Von Jürgen Fritz, So. 08. Mär 2026, Titelbild: YouTube-Screenshot
Die Ehemalige ZDF/3sat-Mitarbeiterin Katrin Seibold, die über Erlebnisse innerhalb des Senders berichtet hatte, vermutet, dass geheimdienstlichen Operationen gegen sie angewendet wurden. In Deutschland könne man nicht mehr frei reden, so Seibold.
Katrin Seibolds Schreiben vom 08.03.2026
»Liebe Community in X,
nach meinen Einlassungen zu meinem ehemaligen Arbeitgeber ZDF seit dem 15. Februar 2026 zum ZDF-Bilder-Fake wurde vergangene Woche meine Familie von einem anonymen Anrufer bedroht. Das war bisher nicht vorgekommen. Ich kenne allerdings ähnliches schon aus der Zeit nach dem 22.2.2022.
Damals hatte ich in BILD Viertelnachacht ausgepackt und über Erlebnisse innerhalb des Senders berichtet. Dieses Video landete auf Platz 2 aller meistgeklickter deutschsprachiger YouTube-Videos mit rund 503.000 Aufrufen innerhalb der ersten 24 Stunden. (Quelle: Meedia). Ich sprach noch in drei weiteren Formaten darüber und erreichte darüber insgesamt 1,5 Mio Zuschauer.
Die Folge waren zwei denunzierende Artikel, einer von in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und einer im Online-Portal Übermedien. Eine Woche später war mein Wikipedia-Artikel, den meine spätere Chefin bei 3sat und damals noch Kollegin angelegt hatte anlässlich meiner Moderation des Berlinale Journals in 3sat 2008, gelöscht. Wie das zugehen konnte, habe ich nie erfahren.
Da sich danach merkwürdige Vorfälle in meinem Leben ereigneten, die mir bis dato nicht passiert waren, sprach ich darüber mit verschiedenen Leuten, die sich mit geheimdienstlichen Operationen auskennen. Daraus ging hervor, dass es sich bei diesen Vorkommnissen sehr wahrscheinlich um solcherlei gehandelt haben könnte.
Danach habe ich mich sehr lange nicht mehr zu meinem langjährigen Arbeitgeber geäußert. Die Veröffentlichungen von NIUS und Apollo News und die darauffolgende Debatte der vergangenen Wochen gaben mir Anlass, mich erneut zu Wort zu melden.
Ich habe nun die meisten meiner Posts auf diesem Kanal in X zum ZDF-Bilder-Fake gelöscht, um nicht weitere Repressalien zu erleben. Was dem Kollegen Jan Fleischhauer widerfahren ist, sollte jedem die Augen öffnen. Wer noch von „Unsere Demokratie“ spricht, dürfte nun endgültig davon ablassen können.
Dass ein relevanter Anteil der deutschen Bevölkerung sofort wissen würde, was ich meine, ein anderer all dies sofort in Abrede stellen und die Wahrheit meiner Worte in Zweifel ziehen würde, ist sinnbildlich für das, was hier im Lande passiert.
Allen, die das alles nicht glauben wollen, sei gesagt, dass zahlreiche Journalistenkollegen sich während der letzten Jahre ins Ausland abgesetzt haben, um weiterhin veröffentlichen zu können. Sie berichten in den deutschen Sprachraum hinein gewissermaßen aus dem Exil. Ihre Texte, Audios und Videos sind damit für die Menschen hier von unschätzbarem Wert.
Dass X ein freies Medium ist, hilft in Deutschland nur bedingt weiter. Hier wird zwar nicht zensiert, aber was teilweise von anderer Seite folgt, wenn man hier seine Meinung äußert, macht unfrei.
Ich danke allen für ihre Aufmerksamkeit, die hier mitgelesen haben. Auch wenn diese Zeiten bisweilen dystopisch anmuten, bin ich zutiefst davon überzeugt, dass die Wahrheit siegen wird und wir auf bessere Zeiten zusteuern. Auch glaube ich an das Gute im Menschen und erlebe es täglich in kleinen Momenten auf der Straße. Glauben Sie mit mir daran!
Ihre Katrin Seibold«
Polizei ermittelt gegen Jan Fleischhauer wegen „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“
Zu dem ZDF-Bilder-Fake und was da intern im ZDF ablief, darüber berichtet seit gestern auch die WELT: »„Du hast Tausenden ins Gesicht gespuckt“ – ZDF-Mitarbeiter werfen unbekanntem Kollegen Verrat vor – Das ZDF verwendete KI-Bilder im „heute journal“. Der Sender entschuldigte sich und berief sogar eine interne Krisenversammlung ein. Aufnahmen davon landeten bei „Nius“. Die Belegschaft reagiert mit massiver Wut.«
Und zu dem Fall Fleischhauer, den Katrin Seibold erwähnt: Der sehr bekannte FOCUS-Kolumnist Jan Fleischhauer gab am 6. März 2026 bekannt, dass ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet wurde: »Das suchende Auge der Staatsmacht im Kampf gegen Hass und Hetze kennt keinen verborgenen Winkel. Jetzt hat es auch mich getroffen. Verbreitung verbotener Parolen gemäß § 86a StGB, lautet der Vorwurf. Ein Strafverfahren ist eröffnet.«
In seinem FOCUS-Artikel vom 6. März erläutert er den Vorfall weiter: »Die Staatsmacht hat mich aufgefordert, mich zu erklären. Wenn meine Erklärungen nicht zufriedenstellend ausfallen, drohen mir bis zu drei Jahre Gefängnis, ersatzweise Geldstrafe. Was habe ich mir zu Schulden kommen lassen? Ich habe Worte benutzt, die man mir zu meinem Nachteil auslegt. Anfang Dezember bin ich in meinem Podcast „Der schwarze Kanal“ auf den Gründungskongress der Jugendorganisation der AfD in Gießen zu sprechen gekommen. (…) Bis zum März 2025 hieß der Jugendverband „Junge Alternative“, dann trennte sich die AfD von ihrer Nachwuchsorganisation, weil sie selbst der AfD-Führung zu radikal war. Anfang November kam es in Gießen zur Neugründung. Im Vorfeld hatte es mehrere Namensvorschläge wie „Patriotische Jugend“ oder „Generation Deutschland“ gegeben. (…)
„Wie heißt die AfD-Jugend jetzt eigentlich?“, fragte ich meine Kollegin Carolin Blüchel. „‚Generation Hoffnung‘ oder ‚Generation Deutschland erwache‘?“ Ich habe in dem Moment also Delegierte, die mit Insignien des Dritten Reichs flirten, so genannt, wie der Flirt es nahelegt. Das aber will die Staatsmacht nicht stehen lassen. „Beim o. a. Wortlaut handelt es sich um eine verbotene Parole gem. § 86a StGB“, heißt es in dem Schreiben des Kriminaldezernats 4 in München, ein entsprechendes Strafverfahren sei eingeleitet.«
Soweit Jan Fleischhauer. Dieses Strafverfahren ist natürlich in seiner Begründung absolut lächerlich. § 86a StGB rekurriert in Absatz 3 ausdrücklich auf § 86 StGB Absatz 4, wo es heißt: »Die Absätze 1 und 2 gelten nicht, wenn die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.«
Aber vieles deutet eben darauf hin, dass hier die Justiz gezielt missbraucht wird, um Bürger, inzwischen auch führende Journalisten des Landes, sobald sie ein wenig von der linksradikalen Linie abweichen, systematisch einzuschüchtern. Die Richterin Dr. Clivia von Dewitz hatte schon 2024 im Rahmen der Habeck-Schwachkopf-Affäre den politischen Missbrauch der Justiz scharf kritisiert.
NIUS kommtentiert das Strafverfahren gegen Fleischhauer wie folgt: »Mit einem auf haarsträubende Weise konstruierten Vorwurf ermittelt die Münchener Staatsanwaltschaft gegen den Journalisten Jan Fleischhauer!«
Und Wolfgang Kubicki, Rechtsanwalt, stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender, schreibt: »Ein weiteres Beispiel für den komplett außer Kontrolle geratenen staatlichen Verfolgungseifer, wo das Grundrecht auf Meinungsfreiheit ein Bollwerk gegen solche Übergriffe sein müsste. Jan Fleischhauer hat Recht: Der Rechtsstaat funktioniert und am Ende werden solche Verfahren keinen Erfolg bringen. Wie jüngst durch das Bundesverfassungsgericht unter Beweis gestellt, das die Baden-württembergische Justiz an elementare Grundsätze der Meinungsfreiheit erinnern musste. Die Schäden, die bis dahin angerichtet werden sind aber zu groß. Der Staat muss sich endlich im der Verfolgung von Äußerungen zurückzunehmen! In diesem Fall liegt sogar die Verwirklichung des Straftatbestandes der Verfolgung Unschuldiger auf der Hand.«
Auch die Autorin Birgit Kelle findet sehr deutliche Worte: »Sie haben den Verstand verloren – oder sie sind wirklich bösartig. Es gibt nur diese beiden Varianten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt ernsthaft gegen den Kollegen Jan Fleischhauer wegen einer offensichtlich ironischen Anspielung. Wenn das der neue Maßstab der Meinungsfreiheit sein soll, kann sich wirklich jeder im Land drauf einstellen, dass jederzeit die Polizei vor der Tür steht. Ironie, Sarkasmus und auch Humor sind dann ein Privileg der Mächtigen und derjenigen in den Medien, die politisch konform laufen und sich täglich ihr Fleißkärtchen bei der Regierung abholen. Solche Vorgänge sollen einschüchtern, disziplinieren, ruhigstellen. Die richtige Reaktion ist: jetzt erst recht.«
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