Das war doch ein guter Anfang: kurz, knapp und unergiebig, so Broder nach dem Kaddor-Gerichtstermin

Von Jürgen Fritz, Fr. 17. Mai 2019

Er könne nicht garantieren, dass er zur nächsten Verhandlung wieder persönlich kommen werde, meinte Henryk M. Broder nach seinem Gerichtstermin, nachdem die muslimische Religionslehrerin Lamya Kaddor ihn zusammen mit 106 anderen wegen einer angeblichen „Beleidigung“ angezeigt hatte. Denn in Island, wo er gerade lebe, fange demnächst die Lachssaison an und da wolle er dabei sein. Uta Ogilvie sprach direkt nach der Verhandlung mit dem beliebten Publizisten.

Wieso hat die Staatsanwaltschaft Duisburg so eine Micky-Maus-Klage überhaupt angenommen?

Das Urteil sei zwar noch nicht gesprochen, aber es sei ein guter Anfang gewesen: kurz, knapp und unergiebig, sagte Broder im Interview mit Uta Ogilvie. Die Verhandlung war zuvor nach nur rund 10 Minuten abgebrochen worden, da die Staatsanwältin so schlecht vorbereitet war, dass sie schon die erste Frage von Broders Verteidiger, welche Beweise sie denn habe, dass sein Mandant die fragliche Äußerung, Kaddor habe „eine an der Klatsche“, tatsächlich getätigt habe, nicht überzeugend beantworten konnte.

Gewundert habe ihn eigentlich nur, „dass die Staatsanwaltschaft diese Micky-Maus-Anklage überhaupt zugelassen hat“. So ein Ding gehöre seines Erachtens, wenn überhaupt!, auf den Weg der Privatklage verwiesen, zumal Frau Kaddor auf einen Rutsch gleich 107 Strafverfahren wegen „Beleidigung“ angeleiert habe, so dass die Duisburger Staatsanwaltschaft in nächster Zeit gar nicht mehr dazu käme, Delikte wie Raubmord, Totschlag, Körperverletzung, Einbruch etc. zu verfolgen, weil sie mit den 107 Verfahren beschäftigt sei, die Frau Kaddor angestoßen habe.

„Wenn das nicht paranoide Schübe sind, dann weiß ich nicht, wie man Paranoia definieren kann“

Auf die Frage, warum die Dame ihn angezeigt habe und nicht die Leute, die ihr die Hassmails geschrieben haben, meinte Broder, dass er vermute, Kaddor sei auf sehr spezielle Weise vergnügungssüchtig. Völlig unverständlich finde er, dass sie „diesen Dreck“ (ihre Hassmails) auch noch online stelle, was dann andere wieder motiviert, sich genauso zu verhalten, also noch mehr Hassmails zu schreiben. Ja sogar noch mehr als das. Kaddor habe eine in der Tat ekelhafte Mail online gestellt, die sie erhalten habe, und dann behauptet, das sei ein Fan von Steinhöfel, Broders Anwalt, und ihm. Und er fragt: „Woher weiß sie das? Wenn das nicht paranoide Schübe sind, dann weiß ich nicht, wie man Paranoia definieren kann.“

Uta Ogilvie trifft Henryk M. Broder

Sehen und hören Sie hier das komplette Interview:

*

Titelbild: YouTube-Screenshot von Henryk M. Broder und Uta Ogilvie

**

Aktive Unterstützung: JFB ist vollkommen unabhängig und kostenfrei (keine Bezahlschranke). Es kostet allerdings Geld, Zeit und viel Arbeit, Artikel auf diesem Niveau regelmäßig und dauerhaft anbieten zu können. Wenn Sie meine Arbeit entsprechend würdigen wollen, so können Sie dies tun per klassischer Überweisung auf:

Jürgen Fritz, IBAN: DE44 5001 0060 0170 9226 04, BIC: PBNKDEFF, Verwendungszweck: JFB. Oder über PayPal  5 EUR – 10 EUR – 20 EUR – 30 EUR – 50 EUR – 100 EUR

Werbeanzeigen