Der Islam und die Sklaverei

Von Jürgen Fritz, Do. 05. Feb 2026, Titelbild: Arabische Sklavenhändler und ihre Gefangenen entlang des Rovuma-Flusses zwischen Tansania und Mosambik nach einer Skizze von Livingstone

Ein Thema, auf das Sie fast nirgends stoßen werden, sowohl in unseren Printmedien als auch im TV und Hörfunk, auch so gut wie nie in unseren Schulen, ja selbst in unseren Hochschulen, sogar in den historischen Fakultäten nur äußerst selten, ist das Thema Islam und Sklaverei.

I. Sklaverei war seit der Entstehung des Islam über mehr als 1300 Jahre ein entscheidender wirtschaftlicher Faktor in allen islamischen Gesellschaften

In der gymnasialen Oberstufe hatte ich selbst Geschichte als Leistungskurs, also Hauptfach, habe dann Geschichte im Nebenfach studiert und Geschichte zwei Jahre in der Schule unterrichtet und habe in all dieser Zeit kein einziges Wort von diesem Thema gehört. Das heißt, eine Aufklärung über die Ideologie und die Geschichte des Islam, insbesondere dessen Kriminalgeschichte, findet in der westlichen Welt so gut wie nicht statt und das mit schwerwiegenden Konsequenzen. Einen muslimischen Karlheinz Deschner gibt es offenbar nicht und kann es vielleicht auch gar nicht geben, der so etwas wie eine Kriminalgeschichte des Islam schreiben würde, die dann womöglich nicht zehn Bände, sondern zwanzig, dreißig, womöglich hundert Bände umfassen würde, die nicht 5.000 Seiten, sondern 10.000, 20.000 oder gar 50.000 Seiten umfassen würden.

Denn, um nur dieses eine Unterthema zu nennen, die Sklaverei, diese äußerste Form der Unfreiheit, in der Menschen nicht punktuell, sondern generell wie eine Ware benutzt, ja sogar ver- und gekauft, mithin vollkommen verdinglicht werden, der gröbste Verstoß gegen den kategorischen Imperativ: „Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst“, war von Anfang an essentiell für islamische Gesellschaften, beginnend mit Mohammed, der in der islamischen Ideologie als der ideale Mensch propagiert wird, dem es nachzueifern gilt, quasi Allahs Liebling. Ja, die Sklaverei war seit dem frühen 7. Jahrhundert, seit der Geburtsstunde des Islam, über mehr als 1300 Jahre ein entscheidender wirtschaftlicher Faktor in fast allen islamischen Gesellschaften.

II. Mohammed war – vollkommen anders als Jesus! – Sklavenjäger, Sklavenhalter und Sklavenhändler

Nach eigener islamischer (!) Überlieferung a) versklavte Mohammed Menschen, b) hielt er selbst Sklaven, insbesondere auch weibliche, die seine bis zu neun offiziellen Ehefrauen (darunter auch die bei der Heirat erst sechsjährige Aischa, mit der Mohammed nach islamischer Überlieferung „die Ehe vollzog“ als sie neun Jahre alt war) plus Konkubinen ergänzten. Und c) er betrieb auch selbst Sklavenhandel. All das wird von der islamischen Überlieferung nicht bestritten, sondern ausdrücklich so formuliert. Mohammed und sein Gefolge lebten unter anderem genau davon. Auch hier zeigt sich ein kolossaler Unterschied zu der historischen Person Jesus von Nazareth und auch der literarischen Figur Jesus Christus, der im Christentum als der ideale Mensch vorgestellt wird. Dass der historische Jesus oder der literarische Christus Menschen versklavt, Sklaven hält und verkauft, dass er sich auf Kriegszügen erbeutete Kinder und junge Frauen für sich selbst nimmt, deren Väter und Ehemänner er zuvor töten ließ oder selbst tötete, ist völlig undenkbar. Warum ist das völlig undenkbar?

Weil im Christentum eine völlig andere Moral vorgestellt wird als in der islamischen Ideologie. Dass viele Christen sich nicht immer an diese Moral hielten, dass auch sie über einige Jahrhunderte hinweg Sklavenhandel betrieben, steht auf einem anderen Blatt. Denn sie taten dies, obwohl sie Christen waren, nicht weil sie Christen waren. Aus dem Vorbild Jesus lässt sich das absolut nicht ableiten. Und in der christlichen Lehre wird Sklaverei nicht propagiert, nicht gutgeheißen oder begründet. Man kann dem Christentum vorwerfen, dass die Sklaverei in der christlichen Lehre nicht explizit thematisiert und verdammt wird, das ja. Das wäre ein sehr berechtigter Kritikpunkt. Warum dem so war, dazu später mehr.

Ein Bewusstsein, welch tiefes Unrecht Menschen begehen, wenn sie andere Menschen als ihr Eigentum halten, das ihnen mehr oder weniger ausgeliefert ist, kam in der gesamten Menschheitsgeschichte erst sehr spät auf. In (nahezu) allen Kulturen wurden Menschen als Sklaven gehalten und das sehr, sehr lange. Als metaphysischer Asket, der an keinerlei übersinnliche Wesen glaubt, würde ich sagen, ein Gott, so es einen solchen gäbe, hätte das aber auch schon vor zweitausend oder dreitausend Jahren wissen müssen, dass Sklaverei der Würde (Selbstbestimmung) eines jeden Menschen zutiefst widerspricht, aber eines muss man zugestehen: Die Sklaverei wird im Christentum niemals propagiert oder gerechtfertigt. Und das Christentum enthält eine Moral, die mit der Sklaverei kaum kompatibel ist. Nochmals: Jesus als Sklavenhalter und Sklavenhändler ist undenkbar. Wohl genau deshalb konnte sich der Abolitionismus (Abschaffung der Sklaverei) nur in der abendländischen, in der griechisch-römisch, jüdisch-christlichen Welt entwickeln. Dazu gleich mehr.

III. Sklaverei zu verurteilen, ist im Islam unmöglich, da dies einer Verurteilung Mohammeds, des von Allah ausgewählten idealen Menschen entspräche

Auf den größten Widerstand stieß der Abolitionismus in der islamischen Welt, die sich bis ins 20. Jahrhundert, teilweise bis in die 1960er, 1970er, 1980er Jahre hinein weigerte, die Sklaverei in ihren Ländern abzuschaffen und gesetzlich zu verbieten. Auch heute, im 21. Jahrhundert, gibt es islamische „Gelehrte“, die ganz offen formulieren, dass die Sklaverei „vorübergehend nicht ausgeübt“ werden könne. Und die islamischen Taliban haben jetzt, im Jahr 2026 die Sklaverei wieder legalisiert. Um das zu verstehen, muss man sich immer bewusst machen, welche Person in der islamischen Ideologie als der ideale Mensch dargestellt wird und wie dieser Mensch lebte, was er tat und was er propagierte.

Denn diese historische Person Mohammed (oder wenn es diese gar nicht gegeben haben sollte, dann die so konstruierte literarisch-mythische Figur, das spielt keine Rolle) ist zwingend das Vorbild aller rechtschaffenen Muslime. Dieses Vorbild kann, dies darf kein Muslim negieren, denn das ist der innerste Kern des Islam, mithin seine Essenz: Mohammed ist Allahs Prophet und zwar nicht irgendein Prophet, wie viele andere zuvor, er ist DER Prophet, das „Siegel aller Propheten“, der – so seine eigene Behauptung, sein unumstößliches Diktum, das er vorgeblich von Allah empfangen haben will – alle Irrtümer seiner Vorgänger korrigierte und nach dem kein anderer mehr kommen könne, der ihn korrigieren könnte (im innersten Kern systematisch eingebaute Entwicklungssperre).

Das heißt, um die Sklaverei grundsätzlich zu verurteilen und als etwas moralisch Verwerfliches zu brandmarken, müsste ein Muslim damit mindestens implizit sagen, dass Mohammed, der aus islamischer Sicht ideale Mensch, in diesem Punkt ein schweres Unrecht beging. Außerdem würde sich natürlich die Frage stellen, warum Allah Mohammed, das Siegel aller Propheten, nicht auf dieses Unrecht hingewiesen und ihm nicht gesagt hat, dass er, Allah, das nicht haben möchte, wo er ihm doch sonst alles mögliche gesagt haben soll. Ein solcher Gedanke aber ist für einen rechtschaffenen Muslim vollkommen unmöglich. Niemals darf er Mohammed oder gar Allah selbst kritisieren und als moralisch nicht hundertprozentig integer darstellen, weil ja die islamische Moral gerade über Mohammed allererst definiert wird.

IV. An Mohammed darf im Islam niemals Kritik geübt werden, denn das käme einer Kritik an Allah gleich

Mohammed, der – wohlgemerkt nach islamischer Überlieferung! – Versklaver, Sklavenhalter und Sklavenhändler (das sagen nicht andere Quellen, sondern das sagen die islamischen Quellen selbst!), ist im Islam die Personifikation des guten, des idealen Menschen, so wie Jesus im Christentum der ideale Mensch ist (der nach christlicher Lehre zugleich von göttlicher Natur sein soll). An Mohammed darf keine Kritik – Unterscheidung, was ist gut, was ist nicht gut – geübt werden, denn das käme einer Kritik an Allah – Unterscheidung, was ist an ihm gut, was ist an ihm nicht gut – gleich und das ist in dieser metaphysisch spekulativen Weltanschauung vollkommen ausgeschlossen, weil ja Allah und Mohammed die Verkörperung des Guten selbst sind, welches die Muslime in Allah anbeten. Das absolut Gute, das zudem religiös und emotional enorm aufgeladen ist, kann ja nicht Gutes und Böses enthalten. Das wäre ja völlig widersinnig. Also darf es niemals kritisiert, sprich in Gutes und Schlechtes aufgeteilt werden, das käme einer Beschmutzung des Heiligsten des Islam gleich und könnte höchst gefährliche Folgen haben!

Im Koran und allgemein im Islam werden Muslime zwar immer wieder angehalten, ihre Sklaven gut zu behandeln. Als besondere Wohltätigkeit galt es, Sklaven freizulassen. Und freie Muslime durften nicht versklavt werden, sondern nur Nicht-Muslime, weil diese ja nicht als gleichwertige und auch nicht als gleichberechtigte, sondern pauschal als minderwertige Menschen angesehen werden, alleine aus dem Umstand, dass sie nicht an das glauben, was Mohammed im frühen 7. Jahrhundert in Arabien verkündet haben soll. Deswegen werden auch alle Nicht-Muslime pauschal als „Ungläubige“ (Kufr) tituliert und rubriziert, also als Menschen, die unter den Muslimen stehen. Dabei stehen die „Schriftbesitzer“, Juden und Christen (zweite Kaste) unter den Muslimen (erste Kaste), die Polytheisten (dritte Kaste) unter den „Schriftbesitzern“ und ganz unten stehen die Atheisten (vierte Kaste). In jeder Kaste stehen die Frauen unter den Männern. Dabei stehen die Kasten zwei bis vier nicht etwa knapp unter der ersten Kaste, den Muslimen, sondern der Abstand ist gewaltig, denn alle „Ungläubigen“ sind noch unter den Tieren angesiedelt (siehe z.B. Sure 8, Vers 55), da die Tiere ja keinen Verstand besitzen und sie daher Allah nicht erkennen können, während die „Ungläubigen“ sich Allah verweigern, was ja noch viel schlimmer ist. Eine solches Menschenbild, in dem alle Nicht-Muslime noch unter den Tieren stehen, macht die Versklavung von solchen Wesen natürlich sehr viel leichter.

V. Mohammed wollte die Sklaverei zu keinem Zeitpunkt abschaffen

Und es ist nicht zu erkennen, dass Mohammed jemals die Absicht gehabt hätte, die Sklaverei abzuschaffen. Ganz im Gegenteil, ein berühmter Fall der Versklavung eines Stammes aus der Frühzeit des Islam sind die Banu Quraiza. Dieser jüdische Stamm aus Yathrib/Medina wurde nach der Grabenschlacht von den Muslimen unter Führung Mohammeds angegriffen. (Mohammed war in Yathrib/Medina so eine Art absolutistischer Herrscher, der zugleich oberster Richter, Räuberhauptmann, oberster General und oberster Henker war). Nachdem die Banu Quraiza aufgegeben hatten, wurden alle Männer dieses jüdischen Stammes geköpft, die Knaben, Frauen und Mädchen versklavt. Ibn Ishaq, der Geschichsschreiber, dessen Buch eine der wichtigsten Quellen für die frühe Geschichte des Islam darstellt, beschreibt die Teilung der Beute folgendermaßen:

„Der Prophet verteilte den Besitz, die Frauen und die Kinder der Banu Quraiza unter den Muslimen. Er legte fest, welche Anteile an der Beute jeweils den Reitern und den Unberittenen zustanden, und behielt selbst ein Fünftel ein. […] Die gefangenen Frauen und Kinder aus dem Fünftel schickte er mit dem Helfer Sa’d ibn Zaid in den Nadjd und tauschte sie gegen Pferde und Waffen ein. Eine der gefangenen Frauen, Raihana bint ‚Amr, behielt der Prophet für sich selbst. Sie blieb in seinem Besitz, bis er starb.“

VI. Die Sklavenimporte der islamischen Welt übertrafen alle anderen bei weitem und heizten die Versklavungsprozesse so an, wie es die Welt noch nie gesehen hatte

Als die Muslime ab dem 7. Jahrhundert ihr Weltreich kriegerisch eroberten, errichteten sie von Anfang an das größte und langlebigste Sklavensystem der Menschheitsgeschichte. Diese Eroberungen erbrachten weit größere Sklavenmengen als beispielsweise die römisch-republikanische Expansion. Die islamischen Eroberungen schufen die erste „Weltkultur“, die erste „Weltwirtschaft“. Zentral war dabei der Sklavenhandel. Da die menschliche Arbeitskraft die wichtigste Ressource jeglicher Ökonomie war, strukturierte die islamische Herrschaft die interkontinentalen Handelsläufe der gesamten bekannten Welt um. In den Salz- und Kupferminen der Sahara brauchte man massenhaft Sklaven. Ebenso in den großen Latifundien in Nordafrika. Am wichtigsten aber war der plantagemäßige Anbei von Zucker. Bereits der persische König Chosroes I. ließ im 6. Jahrhundert im Süden Mesopotamiens in großem Umfang Zuckerplantagen anlegen. Diese wurden betrieben mit ostafrikanischen Sklaven. Das war der Ursprung des schwarzen Plantagensystems. Dieses wurde versorgt vom vorislamischen arabischen Sklavenhandel, der dann von den islamischen Arabern weiter ausgebaut wurde.

Dieses erste weltwirtschaftliche System erforderte als das größte Sklavensystem der Weltgeschichte einen ständigen immensen Zustrom an Sklaven. Auch deshalb war das ständige Kriegführen, das unablässige Angreifen auf nicht-muslimische Nachbarn unbedingt notwendig, da ja nur Nicht-Muslime versklavt werden durften. Dabei entstanden vier Lieferzonen für den islamischen Sklavenhandel: 1. der Südrand Europas und das byzantinische Anatolien, 2. der Gürtel von Mittelosteuropa über Russland bis hinein nach Zentralasien, der sich über mehrere tausend Kilometer erstreckte, 3. Indien, 4. Schwarzafrika. Eine herausragende Rolle beim Einfangen von Menschen spielten nomadische Reiter. Sie waren die Versklaver schlechthin. Die Raubzüge zur Versklavung der nicht-muslimischen Nachbarn beruhten auf der Macht der Fangapparate, auf der Überlegenheit der berittenen Krieger. In Afrika war die Sklaverei schon lange zuvor verbreitet. Aber der islamische Kolonialismus veränderte die Dimensionen vollkommen. Die Islamisierung und die Umwandlung riesigen Regionen zur dauerhaftesten Lieferzone der Weltgeschichte hingen eng zusammen. Wo der Islam am einflussreichsten war, erreichte auch die indigene Sklaverei, das Sklavenjagen und die Sklavenexporte das größte Ausmaß. Die Muslime fragten nach, Afrikaner jagten andere Afrikaner und lieferten sie den Muslimen aus. Das ergiebigste Sklavenreservoir für die muslimischen Sklavenjäger war über Jahrhunderte Subsahara-Afrika, insbesondere die Sudan-Region, wo ebenfalls regelrechte Sklavenjagden unternommen wurden und zwar hier von den Muslimen selbst.

Aber auch in Europa machten die Muslime Jagd auf Menschen, die systematisch versklavt wurden. Der amerikanische Historiker Robert C. Davis veröffentlichte 2004 eine Untersuchung über die Versklavung durch Muslime im Mittelmeerraum – aber auch darüber hinaus bis nach England und Island –, wo alleine in dem Zeitraum von 1530 bis 1780 circa 1,25 Mio. Christen den Piraten des Maghreb aus Algier, Tunis und Tripolis usw. in die Hände gefallen sein sollen. In Algier fand die Piraterie erst mit der Eroberung durch Frankreich 1830 ein Ende. Die Zahl der von 1500 bis 1890 aus Ostafrika importierten Sklaven wird auf 6,85 Millionen Menschen geschätzt. Laut Egon Flaig übertrafen die Sklavenimporte der islamischen Welt jene des Römischen Reiches bei weitem, was die Versklavungsprozesse so anheizte, „wie es bis dahin in der Weltgeschichte noch nie geschehen war“.

VII. Die systematische islamische Sklavenjagd endete erst durch die Eingriffe und Verbote der Kolonialmächte

Der erste muslimische Herrscher, der die Sklaverei auf seinem Territorium abschaffte, war Ahmad I. al-Husain, von 1837 bis 1855 der Bey von Tunis. Er versuchte, seinen Staat technisch zu modernisieren und griff dabei auf französische Unterstützung zurück. Im Jahr 1841 verbot er den Sklavenhandel, schloss die Sklavenmärkte, ließ seine eigenen Sklaven frei und stellte die Entsendung von Sklaven als Tributzahlung nach Istanbul ein. Im Osmanischen Reich wurde 1854/55 auf Druck der europäischen Großmächte ein Edikt zum Verbot des Sklavenhandels erlassen. Daraufhin kam es allerdings zu Protesten von Händlern im Hedschas, die das Verbot der Sklaverei als anti-islamisch verurteilten. In Deutsch-Ostafrika beendete Hermann von Wissmann 1895/96 militärisch die Versklavung der einheimischen Afrikaner und den Menschenhandel.

Der Althistoriker Prof. Dr. Egon Flaig schreibt in seinem wunderbaren und wichtigen Buch Weltgeschichte der Sklaverei: „Die Welt verdankt die Abschaffung der Sklaverei der europäischen Kultur. (…) Einen genuin islamischen Abolitionismus – ohne Rekurs auf christliche Texte oder westliche Argumente – hat es nie gegeben. Zu sehr ist der Scharia-Islam auf das Versklaven als ein Ziel des Djihad ausgerichtet. Die maßgeblichen Gutachten moderner islamischer Rechtsgelehrter erklären demgemäß die Sklaverei nicht für prinzipiell inhuman, sondern für vorübergehend nicht praktizierbar“ (Flaig, S. 199). Diese Nicht-Praktizierbarkeit wurde in Afghanistan von den Taliban nun auch offiziell wieder aufgehoben. Was islamisch dominierte Länder in der Zukunft machen werden, sobald sie die Macht dazu erhalten sollten, kann man sich mit ein wenig Vorstellungskraft leicht ausmalen.

VIII. Erste Gedanken in Richtung Naturrecht, in dem alle Menschen frei und gleich sind, in der griechischen und römischen Antike

Der erste, der entschieden in die Richtung Abschaffung der Sklaverei dachte, dürfte der antike griechische Sophist und Rhetor Alkidamas aus Elaia um 375 v.u.Z. gewesen sein. Dieser formulierte explizit: „Alle hat Gott freigelassen; keinen hat die Natur zum Sklaven gemacht. (…) Andere halten dagegen das Gebieten über Sklaven für naturwidrig, denn nur aufgrund des positiven Rechts sei der eine Sklave, der andere Freier, der Natur nach bestehe aber kein Unterschied zwischen ihnen; deswegen sei das Gebieten über Sklaven auch nicht gerecht, es gründe sich nämlich auf Gewalt.“ (zitiert nach Flaig, S. 75) Hier wird vor 2.400 Jahren erstmals in der Weltgeschichte der Kernsatz des Abolitionismus klar ausgesprochen und das im antiken Griechenland: Sklaverei ist ein auf Gewalt gründendes Unrecht.

Bei Marcus Tullius Cicero (106-43 v.u.Z.), dem berühmtesten Redner des alten Rom, finden wir dann gegen Aristoteles argumentierend, welcher meinte, den Sklaven fehle die planende Vernunft, folgende Gedanken: „Denn die Vernunft … ist gewiß allen gemeinsam; obwohl sie dem Grad ihrer Ausbildung nach unterschiedlich entwickelt ist, so ist sie doch hinsichtlich ihrer Lernfähigkeit gleich… Es gibt keinen Menschen auf dieser Welt, der nicht zur Entfaltung seiner Möglichkeiten gelangen kann, wenn er nur ein entsprechendes Leitbild gefunden hat.“ (zitiert nach Flaig, S. 76) Die antiken römischen Juristen entwickelten dann mit philosophischen Begriffen eine ganz eigene Theorie, indem sie zwischen dem natürlichen Recht (ius naturale) und dem allgemeinen Recht der Völker (ius gentium) unterschieden. Nach dem ius naturale seien alle Menschen frei und gleich. Die Sklaverei sei „ein Institution des ius gentium, durch welche jemand wider die Natur einer fremden Herrschaft unterworfen ist.“ (zit. nach Flaig, S. 76) Den Schritt, das ius naturale über das ius gentium zu stellen, vollzogen die antiken römischen Juristen aber noch nicht. Der Gleichheitsgedanke taucht aber auch hier schon auf.

Jesus von Nazareth verkündete dann in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts das unmittelbar bevorstehende Reich Gottes. Zum Thema Sklaverei nahm er laut den Evangelien niemals Stellung, weder bejahend noch verneinend, da ja das Reich Gottes ohnehin ganz nahe sei. Eine Abschaffung der Institution der Sklaverei wurde deshalb auch bei Paulus nicht als notwendig erachtet, da die frühen Christen im ersten Jahrhundert weiterhin glaubten, des Weltende stünde unmittelbar bevor. Aber Paulus verkündete, Christus habe selbst Knecht- oder Sklavengestalt angenommen und Sklavenhändler rechnete Paulus zu den Schwerverbrechern. Der Sklave solle „Bruder im Fleische“ nicht bloß im Geiste sein. Er sei ein Familienmitglied mit vollen Rechten, sogar erbberechtigt.

IX. Der Abolitionismus konnte im christlichen Kulturkreis entstehen, weil mit Jesus ein völlig anderes Ideal gesetzt wurde

Mit Jesus wurde aber ein völlig anderes Ideal gesetzt. Genau deshalb konnte innerhalb des christlichen Kulturkreises ab dem 18. Jahrhundert eine Bewegung zur Ächtung und Abschaffung der Sklaverei entstehen, der Abolitionismus. Diese Bewegung ging zunächst hauptsächlich von christlichen Gruppen, vor allem protestantischen Minoritäten aus, insbesondere Quäkern. Ein wichtiges Argument lautete, dass Sklaverei mit dem christlichen Verständnis der Gnade Gottes und des Menschen als Kind Gottes nicht vereinbar sei. Die Quäker gründeten bereits 1783 ein Komitee gegen den Sklavenhandel. Erst später argumentierten auch moderne Aufklärer gegen die Sklaverei. (Als Kind der Aufklärung hätte ich mir gewünscht, dass die Reihenfolge anders herum gewesen wäre, aber Aufklärung bedeutet ja auch, immer ehrlich bei den historischen Fakten bleiben, auch wenn einem diese mal nicht so gut gefallen.) 1792 wurde erstmals im House of Commons die Abschaffung des Sklavenhandels beschlossen. Ab 1808 nahm vor allem Großbritannien eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die Sklaverei ein und die Widerstände waren alles andere als gering.

„Dass wir ohne Sklaverei leben ist, ist nicht selbstverständlich. Dieser Zustand ist historisch errungen und kann wieder verloren gehen“ so Egon Flaig. „Einem Teil der Menschheit ist es gelungen, die Sklaverei beinahe global abzuschaffen. Das ist der tiefste Bruch in der Weltgeschichte.“ Und dieser Teil der Menschheit waren Europäer in Europa und europäische Aussiedler in Nordamerika. Dass die Menschenrechte universal sind bedeutet: ALLEN Menschen kommen diese elementaren Rechte auf Leben, auf körperliche Unversehrtheit, auf Freizügigkeit, auf Selbstbestimmung, auf Weltanschauungsfreiheit, auf Redefreiheit, auf Eigentum, auf Streben nach persönlichem Glück etc. gleichermaßen zu. ALLE Menschen sind bezüglich dieser Grundlagen aller Grundlagen gleichberechtigt. Menschen sind gleichberechtigt, nicht Kulturen! Eine Kultur, die die Gleichberechtigung aller Menschen negiert, kann nicht gleichberechtigt sein mit Kulturen, die die Gleichberechtigung der Menschen anerkennen. Das passt nicht zusammen.

Die Entdeckung, die Freilegung der universalen Menschenrechte und das bedeutet immer zuallererst Abschaffung der Sklaverei, geschah ausschließlich in der europäischen, der westlichen, der abendländischen, der griechisch-römisch, jüdisch-christlichen Kultur. Dabei gilt: Die universalen Menschenrechte sind nicht deshalb gut und richtig, weil sie von Europäern entdeckt (oder entwickelt) wurden, sondern sie sind gut und richtig, weil sie gut und richtig sind, so wie die Relativitätstheorie gut und richtig ist (in dem Sinne, dass sie unglaublich viele Beobachtungen deuten und korrekte Vorhersagen zu machen imstande ist), weil sie gut und richtig ist und nicht weil sie von einem Europäer entdeckt (oder entwickelt) wurde, wobei Albert Einstein sie freilich nur deshalb entdecken (oder entwickeln) konnte, weil er eine zweieinhalbtausendjährige geistige Tradition der abendländischen Kultur in sich trug.

Oder wie schon Sir Isaac Newton (1642-1726), der wahrscheinlich größte Naturwissenschaftler, den es jemals gab, Verfasser des bekanntesten Physikbuches der Neuzeit, der Philosophiae Naturalis Principia Mathematica (Entwicklung der klassischen Mechanik, Formulierung des Gravitationsgesetzes), der zudem unabhängig von Leibniz in Deutschland in England die Infinitesimalrechnung entwickelte, in einem Brief an Robert Hooke schrieb: „Wenn ich weiter sehen konnte, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stand.“

X. Wer die Sklaverei nicht kategorisch ablehnt, negiert die universalen Menschenrechte und damit unsere Verfassung

Den krassesten Widerspruch zu den universalen Menschenrechten, die dem Grundgesetz (Art. 1, Abs. 2 GG) und den freiheitlichen westlichen Gesellschaften zu Grunde liegen, bildet die Sklaverei, die äußerste Form der Unfreiheit. Die Sklaverei gehörte aber zum Islam von seiner ersten Stunde an dazu, weil Mohammed, DER Prophet Allahs, ein Sklavenjäger, Sklavenhalter und Sklavenhändler war und weil das gesamte Wirtschaftssystem des Islam über mehr als 1300 Jahre darauf beruhte und nur durch den Druck des stärkeren Europas und der USA vorübergehend außer Kraft gesetzt wurde. Das aber heißt, der Islam, der nicht einmal die Sklaverei verurteilen kann, steht schon in seinem innersten Kern den universalen Menschenrechten, damit dem Grundgesetz, den Allgemeinen Menschenrechtserklärungen und den westlichen Verfassungen diametral entgegen.

Daraus kann es nur eine logische Schlussfolgerung geben: kein Verbot der Glaubensfreiheit (Gedanken, die die Staatsgewalt nichts angehen), kein Bekenntnisverbot (die offene Äußerung, dass man an Mohammed und den von ihm postulierten Allah glaubt), was beides von Artikel 4, Absatz 1 Grundgesetz als unverletzliche Grundrechte geschützt sind, aber Islamausübungsverbot und das möglichst in der gesamten westlichen Welt (Europa, Nordamerika, Australien, Japan, Südkorea …), was bei uns rechtlich möglich und unumgänglich ist, wenn die abendländische Kultur überleben möchte, da die islamische Ideologie auf lange Sicht auf die Abschaffung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung abzielt (Errichtung eines Kalifats) und von diesem Ziel nicht abrücken kann, ohne sich selbst zu verraten, weil Allah laut Mohammed unmissverständlich deutlich machte, dass Allahs Wort und Gesetz, die Scharia, immer und für alle Zeiten über jedem „nur“ von Menschen gemachten Gesetz stünde. Alles andere als ein Islamausübungsverbot käme somit wiederum einem Verrat an unserer eigenen Verfassung, an der freien Welt, an Aufklärung und Humanismus, an den Menschenrechten und am Mensch-Sein des Menschen selbst gleich.

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