Video vom Überfall auf Frank Magnitz

Von Jürgen Fritz, Fr. 11. Jan 2019

Noch immer fehlt von den Tätern, die den AfD-Bundestagsabgeordneten und Bremer Landeschef Frank Magnitz am Montag überfallen und schwer verletzt haben, jede Spur. Daher haben Polizei und Staatsanwaltschaft nun entschieden, die Video-Aufnahmen des Tatgeschehens zu veröffentlichen, um so nach den Tätern zu fahnden. Hier sind die Aufnahmen.

Angebliches Bekennerschreiben

Frank Magnitz (66) war am frühen Montagabend zwischen 17 und 18 Uhr in Bremen von mehreren Personen überfallen worden. Einer sei ihm dabei von hinten und mit dem Ellbogen voraus in den Rücken gesprungen, so dass Magnitz nach vorne fiel, schwer aufschlug und sich erhebliche Verletzungen zuzog, ließ die Staatsanwaltschaft verlautbaren. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Tat hatte international für Schlagzeilen gesorgt.

Auf der Internetplattform „Indymedia“ war ein angebliches Bekennerschreiben veröffentlicht, aber schnell wieder gelöscht worden. Auf der offenen Plattform teilen immer wieder gerade linksradikale Gruppen ihre Inhalte. Die Staatsanwaltschaft prüft noch die Authentizität des Bekennerschreibens. Zu dem Angriff bekannte sich eine unbekannte Gruppe mit dem Namen „Antifaschistischer Frühling Bremen“, die bisher völlig unbekannt zu sein scheint. In dem Schreiben hieß es:

„Magnitz … darf in Bremen und anderswo keinen Fuß mehr fassen und gehört wie jeder andere Nazi mundtot gemacht“.

bekennerschreiben

Ob das Schreiben authentisch ist, ist allerdings noch nicht klar. Hier werden teilweise erhebliche Zweifel angemeldet, so zum Beispiel vom Cicero. Auf dieser Website können Texte auch anonym online gestellt werden. Das Schreiben, in dem Magnitz „gute Kontakte in die rechtsextreme und faschistische Szene“ nachgesagt werden, wurde am Mittwochabend auf „Indymedia“, eine linksradikale Internetplattform, eingestellt. Ob es von den drei Tätern stammt, die Magnitz am Montag angegriffen und dem 66-Jährigen schwere Verletzungen zugefügt hatten, ist noch unklar. Aus Sicherheitskreisen hieß es, an der Authentizität der Botschaft bestünden erhebliche Zweifel. Nun zum Tatgeschehen.

Das Tatgeschehen

Die Polizei hat heute nachmittag ein Video veröffentlicht, mit dem sie nach den Tätern fahndet und das den Tathergang recht gut zeigt.

Zunächst sieht man, wie Frank Magnitz mit beiden Händen in den Taschen den Weg entlang geht und ihm die drei Personen folgen. Außerdem erkennt man rechts einen Mann, wahrscheinlich den einen Handwerker, der mit dem Rücken zum Tatgeschehen ein Fahrzeug belädt.

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Die Verfolger kommen jetzt näher.

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Jetzt ziehen die beiden vorderen Verfolger ihre Kapuzen weit nach vorne. Die dritte Person folgt mit etwas Abstand. Alle drei sind sehr schlank und wirken recht jung.

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Nun springt einer der drei Verfolger, der vorne mit den weißen Schuhen Frank Magnitz von hinten an.

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Magnitz, offensichtlich vollkommen überrascht, stürzt zu Boden. Der Angreifer springt nicht auf ihn drauf, sondern an ihm vorbei. Nach meiner Beobachtung kommt es nur zu einer einzigen Berührung.

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Dann rennen die beiden vorderen Personen sofort weg. Es finden keine Schläge auf den Kopf statt. Auch keine Fußtritte. Und es sind keinerlei Schlaggegenstände zu sehen, weder ein Kantholz, noch sonstiges wie Baseballschläger, Totschläger etc. Weder am Anfang noch hier.

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Mit einiger Verzögerung kommt der dritte Verfolger und läuft an dem am Boden liegenden Frank Magnitz, der benommen wirkt, vorbei. Auch er schlägt oder tritt nicht auf ihn ein, sondern rennt davon, ohne ihn zu berühren.

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Video des Tathergangs

P.S.: Merkwürdigkeit

Was mir beim wiederholten Anschauen allerdings nachträglich auffiel: Bei Sekunde 0:26 tauchen Magnitz und sein Verfolger plötzlich wie aus dem Nichts im Bild auf, also nicht dass sie von unten nach oben ins Bild hineinlaufen, sondern dergestalt dass sie plötzlich da sind, gleichsam wie ein Geist, der aus dem Nichts erscheint. Ob dies mit der Aufnahme zusammenhängt, mithin rein technisch bedingt ist, oder ob hier irgendein Schnitt oder eine Manipulation stattgefunden hat, kann ich nicht beurteilen. Es wirkt aber seltsam.

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Diese Merkwürdigkeit ist auch diesem jungen Mann aufgefallen, der davon ausgeht, dass die Polizei hier einen Schnitt vorgenommen hat, was er scharf kritisiert, weil dies den Verschwörungsideologen natürlich wieder neue Nahrung geben wird. Sollte hier das Video tatsächlich geschnitten worden sein, wäre das ein mehr als unglückliches Agieren der Bremer Polizei, bei dem man sich dann natürlich fragt, warum sie das macht.

Analyse des Tatgeschehens

Hier eine recht gute Gesamtanalyse des Tathergangs:

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Titelbild: Video-Screenshot

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