Vom gut für mich über die Moral zur Ethik und Metaethik: die vier Ebenen des ethischen Bewusstseins

(Jürgen Fritz, 05.01.2021) Das Giftige nicht zu essen, stattdessen das Wohlschmeckende, das einem gut tut und Energie verleiht, ist bereits eine Bewertung: Dieses ist gut für mich, jenes nicht. Ohne Bewertung, keine Ausrichtung des Lebens. Doch das ist erst der Anfang des Bewertenerlernens. Mit der Weitung des geistigen Horizontes entwickeln sich neue Dimensionen von gut, aber auch Kräfte, die just diese Horizontweitungen bis aufs Blut bekämpfen und zu unterdrücken suchen.

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Von den Göttern zum dem einen und einzigen Gott: Die erste Wurzel des Judenhasses

(Jürgen Fritz, 22.12.2020) Derjenige, der den einen und einzigen Gott erfindet, verschafft sich damit einen uneinholbaren strategischen Vorteil, handelt sich unter Umständen aber auch jede Menge Ärger ein. Durch diese Erfindung kann er bestimmen, kann als erster vorgeben zu wissen, was dieser einzige Gott will. Das verschafft ihm gleichsam ein Monopol und etwas, was kein anderer mehr einholen kann: eine Legitimation, die alles übersteigt, was es sonst an Legitimation geben kann.

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Wenn wir Menschen sterben lassen, Armin Laschet, um die Wirtschaft zu retten, ist das vor allem eins: würdelos

(Jürgen Fritz, 21.05.2020) Norbert Röttgen fand gestern Abend bei Markus Lanz deutliche Worte über Armin Laschet, wenngleich er dessen Namen nicht explizit nannte. Aber das war erstens auch gar nicht nötig und zweitens übernahm das der aufmerksame Lanz. Und Röttgen widersprach ihm nicht. Hier mein persönliches Bekenntnis zu dem Herrn aus NRW und Post von Sarah Bosetti für Armin Laschet.

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Albert Camus: Mit Sisyphos gegen das Absurde

(Stefan Groß-Lobkowicz, 23.02.2020) „Etsi deus non daretur“ – zu Leben als ob es Gott nicht gäbe. Für Dietrich Bonhoeffer war es die Lebensmaxime eines bekennenden Christen. Für Albert Camus, den Denker des Absurden, ist es die Herausforderung des Lebens, das in einer sinnlosen Welt nur die Revolte proben kann, dem aber alle metaphysischen Rückversicherungen unmöglich bleiben. Stefan Groß-Lobkowicz setzt gegen den Terror von Hanau Camus‘ menschliche Wärme: Im Anblick der Grausamkeiten dieser Welt bleibt Camus‘ menschliche Wärme und zündet Kerzen an, wo das Absurde in die Brunnenstuben des Bösen gestiegen ist und die Gesellschaft an den Grundfesten erschüttert.

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Sawsan Chebli mitten in Deutschland erneut aufs Übelste diskriminiert

(Jürgen Fritz, 13.03.2019) Es ist einfach nicht zu fassen, was diese Frau in unserem Land immer wieder erleiden muss. Viele fragen sich längst, wie sie das nur auszuhalten vermag und warum sie nicht längst aus Deutschland emigriert, um nicht zu sagen geflohen ist. Nun also schon wieder und dieses Mal fast noch schlimmer als all die anderen Male. Ein Fall, der einem fast den Atem verschlägt.

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Worum es in allen JFB-Texten letztlich geht

(Jürgen Fritz, 09.02.2019) Man kann Menschen nicht einfach so von heute auf morgen umprogrammieren. Dies ist ein Faktum, welches sich aus der Natur des Menschen selbst ergibt. Geht man etwas tiefer, so stellt sich die Frage, ob das überhaupt richtig ist, Menschen von außen umprogrammieren zu wollen, dergestalt das alte Programm in ihnen gelöscht und ihnen stattdessen ein neues verpasst (andressiert) wird, ja ob das dem Wesen des Mensch überhaupt gerecht wird.

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Philosophischer Start in den Tag: Würde

(Aphorismen, 13.01.2019) „Im Reiche der Zwecke hat alles entweder einen Preis, oder eine Würde. Was einen Preis hat, an dessen Stelle kann auch etwas anderes, als Äquivalent, gesetzt werden; was dagegen über allen Preis erhaben ist, mithin kein Äquivalent verstattet, das hat eine Würde. Was sich auf die allgemeinen menschlichen Neigungen und Bedürfnisse bezieht, hat einen Marktpreis. Das aber, was die Bedingung ausmacht, unter der allein etwas Zweck an sich selbst sein kann, hat nicht bloß einen relativen Wert, d.i. einen Preis, sondern einen inneren Wert, d.i. eine Würde.“ (Immanuel Kant, 1724 – 1804)

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Nietzsche und der Nazarener

(Jürgen Fritz) Jesus von Nazareth ist die heilige Kuh des christlich geprägten Abendlandes, an die sich kaum einer ran traut. Einer, der sich traute, war Friedrich Nietzsche. Auch wenn ich kein großer Freund dessen Denken bin, aber müssen wir den Nazarener, dessen Lehre uns so viele Probleme einbrockte, insbesondere die fehlende Wehrhaftigkeit, die fehlende Fähigkeit zur Abgrenzung, dessen Lehre uns in immerwährender Infantilität und Unmündigkeit hält und damit unsere Selbstbestimmungsfähigkeit und unsere Würde untergräbt, nicht endlich vom Sockel stoßen und ihn einer substanziellen Kritik unterziehen, wenn wir uns als Menschheit weiterentwickeln, wenn wir endlich erwachsen werden, wenn wir endlich mündige, würdige Wesen werden wollen?

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