Frau Merkel, falls Sie einen Funken Anstand besitzen, dann schmeißen Sie Felix Klein raus

Von Patrizia von Berlin, Mo. 29. Apr 2019

Was macht eigentlich ein von der Bundesregierung Beauftragter „für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus“? Sie und ich würden doch wohl vermuten, dass er sich für Juden und gegen jene einsetzt, die sie hassen, diskriminieren, einschüchtern oder gar körperlich attackieren. Felix Klein ist seit Mai 2018 mit dieser Aufgabe betraut und wird davon von deutschen Bürgern bezahlt, wahrscheinlich nicht einmal ganz schlecht. Doch was macht dieser feine Herr in diesem Amt? Wem fällt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung in den Rücken? Patrizia von Berlin berichtet eine Ungeheuerlichkeit und sprach darüber mit Rainer David Früh, einem „Community Leader“ einer jüdischen Gemeinde in Irland.

Antisemitismus aus allen Richtungen

Felix Klein, Antisemitismus-Beauftragter der Regierung Merkel, kann sich nicht über mangelnde Kritik an seiner Amtsführung beklagen. Doch mit seinen Gedanken im Nachgang zu dem Angriff auf die Chabad Synagoge in Poway, Kalifornien (JFB: ein kleines Städtchen nördlich von San Diego), zeigt er eine Einstellung die ihn komplett disqualifiziert.

Zahlreiche Medien berichteten über den blutigen Anschlag eines höchstwahrscheinlich rechtsradikalen Antisemiten, John T. Earnest. Er ermordete eine Frau und verletzte drei weitere Menschen, als er mit einer halbautomatischen Waffe gegen 11.30 Uhr Ortszeit am Samstag in der Synagoge die Gläubigen angriff. Die 60-jährige Lori Gilbert Kaye stellte sich ihm laut israelischen Medienberichten in den Weg und wurde dabei tödlich verletzt. (JFB: Drei weitere Besucher wurden angeschossen, darunter Rabbi Yisroel Goldstein. Er wurde an den Händen getroffen, führte den Gottesdienst gleichwohl weiter, den rund 60 Gläubige besuchten.) Nach dem Massaker in Pittsburg der zweite schwere Angriff auf eine Synagoge in den USA.

Als Grund gab der Täter auch die Politik Präsident Trumps an. Trump sei, so das „Manifest“ des Mörders, zionistisch, judenliebend, anti-weiß, verräterisch, so berichtet die Jerusalem Post. In den USA, so jüdische Medien, sei Trump auch wegen der jüdischen Familienmitglieder im rechtsradikalen Spektrum verhasst. Die Jerusalem Post weist in diesem Zusammenhang auf Parallelen zum linken Spektrum hin, wo man „Hass nicht nur auf Juden, sondern auch auf Israel (habe) und glaube, dass die USA von Juden kontrolliert würden“. So weit, so schlecht.

Merkels Antisemitismusbeauftragter wendet sich gegen Pro-Israel-Politik!

Nun berichtet die Berliner Morgenpost über ein Gespräch mit Felix Klein (siehe Titelbild), dem Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, und seine Reaktion auf den Angriff am Samstag. Dieser kritisiert zunächst das liberale US-Waffenrecht und fordert ein schärferes Waffenrecht. Die Tatsache, dass ein bewaffneter nebenberuflicher Sicherheitsmann den Attentäter stoppte und so Schlimmeres verhütete, erwähnt er dabei natürlich nicht (JFB: Wie sollen denn bewaffnete Gewalttäter ohne bewaffnete Gewalt gestoppt werden?)

Dann beklagt Klein, dass sich „der Hass gegen Juden nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA enthemmter äußere“. Was sicher richtig ist (JFB: doch woher dieser neue, verstärkte Judenhass in erster Linie stammt, fragt Klein natürlich nicht und möchte das wohl auch nicht erörtern). Verantwortlich dafür macht er keinen anderen als den US-Präsidenten. (JFB: Donald Trump verschärfe einerseits mit seinem Stil das politische und gesellschaftliche Klima in den USA. Das sei gefährlich, auch für die jüdische Gemeinschaft in den USA, so Klein).

Wenn man das Gefühl hat, dass sich das nicht logisch anhört, dann stockt einem bei seiner Begründung der Atem. Außerdem lege Trump mit der Verlegung der Botschaft nach Jerusalem und der Konfrontation mit dem Iran „einen Fokus auf eine stark pro-israelische Politik“. Er sei froh, so Klein weiter, dass die jüdischen Gemeinschaften in Deutschland „mit Zurückhaltung auf Trumps Nahost-Politik reagieren“. Mit anderen Worten: Pro-Israelische Politik verursacht nach Klein Antisemitismus.

Man muss die Aussagen des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung mehrmals lesen und glaubt es erst, wenn man bemerkt, dass auch andere Quellen gleichlautend berichten. Im Kern fordert Klein, dass man nicht mit pro-jüdischer, pro-israelischer Politik provozieren sollte, sonst sei man praktisch selbst am Antisemitismus schuld, denn dieser scheint für ihn eine Reaktion darauf zu sein. Diese Aussage ist so unglaublich, dass es eigentlich nur eine Reaktion der Kanzlerin geben darf: Entlassung.

Wäre sie nicht in einer finanziellen Abhängigkeit, müsste die jüdische Gemeinschaft in Deutschland die deutsche Nahostpolitik verurteilen

Ich habe Rainer David Früh (Dipl.-Volkswirt, Dipl.-Soziologe; Magister in politischen Wissenschaften und Geschichte) dazu befragt. Er ist selbst „Community Leader“ einer jüdischen Gemeinde in Irland und ein sehr kritischer Beobachter deutscher Israelpolitik.

Patrizia von Berlin: »Ein Beauftragter der Bundesregierung warnt vor pro-israelischer Politik als Quelle von Antisemitismus. Was sagt man dazu?«

Rainer David Früh: »Zunächst ist der Begriff „Jüdische Gemeinschaften“ Unsinn und zeigt den Kenntnisstand des Beauftragten. Es gibt nur eine „Jüdische Gemeinschaft“, wohl aber jüdische Gemeinden. Man sollte hinterfragen, warum die „Jüdischen Gemeinschaft in Deutschland“ kollektiv die Klappe hält. Würde sie sich eindeutig zum Nahostkonflikt, Israel und Trumps Politik äußern, müsste sie folgerichtig die deutsche Nahostpolitik kritisieren, deutlicher gesagt, verurteilen!

Das geht aber nicht, da als eine zusätzliche Folge des Holocaust, das jüdische Leben in Deutschland am finanziellen Tropf des Staates hängt. Also wird man sich seitens des Zentralrates und der nachgeordneten Landesverbände sehr wohl überlegen, wie weit man sich vortrauen darf und überlässt die allfällige Kritik an der Bundesregierung dann eben jüdischen Einzelpersonen.

Diese Erpressbarkeit kann man kritisieren, jedoch aber auch nachvollziehen, denn welche Gemeinde möchte plötzlich ohne staatliche Förderung auf Synagogenbetrieb, Rabbiner, Sozialarbeit und Schulen, Kindergärten etc. verzichten?

Die Strategie hinter dem Ganzen: Israel von Diaspora-Juden isolieren, die man mittels Antisemitismus einschüchtert

Dass ein solcher, staatlich abgestellter Judenbeauftragter solch einen zynischen Mist erzählt, bestätigt nur meine Meinung, dass die Schaffung von „Antisemitismus-Beauftragten“ so notwendig wie ein Furunkel am Hintern ist!

Das ist im Übrigen auch die perfide Strategie, die international von der links und islamisch motivierten BDS-Bewegung (Boycott, Divestment and Sanctions, dt.: Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen, ist eine transnationale politische Kampagne, die Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren will) gefahren wird, einen Keil zwischen Israel und dem Diaspora-Judentum zu treiben, indem von immer mehr außenpolitischen Akteuren Europas die Lüge verbreitet wird, dass der Zionismus nichts mit dem Judentum zu tun habe. 

Das gipfelt in der ungeheuerlichen Aufforderung seitens dieser Akteure (hinter denen nicht unwesentlich das Geld des Antizionisten Soros steht) an die Diaspora-Juden, auf deutliche Distanz zu Israel zu gehen, damit sie dem Antisemitismus entgehen können.«

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Philosophia perennis. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung der Autorin, Patrizia von Berlin, und des Betreibers von PP, David Berger.

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Titelbild: YouTube-Screenshot von Felix Klein

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