Ein Fels in der Brandung: Erika Steinbach ist 75 geworden

Ein Gastbeitrag von Adam Elnakhal im Namen der gesamten PP-Redaktion, Do. 26. Jul 2018

Der Name täuscht. Sie ist kein kleiner Stein in einem ruhigen Bach, sie gleicht eher einem Fels in der Brandung oder einer Gegen-den-Strom-Schwimmerin. Gestern wurde Erika Steinbach 75 Jahre alt. Wenn das nicht Anlass ist für eine Würdigung all des Geleisteten! Lesen Sie hier die besonders treffenden Worte eines Philosophia perennis-Gastautors über die vielleicht mutigste Politikerin Deutschlands, vor der ich selbst mich tief verneige.

Sie legt den Finger in die Wunde und holt die Funktionäre aus ihrer Komfortzone

Es scheint unter jungen Journalisten der etablierten Medien einen Geheimtipp, ja eine Notfallmedizin, zu geben: Wenn man an einem langen Nachmittag im Redaktionsbüro nicht mehr ein noch aus weiß, mit welchen Meldungen man die Leser bei Laune halten kann, ist die letzte Rettung der Twitteraccount von Erika Steinbach. Hier findet sich immer etwas, das man zum Skandal erklären kann und zwar nur deshalb, weil die Wahrheit die mühsam aufgebauten Lügen direkt ins Mark trifft.

Da klärt Erika Steinbach schon einmal über das sozialistische Element im Nationalsozialismus auf und die halbe Republik ist in heller Aufregung, obwohl schon Willy Brandt als Herbert Frahm in der Weimarer Republik der Ansicht war, dass seine KPD den Sozialismus in der NSDAP erkennen müsse. Da zitiert Erika Steinbach den verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) mit seiner Ansicht, dass Deutschland nicht noch mehr Ausländer verkraften könne und schon hagelte es aus allen Bundestagsfraktionen heftige Empörung. Da postet Erika Steinbach die Satire „Deutschland 2030 – woher kommst du denn?“, die ein weißes Mädchen vor einer Gruppe Inder zeigt und ruft damit den Erzbischof von Köln, Rainer Maria Woelki, auf den Plan, der ihr unterstellte, dass sie spalten und Ängste schüren würde.

Wer Erika Steinbach auch nur einmal mit einem gesunden Blutdruck und einer gesunden Atemfrequenz zugehört hat, der weiß, dass es ihr nie um Menschenfeindlichkeit und Stammtischparolen geht. Sie legt den Finger in die Wunde; sie holt die Funktionäre in dieser Republik aus ihren Komfortzonen, wo sie sich die Realität gerne in den eigenen rosaroten Tönen malen.

Jahrelang eine Einzelkämpferin im Deutschen Bundestag und faktisch die einzige Opposition

Für sie gibt es keine Opfergruppen, die es nicht oder weniger wert sind Mitgefühl zu erhalten. Aus dieser tiefen Überzeugung heraus lässt sich Steinbachs jahrzehntelanges Engagement für die deutschen Vertriebenen erklären.

Es gibt wohl keine deutsche Politikerin der Gegenwart, die so mutig ist wie Erika Steinbach. Den Beweis hierfür hat sie im vergangenen Jahr angetreten als sie als Einzelkämpferin im Deutschen Bundestag faktisch die einzige Opposition zum Pro-Massenmigrations-Pro-Islam-Parteienkartell darstellte und dafür eine zwischenmenschliche Behandlung erfuhr, die man selbst seinen Feinden nicht wünschen würde.

Aufrecht ist sie bei ihrer Meinung geblieben. Gute Manieren sind ihr dabei aber immer wichtig geblieben. Auch in den härtesten politischen Auseinandersetzungen verliert sie nicht die Selbstbeherrschung. Im Gegensatz zu den unzähligen Beleidigungen, die sie öffentlich auf Facebook und Twitter erhalten hat, fand sie zwar deutliche Worte in der Sachauseinandersetzung – griff jedoch nie zum Mittel der persönlichen Beleidigung.

Den Erhalt der christlich-abendländischen Kultur versteht sie primär auch als Auftrag an sich selbst im Umgang mit anderen Menschen. Sie versucht jene abendländische Kultur und Zivilisation, die sie für die Nachwelt erhalten möchte, selbst zu leben.

Der leise Wunsch nach einer besseren Welt

Wer ihr Konto bei Facebook durchstöbert, merkt schnell: Trotz ihrer eleganten Erscheinung sind ihr Äußerlichkeiten weniger wichtig als der Zustand des Landes, die Zukunftsperspektive ihrer Nichten und aller Kinder und nachfolgenden Generationen in Deutschland.

Anders als auf den Seiten anderer Politiker findet man bei Frau Steinbach immer wieder Hinweise auf die Sehnsucht der Kulturepoche der Romantik, die auch ihre persönliche Sehnsucht ist. Es gibt wohl keine Person des öffentlichen Lebens in Deutschland, die auf ihrer Facebookseite den romantischen Dichter Joseph von Eichendorff zitiert oder ein Gemälde von Caspar David Friedrich teilt.

Moderne, oberflächliche Unterhaltung ist ihr ein Graus, weil diese sie nicht erfüllt. Sie hört keine schwerfällige klassische Musik, um ihren Bildungsgrad und ihre Kultiviertheit zur Schau zu stellen. Sie hört diese Musik, weil sie ihren Gefühlen Ausdruck verleihen, zum Beispiel Stücke wie Schuberts „Der Wanderer“, welches sie wiederholt bei Facebook und Twitter geteilt hat.

Sie zitiert keine Eichendorff-Zeilen, um sich ein Alleinstellungsmerkmal in der Öffentlichkeit zu sichern. Sie zitiert diese Zeilen, weil sie ihrer Sehnsucht Ausdruck verleihen, aus welcher immer auch die Hoffnung oder zumindest der leise Wunsch nach einer besseren Welt zum Ausdruck kommt.

„Ungerechtigkeit kann ich nicht vertragen“

Erika Steinbach steht als eine der wenigen Politikerinnen auch in den sozialen Netzwerken zu ihrer christlichen Glaubensüberzeugung – ohne die Menschen mit übertriebenen Missionseifer zu quälen – ohne ihre christliche Überzeugung in irgendeiner Form der politischen Korrektheit zur Opfergabe preiszugeben.

„Stramm konservativ“, „altbacken“, „bieder“, „von (vor-)vorgestern“ heißen die Plattitüden, mit denen Erika Steinbach beschrieben und vielfach auch assoziiert wird, als würde sie sich und andere einer Art von Peinigung unterziehen wollen. Diese Plattitüden entpuppen sich bei genauer Betrachtung jedoch als durchsichtig und dünn. In einem Interview mit dem ARD-Morgenmagazin erklärte Erika Steinbach vor vielen Jahren einmal: „Hart im Austeilen bin ich meistens, wenn es um Gerechtigkeitsfragen geht. Ich kann Ungerechtigkeit nicht vertragen.

Immer wieder hat Erika Steinbach im Deutschen Bundestag die Stimme für Menschen erhoben, die weitestgehend vergessen wurden: Für die deutschen Vertriebenen, für die verfolgten Christen in der islamischen Welt und in Nordkorea, für die Opfer von Genitalverstümmelung und Kindesmissbrauch. Beim Thema Kindesmissbrauch legte sie auch deutlich den Finger in die perfiden Vorstellungen eines Teiles der Grünen der 1980er-Jahre, welche die Legalisierung der Pädosexualität forderten.

Ein Fels in der Brandung

Über 40 Jahre lang, mehr als die Hälfte ihres Lebens, hat sie der CDU die Treue gehalten. Als es nicht mehr ging, hat sie – schweren Herzens – die Notbremse gezogen; dies hat sie nicht bereut.

Mit einem freundlichen Lächeln lässt Erika Steinbach die Stürme der Zeit und des Zeitgeistes vorbeiziehen. Sie dreht ihre Fahne nicht nach der Windrichtung, sondern nach ihrer Überzeugung. Heute kämpft Frau Steinbach mit der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung für eine Politik der Vernunft. Und auch auf Facebook und Twitter mag Frau Steinbach mit siebeneinhalb Lebensjahrzehnten noch nicht in den wohlverdienten Ruhestand treten. Sie spürt: Wir leben in einer Zeit, die über unser weiteres Schicksal als einst stabile Nation im Herzen Europas entscheiden wird.

Nur ihr Nachname vermag ihr politisches Engagement nicht in Gänze zusammenzufassen: Erika Steinbach ist mitnichten der kleine Stein im idyllischen Bach. Vielmehr ist sie Deutschlands Fels in der Brandung. Herzlichen Glückwunsch zur Vollendung Ihres 75. Lebensjahres, liebe Frau Steinbach!

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Philosphia perennis, einem der führenden freien Medien. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung der PP-Redaktion.

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Titelbild: YouTube-Screenshot von Erika Steinbach vom Jan. 2017

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