Philosophischer Start in den Tag: Grenzen

Von Jürgen Fritz, Di. 5. Feb  2019

Grenzen

Bereits diese elementare Unterscheidung (Diskrimination) dürfte angesichts des Zerfalls des logischen Denkvermögens, angesichts der Dekadenzphase, in welcher wir uns seit geraumer Zeit befinden, viele überfordern, aber es ist ein Unterschied, ob man sein Kind in den Keller einsperrt oder ob man die Haustüre verschließt, um unwillkommene Eindringlinge auszusperren.

Jede Grenze nimmt eine Trennung vor zwischen innen und außen. Die Kreislinie trennt die Kreisfläche von der Umgebung ab und erzeugt überhaupt erst den Kreis, sowie die Staatsgrenzen überhaupt erst das Staatsgebiet erzeugen und damit den Staat ermöglichen. Jede Begriffsdefinition (von definitio = Abgrenzung, finis = Grenze) grenzt ab, was unter den Begriff fällt und was nicht. Die Intimsphäre grenzt das Innerste einer Person, das es zu schützen gilt, nach außen ab.

Wenn man jemanden, der innerhalb ist, nicht heraus lässt, so sperrt man ihn gegen seinen Willen ein, beraubt ihn mithin seiner Bewegungsfreiheit. Wenn man jemanden, der außerhalb ist, nicht hereinlässt, so geht es offensichtlich nicht darum, ihn in seiner Freiheit zu beschneiden, sondern darum, das, was sich innerhalb befindet, zu schützen.

(Jürgen Fritz)

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Titelbild: Pixabay, CC0 Creative Commons

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