FDP überholt Linke und AfD – SPD bald wieder unter 25 Prozent?

Von Jürgen Fritz

Wahl-O-Matrix: Die FDP ist im Aufwind, überholt sowohl Die Linke als auch die AfD. Die SPD verliert dagegen von Woche zu Woche immer weiter und dürfte bald wieder unter 25 Prozent liegen. CDU/CSU scheint den Peak überschritten zu haben und fällt nun ebenfalls, während die AfD leicht steigt. Die Grünen inzwischen abgeschlagen auf Platz 6.

2017-06-03

CDU/CSU haben ihren Peak überschritten, fallen nun leicht

Die Union, die zwischenzeitlich schon über 38 Prozent lag, scheint ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Bei Forsa fällt sie von 39 auf 38, bei INSA von 36,5 auf 35,5, bei Civey von 37,7 auf 36,9, bei YouGove von 38 auf 37 und insgesamt im gewichteten Wahl-O-Matrix-Durchschnitt auf 37,7 Prozent. Der Vorsprung auf die SPD wird gleichwohl immer größer, beträgt jetzt schon 12,4 Prozent, weil die Genossen noch stärker verlieren.

Der langsame Niedergang der SPD geht weiter

Bei Infratest dimap fällt die SPD von 27 auf 26, bei Allensbach von 31 auf 26, bei Emnid von 26 auf 25, bei Civey von 26,2 auf 25, bei Ipsos von 29 auf 28, bei GMS sogar von 29 auf 23 Prozent, bei YouGove von 25 auf 23 und bei Forschungsgruppe Wahlen von 27 auf 25 Prozent. Insgesamt stehen die Sozialdemokraten damit nur noch bei 25,3 Prozent und es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, wann sie wieder unter 25 Prozent fallen. Der Schulz-Hype war also nur von sehr kurzer Dauer. Auf längere Sicht könnte sich der Sozi-Millionär sogar als Bumerang erweisen für die SPD.

Gewinner des Monats: die FDP

Der Überraschungsaufsteiger der letzten Wochen ist ohne Zweifel die FDP, die sich inzwischen von Platz 6 auf 3 vorgeschoben hat. Seit April konnten die Freien Demokraten sich von knapp 6 auf jetzt fast 9 Prozent verbessern und der Trend zeigt weiter nach oben. Die FDP, derzeit bei 8,8 Prozent könnte bald sogar die 9 Prozent überschreiten.

AfD schafft endlich die Trendwende

Die AfD liefert sich seit Wochen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Linken. Die beiden sind nahezu gleichauf. Zwischenzeitlich lag Die Linke ganz knapp vor der AfD. Diese scheint aber ihren Negativtrend der letzten Monate drehen zu können und hat Die Linke jetzt wieder überholt. Bei Allensbach steigt die AfD von 7 auf 8, bei INSA von 8 auf 9, bei Civey von 7,7 auf 8,8 und bei Forschungsgruppe Wahlen von 7 auf 8 Prozent. Insgesamt liegt sie jetzt bei 8,4 Prozent und die Tendenz zeigt nach oben Richtung 9 Prozent.

Die Linke relativ konstant

Die Linke hat ein relativ stabiles Wählerpotenzial von ca. 8 bis 10 Prozent. Unter 8 fällt sie fast nie und über 10 Prozent steigt sie schon lange nicht mehr. Derzeit liegt sie mit 8,3 Prozent auf Platz 5 vor den Grünen.

Die Grünen können ihren Abwärtstrend stoppen

Die Grünen, die vor kurzem ihr Fünfzehnjahrestief erreichten, und in den letzten 12 Monaten fast die Hälfte ihrer Wähler verloren, können sich inzwischen bei knapp über 7 Prozent, aktuell 7,4 Prozent stabilisieren. Die Gefahr, dass sie unter die Fünf-Prozent-Hürde fallen könnten, ist derzeit eher gering, aber beim Kampf um Platz 3 sind Bündnis 90/Die Grünen klar hinter die FDP, die AfD und Die Linke zurückgefallen auf Platz 6.

Das Ganze im Überblick

  1. CDU/CSU: 35,5 – 39 %
  2. SPD: 23 – 28 %
  3. FDP: 7 – 10 %
  4. AfD: 7 – 9 %
  5. LINKE: 6 – 10 %
  6. GRÜNE: 6 – 8 %
  7. Sonstige: 3,5 – 5 %

Gewichtete Durchschnittswerte

2017-06-03

Mögliche Koalitionen

Auf Grund der ca. 4 Prozent für sonstige Parteien, die die Fünf-Prozent-Hürde nicht überschreiten werden, werden nicht 50, sondern nur ca. 48 Prozent der abgegebenen gültigen Zweitstimmen notwendig sein, um eine Mehrheit der Sitze im Deutschen Bundestag zu erhalten. Im Moment ergäben sich damit folgende realistische Koalitionsmöglichkeiten:

  1. eine große Koalition (GroKo) aus CDU/CSU + SPD: ca. 63 %
  2. eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU + FDP + Grüne: knapp 54 %
  3. Schwarz-Gelb (CDU/CSU + FDP): 46 – 47 %
  4. Schwarz-Grün (CDU/CSU + Grüne): ca. 45 %
  5. eine Ampel-Koalition aus SPD + FDP + Grüne: 41 – 42 %
  6. RotRotGrün: ca. 41 %
  7. RotGrün: 32 – 33 %

Kaum Chancen für einen Kanzler Schulz

Eine neue Regierung unter einem SPD-Kanzler Martin Schulz (Koalitionsmöglichkeit 5, 6 oder 7) erscheint damit extrem unwahrscheinlich und im Moment deutet alles darauf hin, dass dies von Woche zu Woche immer unrealistischer wird. Selbst eine Ampel (SPD + FDP + Grüne) hätte derzeit mit 41 – 42 Prozent kaum Aussichten auf eine Mehrheit. Rot-Rot-Grün hat mit ca. 41 Prozent noch geringere Chancen und Rot-Grün dürfte mit 32 bis 33 Prozent völlig vom Tisch sein.

Kann Merkel sich ihren Koalitionspartner frei aussuchen?

Die vier Optionen 1 – 4, die derzeit realistische Aussichten auf eine Mehrheit hätten, werden alle von der CDU/CSU angeführt. Das heißt, eine vierte Kanzlerschaft von Angela Merkel scheint derzeit kaum zu verhindern sein. Merkel und die Union werden sich nach derzeitigem Stand wohl aussuchen können, mit wem zusammen sie regieren wollen.

Zusammen mit der SPD könnte man mit ca. 63 Prozent (fast 66 Prozent der Sitze im BT) eventuell sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit für eine weitere GroKo zustande bringen. Eine Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen hätte mit fast 54 Prozent ebenfalls ein satte Mehrheit. Sollte die Union auf 40 Prozent oder die FDP auf über 10 Prozent steigen, könnte sogar wie 2009 bis 2013 Schwarz-Gelb wieder möglich werden. Auch Schwarz-Grün, das eigentliche Ziel Merkels, auf welches sie seit Jahren hinarbeitet, hat noch eine realistische Chance. Hier fehlen nur knapp 3 Prozent zu einer Mehrheit.

Veränderungen gegenüber der Bundestagswahl 2013

2017-06-03-G-V

Fazit

Insgesamt fällt auf, dass die Veränderungen gegenüber 2013 angesichts der dramatischen Veränderungen unseres Landes (eigene Überschuldung, Abdriften immer größerer Bevölkerungsteile in die drohende Armut, Haftung für die Schulden der anderen Euro-Länder, die auf einen Staatsbankrott zusteuern, Brexit, rapide Beschleunigung der Islamisierung Deutschlands, stetig steigende Terrorgefahr im eigenen Land etc.) doch recht gering ausfallen. Die Deutschen scheinen im Grunde zwar nicht immer gleich, aber doch immer ähnlich zu wählen, egal was passiert.

Dies dürfte vor allem der massiven Medienmacht geschuldet sein, die quasi im Gleichschritt mit den regierenden Parteien marschiert und die es durch geschickte Lenkung schafft, die Bürger in die Richtung „zu bilden und zu informieren“, dass sie im Grunde gar keine Veränderung wollen respektive sich nicht trauen, radikale Reformen einzuleiten, die eigentlich längst notwendig wären.

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Diese Artikel erschien auch auf Epoch Times.

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Grafiken: (c) Jürgen Fritz

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6 thoughts on “FDP überholt Linke und AfD – SPD bald wieder unter 25 Prozent?

  1. trumpelman

    Wer auch immer befragt: Was soll die ganze Zahlenklauberei?
    Da befragen die Oberschlauen die Oberdummen, um dadurch Trends ebenso festzustellen wie auch auszulösen.
    .    „Huch, die FDP geht hoch? – Na, dann wähle ich die auch mal!“
    .    „Oh Schiet, die CDU geht hoch? – Au wei, dann wähle ich mal die SPD!“
         Man will ja seine Stimme nicht vergeuden, sondern mit ihr etwas ,bewirken‘. Irgendwie will man ja ein Gewinner sein und nicht unter ,Sonstige‘ im Papierkorb landen.
    Oder:
         Man bleibt als Nichtwähler zuhause und goutiert das Gelaber im TV.

    Dabei ist der ganze Polit-Zirkus eine Farce. Da sind „oben“ welche, die in ihren Netzen kungeln, auf Karriereleitern hangeln oder auch mal zwischen Positionen rochieren. Da kommt höchst selten etwas von unten. Die Basis ist nur Silage für das Biogas, das in den Parteispitzen verpufft. Die sind nämlich auf ihrem eigenen Trip und versäumen gelegentlich nur, ihre abenteuerlichen Vorhaben ausreichend nach unten „zu vermitteln“.
         Dösköppiges Volk kapiert nun mal eben nicht auf Anhieb.

    Mit einem Restfunken an Verstand und Logik müssten sogar CDU- oder SPD-Mitglieder darauf kommen, „ausnahmsweise“ mal die AfD zu wählen, um wirklich etwas zu ,bewegen‘. Denn die AfD wählt man ja nicht in eine Regierung, sondern direkt in eine Opposition! Da soll sie den „etablierten“ Übeltätern die Masken abziehen und die Hosen heruner lassen.

         Das führt dann exakt zu jener Bewegung, die auch zur Besinnung führen mag.

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  2. Tanzender Berg

    Ein großer Teil der Wähler von CDULinksCSUGrünSPD wählt als Folge einer freiwillig zum Zweck der masochistischen Lustmaximierung herbeigeführten Selbstverblödung.

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