Schulz schmeißt kurz vor TV-Duell hin und tritt als Kanzlerkandidat zurück – Was nun?

Von Jürgen Fritz

Wenige Stunden vor dem TV-Duell hat Martin Schulz ob der Hoffnungslosigkeit der Situation komplett hingeschmissen. Er tritt nicht nur zum Kanzlerduell heute Abend nicht an, sondern ist auch vom SPD-Vorsitz zurückgetreten. Das TV-Duell wird aber trotzdem stattfinden. SPD, CDU und die Fernsehsender haben kurzfristig eine einzigartige Lösung gefunden. Hier die Details und Hintergründe.

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Wie konnte es dazu nur kommen?

Das Schlüsselereignis war bereits die NRW-Wahl im Mai. Hier erzielten die „Sozialdemokraten“ das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten! Das hatte gesessen. Nachdem die SPD bereits Schleswig-Holstein verloren hatte, was schon schlimm genug war, kam es keine vier Monate nach der Nominierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat noch schlimmer, ja so schlimm, dass es kaum noch zu toppen war: Die SPD verlor Nordrhein-Westfalen! NRW ist ihr Bundesland. Immer schon. In den letzten 51 Jahren hat sie hier 46 Jahre den Ministerpräsidenten gestellt und die Regierung angeführt. 1985 und 1990 hatte sie hier Wahlergebnisse von über 50 Prozent eingefahren. Und jetzt das. Was für ein Absturz! Nur noch knapp über 31 Prozent. Fast 8 Punkte verloren trotz Amtsbonus. Wie viel muss man falsch machen, um so ein desaströses Ergebnis zu erzielen, fragten sich seither viele.

Was machen wir denn jetzt?

Genau diese Frage haben sich gestern Abend und heute Morgen auch die Führungsspitzen der Partei gestellt und haben sich zu einem einmaligen Vorgang in der Geschichte der Bundesrepublik durchgerungen. Martin Schulz versuchte über Stunden Widerstand zu leisten. Immer wieder wollte er seine Mitstreiter entflammen. Immer wieder sprach er davon, dass er doch der Mann der „sozialen Gerechtigkeit“ sei. Immer wieder sagte er, dass er es doch sei, der alle Menschen mitnehmen wolle, jeden Mann, jede Frau, jedes Kind. Aber die Genossen konnten es nicht mehr hören. Laute Worte sollen gefallen sein. „Jetzt hör doch endlich auf mit diesen immer gleichen Phrasen“, soll einer geschrien haben. „Die sind doch fürs Wahlvolk gedacht, doch nicht für uns. Wir sind am Ende und blamieren uns nur noch, wenn wir so weitermachen.“

Zuletzt haben die Vorgänge um Eva Högl, die nach den muslimischen Anschlägen in Barcelona und Cabrils während der Trauerrede von Schulz, direkt hinter ihm stehend, ständig Faxen machte und sichtlich vergnügt war, den Sozis schwer geschadet. Jegliche Glaubwürdigkeit auch von Schulz war seither dahin.

Martin muss weg

Dann kam die unglaubliche Idee und der unfassbare Entschluss. Gewinnen können wir die Bundestagswahl ohnehin nicht mehr. Da waren sich bis auf Schulz, den man sogar drohte, vor die Tür zu schicken, wenn er jetzt nicht endlich still sei, alle einig. Jetzt gehe es also um Schadensbegrenzung.

Sigmar Gabriel, der Fuchs, dessen geschickter Schachzug es war, Schulz nach vorne zu schieben und sich eine blutige Nase zu holen, hatte dann die einmalige Idee. „Gewinnen können wir nicht. Wir müssen also überlegen, wie wir das bestmögliche Ergebnis einfahren können, vor allem aber, was wir tun müssen, um nicht völlig unterzugehen.“ Martin muss auf jeden Fall zurücktreten, da waren sich alle schnell einig. „Der zieht uns ruck zuck unter 23 Prozent, wenn nicht sogar unter 20“, hieß es. „Das Verlierer-Image hat er seit der Saarland-Wahl, seit Schlesweig Holstein und vor allem seit NRW ohnehin weg und kriegt es auch nicht mehr los nach drei Schlappen in Folge“. Und dann auch noch der Eklat um Eva Högl. Das war zu viel. Aber wer soll Schulz ersetzen? Gegen Merkel hätte doch keiner eine Chance.

Die zündende Idee

Da war das Stichwort gefallen und Gabriel kam die geniale Idee. Was, wenn die SPD Angela Merkel zur neuen Parteivorsitzenden und SPD-Kanzlerkandidatin wählte? Merkel habe trotz ihrer katastrophalen Massenimmigrationspolitik, an welcher ja alle beteiligt waren, noch immer das beste Renommee. Mit der könne man Wahlen gewinnen oder zumindest gute Ergebnisse erzielen. Und die Politik sei inhaltlich ja fast gleich zwischen CDU, SPD und auch den Grünen und der FDP. Da seien ja nur Nuancen, die einen unterscheiden.

„Ja, das stimmt“, meinte Andrea Nahles. „Die ist doch biegsam wie eine Gummipuppe und hat keinerlei Grundüberzeugungen. Den Leuten war noch nie klar, wofür Merkel eigentlich steht. Die redet heute so und morgen so. Das würde also auch zukünftig keinem Menschen auffallen.“

Wie soll das denn gehen?

„Wie soll das denn gehen?“, kamen natürlich die erste Einwände. „Die kann doch nicht gleichzeitig für die Union und für uns antreten.“ „Gleichzeitig nicht, aber abwechselnd“, antwortete Gabriel, der Nahles‘ „heute so und morgen so“ aufgriff. Erstaunte Gesichter. „Na Montags macht sie für die Union Wahlkampf, Dienstags für uns, Mittwoch wieder für die Union usw.

Dafür garantieren wir ihr, dass sie nicht nur vier Jahre Kanzlerin bleibt, sondern acht Jahre. Egal wie die Wahl 2021 ausgehen wird, Merkel darf Kanzlerin bleiben. Sie ist ja dann Vorsitzende von beiden Parteien, CDU und SPD, und wir versprechen ihr, sie auch 2021 zu nominieren und zu wählen. So hat sie einen Anreiz, darauf einzugehen. Die hat doch auch mit Erdogan jeden Deal gemacht, warum soll sie dann nicht auch mit uns ein Abkommen treffen, wenn sie selbst davon auch was hat? Und wir haben uns die Regierungsbeteiligung und die Macht ebenfalls auf acht Jahre gesichert. Egal wie stark zum Beispiel die AfD wird in dieser Zeit, zusammen können wir die immer niederstimmen, wenn wir untereinander einig sind.“

Schulz: „Und was wird aus mir?“

Der Gedanke gefiel den Genossen immer besser. Nur Martin Schulz versuchte noch ein letztes Mal zu opponieren. „Aber was wird denn dann aus mir? Wir müssen doch auch an die soziale Gerechtigkeit denken. Jeder Mann, jede Frau, jedes Kind …“„Dich schicken wir zurück nach Brüssel“ unterbrach ihn Gabriel. „Mit Merkel zusammen können wir in der EU doch alles durchsetzen, was wir wollen. Wir werden dich wieder zum Präsidenten des EU-Parlamentes machen. Da verdienst du doch auch viel mehr. Und deine Diäten werden wir nochmals um 20 Prozent erhöhen. Dann hast du deutlich mehr als das Doppelte, was die Kanzlerin bekommt.“

Jetzt sah man zum ersten Mal seit vielen Wochen ein breites Lächeln auf dem Gesicht von Schulz sich ausbreiten und man hörte ab diesem Moment kein Wort des Widerspruchs mehr aus seinem Munde. Nur noch ein letztes Mal meinte er „Wir müssen aber auf die soziale Gerechtigkeit achten!“ Das versprachen ihm alle und Gabriel meinte „Das ist doch auch sozial gerecht, wenn du ein bisschen mehr bekommst als alle anderen, so wie du dich immer abrackerst.“ Jetzt war Schulz vollends zufrieden.

Würde Merkel darauf eingehen?

Nachdem alle den Plan abgenickt hatten, verließ Gabriel den Raum und rief sofort die Kanzlerin an. Es folgte ein langes Gespräch. Merkel war sofort angetan von dem Gedanken, sie empfinde ohnehin schon länger, dass sie eigentlich über den Parteien stünde. Man würde ja quasi nur äußerlich vollziehen, was innerlich längst der Fall sei.

Nun ging es an die Details. Gabriel wollte eine Zusicherung, dass er sich die nächsten acht Jahre – außer der Kanzlerschaft natürlich – jederzeit jedes Amt aussuchen könne, das er haben wolle. Wenn er merke, dass ihm ein Ministeramt nicht liegt oder er das nicht so gut kann, müsse er jederzeit von heute auf morgen sich ein anderes nehmen können, ganz nach eigenem Gutdünken, nach Lust und Laune. „Kein Problem“ hörte er es aus der Muschel raunen. „Die meisten Ministerposten besetze ich ohnehin immer mit Luschen, die mir nicht gefährlich werden können. Und Schäuble ist inzwischen so alt und zugleich vielfältig einsetzbar, das kriegen wir hin.“

Es wurden noch ein paar Kleinigkeiten gesprochen und schon war man sich einig: Merkel wird auf einem Sonderparteitag der SPD, der sofort einberufen wird, zur neuen SPD-Vorsitzenden und zur SPD-Kanzlerkandidatin gewählt. Damit steht die neue Kanzlerin seit dem heutigen Tage bereits fest. Und das für die nächsten acht Jahre.

Grüne und FDP wollen Merkel ebenfalls als Parteivorsitzende

Wie Insider berichten sollen übrigens die Grünen und die FDP heute ebenfalls schon bei Merkel angerufen und darum gebeten haben, in diesen Deal mit eingebunden zu werden. Merkel könnte doch auch noch Grünen- und FDP-Vorsitzende werden. Dann hätte man nicht nur die Regierung, sondern auch Parlament samt Opposition fast vollkommen unter Kontrolle. Da könne die AfD steigen wie sie wolle, gegen vier Parteien gleichzeitig werde sie niemals eine Chance haben. Merkel erbat sich etwas Bedenkzeit, aber auch der Gedanke gefiel ihr spontan sehr gut. Und auch hier werden sich für alle adäquate Lösungen finden, meinte die Findige.

Und was wird aus dem Fernsehduell der Kanzlerkandidaten heute Abend?

Unklar ist noch, wie ARD, ZDF, RTL und Sat1 das Streitgespräch der Kanzlerkandidaten heute Abend optisch umsetzen werden. Aber aus den Sendeanstalten war zu hören, man habe bereits einige Ideen. Da werden sich schon überzeugende Lösungen finden. Ein ständiges Hin- und Herspringen von Merkel vor der Kamera würde man gerne vermeiden. Aber vielleicht könnte man ja zum Beispiel eine riesige menschliche Puppe an den anderen Tisch stellen.

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Bild: By Olaf Kosinsky (Own work) [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)%5D, via Wikimedia Commons

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13 Antworten auf „Schulz schmeißt kurz vor TV-Duell hin und tritt als Kanzlerkandidat zurück – Was nun?

  1. Krakel

    Bei den großen Nachrichtenportalen ist nichts davon zu lesen, dass EU Schulz hinwirft. Solch ein Quatsch schadet der alternativen Nachrichtenszene ungemein.

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  2. trumpelman

    Für eine Satire, die sich viral hätte verbreiten können, war das zu lang und zu sehr mit Einzelheiten ausgeschmückt, die in sich nicht mehr logisch denkbar erscheinen.
    Ansonsten:
          Die Fakten sind ja noch VIEL schlimmer als das hier Ausgedachte.
    Wir müssen nur noch die Absperrungen um die Irrenanstalten umetikettieren:
          INNEN an den Toren muss stehen: Zur AUSSENWELT.
          AUSSEN muss geschrieben sein:
                         Verlassen dieses Anstaltsgeländes nur mit besonderer Erlaubnis.
    Dann passt es.

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    1. ineitzke

      Ja, Trumpelman und J. Fritz, in einem Kriegsgebiet mit stündlich durch Import u. Vermehrungsrate steigender Verblödung wurde Satire zu einem zweischneidigen Löffel.
      Die, welche noch fähig sind Noch-Nicht-Satire und die tödliche Realität (Realsatire) schnell voneinander zu unterscheiden, lassen sich bereitwillig bespaßen und von der primitiven, aber dringendst zu erledigenen Tagesarbeit ablenken.

      Und die anderen werden auf andere Art und Weise ruhiggestellt:
      „Ach sooo ist das gemeint, da haben wieder Schreiberlinge Langeweile und bespaßen sich. Also alles lustig und gut in der blöden Politik.
      Na dann kann die Lage ja nicht sehr ernst sein und ich kann mich wieder den leichteren Späßen widmen: Fußball, Dschungelcamp, …“

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  5. Der Geläuterte

    Ich habe ja nun schon viel Fakemeldungen auf Facebook und ähnlichem gelesen und ich bin wahrlich kein Fan der SPD aber dümmer als wie in diesem Artikel gelogen und sich was zusammen gesponnen wird geht’s nicht mehr. Also möchte mal wissen welche Vollidis diesen Artikel zusammen gesponnen haben. Nur als Tipp. Nach dem Schützenfest sollte man wirklich ausgiebig ausschlafen bevor man sich an den Rechner setzt.

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    1. Bohnenblüte

      Nur so als Tipp: Wer eine Satire mit Fake-News verwechselt, sollte vor dem Absetzen eines eigenen Kommentars selbst nochmal eine Mütze Schlaf nehmen, bevor er sich mit oberlehrerhaften Ratschlägen lächerlich macht.

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  6. Grossvater

    Wenn man von den Politiker immer nur einen Stuss erfährt, warum soll dieser Autor nicht auch seinen Spass daran haben wenn er so etwas von sich gibt. Wenn man so überlegt, dann ist dieser Artikel nicht ganz so Realirätsfern und sollte noch Merkel dabei sein, dann wäre Deutschland vielleicht vorerst einmal gerettet. Man darf doch einmal träumen.

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  7. Jule

    Eine Satire erster Güte !
    Mittlerweile bleibt ja nur noch zu überzeichnen (!) was an Realität geschaffen wurde.
    Auch ich flüchte mehr und mehr in Satire und Zynismus – was mich erschreckt ist wieviele Menschen um mich herum dies nicht erkennen …

    Aber ich habe akzeptiert das mancher mich nicht versteht … historisch gesehen gab es immer Warner – genutzt hat es zur Verzögerung höchst übler, perfider Pläne – und das werte ich als Erfolg !

    Wie sähe diese Welt aus ohne all “ die Störer“ im Laufe der Jahrtausende ?

    Besser oder schlechter ?

    Mehr und mehr komme ich zu der Erkenntnis das Teilen (!) unabdingbar – schon immer – ein System-Garant war/ist.

    Und derzeit wird geteilt allüberall, global – und auf allen Ebenen !!!

    Bleibt die – auch nicht neue – Frage wem all dieser Irrsinn … nutzt.

    Nehmen wir die aktuelle Situation der Flüchtlings-Krise :
    Eine gigantische Industrie (!) wurde geschaffen …

    Wer verdient und wer zahlt – letztendlich … – die Rechnung ???

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