Warum wir radikal umdenken müssen

Von Jürgen Fritz

„Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“ – Bertolt Brecht

Würde und Selbstachtung

Wenn jemand aus der Kultur X in die Kultur A umsiedeln möchte, dies aber gleichsam nur, um die Früchte vom Baum in A zu pflücken beziehungsweise sich diese womöglich auch noch servieren zu lassen, ohne sich für den Baum in A selbst oder gar dessen Wurzeln und all das zu interessieren, was diesen und die Früchte erst möglich gemacht haben, ja wenn dieser, der aus X emigriert, um in A zu immigrieren, sogar den Baum selbst und dessen Wurzeln ablehnt und verachtet, meint, seine Sträucher, die er von zu Hause kenne, seien die viel besseren, die er daher in A anbauen und den Baum in A beseitigen möchte, zugleich jedoch die Früchte des Baumes in A genießen will, die es so nur in A gibt, sonst nirgends auf der Welt, wäre es dann nicht richtig, dass die Bewohner in A, so sie auch nur einen Funken Würde und Selbstachtung in sich tragen, diesem Neuankömmling klipp und klar sagen, was sie von ihm halten und dass er unter diesen Umständen doch bitte zuhause bleiben und die dürftigen Resultate seiner Sträucher konsumieren möge, die er nicht müde wird Tag für Tag x-mal zu lobpreisen?

Nichts ist ohne Wurzeln und ohne Wurzeln ist alles nichts

Dabei gehört übrigens zu den Wurzeln des Baumes in A hundertmal mehr als nur das Vulgärökonomische – die Äste des Baumstamms, an dem die Früchte hängen. Dazu gehören, wenn es sich bei A um eine moderne, aufgeklärte, zivilisierte Gesellschaft handelt, Dinge wie:

  • Das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit: Alle Staatsgewalten sind an die Verfassung und die Gesetze gebunden, niemand steht über diesen. Die Staatsgewalt ist also nicht berechtigt, nach Belieben in die Rechte des Bürgers einzugreifen und diese haben bei jeglicher Art von staatlichem Eingriff einen Anspruch auf rechtliches Gehör und gerichtliche Prüfung sowie ein Widerstandsrecht, wenn dieses Prinzip beseitigt werden soll.
  • Der Gedanke des Fairplay
  • Rechte des Individuums
  • Beschränkung der Staatsgewalt
  • Gewaltenteilung: Legislative, Exekutive und Judikative um übermäßigen Machtmissbrauch zu verhindern.
  • Trennung von Staat und Religion
  • Verbindung von Individualismus und Gemeinwohlorientierung
  • Recht auf freie Meinungsäußerung und Weltanschauungsfreiheit
  • Kritisch-reflexives Denken, inklusive Religions- und Ideologiekritik!
  • Die Fähigkeit, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen und über sich selbst und seine eigenen Unzulänglichkeiten lachen zu können
  • Mentale Dispositionen wie Arbeitsethos und Fleiß
  • Tüchtigkeit und Verlässlichkeit
  • Genauigkeit und Gründlichkeit
  • Orientierung am Fortschritt
  • Forschungsfreiheit
  • Ausbildung von gegenseitigem Vertrauen als Basis des Zusammenlebens
  • Wertschätzung von Wissenschaft und Zivilisation, Bildung und Erziehung.

All das und anderes mehr gehört zu diesen Wurzeln, die den Wohlstand überhaupt erst ermöglichen.

Wer A verachtet, sollte so ehrlich sein und A verlassen

Wer diese Grundlagen des Wohlstands und der Sicherheit ablehnt, wer die Wurzeln verachtet, die Früchte aber genießen und sich servieren lassen will, der ist nichts anderes als ein Heuchler, der ist nichts anderes als ein Absahner und der hat in A nicht das Geringste zu suchen. Wäre es also nicht mehr als recht und billig, wenn alle in A dies solchen Verächtern auch klipp und klar sagen würden und nicht nur das? Sollten sie nicht auch entsprechend agieren und dies in aller Konsequenz?

Und falls es in den hegemonialen Schaltzentralen der Macht in A, sei es im eigenen Land oder sei es eine Ebene höher, auf supranationaler Ebene, Personen geben sollte, die die Wurzeln des eigenen Baumes nicht kennen oder nicht wertschätzen, diese kappen und zerstören wollten, ja, vielleicht sogar die Bewohner in A insgeheim verachten und am liebsten austauschen würden, sollte dann das Volk in A nicht auch diesen Personen in den Schaltzentralen der Macht deutlich machen, dass auch sie nichts zu suchen haben in A?

Wer sollte wen auflösen und austauschen?

Und sollte dieses Volk nicht alles daran setzen, gemeinsam die Kraft aufzubringen, diese mutwilligen oder geistig völlig überforderten, charakterlich sehr fragwürdigen Zerstörer der eigenen Grundlagen, welche versuchen, die Hand anzulegen an die Wurzeln des eigenen Baumes, loszuwerden?

Um zu unserem Ausgangspunkt zurückzukommen, wenn Volk und Regierung das Vertrauen zueinander verloren haben, wäre es da nicht einfacher, das Volk löste die Regierung auf und wählte eine andere?

Stolz

„Eigenliebe ist beginnender Stolz. Stolz ist entfesselte Eigenliebe.“ – Leo Tolstoi

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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18 Antworten auf „Warum wir radikal umdenken müssen

  1. Reinhard Wehpunkt

    „das Volk“ als homogene Gemeinschaft gibt es doch gar nicht.

    Es gibt eine große Masse, welche die Regierung in den alljährlichen Wahlen legitimiert.
    Und es gibt die relativ kleine Gruppe von Kritikern, die in sich auch alles andere als homogen ist doch angesichts der Bedrohung sich einigermaßen zusammenrauft.

    „das Volk löste die Regierung auf und wählte eine andere“ kann also nicht funktionieren, weil die große Mehrheit des Volkes diese Regierung gewählt hat und genauso haben will.

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    1. Jürgen Fritz

      Ja, richtig. Es gibt weder ein homogenes Volk noch eine homogene Gruppe innerhalb des Volkes, die sich dieser unwürdigen Entwicklung entgegenstemmt. Und es gibt auch keine homogene Gruppe von Regierenden. Die Aufgabe bleibt aber, daran zu arbeiten, dass die Gruppe derer, die diese Regierung absetzen will und bereit ist, die eigene Kultur und Zivilisation, all das oben Genannte zu schützen, immer größer wird. Das geht nur über Information, Aufklärung und Argumentation, um mentale Muster zu verändern.

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      1. Der Beurteiler

        Schöne Worte, aber wie hier andere schon erwähnten, schwierig umzusetzen. Es gibt schon in vielen Vereinen Probleme untereinander, wie soll man da unter den Bürgern etwas in Bewegung bringen?
        Vielleicht ein „Bürger-Grundgesetz“ schreiben, dass in klaren Worten die Zielrichtung benennt, indem sich eine große Masse wiederfindet und wie auch immer unterstützt!

        Sie können ja schon mal mit einem Arbeitsentwurf anfangen, Herr Fritz. Dann wird dies hier im Blog besprochen und schließlich in ganz Deutschland per Abstimmung auf einer Webseite publiziert. Vielleicht schließt sich ein Teil der Exekutive am Ende an???

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      2. Ingrid Janzen

        Haben wir nicht schon täglich, ohne Ende
        durch eigene Beobachtung
        informiert, versucht aufzuklären, Argumente, gerade hier, auszutauschen,?
        Auch Lösungen wurden diskutiert, wenn auch verschlüsselt und vorsichtig?
        Das war’s bisher aber auch.
        Ach übrigens, es gibt mutige Gruppen die Widerstand leisten.
        ZBs. fauenmärsche,
        Mororraddemos, und Andere, über die nicht ein einziges Mal in der Presse, oder sonstigen Medien berichtet wurde.
        Diese Mutigen finden schon Anhänger, aber es sind zu Wenige.

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      3. Sarkast

        Die EU sowie die deutsche Regierung mißtraut ihren Bürgern zutiefst, die in den nächsten Tagen in Kraft tretende DSGVO ist nur eine weitere Ausprägung. Sh. auch https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/der-buerger-als-feind-wie-bruessel-und-berlin-mit-der-dsgvo-politik-machen/
        Die sukzessive Entmündigung und Einlullung wird dank der medialen Überrepräsentanz der Blockparteien konsequent fortgesetzt, damit haben die selbsternannten „Eliten“ durchaus recht, weil es ihnen weiter gelingt, den Deckel damit auf dem Pott zu halten und bislang kein Gang zum Schafott droht, allenfalls die Weglobung nach Brüssel oder den Ruhestand mit Friedensnobelpreis (Echo gibts ja nimmer).

        Für’s Abwählen dürfte es zu spät sein, denn wer hat den BAMF- Skandal angeprangert und einen Untersuchungsausschuß gefordert? Die FDP war’s! Ganz allein! Zumindest, wenn man ARD, ZDF und RTL geguckt hat. Daß die FDP nur Trittbrettfahrer der AfD war, ist den Redakteuren iwie entgangen und damit dem Gros der Bewohner Deutschlands. Medial legt sich nur die für die Aufklärung ins Zeug.

        Deswegen glaube ich nicht mehr an die KIraft der Wahlen.

        Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Merkel weg muss.

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  5. Furor teutonicus

    Wenn man eine ehrliche Lageanalyse macht kommt man zum Ergebnis das die Lage katastrophal ist.. Wir haben kein deutsches Volk mehr sondern nur eine Bevölkerung, wir haben keine Gemeinschaft sondern nur eine Gesellschaft. Was bleibt ist die Verteidigung des Eigenen und solange die Idee noch exestiert gibt es noch Hoffnung.. Wir haben eh keine andere Wahl..

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  6. Realistischer

    Man kann nicht, an einem Ort und zu einer Zeit, eine multikulturelle Gesellschaft aufbauen und die kulturelle Identität bewahren. Es gibt nur entweder-oder, also die Unterdrückung und Verdrängung der einen zugunsten der anderen. Es sei denn, man zerteilt den Ort, dann geht es auch parallel. Letzteres ist derzeit die absehbare Entwicklung: eine Trennung zwischen Ost- und Westeuropa. Da der Zeithorizont demographischer Entwicklungen aber in Generationen zu messen ist, schaffen es viele, sich dumm zu stellen.

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  7. Friedhelm Wegener

    Nach dem Bundesvorsitzenden der Grünen gibt es gar kein Volk ( er folgert daraus, dass es daher auch keinen Volksverrat gibt)! Trotzdem ist die Regierung dabei, sich mit „Goldstücken“ und „Fachkräften“ ein neues zu schaffen. Yascha Mounk hat es in den Tagesthemen am 20.02. gesagt:“…dass wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen, und zwar eine monoethnische und monokulturelle Demoktarie in eine multiethnische zu verwandeln. Das kann klappen, das wird, glaube ich, auch klappen, dabei kommt es natürlich auch zu vielen Verwerfungen.“ Es steckt aber nicht nur die deutsche Regierung dahinter sondern auch die EU und die UNO – von George Sorros ganz zu schweigen! Darauf bezog sich vermutlich das „wir“! Was Mounk allerdings mit „Verwerfungen“ gemeint hat, mag ich mir gar nicht vorstellen.

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  8. El Cucaracho

    Nun ist es so, daß fast alle Reingeschneiten glauben, daß nicht der deutsche Steuerzahler für sie sorgt, sondern ein gewisser Gott, an den sie glauben.
    So ist es also überflüssig, dankbar zu sein, denn die milden Gaben kommen eben nicht von den Kuffar, sondern sind ein Geschenk von ganz oben!
    Die Welt der Goldstücke ist SO einfach und für den Kafir einfach zu hoch!

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  9. petra

    Sie haben wie meistens recht, aber wer soll hier wirklich noch das Steuer rumreißen? Bin gestern über „Politikversagen“ auf der „Zeit“ gelandet, noch mal, wer soll das Steuer rumreißen? Leute die solche Artikel in einer nur noch Übelkeit erregenden Selbstherrlichkeit und Selbstgerechtigkeit verfassen? Oder evtl. die Kommentatoren? Ein kurzes Überfliegen der erste 30 hat gereicht um zu der Meinung zu kommen das es bei dieser Diskussion gerade noch zwei Personen gab die ich als vernünftig empfinden würde. Bei soviel geballtem Wahnsinn wird unser Untergang voranschreiten.

    https://www.zeit.de/kultur/2018-05/afd-waehler-nachbarn-berlin-blankenfelde-10nach8

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  10. Karl der Preuße

    Die Bundesrepublik von Deutschland ist kein Staat (leider muss ich mich wiederholen, und, fast, am Anfang starten). Die BRvD ist immer noch eine Verwaltung der Alliierten(Besatzer)!

    WIR, Bundesbürger im Pseudostaat (räusper), sind max. Sklaven. Gepresste und Ausgepresste für ALLE Feindstaaten in der UN.

    Wer die BRvD unter diesem Spiegel der Geschichte erkennt, versteht auch die Politik in diesem System. Ja, SYSTEM, denn wir haben keinen (Pseudo-) Staat, sondern eine manipulierte Verwaltung. Jeder der „mitmacht“ und versucht diesem -BRvD, Verwaltung, Pseudostaat- zu „dienen“, ist ein Kollaborateur der Feinde.
    Damit meine ich ALLE Politiker und Mitarbeiter oberhalb der, ehrlich schaffenden, Familien.

    Und wie der #Friedhelm Wegener22. Mai 2018 at 13:28
    Nach dem Bundesvorsitzenden der Grünen gibt es gar kein Volk ( er folgert daraus, dass es daher auch keinen Volksverrat gibt)!……….. ff.
    schon erkannt hat, sage ich: Schon der „Grüne“ und A L L E Anderen der Verwaltung (Bundestag, Landesregierung, der BRvD) sind die Kollaborateure (Volksverräter an den Deutschen Völkern).

    Da sollten sich die Mitläufer in den Parteien einmal fragen, ob (und warum nicht!?) in den Parteiprogrammen etwas wie:

    Wiederherstellung der Grenzen von 1933!
    Ein Friedensvertrag!
    Die Verfassung von 1871- die immer noch einzig Gültige (denn ALLE anderen Verträge und Verordnungen, wie z.B. das Grundgesetz, wurden uns seit 1918 im Kriegszustand aufgezwungen) !

    steht?
    Auch nicht im Programm der vielgeliebten 😉 AfD!
    ICH HÖRE DEN AUFSCHREI SCHON…………………

    Aber, alles nur eine „Behandlung der Symptome“!

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