Gleichwertigkeit setzt Akzeptanz von Gleichberechtigung voraus

Von Jürgen Fritz, Mo. 09. Mär 2026, Titelbild: YouTube-Screenshot

Laut UN-Charta sind alle Völkerrechtssubjekte gleichranging, sind sämtliche Staaten „gleichberechtigte Subjekte“. Das aber würde bedeuten, dass Staaten, die das Gleichberechtigungsprinzip ablehnen, gleichberechtigt wären mit solchen, die allen anderen die gleichen Rechte zugestehen wie sich selbst.

Menschen, Staaten und Kulturen sind gleichberechtigt, aber nicht zwingend gleichwertig

1. Der Satz „Alle Menschen sind gleich ist ohne Sinngehalt, mithin nicht wahrheitsfähig, weil „…sind gleich…“ kein zwei-, sondern ein dreistelliger Prädikator ist, genau wie „… liegt zwischen …“. Das heißt, es muss immer ein dritter Nominator, es muss immer der Bezugspunkt C angegeben werden, worauf sich die Gleichheit von A und B bezieht: „A und B sind gleich bezüglich C“ so wie bei „B liegt zwischen A und C“. Dann erst ergibt sich ein Sinngehalt.

2. Der Satz „Alle Menschen sind gleichberechtigt ist ein sinnvoller Satz, der meines Erachtens auch wahr ist (als moralischer Kognitivist, Objektivist und Realist sage ich bewusst wahr, ansonsten könnte man auch gültig sagen). Diese Aussage findet sich auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Art. 1) und in unserem Grundgesetz (Art. 3). Übrigens: gleichberechtigt, nicht gleichgestellt! Ebenso ist der Satz „Alle Kulturen sind gleichberechtigt“ und der Satz „Alle Staaten sind gleichberechtigt“ wahr.

3. Der Satz „Alle Menschen sind gleichwertig“ beziehungsweise „Alle Menschen sind gleich wertvoll“ ist ein sinnvoller Satz, der meines Erachtens falsch ist. Das Gleiche gilt für die Sätze „Alle Kulturen sind gleichwertig“ und „Alle Staaten sind gleichwertig“.

Deswegen trauere ich zum Beispiel nicht, wenn islamische Terroristen im Iran getötet werden. Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass ich mich über ihren Tod freue (wenn ein Mensch stirbt, ist das immer irgendwie traurig), aber ich würde sagen, das ist leider wohl notwendig, dass sie getötet werden. Warum notwendig? Weil sie die Gleichberechtigung aller Menschen (2) kategorisch ablehnen, Mitbürger, insbesondere Frauen und Menschen mit anderer Weltanschauung, die ihr metaphysisch spekulatives Weltbild nicht teilen, brutal unterdrücken und, sobald diese Widerstand leisten oder auch nur öffentlich protestieren gegen die rigide Unterdrückung, sie sie sogar massenweise ermorden.

Daher können solche religiösen oder auch sonstige Fanatiker und Terroristen nicht gleichwertig sein mit Menschen, die alle anderen in ihrem Sein, in ihrer Weltanschauung dulden (tolerieren), sofern diese das umgekehrt genauso tun! (Prinzip der Reziprozität), nach dem Grundsatz: leben und leben lassen, jeder möge nach seiner Façon nach seinem persönlichem Lebensglück streben, keiner hat dem anderen hier Vorschriften zu machen.

Das Gleiche gilt für Kulturen und Staaten, die die Gleichberechtigung anderer Kulturen oder Staaten negieren. Diese können selbstverständlich nicht gleichwertig sein zu Kulturen und Staaten, die anderen die gleichen Rechte zugestehen.

Gleichwertigkeit setzt voraus, dass man alle anderen als gleichberechtigt anerkennt

4. Wichtig dabei ist: Die Nichtgleichwertigkeit resultiert nicht aus Faktoren, die die Terroristen, Staaten und Kulturen nicht beeinflussen könnten, etwa vorgegebene biologische Eigenschaften, sondern sie resultiert aus ihrer Weltanschauung, aus ihrer Ideologie (verblendetes Bewusstsein) und aus ihren Handlungen, die sie aus dieser Weltanschauung ableiten. Sie resultiert aus dem, was sie anderen Menschen antun, weil sie die universalen Grund- und Menschenrechte anderer Personen nicht akzeptieren und anderen physische Gewalt antun, um sie mit Gewalt ihrer Ideologie zu unterwerfen, respektive weil sie die gleichen Rechte anderer Staaten und Kulturen nicht anerkennen.

Wer den Grundsatz der Gleichberechtigung aller Menschen, Staaten und Kulturen nicht akzeptiert und andere entsprechend behandelt, kann nicht erwarten, dass er als gleichwertig angesehen wird. Das wäre ein Widerspruch in sich. Das ist übrigens auch der Konstruktionsfehler im Völkerrecht und in der UN.

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