Von Jürgen Fritz, Di. 03. Mär 2026, Titelbild: DWS News-Screenshot
Am 28.02.2026 starteten Israel und die USA ihren Angriff auf das iranische Terror-Regime. Ali Chamenei, der oberste Führer, das „politische und religiöse Oberhaupt“ des Iran und etliche andere Führungsköpfe wurden ausgeschaltet. Doch was genau sind die Ziele insbesondere der US-Beteiligung und überhaupt der Außenpolitik Trumps?
Trump und Vance nennen die US-Ziele im Krieg gegen das iranische Terror-Regime
Laut US-Vizepräsident JD Vance wird „Präsident Trump die Vereinigten Staaten nicht in einen jahrelangen Konflikt ohne klares Ziel verwickeln. Iran darf niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen. Das ist das Ziel dieser Operation, und Präsident Trump wird sie zu ihrem Abschluss bringen“, schreibt der Vizepräsident heute auf X.
Etwas ausführlicher erläuterte Donald Trump am Montag bei einer Veranstaltung im Weißen Haus: „Unsere Ziele sind klar.
- Erstens zerstören wir die Raketenkapazitäten des Iran …
- Zweitens vernichten wir seine Marine …
- Drittens stellen wir sicher, dass der weltweit größte Förderer des Terrors niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen kann.
- Und schließlich sorgen wir dafür, dass das iranische Regime nicht weiterhin terroristische Armeen außerhalb seiner Grenzen bewaffnen, finanzieren und lenken kann.“
Fräulein Holles Analyse zum Iran
Sehr interessante Hinweise zur US-Außenpolitik finden sich auf dem Profil von Fräulein Holle auf X. Zum Iran schrieb diese bereits am 11. Januar 2026:
»Ich gehe davon aus, dass die USA und Israel bereits ein Eingreifen im Iran vorbereiten. Die entscheidende Frage ist nicht ob, sondern wie: Die Führung muss ausgeschaltet werden, das Militär neutralisiert oder auf die eigene Seite gezogen, und ein Bürgerkrieg oder völliges Chaos muss verhindert werden. Das ist eine Aufgabe von einer Komplexität, gegen die Venezuela ein Kinderspiel war. Trump will um jeden Preis ein zweites Irak-Szenario vermeiden. Wenn etwas passiert, dann gezielt, chirurgisch und mit klarer politischer Absicht – und vermutlich bald.«
Am 28. Februar schreibt Frau Holle dann:
»Der Iran ist die Spinne im Netz des internationalen Terrorismus. Mit Hamas, Hisbollah, Revolutionsgarden und vielen andere finanzieren die Mullahs Organisationen die den gesamten Nahen Osten terrorisieren. Im eigenen Land hängt man Homosexuelle an Kränen auf und hat seit den Protesten in diesem Jahr schon über 30.000 Bürger getötet. Nun wollen Israel und die USA den Meister des Terrors aus dem Spiel nehmen. Und was hört man von den westlichen Linken und leider auch von der AfD: Völkerrecht, hands off the Mullahs, Flächenbrand, bla bla bla.«
Und schließlich am 2. März:
»Das Schöne an den antisemitischen Ausfällen, den Lügen und dem Framing des ÖRR, den Pseudoanalysen von sogenannten Nahostexperten, dem heuchlerischen Hinweis auf das Völkerrecht und dem Verbreiten der Mullah-Propaganda: Es ist Trump und Netanjahu sowas von scheißegal. Sie wissen, sie tun das Richtige. Und sie werden es weiter verfolgen bis der Job getan ist. Die Ganze Region, die ganze westliche Welt wird davon profitieren. Völlig unabhängig davon, was deren Kritiker nun von sich geben.«
Fräulein Holles Deutung der Außenpolitik-Grundsätze Trumps: konsistente Strategie mit flexibel wechselnder Taktik
Ebenfalls bereits am 11. Januar 2026 legte Fräulein Holle eine interessante Analyse der Außenpolitik Trumps vor, in welchem sie die grundsätzliche Strategie erläuterte:
»Viele halten Trump für unberechenbar oder gar wahnsinnig. Das ist ein krasser Denkfehler. Was viele für Chaos halten, ist in Wahrheit eine sehr konsistente Strategie mit flexibel wechselnder Taktik.
1) Grundprinzip: Trumps außenpolitische Logik ist nicht ideologisch, sondern macht- und wirtschaftspolitisch: Die USA sollen geopolitisch dominieren, Geld verdienen und strategische Rivalen schwächen – vor allem China, Russland und den Iran. Er ändert nicht seine Ziele, sondern nur seine Hebel.
2) Ukraine: Sein Ziel war von Beginn an klar: den Krieg beenden. Nicht aus Moral, sondern weil:
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- Krieg den Westen schwächt
- Russland weiter in Chinas Arme treibt
- und wirtschaftliche Kooperation blockiert.
Darum übt er wechselweise Druck auf Putin und Selenskyj aus. Nicht aus Unentschlossenheit, sondern um herauszufinden, auf welcher Seite der geringste Widerstand liegt, um einen Deal zu erzwingen. Das ist eine klassische Verhandlungsstrategie.
3) Venezuela: Venezuela ist für Trump kein Menschenrechtsprojekt, sondern ein geopolitischer Frontstaat. Dort haben:
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- China
- Russland
- Iran sowie deren Netzwerke (Hizbullah, Hamas etc.)
massiv Einfluss gewonnen – mitten in der westlichen Hemisphäre. Das ist für jede US-Regierung ein strategischer Albtraum. Sein Ziel ist:
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- diesen Block zurückzudrängen
- US-Einfluss wiederherzustellen
- und amerikanischen Firmen den Zugang zum größten Ölvermögen der Welt zu sichern.
Dass sich dadurch die Lebensbedingungen der Venezolaner verbessern, ist ein positiver Nebeneffekt – aber nicht der Haupttreiber.
4) Warum er das Regime (in Venezuela) nicht stürzt: Viele kritisieren, dass Trump die Leute von Maduro nicht einfach entfernt. Aber genau das ist der Punkt: Er hat aus dem Irak gelernt. Dort hat man die gesamte Führungsebene entfernt – und ein Machtvakuum geschaffen, das Chaos, Terror und Bürgerkrieg produziert hat. Trump macht das Gegenteil: Er lässt die bestehende Machtstruktur stehen, bringt sie aber unter Kontrolle. Das sichert Stabilität, Lieferketten, Durchsetzbarkeit und verhindert das Chaos, das seine Vorgänger im Irak, in Libyen, in Syrien und in Afghanistan angerichtet haben. Die Oppositionsführerin (Machado) wurde getestet – sie hat aber weder Militär noch Institutionen hinter sich. Sie einzusetzen wäre ein sicherer Weg in Chaos und Instabilität gewesen.
5) Grönland & Arktis: Auch hier sehen viele nur Größenwahn ind Imperialismus. In Wahrheit geht es um Geostrategie. Durch den Klimawandel öffnen sich neue Seewege zwischen Arktis und Nordatlantik. Russland baut schon gezielt eine Eisbrecherflotte auf. China folgt. Dänemark allein kann diese Region nicht sichern. Trump will verhindern, dass sich dort ein zweites Südchinesisches Meer entwickelt – diesmal direkt vor der Haustür der NATO. Dass er dabei mit maximalen Forderungen startet („Militäreinsatz nicht ausgeschlossen“) ist keine Kriegsdrohung, sondern Verhandlungstaktik – genau so, wie er sie selbst in „The Art of the Deal“ beschreibt.
Fazit: Trump handelt nicht impulsiv – er denkt strategisch in Machtzonen, Ressourcen, Handelswegen und Rivalitätsblöcken. Wer ständig nur auf seine anscheinend wechselnden Schritte schaut, übersieht die konstante Linie dahinter. Was wie Unberechenbarkeit wirkt, ist für jeden, der Verhandlungslogik versteht, ein kalkulierter Druckaufbau. Nicht Chaos. Sondern Strategie mit flexibler Taktik.«
Die tatsächliche Zeitenwende hat in den USA mit Trump begonnen: dort will man ein starkes, selbstverantwortliches Europa als Voraussetzung für einen starken Westen
Und am 22. Januar schrieb Fräulein Holle:
»Die in Deutschland und Europa oft beschworene „Zeitenwende“ bleibt bislang vor allem Rhetorik. Die tatsächliche Zeitenwende hat bereits in den USA begonnen – mit Donald Trump. Sie markiert das Ende einer jahrzehntelangen Selbstverständlichkeit: dass die USA dauerhaft politische, militärische und finanzielle Hauptlasten für Europa tragen. Die USA ziehen sich dabei weder aus Europa noch aus der NATO zurück. Sie fordern vielmehr ein eigenständiges, handlungsfähiges und starkes Europa, das seinen Anteil an Sicherheit und Stabilität übernimmt. Das ist kein Bruch, sondern eine Neujustierung innerhalb des westlichen Bündnisses. In Europa wird dies oft als „Abwendung“ der USA missverstanden. Tatsächlich kritisiert Trump – zu Recht – politische Entscheidungen, die den Westen insgesamt schwächen:
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- eine unkontrollierte Migrationspolitik,
- energiepolitische Fehlanreize und
- eine strukturelle Schwächung der eigenen industriellen Basis.
Ein wirtschaftlich und gesellschaftlich geschwächtes Europa ist auch für die USA ein strategisches Risiko. Trumps Appelle erfolgen aus amerikanischem Eigeninteresse – aber zugleich im Interesse des gesamten Westens gegenüber Russland, Iran und China. Diese Zusammenhänge werden in Deutschland häufig verkannt; stattdessen dominiert die Klage, den USA könne man nicht mehr vertrauen. Gerade das Gegenteil ist richtig: Europa sollte diese Zeitenwende als Lernprozess begreifen. Die Rückkehr zu einer alten Ordnung, in der die USA Europa dauerhaft absichern, wird es nicht geben – unabhängig davon, ob ein Marco Rubio oder J. D. Vance künftig Präsident wird. Die strategische Linie ist parteiübergreifend klar: Ein starkes, selbstverantwortliches Europa ist Voraussetzung für einen starken Westen.«
Trump-Bashing statt sachliche Analyse in den deutschen Mainstream-Medien
Am 24. Januar schrieb der BILD-Journalist Filipp Piatov:
»Trumps Kriegsministerium hat letzte Nacht seine „National Defense Strategy“ veröffentlicht. Es enthält Bekenntnisse zur NATO und Europa – und ist eine Erniedrigung für Wladimir Putin:
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- USA werden weiterhin „zentrale Rolle“ in der NATO übernehmen
- Europa werde weiterhin „entscheidende“ Unterstützung erhalten (aber begrenzt)
- Europäische Verbündete sind sehr viel stärker als Russland
- Moskau habe keine Chance auf Dominanz über Europa
- Bedrohung durch Russland sei „anhaltend, aber beherrschbar“
- Deutschlands Wirtschaft allein stellt Russland komplett in den Schatten.«
Dies veranlasste Fräulein Holle zu folgender Antwort:
»Die ganzen Narrative der gesamten deutschen Mainstream-Medien fallen gerade wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Ich kann mir vorstellen, was jetzt kommt. Man wird das als erneute Kehrtwende von Trump bezeichnen. In Wirklichkeit haben die deutschen Mainstream-Medien ein Trump-hasst-Europa Narrativ aufgebaut, das von Anfang an nie stimmte, sondern ein einziges Zerrbild war.«
Und am 28. Januar vertiefte sie ihre Kritik am Umgang mit Trump:
»Trump wird permanent kritisiert – egal was er macht. (Genaugenommen wird er nicht kritisiert, sondern gebasht. Dazu gleich mehr. JFB) Und das ist inzwischen nur noch absurd. Seit Jahren läuft das gleiche Spiel: Trump wird reflexartig als Faschist, Kriegstreiber, Anti-Ukraine, Gefahr für die Demokratie oder gleich als Menschheitsproblem etikettiert. Aber dann kommt der Teil, der einfach nur noch heuchlerisch ist: Sobald irgendwo auf der Welt etwas brennt, heißt es plötzlich:
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- „Trump muss jetzt eingreifen!“
- „Trump muss den Iran befreien!“
- „Trump muss Verantwortung übernehmen!“
Also was denn jetzt? Ist er der böse Diktator im eigenen Land – oder der Messias, der nebenbei die Welt retten soll? Natürlich ohne dafür auch nur die geringste Anerkennung zu erhalten. Und genau so läuft es auch bei Erfolgen: Wenn Trump etwas erreicht, wird es sofort klein geredet, ignoriert oder umetikettiert, bis es wieder ins eigene Weltbild passt. Zum Beispiel:
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- Geisel-Deals/Gefangenenaustausch im Nahen Osten? Dann heißt es: „Ja, aber…. Ob das was wird…“ – und nach drei Sekunden tut man so, als wäre nichts passiert.
- Maduro/Venezuela – egal wie man die US-Politik dort bewertet: Selbst wenn etwas bewegt wird, kommt nicht „Okay, Ergebnis ist da“, sondern: „Ja, aber bestimmt nur aus Eigennutz. Und das Völkerrecht …“
Und bei Iran ist es am sichtbarsten:
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- Wenn Trump nicht militärisch eingreift, heißt es: „Feige, zynisch, lässt Menschen im Stich.“
- Wenn er doch Druck macht oder handelt, heißt es: „Dem geht’s nicht um die Menschen – der will nur den Friedensnobelpreis.“
Es geht nicht darum, ob etwas gut oder schlecht ist – sondern nur darum, dass es von Trump kommt. Man kann Trump für vieles kritisieren – völlig legitim. Aber wenn selbst das Gute bei ihm nicht mehr als gut gelten darf, dann ist nicht Trump das Problem.«
Schlussbemerkung
Soweit Fräulein Holle. Der korrekte Begriff wäre hier wohl gar nicht: „Trump wird permanent kritisiert“, sondern: Es wird permanent Trump-Bashing betrieben. Denn Kritik (aus dem griechischen κριτική τέχνη = kritikē technē = (Kunst der) Beurteilung, abgeleitet von: κρίνειν = krínein = unterscheiden, auswählen, deuten, beurteilen) bedeutet ja gerade unterscheiden, was ist gut, was ist nicht gut, also eine differenzierte Beurteilung. Genau das geschieht aber bei Trump aus durchsichtigen Motiven nicht. Natürlich kann man dessen Politik, auch seine Außenpolitik kritisieren und da findet sich mit Sicherheit einiges nicht Gutes. Aber das findet sich bei jedem. Und zu einer fairen Kritik gehört eben immer auch, das Positive nicht zu unterschlagen. Genau das, das Unterschlagen des Positiven, geschieht bei Trump in deutschen Mainstream-Medien aber in der Tat permanent.
Zur Vertiefung siehe meinen Artikel von Ende Januar: Ist es wirklich klug, uns von Linksradikalen gegen Trump aufhetzen zu lassen?
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