Erste Bestimmung der Größe der Erde durch Eratosthenes

(Jürgen Fritz, 01.07.2019) Den Gedanken, dass die Erde kugelförmig sei, finden wir bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. bei den ionischen (griechischen) Naturphilosophen Thales von Milet, der meist als der erste Philosoph überhaupt genannt wird, und seinem Schüler Anaximander sowie Pythagoras von Samos. Im 4. Jahrhundert v. Chr. gab dann Aristoteles (384 – 322 v.Chr.), der Schüler Platons und neben diesem und Immanuel Kant wohl größte und einflussreichste Denker überhaupt, drei astronomische Beweise für die Kugelform unseres Planeten an. Der erste, der um 240 v. Chr. den Erdumfang und -radius bestimmte, war aber ein anderer: Eratosthenes von Kyrene.

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Wie ungebildet und wie antiintellektuell waren Jesus und die Urchristen?

(Jürgen Fritz, 11.06.2019) Dieser Text ist nicht für Christen gedacht, die so bleiben wollen, wie sie sind, die ihre eigenen Fundamente nicht reflektieren und kritisch würdigen wollen, die sich mithin nicht für historisch-kritische Forschung interessieren, sondern mit dem ihnen in der Kindheit und/oder später vermittelten christlichen Narrativ (Geschichten, Märchen, Mythen) völlig zufrieden sind, weil ihnen das Halt und Orientierung gibt, auf welche sie nicht verzichten wollen oder können. Der Text ist vielmehr gedacht für solche, die gerne wissen wollen, welches Bild die Geschichtswissenschaft und die historisch-kritische Theologie nach fast 250 Jahren intensiver wissenschaftlicher Beschäftigung mit dem Thema herausschälen konnten.

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Die Entwurzelten oder: Die Mär vom „christlichen Abendland“

(Jürgen Fritz, 03.06.2019) „Religion ist eine menschliche Erfindung, die sich schleichend ausbreitet. Man weiß sehr wohl, wie sie beginnt, wie sich schüchtern die ersten Kulte etablieren und dann entwickeln, wie die ersten Götter Gestalt annehmen und diverse Funktionen bekommen, und wie sich ihre Zahl verringert, bis es schließlich nur noch einen gibt.“ (Umberto Eco) „Religiöser Fundamentalismus ist das stärkste, massivste, allerdings meist auch attraktivste und faszinierendste, die Massen am meisten einnehmende und einfangende Motiv, weswegen jede Machtpolitik stets bedacht sein wird, eine Religion oder Konfession für ihre Ziele einzuspannen. Kein Zufall, daß der römische Kaiser Konstantin das immer stärker werdende Christentum zur Staatsreligion machte, obwohl er zu dem Zeitpunkt selbst noch kein Christ war.“ (Hubertus Mynarek)

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Gesetzung und Bewegung (II): Die Bewegten bekämpfen alles, was sie an der Bewegung auf ihre Fiktion hin hindert

(Boris Blaha, 01.06.2019) In Teil 1 machte Boris Blaha deutlich, dass der Rechtsstaat das Recht auch gegenüber heutigen Heils- und Erlöserbewegungen nicht halten kann. Wer sich dem totalen Anspruch der Bewegung verweigert, wird zum „Feind der Menschheit“ erklärt und entrechtet. In der heute zur Ideologie verkommenen „Zivilgesellschaft“ gibt es keine Gefährten mehr. Wer aber im anderen nur den „Menschen“ sieht, bleibt blind für den Unterschied zwischen Zivilisation und Barbarei. Hier nun Teil 2 des dreiteiligen Essays Gesetzung und Bewegung.

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Greta, der neue Jesus

(Jürgen Fritz, 30.05.2019) Sie geht freitags nicht zur Schule, er hat irgendwann überhaupt nicht mehr gearbeitet, auch nicht Montag bis Donnerstag und Samstag, Sonntag. Beide sind sie besessen von einer fixen Idee, die keine andere gleichwertige Idee neben sich duldet, siehe das erste Gebot: „Ich bin JHWH, dein Gott (deine fixe Idee), der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus. Du sollst neben mir keine anderen Götter (fixe Ideen) haben.“ Beide malen Untergangsszenarien an die Wand und weisen den einzigen Weg zur Erlösung. Doch die Parallelen gehen noch weiter.

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Der tiefere Grund unseres Niedergangs: die Rückkehr der Religion

(Jürgen Fritz, 26.05.2019) „In dunkeln Zeiten wurden die Völker am besten durch die Religion geleitet, wie in stockfinstrer Nacht ein Blinder unser bester Wegweiser ist; er kennt dann Wege und Stege besser als ein Sehender. Es ist aber töricht, sobald es Tag ist, noch immer die alten Blinden als Wegweiser zu gebrauchen.“ (Heinrich Heine) „Ich kann es kaum begreifen, wie jemand, wer es auch sei, wünschen könnte, die christliche Lehre möge wahr sein; denn wenn es so ist, dann zeigt der einfache Text [das Evangelium], dass die Ungläubigen, und ich müsste zu ihnen meinen Vater, meinen Bruder und nahezu alle meine besten Freunde zählen, ewige Strafen verbüßen müssen. Das ist eine abscheuliche Lehre.“ (Charles Darwin)

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Der Lehrer, der mich am tiefsten beeindruckte: Wolfgang Wieland

(Jürgen Fritz, 22.05.2019) Der Lehrer, der mich wohl am tiefsten und nachhaltigsten beeindruckte, sowohl fachlich als auch menschlich – kein anderer Professor behandelte uns Studenten derart respektvoll –, war Wolfgang Wieland, Arzt und Philosoph, der gebildetste und zugleich einer der schüchternsten Menschen, die ich je kennen lernte. Anderen gegenüber erschien er oft irgendwie ängstlich, konnte aber auf jeden Frage mühelos 15 Minuten antworten, schlug dabei Bögen, in denen er zugleich zig andere Dinge erklärte, so dass man irgendwann gar nicht mehr wusste, wie eigentlich die Frage lautete, bis er diese schließlich punktgenau beantwortete und man am Ende erst merkte, dass er die ganze Zeit all die Verflechtungen der gestellten Frage, welche er keine Sekunde vergessen hatte, mit anderen verdeutlichte und aufzeigte, dass man sie in einem größeren Kontext sehen müsse.

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Warum die freie Gesellschaft langfristig wohl scheitern wird

(Jürgen Fritz, 20.05.2019) Wenn meine Analyse stimmt, dass wir uns in einem gigantischen Weltanschauungs- und Kulturkrieg befinden zwischen 1. Liberalismus, 2. Sozialismus und 3. Ultra-Konservatismus in Form des Islam, so stellt sich die Frage, warum der Liberalismus so schwach ist, wo er doch ohne Zweifel den mit Abstand höchsten Lebensstandard und die am besten funktionierenden Gesellschaften erzeugt überall, wo er umgesetzt wird. Ich meine, die Schwäche des Liberalismus, warum er bei so wenig Menschen in ihrem Herzen verfängt, man schaue sich nur die Wahlergebnisse der FDP über 70 Jahre an, ist eine strukturelle. Denn er hat gegenüber den beiden anderen großen Weltanschauungssystemen, die sich bei uns in a) CDU/CSU sowie b) SPD und Linkspartei niederschlagen, einen entscheidenden, essenziellen Nachteil.

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Körper und Geist (Seele) oder: Vom Substanz- zum Eigenschaftsdualismus

(Jürgen Fritz, 16.05.2019) Viele Menschen meinen, dass es nicht nur zwei völlig unterschiedliche Klassen von Eigenschaften gäbe, nämliche physische und mentale (seelische), sondern dass es neben unserem Körper noch eine zweite immaterielle Substanz gäbe, welche fühlt, denkt und entscheidet und welche Träger aller mentalen Eigenschaften sei. Diese zweite Substanz nennen sie meist Seele und sehen diese als etwas völlig Eigenständiges. Diese Vorstellung von einem zweiten Ding, das den Menschen quasi zerteilt, nennt man Substanzdualismus und sie geht sehr weit zurück. Wir finden sie schon bei Platon, dann natürlich im von ihm stark beeinflussten Christentum, aber auch noch beim Vater der neuzeitlichen Philosophie René Descartes. Doch inwiefern ist diese Beschreibung der Natur des Menschen schlüssig und überzeugend? Sind wir wirklich zwei?

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Die Geburtsstunde des bedingungslosen Grundeinkommens

(Jürgen Fritz, 14.05.2019) Es war einmal vor vielen zigtausend Jahren eine altsteinzeitliche Horde von über 50, vielleicht waren es sogar fast 100 frühe Menschen. Einige von diesen gingen regelmäßig Beeren und dergleichen sammeln, andere gingen auf die Jagd, wieder andere kümmerten sich um die Kinder, die Zubereitung des Essens, die Herstellung von Kleidung aus Tierfellen usw. Wenn einmal sehr wenig Beeren gefunden wurden oder kaum Wild erlegt werden konnte, litten natürlich alle darunter. Und je mehr gute Jäger es in der Gruppe gab, desto besser ging es der ganzen Horde, wobei die besten Jäger sehr egoistisch waren und für sich etwas mehr beanspruchten als sie den anderen abgaben. Doch dann geschah eines Tages etwas, was es nie zuvor gegeben hatte in der Menschheitsgeschichte.

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So weit entfernt und irgendwie doch nah: Solipsist und Realist

(Jürgen Fritz, 12.05.2019) „Die verhängnisvolle Neigung der Menschen, über etwas, was nicht mehr zweifelhaft ist, nicht länger nachzudenken, ist die Ursache der Hälfte aller Irrtümer.“ (John Stuart Mill) „Durch Zweifeln kommen wir nämlich zur Untersuchung; in der Untersuchung erfassen wir die Wahrheit.“ (Petrus Abaelardus) „Denn der radikalste Zweifel ist der Vater der Erkenntnis.“ (Max Weber) „Erst zweifeln, dann untersuchen, dann entdecken.“ (Henry Thomas Buckle) Denn ansonsten besteht folgende Gefahr: „Zur Abwehr der Zweifel wird die bewusste Einstellung fanatisch, denn Fanatismus ist nichts anderes als überkompensierter Zweifel.“ (Carl Gustav Jung) Ergo:“Zweifle nicht an dem, der dir sagt er hat Angst, aber hab Angst vor dem, der dir sagt, er kenne keinen Zweifel.“ (Erich Fried)

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Falscher Umkehrschluss

(Jürgen Fritz, 09.05.2019) Menschen sind argumentierende Wesen. Das heißt, sie bringen Argumente vor, um etwas zu begründen oder jemanden zu überzeugen, sei es einen anderen oder auch sich selbst. Manchmal bringen sie auch mehrere solche Argumente vor, die sich aufeinander beziehen, dann sprechen wir von einer Argumentation. Ein Argument besteht dabei aus mehreren Aussagesätzen, von denen einer, die Konklusion oder das zu Begründende, sich logisch zwingend aus den anderen Sätzen, den Prämissen oder Gründen, ergibt. Wer die Gründe als wahr akzeptiert, der muss auch das zu Begründende als richtig einräumen. Doch beim Nachdenken können uns wie überall natürlich Fehler unterlaufen. Es kommt dann zu Fehlschlüssen oder Denkfehlern. Ein ganz typischer solcher ist der falsche Umkehrschluss.

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Was bedeutet „sein“ und gibt es solche, die, ohne zu lügen, doch Lügner sind?

(Jürgen Fritz, 01.05.2019) „Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage: Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern Des wütenden Geschicks erdulden oder, Sich waffnend gegen eine See von Plagen, Durch Widerstand sie enden? Sterben – schlafen –“ Diese Zeilen aus „Hamlet“ sind weltberühmt, doch was bedeutet überhaupt „sein“ und kann man, zum Beispiel durch manipulativen Gebrauch der Existenzpräsupposition, ohne, dass man direkt die Unwahrheit sagt, doch ein Lügner sein?

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Metaphysik (Ontologie): Unsere tiefsten Glaubenssätze

(Jürgen Fritz, 26.04.2019) Vor einigen Monaten fragte ich die JFB-Leser, was denn ihr persönlich tiefster Glaubenssatz wäre. Beim Lesen der Antworten hatte ich den Eindruck, dass die meisten diese Frage nicht wahrheitsgemäß beantworteten. Nicht weil sie vorsätzlich die Unwahrheit sagen wollten, sondern weil ihnen ihre eigenen innersten Überzeugungen gar nicht bewusst waren.

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Fehlvorstellungen sind keine „subjektive Wahrheiten“, sondern Fehlvorstellungen

(Jürgen Fritz, 25.04.2019) Phantasie ist ohne jeden Zweifel eine der schönsten Gaben überhaupt, mit welcher der Mensch wie kein anderes bekanntes Wesen gesegnet ist. Seit Jahrtausenden erfinden die Menschen Geschichten, dabei gibt es jedoch Unterschiede. 1. Der Schriftsteller weiß, a) dass seine Geschichten erfunden sind und will b) andere auch nicht Glauben machen, sie wären es nicht. 2. Der Hochstapler weiß a) auch, dass seine Geschichten erfunden, also nicht real sind, will aber b) andere Glauben machen, sie wären wahr. 3. Der verblendete Fanatiker dagegen hält a) seine Geschichten selbst für wahr und kann dann b) in anderen besonders gut Fehlvorstellungen erzeugen, weil sie seine innere Überzeugung spüren.

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