfe versetzt haben. C. blieb bewusstlos am Boden liegen.“ Ob danach weitere Schläge folgten, sei nicht bekannt.
Der festgenommene Tatverdächtige soll ein 26-jähriger Grieche mit Wohnsitz in Luxemburg sein
In einer ersten Pressemitteilung vom Dienstagnachmittag, den 03.02.2026 gab das Polizeipräsidium Westpfalz folgendes bekannt: »Am Montagabend kam es in einem Regionalexpress, der den Bahnhof Landstuhl in Richtung Homburg verließ, zu einem körperlichen Übergriff auf einen Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Nach den bisherigen Ermittlungen kontrollierte der 36-jährige Zugbegleiter einen Reisenden, der keinen gültigen Fahrschein vorzeigte. Als der Mann deswegen des Zuges verwiesen werden sollte, griff er den Bediensteten unvermittelt an. Hierbei erlitt der Zugbegleiter lebensbedrohliche Verletzungen und musste vor Ort reanimiert werden. Fahrgäste alarmierten die Polizei und leisteten bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte Erste Hilfe. Der Schwerverletzte wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Der 26-jährige Angreifer wurde von Kräften der Landespolizei des Saarlandes und der Bundespolizei vor Ort festgenommen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags hat die zuständige Kriminaldirektion Kaiserslautern beim Polizeipräsidium Westpfalz übernommen. Der Tatverdächtige soll heute einem Richter beim Amtsgericht Zweibrücken vorgeführt werden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Geschehens und zum Tatablauf dauern an.«
In einer zweiten Pressemitteilung des Polizeipräsidium Westpfalz am Mittwochvormittag, den 04.02.202, hieß es dann: »Der 36-jährige Zugbegleiter, der am vergangenen Montag durch Faustschläge gegen den Kopf schwer verletzt wurde, ist heute (04.02.2026) am frühen Morgen im Krankenhaus verstorben. (…) Das Amtsgericht Zweibrücken hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Zweibrücken am Dienstag Haftbefehl gegen einen 26-Jährigen wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags erlassen. Dem Beschuldigten wird zur Last gelegt, am Montag einen Zugbegleiter in einem Regionalexpress tätlich angegriffen und schwer verletzt zu haben.«
In einer dritten Pressemitteilung gab das Polizeipräsidium am Mittwochabend dann folgendes bekannt: »Die Obduktion des 36-jährigen Mannes wurde heute (04.02.2026) durch die Rechtsmedizin der Universität des Saarlandes durchgeführt. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis verstarb der Mann in Folge erheblicher stumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf an einer Hirnblutung. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft von folgendem Sachverhalt aus: Der 26-jährige Beschuldigte befand sich am 02.02.2026 in der Regionalbahn RE 4131 von Landstuhl in Fahrtrichtung Homburg. Kurz nach Verlassen des Bahnhofs in Landstuhl gegen 17:30 Uhr wurde er von dem geschädigten Zugbegleiter kontrolliert. Da der alleine reisende Beschuldigte keine Fahrkarte vorzeigen konnte, wurde er aufgefordert, sich auszuweisen und anschließend den Zug zu verlassen. Hierauf griff der Beschuldigte den Zugbegleiter mit mehreren heftigen Faustschlägen gegen den Kopf an. (…) Der geschädigte Zugbegleiter verlor in der Folge das Bewusstsein. Nach Erstversorgung und Reanimation im Zug wurde er schließlich in ein Krankenhaus eingeliefert. Dort verstarb er – wie bereits mitgeteilt – am heutigen Morgen. (…) Der tatverdächtige 26-Jährige ist griechischer Staatsbürger und nach eigenen Angaben in Luxemburg wohnhaft. Vorstrafen oder polizeiliche Erkenntnisse in Deutschland liegen nicht vor.«
Die Beisetzung von Serkan C. soll in der Türkei erfolgen
Die Polizei dürfte den Haftbefehlsgrund nach dem Versterben von Serkan C. von versuchter Totschlag auf Totschlag nach § 212 StGB geändert haben. Das Strafmaß hierfür beträgt mindestens fünf Jahre Freiheitsstrafe. „In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen“, heißt es im Gesetz in Absatz 2.
Am Donnerstagnachmittag fand in Ludwigshafen, der Heimatstadt des Getöteten, eine Trauerfeier im Hof der Alem-i aislam Moschee statt, an der ca. 300 Menschen teilnahmen, darunter der Oberbürgermeister von Ludwigshafen und Vertreter der Führung der Deutschen Bahn, dem ehemaligen Arbeitgeber von Serkan C. Nach der Zeremonie wurde der Sarg in den Leichenwagen gehoben, der in Richtung Flughafen fuhr. Serkans Vater und Söhne waren bei der Trauerfeier in Ludwigshafen nicht anwesend. Sie sind bereits in die Türkei geflogen, die frühere Heimat des Vaters, wo eine weitere Trauerfeier und dann die Beisetzung stattfinden soll, wie ein weiterer Angehöriger der BILD mitteilte.
Zahl der Gewalttaten gegen DB-Beschäftigte nimmt immer mehr zu
Wie das Bundesinnenministeriums Anfang Januar 2026 auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten mitteilte, erreichte die Zahl der Gewalttaten gegen Beschäftigte der Deutschen Bahn 2025 ein Rekordhoch. Demnach wurden allein in den ersten zehnt Monaten von Januar bis Oktober 2025 fast 3000 Mitarbeiter körperlich attackiert. Tendenz steigend. Am stärksten betroffen sei der Regionalverkehr. Zu den Angriffen auf DB-Beschäftigte kommen weitere tausende Angriffe und Bedrohungen gegen Beamte der Bundespolizei, die unter anderem für die Sicherheit an Bahnhöfen zuständig sind. Gegen Bundespolizisten wurden dabei 2.981 tätliche Angriffe verübt plus 1.796 Fälle von Bedrohung.
Zum Täter
Über den festgenommenen Tatverdächtigen ist bisher wenig bekannt. Er soll laut bisherigen Polizeiangaben 26 Jahre alt sein, die griechische Staatsbürgerschaft besitzen und angegeben haben, dass er in Luxemburg wohnen würde. Warum er sich in Deutschland aufhielt, wie er heißt, wie er aussieht, ob er seit Geburt die griechische Staatsbürgerschaft besitzt oder ob er eingebürgert wurde, ob er einen Migrationshintergrund hat, wenn ja welchen, über all das wurde bislang nichts bekannt gegeben.
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