Angst – die überlebensnotwendige Emotion

Von Jürgen Fritz

Angst sei ein schlechter Ratgeber, ist eine der Lieblingsfloskeln von Politikern. Doch stimmt das wirklich oder ist genau das Gegenteil der Fall? Gibt es in Wahrheit keinen besseren Ratgeber als just diesen: Furcht – eine natürliche, gesunde, adäquate, nicht lähmende, sondern aktivierende Furcht?

Intuition und Ratio – die zwei Quellen der Erkenntnis

Bei all unseren Urteilen, Entscheidungen und Handlungen spielen immer Gefühle stark mit hinein. Es gibt hier eine regelrechte Affektheuristik, derer wir uns bedienen. Können wir etwas nicht komplett überblicken, zum Beispiel weil wir nicht genügend Informationen haben oder zu viele davon, so dass wir diese nicht mehr überblicken können, so horchen wir meist in uns rein, welches Gefühl bezüglich des zu Beurteilenden wir haben. Hier gibt es sehr oft eine eindeutige Annäherungs- oder Vermeidungstendenz.

Eine gut entwickelte Intuition, das heißt gut entwickelte Instinkte, ein gut geordnetes Gedächtnis auch in Bezug auf das halb- oder unbewusst abgespeicherte Wissen, ist also nicht nur hilfreich, sondern überlebensnotwendig. Menschen, die auf Grund von Hirnschädigungen keine adäquaten Emotionen mehr entwickeln können, sind auch in ihrer Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen, beeinträchtigt. Ihre Ratio, selbst wenn gut entwickelt, kann also die Intuition nicht ersetzen, sondern immer nur ergänzen und ebenso umgekehrt. Nur mit Intuition ohne Ratio geht es auch nicht. Für ein gutes Urteilsvermögen brauchen wir beide.

Eine der wichtigsten Emotionen: Angst

Die Unfähigkeit, sich von einer gesunden Furcht vor negativen Konsequenzen leiten zu lassen, ist ein katastrophaler Defekt und kann lebensgefährlich werden. Stellen Sie sich vor, vor Ihnen krabbelt die gefährlichste und tödlichste Spinne auf diesem Planeten und sie haben keine Angst vor ihr, nehmen Sie auf die Hand und lassen sie über ihr Gesicht laufen.

Daher ist es auch kompletter Unsinn, wenn Politiker immer wieder vor sich hin schwadronieren, Angst wäre ein schlechter Ratgeber. Genau das Gegenteil ist der Fall: Die nicht krankhafte (Angststörung), sondern natürliche Angst ist der beste Ratgeber, den es überhaupt gibt. Sie ist überlebensnotwendig. Und der vielleicht größte Schaden, den grün-linke Gutmenschen aufweisen, ist die völlig verkümmerte Fähigkeit, Angst zu empfinden, wo es notwendig wäre.

Dies ist eindeutig der Dekadenz einer Gesellschaft geschuldet, in der es seit vielen Jahrzehnten kaum noch natürliche tödliche Gefahren gibt, so dass der ursprüngliche Schutzinstinkt vor allem bei den Jüngeren völlig verkümmert ist. Diese Menschen sind in einer natürlichen, nicht vollständig zivilisierten Umwelt quasi gar nicht mehr überlebensfähig.

Die gesunde Mitte aus Selbstzerstörung und Barbarei

Und auch hier spielen wiederum die Ideale des Pazifismus und der Feindesliebe eine selbstzerstörerische Rolle. Eine kluge ethisch fundierte Moral muss also andere Kriterien entwickeln als Gewaltlosigkeit und völlig undifferenzierte „Liebe“ zu allen und jedem, sogar zu dem, der mir oder den meinen Schlimmstes antun will, Kriterien, wann Friedlichkeit und größtmögliches Wohlwollen dem Nächsten gegenüber und wann Wehrhaftigkeit angesagt ist, um nicht den Aggressoren und Barbaren dieser Welt das Feld zu überlassen, andererseits aber nicht selbst zum Barbaren zu werden. Letztlich gilt es, das Ideal des edlen Ritters zu rekultivieren.

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Titebild: Pixabay, CC0 Creative Commons

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17 Antworten auf „Angst – die überlebensnotwendige Emotion

  1. Der Beurteiler

    Es sind noch nicht genug Deutsche Opfer der „Flüchtlinge“ geworden, sollte sich dies in den nächsten Jahren ändern, werden sicherlich Gruppierungen entstehen, die den Parasiten aus aller Welt zeigen werden, wie hart auch wir sein können!

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  2. Pingback: Weshalb die Fähigkeit, eine gesunde, angemessene Angst zu empfinden, überlebensnotwendig ist – Leserbriefe

  3. Benjamin Goldstein

    Es ist auch der propagandistischen Verflachung geschuldet. Ich nenne es Hyperabstraktion. Wir alle loben abstraktes Denken aus guten Gründen und in diesem Windschatten hat sich die Linke eine Bahn zur Verdummung geschlagen. Etwas ähnliches gab es bereits im Mittelalter. Das Konzept nannte sich Todsünden.

    Heute ist das Böse „Angst“, „Hass“, „Neid“, „Handeln aus Eigeninteresse“, „Stolz“ etc Gut ist hingegen „Liebe“, „Mitleid“, „Umweltschutz“, „Friede“ etc. Von den situativen Attributen wird konsequent abstrahiert. Auf dieser Ebene lässt sich überhaupt nichts sinnvolles mehr sagen. Hyperabstraktion macht das Denken unfassbar schlicht. Intellektuelle, die eine 3D-Sicht auf die Konzepte zurückerobern wollen, werden meist ausgegrenzt.

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  4. Hansa

    Sehr gut, sehr wichtig Herr Fritz,
    abseits der „Angst“ existiert aber ebenso eine latente parasitäre Konditionierung:

    Erinnert sei an Stefanie Drese (SPD)?

    „Diejenige, die „den biologischen Fortbestand des deutschen Volkes zu bewahren als zynisch und menschenverachtend“ ablehnte?

    Zeigt dieses Video in eurem Bekanntenkreis und ihr werdet kaum eine Reaktion ernten.

    Nun stellt euch in Gedanken vor, daß ihr in ihrer Rede lediglich ein Wort umändern würdet:

    „den biologischen Fortbestand des jüdischen Volkes zu bewahren, lehnen wir als zynisch und menschenverachtend ab“

    Könnt ihr euch auch nur ansatzweise vorstellen, was in diesem Land los wäre, wenn ein deutscher Abgeordneter eine solche Äußerung gemacht hätte?“

    Diesen wirklich wichtigen Aspekt bekommt ihr hier serviert:
    killerbeesagt.wordpress.com/2018/02/06/die-lehre-aus-dem-sacculina-krebs/

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    1. Jürgen Fritz

      Das gebe ich gerne zurück: Sehr gut, Hansa! Ihr Beispiel zeigt wunderbar, wie die Dinge völlig aus dem Lot gekommen sind. Die rechte Mitte ist einem Großteil der Deutschen, ja überhaupt sehr vielen Menschen der westlichen Welt verloren gegangen.

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    2. Benjamin Goldstein

      Die Frau hat den Satz aber auch nicht gesagt. Sie sagte, sie lehnt den NPD-Antrag ab, nicht den biologischen Fortbestand der Deutschen. Ihre Rede ist trotzdem Müll. Man muss das aber auch nicht verzerren.

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  5. gilbert808

    Ist es nun Angst, sich die Spinne nicht auf die Hand zu setzen, oder eher Vorsicht?

    Das Bushido sagt „Versuche nicht, zu gewinnen. Versuche, nicht zu verlieren“ und „ein nicht durchgeführter Kampf ist ein gewonnener Kampf“. Einer Aggression aus dem Weg gehen hat somit nicht unbedingt etwas mit Angst zu tun, wenn man ihr nicht mehr aus dem Weg gehen kann, gibt es allerdings auch keine Bremse (Verhältnismäßigkeit). Ziel ist dann die Vernichtung des Gegners im Klausewitzschen Sinn.

    Es scheint so zu sein, dass Aggressoren instinktiv spüren, ob der Gegenüber aufgrund seiner Angst überwindbar ist oder ihm nach Umlegen des Schalters ein Alien gegenüber steht, mit dem man sich doch besser nicht anlegt. Es sei allerdings angemerkt, dass das wenig mit Selbstverteidigung zu tun hat, die dem Betreffenden Sicherheit geben soll. Das ist oft noch viel zu rational. Im Kampfmodus ist das Großhirn höchstens noch passiver Beobachter.

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    1. Jürgen Fritz

      Vorsicht ist kein Gefühl, mithin keine Emotion, sondern ein Verhalten. Das könnte auch ein Roboter an den Tag legen, wenn man ihn entsprechend programmiert. Wir aber haben ja Gefühle, die unser Verhalten steuern, die sich auch körperlich bemerkbar machen. Und welches Gefühl sollte das sonst sein, die gefährliche Spinne zu meiden, wenn nicht Angst? Man stelle sich vor, jemand, der nicht weiß, dass diese Spinne tödlich ist, z.B. das eigene Kind, nimmt die Spinne in die Hand oder ein anderer setzt sie einem auf den Kopf und plötzlich sieht man das. Da könnte Angst plus kontrolliertes Verhalten sehr hilfreich sein. 🙂 Viele setzen wohl Angst mit panischem Verhalten gleich, was aber wohl nicht richtig ist.

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  6. Hansa

    Nachtrag
    ———–
    Eine profunde Einführung in das Thema von der „Angstambulanz“
    coaching-institute.net/angstambulanz/angst-psychotherapie-risiko.html

    Zudem „ist ganz offensichtlich: Die Therapeuten sind nicht gesünder als ihre Patienten.“ Dies konstatierte Eva Jaeggi, die erst im sicheren Ruhestand, ein Jahr nach ihrer Emeritierung vom Lehrstuhl für Klinische Psychologie an der Technischen Universität Berlin
    […]
    Das heißt, wohlwollend formuliert, 73 Prozent der Psychotherapeuten können mit ihren Patienten kompetent über ihre eigenen Angsterkrankungen fachsimpeln.

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  7. Reinhard Wehpunkt

    „Gesunde Furcht“ finde ich eine bessere Bezeichnung als „Angst“, welche doch sehr nah verbunden ist mit ‚gelähmt sein vor Angst‘ – und das ist dann sicherlich nicht mehr gesund.

    „Gesunde Furcht“, Wachsamkeit und ein gesundes Maß an Skepsis, Vorsicht und Umsicht sind überlebensnotwendige Gefühle nicht nur auf der Autofahrt von Hamburg nach München, beim Rasen mähen oder Bergwandern. Diese Gefühle sind ebenso überlebensnotwendig, wenn eine Million Preußen zu uns ins schöne Bayern einfallen würden und umso mehr noch sind diese Gefühle angesagt und berechtigt, wenn eine Million kulturfremder, gewaltaffiner Menschen hier überfallartig, unkontrolliert und gesetzwidrig angesiedelt werden.

    Die herrschende politische Bourgeoisie versucht nun mit allen Mitteln, Menschen für solche natürlichen Gefühle zu verdammen und sie auszugrenzen. Eine Verleugnung von starken Gefühle bewirkt jedoch immer, dass sie größer und stärker werden und sich -unkontrollierbar- ein Ventil suchen.
    Der durchgeknallte Italiener, der vor ein paar Tagen wahllos auf eine Gruppe Nordafrikaner geschossen und zahlreiche verletzt hat, ist ein gutes Beispiel für einen solchen Mechanismus, bei dem unterdrückte Gefühle zu einer affektiven, völlig hirnrissigen Straftat führen.

    Ich möchte wetten, dass das Merkel-Regime genau darauf insgeheim wartet: ein deutscher Breivik, der ihnen den Vorwand liefert, den Notstand über Deutschland zu verhängen, die einzige noch existierende Bastion gegen diesen Wahn -der freie Meinungsaustausch im Internet- zu zerstören und alle Kritiker endlich mundtot zu machen.

    Anders als durch zunehmende Repressalien, Gewalt, Terror und Angsterzeugung kommen die Verbrecher der Political Correctness nicht mehr raus aus dieser schrecklichen Nummer, die sie angerichtet haben.

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  8. truckeropa66

    Es gibt den sehr alten Spruch, „Kein Mut ohne eine Portion Angst“, denn dann ist es Übermut und dieser führt meist in die Katastrophe.
    Wenn jemand bereit ist diese zu erkennen, hat er immer noch die Chance den Weg zu verändern! Doch wer so von sich und seinem handeln überzeugt ist, das er alles andere für eine Kathastrophe hält was nicht seinen obskuren Gedankengängen entspricht, der hört den Knall nicht mehr.
    Angst muss nicht zittern bedeuten. Angst sollte ein Anreiz sein immer weiter zu Denken als vielleicht Notwendig, oder dahingehend zu denken was falsch sein könnte.

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  9. Rocco Richter

    Das Problem, warum ein Großteil der „CDU-Wähler“ oder der MItte der Gesellschaft noch nicht aufgewacht ist, liegt nicht nur im Feldzug der Kulturmarxisten und Erben der Frankfurter Schule, sondern auch in (Jesus verzeih mir, wenn ich Dich falsch interpretiere) der falsch verstandenen Feindesliebe des heutigen Christentums und damit einem Grundpfeiler der abendländischen Kultur.
    Die Feindesliebe, oder die Pflicht, die andere Wange auch noch hinzuhalten, wie von Jesus propagiert ist m.M. nach völlig falsch interpretiert worden.
    Über 15 Jahre hat mich diese Feindeliebe gelähmt. ICh wollte MEnschen lieb haben, ich wollte ihnen helfen, so wie JEsus es scheinbar verlangt, aber verlor mich und meine Werte/Fähigkeiten dabei immer mehr.
    Bis ich diese Predigt/Auslegeung gelesen habe, die mein Weltbild völlig geändert in meinem Verständnis „geheilt“, weil befreit hat –> http://linke-wange.de/die-andere-wange-hinhalten-ich-bin-doch-nicht-bloed-oder/

    In der Tat müssen wir zurück zur Ritterlichkeit.
    Patriotisch
    Christlich
    Wehrhaft die Wahrheit liebend

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  11. Beate Mengkowski

    Sehr geehrter Herr Fritz,

    in diesem Punkt sprechen Sie mir absolut aus der Seele. Ich habe diese natürliche Angst, meine Kinder schon nicht mehr. Alle Versuche auf die Gefahr, die uns bevorsteht, hinzuweisen, enden in einem “ du hast doch keine Ahnung Mutti“. Und ob ich Ahnung habe, ich beschäftige mich seit Jahren mit der Finanzkrise, Eurokrise, Flüchtlingskrise…..und komme zu dem Schluss, wenn nicht bald, die Entscheidungsträger unserer Länder, auf den Pfad der Vernunft zurückkehren…..wird es für uns alle bitter. Ich jedenfalls, sorge seit Jahren vor ( wofür ich ebenfalls belächelt werde ) und ich weiß, das ist richtig. Ich bin dankbar dafür, daß meine Intuition noch funktioniert und ihre offensichtlich auch.

    Freundliche Grüße
    Beate Mengkowski

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