Philosophischer Start in den Tag: Was ist Aufklärung?

(Aphorismen, 27.01.2019) „Ein Mensch kann zwar für eine Person, und auch alsdann nur auf einige Zeit, in dem, was ihm zu wissen obliegt, die Aufklärung aufschieben; aber auf sie Verzicht tun, es sei für seine Person, mehr aber noch für die Nachkommenschaft, heißt die heiligen Rechte der Menschheit verletzen und mit Füßen treten.“ (Immanuel Kant, 1724 – 1804, deutscher Philosoph, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?, 1784)

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Philosophischer Start in den Tag: Betrüger und Verbrecher

(Jürgen Fritz, 26.01.2019) Wer Geschichten – Sagen, Legenden, Märchen, Mythen … – erzählt und dazu sagt, dass es sich um solche handelt, der nichts Gegenteiliges behauptet, ist kein Betrüger, sondern ein Geschichtenerzähler. Wer aber solches erzählt und behauptet, das wären nicht nur Sagen, Legenden, Märchen, Mythen …, das wäre die Wahrheit, der ist nicht bloß ein Geschichtenerzähler. Derjenige, der nun solches erzählt und nicht nur behauptet, das, was er erzählt, wäre wahr, sondern alle anderen Geschichtenerzähler, die mit dem gleichen Anspruch auftreten, verfolgt und deren Geschichten auszurotten versucht, der vor allem alle verfolgt, die seine Geschichten als unglaubwürdig bezeichnen, der ist nicht nur ein Betrüger, der ist gefährlich.

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Du sollst keine anderen Bösewichte neben dem Nazi haben

(Jürgen Fritz, 25.01.2019) Die Aussage, dass die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht relativiert, also zu rein gar nichts in Bezug gesetzt werden dürfen, sie vielmehr eine Singularität in der gesamten Menschheitsgeschichte darstellen, daher mit keinen anderen Verbrechen auch nur verglichen werden dürfen, egal wie schlimm diese auch gewesen sein mögen, zeigt, dass hier in einem religiösen Akt das absolut Böse geschaffen werden sollte. Dieses absolut Böse soll sodann als absoluter Bezugspunkt für alles dienen, ein moralischer archimedischer Punkt quasi, anhand dessen man ein Koordinatensystem aufspannt, über welches man sich und die ganze Welt definiert und bestimmt. Aus dem „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ wird das neue erste Gebot: „Du sollst keine anderen Bösewichte neben dem Nazi haben. Es gibt nur den einen und mit ihm ist nichts vergleichbar“.

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Ist wirklich alles relativ?

(Jürgen Fritz, 25.01.2019) Unter Relativität verstehen wir, dass A von B abhängig ist. Diese Abhängigkeit kann in drei unterschiedlichen Formen bestehen: 1. dergestalt dass die relativen Eigenschaften von A durch Eigenschaften von B, durch andere Begriffe oder durch ein zugrundegelegtes System definiert, mithin von diesen abhängig sind (Bedeutungsrelativität), 2. dass die Bewertung von A von einem bestimmten Wertsystem B oder einer Perspektive B abhängt (Bewertungsrelativität) oder 3. dass die Existenz von A von der Existenz von B abhängig ist, ohne B kein A (existentielle Relativität). Relativität kann also in Form von Bedeutungs-, Bewertungs- oder existentieller Abhängigkeit bestehen. Im folgenden finden Sie humorvoll aufbereitete Beispiele für Bedeutungsrelativität des Ausdrucks „Kälte“.

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Philosophischer Start in den Tag: Religion

(Aphorismen, 25.01.2019) „Religion, eine mittelalterliche Form der Unvernunft, wird, wenn sie mit modernen Waffen kombiniert wird, zu einer echten Gefahr unserer Freiheiten.“ (Salman Rushdie, indisch-britischer Schriftsteller, *1947, Wall Street Journal, 7. Januar 2015)

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Philosophischer Start in den Tag: Humor

(Jürgen Fritz, 23.01.2019) „Von den Lebewesen lacht allein der Mensch.“ (Aristoteles) Humor, also die Begabung, der Unzulänglichkeit der Welt und seiner selbst, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen, finden wir in der Tat nur beim Menschen. Er basiert auf der geistigen Fähigkeit, ein distanziertes Verhältnis zu den Dingen und zu sich selbst einnehmen zu können, ist mithin ein Akt der Befreiuung, der eben darum eine befreiende Wirkung hat. Mit wem du also zusammen lachen kannst, mit dem kannst du dich von allem lösen, so dass das gemeinsame Sich-lösen wiederum eine innere Verbindung erzeugt. (Jürgen Fritz)

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Philosophischer Start in den Tag: Kritik

(Aphorismen, 22.01.2019) „Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muss. Religion, durch ihre Heiligkeit, und Gesetzgebung, durch ihre Majestät, wollen sich gemeiniglich derselben entziehen. Aber alsdenn erregen sie gerechten Verdacht wider sich, und können auf unverstellte Achtung nicht Anspruch machen, die die Vernunft nur demjenigen bewilligt, was ihre freie und öffentliche Prüfung hat aushalten können.“ (Immanuel Kant, 1724  – 1804, deutscher Philosoph, Kritik der reinen Vernunft, 1781, Vorrede)

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Philosophischer Start in den Tag: Zwei Arten des Irrtums

(Jürgen Fritz, 20.01.2019) Es gibt zwei Arten, sich zu täuschen. Die eine besteht darin, etwas Unwahres zu glauben (zu meinen, etwas sei der Fall, was nicht der Fall ist). Die andere besteht darin, nicht zu glauben, was wahr ist (zu meinen, etwas sei nicht der Fall, was tatsächlich der Fall ist). Eines der schlimmsten aller Übel besteht im Festklammern an Fehlvorstellungen und in der Verweigerung der Anerkennung von Tatsachen, mithin einer doppelten Abkoppelung von der Realität. (Jürgen Fritz)

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Das Grundproblem der liberalen Gesellschaft, die ihre Liberalität nicht absichert gegen ihre Feinde

(Jürgen Fritz, 19.01.2019) Wenn die liberale Zivilisation überleben, mithin ihre Variationsfreundlichkeit nicht einer fremden strikten Variationsfeindlichkeit kampflos preisgeben möchte, welche diese Offenheit und Freundlichkeit ausnutzt, dergestalt sie die liberale Gesellschaft mit ihrer Feindlichkeit infiltriert, um diese so gleichsam von innen zu zersetzen, so wird ein sich selbst erhalten-wollender Liberalismus nicht umhin kommen, das zu tun, was er ohnehin immer tun muss, wenn er sich selbst erhalten will: die Breite der geduldeten Varianz so begrenzen, dass sie das unterschiedlich Freundliche zulässt, nicht aber das ihm und überhaupt jeder Varianz Feindliche.

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Philosophischer Start in den Tag: Epochenwechsel

(Aphorismen, 17.01.2019) „Die Probleme des 21. Jahrhunderts werden sicherlich nicht die des 20. Jahrhunderts sein. Ihre Rückübersetzung in das alte politische Drama, in welchem ‚Faschisten‘ gegen ‚Antifaschisten‘ kämpfen und innerhalb dessen die Rollen fest verteilt, die Prädikate eindeutig festgelegt sind, verstellt nur den Blick auf neuartige Konfliktlagen und richtet heillose Verwirrung an.“ (Rolf Peter Sieferle, 1949 – 2016, deutscher Historiker, Epochenwechsel – Die Deutschen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, 1994)

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Philosophischer Start in den Tag: Macht, Bosheit und Schwäche

(Aphorismen, 16.01.2019) „Wenn auch die Fähigkeit zu täuschen ein Zeichen von Scharfsinn und Macht zu sein scheint, so beweist doch die Absicht zu täuschen ohne Zweifel Bosheit oder Schwäche.“ – René Descartes, 1596 – 1650, französischer Philosoph, Mathematiker, Naturforscher und Begründer des Rationalismus, Meditationen über die Grundlagen der Philosophie (Meditationes de Prima Philosophia), 1641

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Philosophischer Start in den Tag: Freiheit

(Aphorismen, 15.01.2019) „Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat.“ – „Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit des anders Denkenden. Nicht wegen des Fanatismus der »Gerechtigkeit«, sondern weil all das Belehrende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die »Freiheit« zum Privilegium wird.“ (Rosa Luxemburg, 1870 – 1919, deutsche sozialistische Politikerin polnischer Herkunft, Mitbegründerin der KPD)

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