Selten haben Tränen so optimistisch gestimmt oder: Wie bringt man die Richtigen zum Weinen

Von Jürgen Fritz, Do. 26. Jul 2018

Das Volk hat entschieden. Die auf einem städtischen Grundstück in Kaufbeuren geplante DiTiB-Moschee darf nicht gebaut werden. Das ergab der Bürgerentscheid am Sonntag und das kommt einem historischen Moment gleich. Denn es ist das erste Mal, dass in Deutschland ein Moscheebau per Referendum verhindert werden konnte. Doch darüber waren selbstredend nicht alle glücklich. Und nun raten sie mal, wer völlig sprachlos war, bei wem die Tränen nur so kullerten.

„Vor drei Jahren wäre die Sache problemlos über die Bühne gegangen“

Das Ergebnis des Bürgerentscheids fiel überdeutlich aus: 60 Prozent (59,6 um genau zu sein) der Kaufbeurer Bürger lehnten den Moscheebau durch den umstrittenen Moscheeverein DiTiB, der direkt der staatlichen türkischen Religionsbehörde untersteht und somit der verlängerte Arm Erdogans in Europa ist, entschieden ab. Die Wahlbeteiligung lag mit 45 Prozent weit über dem notwendigen Quorum von 20 Prozent und zeigt, wie wichtig den Kaufbeurern der Schutz ihrer Heimat vor einer weiteren Islamisierung ist.

Angesichts dieses eindeutigen Neins des Volkes zum Moscheebau waren dann die Moscheebefürworter und Islamisierungsvorantreiber, allen voran Bürgermeister Stefan Bosse (CDU), entsprechend geschockt:

„Ich bin überrascht von diesem deutlichen Ergebnis. […] Vor drei Jahren wäre die Sache problemlos über die Bühne gegangen.“

Die Zeiten, in denen die Macht- und Herrschaftseliten einfach am Volk vorbei respektive vollkommen über dessen Kopf hinwegregieren konnten, scheinen sich immer mehr dem Ende entgegen zu neigen.

„Allahu Abgang: Kaufbeurer bringen DITIB-Moschee zu Fall!“

Dies dürfte unter anderem der AfD zu verdanken sein, die diesen Bürgerentscheid wie folgt feierte: „Allahu Abgang: Kaufbeurer bringen DITIB-Moschee zu Fall!“

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Der AfD kommt sicherlich insgesamt ein großer Verdienst zu, was den Stimmungswandel in Deutschland anbelangt. Vor Ort waren es aber insbesondere Petitionen und Einzelne, die sich für die Sache, sprich gegen diesen Moscheebau einsetzten, so PatriotPetition.org. Diese schreibt dazu:

„Unser Dank gilt an dieser Stelle den mehr als 12.000 Unterzeichnern unserer Petition ‚DiTiB-Moscheebau in Kaufbeuren sofort stoppen!‘, den Kaufbeurer Bürgern, die gegen die Moschee gestimmt haben und in besonderer Weise den mutigen Patrioten vor Ort, die mit Ihrer vorbildlichen Initiative den Bürgerentscheid möglich gemacht und ihre Stadt somit vor Erdogans ‚Kaserne‘ bewahrt haben.“

Die Stimmung im Volk kippt immer mehr

Ein weiterer wichtiger Akteur war wohl Michael Stürzenberger, der regelmäßig für PI-News schreibt. Die Süddeutsche Zeitung beschreibt, wie sich die Stimmung in Kaufbeuren allmählich wandelte. Dies zeigt wohl sehr schön, was über Aufklärung der Bevölkerung machbar, dass der Kampf noch lange nicht verloren ist (die Verdrehungen und Einseitigkeiten der Süddeutschen sind natürlich auch interessant zu lesen) :

„Geschürt hat diese Ängste vor Ort der Initiator des Bürgerbegehrens, Werner Göpel. Der 80-jährige ehemalige Polizeibeamte hatte beispielsweise bei einer Infoveranstaltung gesagt, der Koran biete die ‚Lizenz zum Töten‘. Damit blies er ins selbe Horn wie die rechtspopulistische AfD und der erklärte Islam-Feind Michael Stürzenberger. Der politische Aktivist und frühere Sprecher der Münchner CSU war mehrmals in Kaufbeuren, um die Stimmung gegen das Moschee-Projekt anzuheizen. In stundenlangen Kundgebungen wetterte er über Hassprediger und behauptete, der Islam sei hauptsächlich eine politische Ideologie. Die in Kaufbeuren lebenden Türken griff er direkt an: Die friedlichen Moslems würden sich nicht mehr als friedlich erweisen, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse änderten, sagte Stürzenberger, der sich wegen seiner Auftritte schon mehrfach vor Gericht verantworten musste.

Auch dieses Agitieren veränderte das Stimmungsbild in der Bevölkerung. Zunächst war es nur eine kleine Gruppe, die sich öffentlich gegen den Neubau der Moschee in der Stadt aussprach. Dann aber wuchs die Angst, das bekam auch der Oberbürgermeister zu spüren. Leute sprachen ihn auf der Straße an und meinten, dass ein Minarett doch die Unterwerfung einer Stadt signalisiere. Bosse bekam auch Bücher zugeschickt, die vor den vermeintlichen Gefahren des Islam warnen. ‚Und natürlich waren der türkische Präsident Erdogan und die politischen Entwicklungen in der Türkei ein Riesenthema.‘ Deshalb sei er letztlich nicht mehr überrascht gewesen, dass der Bürgerentscheid dieses Ergebnis gebracht habe.“

Selten haben Tränen so optimistisch gestimmt

Eine war vom Gang der Dinge ganz besonders betroffen. Martina Wischhöfer, die SPD-Stadträtin in Kaufbeuren, zeigte sich am Sonntagabend über das Ergebnis des Bürgerentscheides gegen den Bau der DiTiB-Moschee dermaßen erschüttert, dass sie das Interview mit dem ARD/ZDF-Morgenmagazin völlig aufgelöst abbrechen musste und in Tränen ausbrach.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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