Bürgervotum: Das waren die Wahlgewinner und Verlierer in Sachsen und Brandenburg

Von Jürgen Fritz, Do. 05. Sep 2019, Titelbild: tagesschau-Screenshot

Wir alle kennen das. Kaum hat die Uhr am Wahlabend 18 Uhr geschlagen und die ersten Prognosen, dann Hochrechnungen liegen vor, schon treten Politiker der Spitzenparteien vor die laufende Kamera und jeder erklärt, natürlich nachdem er all den Wahlhelfern gedankt hat, die sich unermüdlich einsetzten und so einen phantastischen Wahlkampf machten, wie gut seine Partei doch abgeschnitten, dass sie fast alle ihre Wahlziele erreicht habe bis auf eines usw. usf. Wie sich nun zeigte, durchschauen die meisten Menschen diese immer gleiche Rhetorik längst und wissen, wer in Sachsen und Brandenburg der große Wahlgewinner und wer all die Verlierer waren.

Bei diesen Wahlen gab es nur einen Wahlgewinner

Civey befragte vom 02.09. (Mo.) bis 04.09.2019 (Mi.) über 16.919 Personen online, bei einer repräsentativen Stichprobengröße von 5.065, wie folgt: „Welche Partei profitiert Ihrer Meinung nach auf Bundesebene von den Landtagswahlen aus Sachsen und Brandenburg am stärksten?“ Und die Antworten waren mehr als eindeutig. Siehe die Grafik unten.

Diese beiden Wahlen haben nur einen einzigen Gewinner, nämlich die AfD, der diese Wahltriumphe bundesweit Auftrieb verleihen dürften. Grüne und CDU kamen quasi noch halbwegs neutral aus diesen Wahlen heraus. Die ganz großen Verlierer sind in den Augen der Bürger dagegen die SPD, die FDP und am allerstärksten die Linkspartei (SED).

  1. AfD: 59,4 %
  2. Grüne: 14,6 %
  3. CDU: 10,9 %
  4. Weiß nicht: 10,1 %
  5. SPD: 3,2 %
  6. FDP: 1,1 %
  7. Linke: 0,7 %

Wahlgewinner und -verlierer

Die Bürger haben trotz aller Rhetorik der Politiker ein ganz gutes Gespür dafür, wer gewonnen und wer verloren hat

Dass die AfD in beiden Bundesländern über 20 Prozent kommen würde, in Sachsen sogar um die 25 Prozent, war erwartet worden. Doch die Alternative übertraf beide Erwartungen nochmals deutlich um mehrere Punkte. Die Grünen dagegen konnten zwar gegenüber 2014 zulegen, blieben aber mehrere Punkte hinter den Erwartungen zurück. Die CDU kam in Sachsen mit einem blauen Auge davon, schnitt aber in Brandenburg ganz miserabel ab.

Noch schlimmer die SPD, die zwar in Brandenburg viel weniger verlor als zu erwarten war, aber in Sachsen krachte sich förmlich ein auf unter 8 Prozent (7,7) und erzielte das schlechteste Wahlergebnis aller Zeiten, nicht nur in Sachsen, sondern überhaupt in Deutschland. Die FDP, die versuchte, sich ihre Ergebnisse schön zu reden – „Wir haben doch zugelegt“ -, scheiterte gleich zweimal an der Fünf-Prozent-Hürde. Das heißt, die Partei spielt in diesen Bundesländern keinerlei Rolle. Und die Linkspartei, deren Domäne bisher die östlichen Bundesländer waren, verlor in Brandenburg über 42 Prozent ihrer Stimmanteile, in Sachsen sogar 45 Prozent, sprich die Partei hat ihren Einfluss quasi fast halbiert.

All das haben die Bürger offensichtlich verstanden, ja man kann sagen, sie haben trotz aller Rhetorik der Politiker und teilweise auch der berichtenden Journalisten ein ganz gutes Gespür dafür, wer wie abgeschnitten, wer die Gewinner und wer die Verlierer sind.

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