Eine Frage an Steffi Lemke, Bundestagsabgeordnete B’90/Grüne

Von Jürgen Fritz, Sa. 18. Mai 2019

Steffi Lemke, Sie sind seit 2013 Bundestagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen, zuvor waren Sie 2002 bis 2013 Bundesgeschäftsführerin dieser Partei und davor schon 1994 bis 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages für Die Grünen. Sie sind also seit einem viertel Jahrhundert in durchaus gehobenen Positionen innerhalb Ihrer Partei. Während der Bundestagsrede von Nicole Höchst (AfD) gestern riefen Sie nun, wenn ich es richtig gehört und gelesen habe, folgendes dazwischen: „Nur Ätzen und Geifern! Sonst gar nix!“. Dazu hätte ich eine Frage an Sie, Frau Lemke.

Frage: Selbsterkenntnis oder doch nur wieder eine etwas primitive Projektion?

Vorausgesetzt, es stimmt tatsächlich, dass Sie diesen Zwischenruf so getätigt haben, Frau Lemke, und ohne nun für die AfD, Frau Höchst und das von ihr Gesagte Partei ergreifen zu wollen, sondern einfach als Beobachter des Ganzen möchte ich Ihnen gerne folgende Frage stellen, so Sie erlauben: Handelt es sich bei diesem, Ihrem Zwischenruf um einen solchen, den Sie auf sich selbst und Ihre Partei applizierten? Liegt dem also quasi eine plötzlich eintretende Selbstreflexion zu Grunde, die in eben jener Selbsterkenntnis mündete, die sie derart artikulierten und welche Sie so übermannte, dass Sie einen sofortigen, unwiderstehlichen Drang verspürten, diese neue Selbsteinsicht allen kund zu tun?

Oder aber handelt es sich schlicht um eine weitere, ich möchte schon fast sagen etwas derbe respektive primitive Projektion der eigenen menschlichen Unzulänglichkeiten und Abgründe in das verhasste Gegenüber, auf welches all das, was im eigenen Innern so schrecklich tobt, was man an sich selbst nicht mag und was man so gerne loswerden würde, kurzerhand abgewälzt oder wie der Psychologe sagt: projiziert wird und die AfD für Sie hierbei ein besonders beliebtes Objekt ist, dem Sie ihre eigenen Unzulänglichkeiten und Abgründe besonders gerne zuzuschieben versuchen, in der Hoffnung, wenn es Ihnen nur gelingen könnte, diese Partei zu zerstören oder zumindest aus dem Deutschen Bundestag hinauszubefördern, dann würde mit dieser all dieses Unschöne, das sich auch – vielleicht sogar besonders? – in Ihnen und Ihrer Partei findet, endlich aus der Welt verschwinden?

Ihre Antwort

Sie können mir Ihre Antwort, so Sie eine solche geben möchten, gerne über Facebook, Twitter oder auch per E-Mail zukommen lassen. Ich werde diese selbstverständlich, so Sie das wünschen, hier auf JFB veröffentlichen.

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Titelbild: YouTube-Screenshot von Seffi Lemke (B’90/Grüne)

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