Von Jürgen Fritz, Sa. 07. Mär 2026, Titelbild: YouTube-Screenshot
Die grundlegendste politische Entscheidung ist wohl, wie man sich außenpolitisch positioniert. Denn kommt es zum Krieg, ist das die Schlüsselfrage schlechthin: Auf welcher Seite wollen wir dann stehen? Die AfD scheint sich außenpolitisch gen Russland zu positionieren. Ganz anders dagegen Team Freiheit.
Team Freiheit: USA oder China und Russland?
Auf X schreibt Team Freiheit: »Viele deutsche Politiker reagieren auf den Militärschlag Israels und der USA gegen den Iran reflexartig mit moralischen Appellen und Verweisen auf das Völkerrecht. Der Wunsch nach einer Welt ohne Krieg ist verständlich. Aber seriöse Außenpolitik beginnt mit einer nüchternen Realität: In einer globalisierten Welt wird es immer Großmächte geben. Und wo es Großmächte gibt, gibt es Wettbewerb um Einfluss und Vorherrschaft. Wir hören oft, die Welt sei heute multipolar. Das stimmt nur teilweise. Tatsächlich bildet sich längst wieder eine Blockstruktur: Auf der einen Seite die USA und ihre Verbündeten. Auf der anderen Seite eine strategische Achse aus China, Russland und Staaten wie dem Iran.
Der Unterschied zum Kalten Krieg: Der zentrale Gegenpol zu den USA ist heute nicht mehr Russland – sondern China. Aus dieser Realität folgt eine einfache Erkenntnis: Es wird in der internationalen Ordnung immer eine dominante Supermacht geben. Die eigentliche Frage lautet also nicht, ob es eine solche Macht gibt. Die Frage lautet: Welche? Wollen wir in einer Welt leben, in der die USA den Ton angeben? Oder in einer Welt, in der China – gemeinsam mit Russland und autoritären Partnerstaaten – die Regeln setzt?
Genau vor diesem Hintergrund muss auch der Konflikt mit dem Iran betrachtet werden. Er schwelt seit Jahrzehnten. Der Iran unterstützt offen Organisationen wie Hamas und Hisbollah – beide führen seit Jahren Stellvertreterkriege gegen Israel. Zugleich arbeitet das Regime an nuklearen Fähigkeiten und ist wirtschaftlich und strategisch eng mit China und Russland verbunden. China gehört zu den wichtigsten Abnehmern iranischen Öls. Wenn man also sagt, man lehne militärische Intervention grundsätzlich ab und setze ausschließlich auf Diplomatie, muss man ehrlich benennen, was das bedeutet: Man nimmt in Kauf, dass ein eng mit China und Russland verbundenes Regime seine Macht weiter ausbaut – möglicherweise bis hin zur Atombombe. Die Folgen wären erheblich.
Ein atomar gestärkter Iran würde nicht nur das Machtgleichgewicht im Nahen Osten verschieben. Er würde auch den geopolitischen Einflussblock um China stärken – und damit den globalen Machtshift weiter in Richtung autoritärer Systeme treiben. In letzter Konsequenz geht es dabei nicht nur um den Nahen Osten. Es geht um die Frage, welche Machtstruktur die internationale Ordnung prägt – und wie weit der Einfluss Chinas wachsen kann. Eine weitere Verschiebung zugunsten Pekings hätte Auswirkungen weit über die Region hinaus, etwa auf die strategische Position gegenüber Taiwan und damit auf die globale Wirtschaftsordnung.
Man kann all das politisch unterschiedlich bewerten. Was man aber nicht tun kann, ist so zu tun, als gäbe es eine dritte Option ohne Machtpolitik. Eine Welt ohne geopolitische Rivalität existiert nicht. Die reale Wahl besteht nicht zwischen Machtpolitik und keiner Machtpolitik. Die reale Wahl besteht zwischen unterschiedlichen Machtordnungen. Und aus freiheitlicher Perspektive ist diese Wahl eigentlich ziemlich klar.
Natürlich machen auch die USA Fehler. Natürlich muss man amerikanische Politik kritisieren dürfen. Aber dass wir diese Kritik überhaupt frei äußern können, liegt auch daran, dass wir in einer politischen Ordnung leben, die stark von der europäisch-amerikanischen Tradition von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und individueller Selbstbestimmung geprägt ist. Wer amerikanische Vorherrschaft ablehnt, muss deshalb konsequent sagen, dass er lieber in einer Welt leben möchte, in der China und Russland die Regeln bestimmen. Das darf jeder so sehen. Für eine freiheitliche Position ist diese Wahl jedoch schwer plausibel.«
In der Geopolitik braucht man starke Verbündete, wenn man im großen Spiel der Mächte nicht untergehen will
Dieser Analyse schließe ich mich voll und ganz an. Ich habe dies bereits in meinem Artikel Die zwei Achsen des Bösen Mitte Januar beschrieben. China – Russland – Nordkorea – Iran bilden die ersten Achse, die gegen die freiheitliche, menschenrechtsbasierte Welt ankämpft. Die zweite Achse ist die zwischen postmodernen Sozialisten und ultrakonservativen und radikalen Islam-Anhängern, zu dem der Iran ebenfalls dazu gehört. Auch diese zweite Achse bekämpft den freien Westen, das griechisch-römische, jüdisch-christliche Abendland und zwar von innen und per Massenmigration, um das Abendland quasi von innen heraus einzunehmen.
Die Trump-Administration hat den Kampf gegen die zweite Achse offenbar voll angenommen und versucht, wichtige Bündnispartner der ersten Achse – Venezuela, Iran, Hamas – aus dem Spiel zu nehmen. Dies wird im globalen Spiel der Mächte von Achse eins und Achse zwei mit Verweis auf das Völkerrecht scharf kritisiert, wobei etliche dieser Akteure das Völkerrecht immer nur dann interessiert, wenn es gegen Israel, gegen die USA, gegen Europa in Anschlag gebracht werden kann.
Bei allen Schwächen der USA und der Trump-Administration kann die Entscheidung für einen dieser zwei großen Machtblöcke aus freiheitlich-menschenrechtsbasierter Perspektive sicherlich nicht die sein, sich auf die Seite Chinas, Russlands und des Iran zu schlagen, wie das die AfD zu tun scheint. Trump und Israel sind natürlich die Lieblingsfeindbilder der postmodernen linksradikalen, antisemitischen und antiokzidentalen Sozialisten. Dass ich es aber nicht für sehr klug halte, wenn wir uns von Linksradikalen gegen Trump aufhetzen lassen, habe ich hier ausführlich erläutert. Und in Kriegen braucht man meist möglichst starke Verbündete. Als freiheitlich orientierter Mensch kann es da meines Erachtens nur eine sinnvolle Option geben.
Team Freiheit
Team Freiheit wurde 2025 zunächst als Verein gegründet. Inzwischen gibt es auch die Partei Team Freiheit. An der Spitze des Vereins stehen:
- Thomas L. Kemmerich, 2015 bis 2025 Vorsitzender der FDP Thüringen,
- Dr. Frauke Petry, bis 2017 Parteivorsitzende der AfD, bis 2021 Bundestagsabgeordnete
- Joana Cotar, bis 2025 Bundestagsabgeordnete, bis 2022 für die AfD.
Programmatisch steht Team Freiheit insbesondere für:
- Schutz der Meinungsfreiheit
- Haftung von Politikern für vorsätzliche oder grob fahrlässige verursachte Schäden
- einen schlanken Staat: Staatsquote langfristig unter 25 Prozent
- Beendigung der unfreiwilligen NGO-Finanzierung
- Behördenabbau
- günstige und sichere Energieversorgung inkl. Kernkraft
- Subventionsabbau
- Technologieoffenheit
- Einführung einer negativen Einkommenssteuer, damit sich Arbeit immer lohnt
- Sozialstaatsreform mit dem Fokus auf drei Gruppen: a) Kinder, deren Eltern nicht für sie sorgen können, b) Alte, die nicht für sich sorgen können sowie c) Kranke und Behinderte, die nicht für sich sorgen können.
- individuelle Gestaltung der Altersvorsorge aufbauend auf einer Grundabsicherung
- Beendigung der aktuellen Asyl- und Migrationspolitik: a) Abschaffung sämtlicher Pull-Faktoren (Sozialleistungen), Umstellung auf Sachleistungen, b) Reform des Asylrechts, c) alle Einwanderer müssen ihren Lebensunterhalt selbst finanzieren, d) Ablehnung unserer kulturellen und zivilisatorischen Grundlagen führt zur Beendigung des Aufenthaltes.
- Weniger Zentralismus auf EU-Ebene
- Wettbewerb bei Währungskonzepten: freie Wahl
- Schutz der digitalen Freiheit durch Schutz vor Überwachung, Recht auf Verschlüsselung und freie Netze
- Abschaffung der Zwangsbeiträge für den ÖRR
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