Deutsche Geburtenrate: In sieben Generationen werden aus 100 gebärfähigen Frauen 8

Von Jürgen Fritz, Mo. 30. Sep 2019, Titelbild: Pixabay, CC0 Public Domain

Seit fast einem halben Jahrhundert unterschreitet die Zahl der Kinder in Deutschland ganz massiv das Bestandserhaltungsniveau. Über viele Jahrzehnte wurde die Demografieproblematik in ihrer ganzen Dramatik gar nicht wirklich erfasst. Dabei ist dies kein vorübergehendes Problem, wie manche meinen, sondern eines, das normalerweise zum Aussterben eines Volkes führt. Denn bei unserer Geburtenrate halbiert sich die Zahl der gebärfähigen Frauen innerhalb von zwei Generationen und reduziert sich innerhalb von nur sieben Generationen um 92 Prozent.

Bei einer Fertilitätsziffer von 1,44 werden innerhalb von sieben Generationen aus 100 Frauen acht Frauen

Zur Verdeutlichung: Wenn 100 Frauen nicht 210 Kinder bekommen (108 Jungen, 102 Mädchen, weil weibliche Föten öfters absterben), wenn sie also keine 102 Mädchen lebend zur Welt bringen (Bestandserhaltungszahl), sondern nur 144 (so viele waren es in Deutschland 2018), 74 Jungen und 70 Mädchen, so kommen also auf 100 Frauen eine Generation weiter nicht wieder 100 Frauen, sondern nur 70. Bei dieser Fertilitätsrate bekommen diese 70 Frauen dann in der nächsten Generation nur noch 49 Mädchen. Somit hat sich die Zahl der Frauen, die wiederum Kinder bekommen können, bei einer Geburtenziffer von 1,4 bis 1,5 innerhalb von zwei Generationen um über 50 Prozent reduziert! Und das Ganze hört ja dann nicht auf. Es geht weiter.

Die 49 Frauen werden dann nur noch 34 Mädchen zur Welt bringen. Jetzt hat sich innerhalb von nur drei Generationen die Zahl der Frauen, die Kinder bekommen können, gedrittelt. Diese 34 bekommen dann nur noch 24 Mädchen, diese nicht mal mehr 17, diese nicht mal mehr 12 und die dann noch 8. Innerhalb von nur sieben Generationen sind also bei einer Fertilitätsrate von 1,44 aus 100 gebärfähigen Frauen, die gebärfähig sind, acht gebärfähige Frauen geworden usw. Das heißt, dieses Volk verschwindet recht schnell. Es stirbt in wenigen Generationen aus. Dies dauert keine 500 oder tausend Jahre.

Massive Unterschreitung des Bestandserhaltungsniveaus über ein halbes Jahrhundert

Dabei geht man davon aus, dass dieser Vorgang relativ schnell irreversibel (unumkehrbar) ist, also nicht erst nach fünf, sechs, sieben Generationen, sondern höchstwahrscheinlich schon deutlich früher, selbst wenn die Geburtenziffer wieder etwas steigt. Sie müsste wohl auf deutlich über 210 Kinder pro 100 Frauen (2,1) steigen, was es wohl noch nie gab, wenn sie mal auf weit unter 200 oder wie in unserem Fall auf unter 150 gesunken war und das über mehr als 40 Jahre.

Zusammengefasste-Geburtenziffer-ab-1871

In dieser Graphik sieht man sehr schön, wie die Geburtenziffer in Deutschland im 20. Jahrhundert immer weiter absank. Während 100 deutsche Frauen Ende des 19. Jahrhunderts noch 450 bis 470 Kinder zur Welt brachten, sank diese Zahl bereits mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges drastisch ab, stieg dann nach Ende des Ersten Weltkrieges nochmals kurzfristig an, stieg aber nie wieder längere Zeit über das Niveau der Bestandserhaltung.

Umgekehrt wurde bis Ende der 1960er-Jahre das Bestandserhaltungsniveau aber auch nie dauerhaft unterschritten. Das änderte sich ab ca. 1965 in sehr vielen Staaten der Ersten und auch der früheren Zweiten Welt – zum Teil drastisch (in Singapur lag die Fertilitätsrate 2018 sogar bei nur noch 82 Kindern pro 100 Frauen, also noch viel niedriger als bei uns mit 144).

Ungebildete Immigrantinnen ziehen jetzt den Schnitt etwas nach oben

Von Mitte der 1970er Jahre unterschritt die Geburtenziffer sogar über 40 Jahre lang die 1,5-er Marke. 100 Frauen in Deutschland bekamen also nicht einmal mehr 150 Kinder, zeitweise sogar nur noch 120 bis 130. Das war eine Unterproduktion von 80 bis 90 Kinder pro 100 Frauen! Dementsprechend veränderte sich die Bevölkerungspyramide, die längst aufgehört hat, eine solche zu sein. Ohne die Immigranten (im Bild unten rot) wäre die Verjüngung der Bevölkerungspyramide nach unten noch viel drastischer.

Bevölkerung nach Geschlecht, Migrationsstatus und Alter 2018 - 16x9

Dabei ist der leichte Anstieg der Kurve, den wir die letzten Jahre in der oberen Graphik sehen, zum beachtlichen Teil den Frauen geschuldet, die einen Migrationshintergrund haben, und zwar denen unter ihnen, die einen niedrigen Bildungsstand haben. Diese bekommen 240 Kinder pro 100 Frauen (30 zu viel). Die höher gebildeten Immigrantinnen bekommen auch nur 160 (50 zu wenig).

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