Das Geheimnis der höchsten Göttin

Von Jürgen Fritz, Mi. 7. Nov 2018

Die Göttin der Vernunft, von den Griechen Athene, den Römern Minerva genannt, zwar schon erahnt, aber noch nicht gänzlich erkannt, steht weit über allen anderen Göttern, auch wenn drei von diesen, von denen ein jeder behauptet, er wäre der einzige überhaupt, zwei sogar höchst aggressiv danach trachten, alle Erdlinge unter ihre Gewalt zu bringen, auf dass sie nur noch ausschließlich vor ihnen auf die Knie sinken, und die sich gegenseitig bekämpfen. Zwar spricht die höchste Göttin stets nur mit leiser Stimme, daher können sie nicht alle gleich gut vernehmen, weil der Erdlinge Gehör sehr unterschiedlich ausgeprägt, gleichwohl ist sie doch die mächtigste, vor allem aber die edelste und reinste von allen. Doch was ist nun ihr Geheimnis?

Das Geheimnis der Göttin

Zunächst sei dies gesagt: Nichts fürchten die anderen Götter, zumal die zwei machtversessensten von allen, mehr als sie und bekämpfen sie, wo sie nur können. Doch ihre Stimme, an Liebreiz, Schönheit und Reinheit unübertrefflich, dringt letztlich immer hindurch zu denen, deren Gehör ein feines solches ist, die das Hinhören lieben und sich auf diese Kunst hin trainieren.

Egal wie hoch die Mauern sind, die die Machtversessenen und Machtgierigen errichten mögen, stets dringt die Stimme dieser Einzigen hindurch. Was ist nun aber das Geheimnis unserer Schönen, die das Wahre und Gute mehr liebt als jede andere sowie die Schönheit selbst, deren Verkörperung sie mithin darstellt, dies jedoch in einem höheren, nicht rein sinnlichen Sinne? Ihr Geheimnis aber ist dieses: Sie liebt nicht die Niedersten, sondern die Höchsten.

Und sie will nicht kleine, auf den Knien herumrutschende Erdlinge, die sich vor anderem Niedrigen bücken. Nein, sie liebt die Höhe und möchte hohe Menschen, die wie sie die Wahrheit, das Gute und die Schönheit lieben. Wenn du also von der Höchsten der Hohen geliebt werden möchtest, so hör auf, dich zu bücken und auf deinen Knien herumzurutschen, sondern strecke dich.

Das goldene Zeitalter

Doch verlangt sie nichts dergleichen, droht mit keiner Strafe, keiner Hölle, keinen unendlichen Qualen in dieser, keinen Scheiterhaufen. All solches ist ihr fremd und diejenigen, die solches verkünden und verlangen, sind ihr stets etwas peinlich. Bisweilen schämt sie sich für solche Gottheiten, die jedoch einem anderen Geschlecht entspringen, nicht ihrem edlen. Nein, sie spricht mit leiser Stimme, die doch die durchdringendste von allen ist, nicht immer und nicht zu jeder Zeit, aber doch am Ende.

Die höchste Göttin kann nicht besiegt werden, schon gar nicht von den niederen, peinlichen Göttern. Das wissen diese und können daher nur versuchen, die Erdlinge von der Höchsten fernzuhalten, was ihnen bisweilen in Teilen der Welt gelingt. Aber immer nur in Teilen und immer nur für eine gewisse Zeit.

Und wahrlich, der Tag wird kommen, da diese niederen Götter, die die Erdlinge dazu zu bringen trachten, die Niedrigkeit anzubeten, gänzlich verschwinden werden und die Erdlinge Menschen werden. Dann aber werden sie die Höchste klarer hören als je zuvor und ein goldenes Zeitalter wird anbrechen von dem alle hoffen werden, es möge niemals vergehen.

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Titelbild: Athene

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