Strategisch denken und wählen – eine Handreichung für Unentschlossene

Ein Gastbeitrag von Sandra Kristin Meier

Soll ich überhaupt wählen gehen und wenn ja, wem soll ich meine Stimme geben? Hundertprozentig überzeugt mich keiner. – So oder so ähnlich denken wenige Tage vor der Wahl Millionen Menschen. Hier eine Hilfestellung für Unentschlossene von Sandra Kristin-Meier, eine der scharfsinnigsten Strateginnen.

Grenzenlose Immigration – nein danke!

Neuansiedlung und Umverteilung von sogenannten Flüchtlingen und das ohne Obergrenze; so sagt es Merkel und so steht es auf Seite 63 im offiziellen CDU-Wahlprogramm. Aber wer will das wirklich? Immer mehr Leute sind unzufrieden und wollen diese fortlaufend irreparablen Veränderungen ihrer Lebensumwelt nicht. Sie liebäugeln daher damit, ihre Stimme der „Alternative für Deutschland“ zu geben. Aber noch können sich viele nicht dazu durchringen. Gibt es dort vielleicht nicht doch einige Radikale, wie die Medien behaupten?

Strategisch denken

Das ist aber gar nicht der entscheidende Punkt. Man kann die AfD nämlich – ohne schlechtes Gewissen! – aus strategischen Überlegungen heraus wählen. Wenn man die Wirkungsweise dieser neuen gesellschaftlichen Kraft erkennt. Die AfD hat eine gesellschaftliche Funktion. Sie soll, wird und will nicht selbst regieren, aber sie wirkt als ein demokratisches Korrektiv. Ein Brecheisen, das die Diskursräume aufsprengt und erweitert. Davon profitieren alle!

Es geht also im Kern nicht um die AfD selbst, sondern um ihre Wirkung auf das gesellschaftliche Ganze. Entscheidend sind die Impulse, die von dieser neuen Kraft ausgelöst werden und die Entwicklung voranbringen.

Wer diesen gedanklichen Zusammenhang erkannt hat, kann bei seiner Wahlentscheidung von einzelnen Programmpunkten und Personalien dieser Partei absehen. Denn darum geht es im Kern gar nicht.

Oder einfacher

Zu theoretisch? Zu kompliziert? Also gut, hier ist die volkstümliche Version:

„Opa, warum hast du damals wieder die CDU gewählt, obwohl doch bereits bekannt war, dass 500 Millionen Afrikaner auf gepackten Koffern saßen?“

„Das verstehst du nicht, Kevin-Abdullah. Wichtiger war damals, Björn Höcke zu verhindern.“

Es geht darum, Prioritäten zu setzen. Das Wesentliche vom Unwesentlichen zu scheiden. In dynamischen Zusammenhängen und vor allem an die Zukunft Deutschlands zu denken.

Wir brauchen wieder eine echte Opposition!

Es gibt auch einen wichtigen demokratietheoretischen Aspekt, der für die Wahl der AfD spricht. Unser Land braucht endlich eine echte parlamentarische Opposition. Bis heute wurde im Bundestag nicht über Merkels im September 2015 im Alleingang verfügte Grenzöffnung abgestimmt. De facto haben wir also eher eine Art Präsidialherrschaft. Das muss sich ändern!

Der notwendige Stachel im Fleisch

Die AfD wird auf einen öffentlichen Diskurs der nationalen Schicksalsfragen bestehen. Sie wird der Stachel im Fleische der Altparteien sein und diese zur inhaltlichen und personellen Erneuerung ihrer selbst zwingen sowie einer Änderung der aktuellen Politik. Die AfD passt auf, dass die Regierungsparteien ihre Sache in der nächsten Legislaturperiode besser machen. CDU/CSU, SPD und GRÜNE werden den Karren schön selbst wieder aus dem Dreck ziehen. Und die AfD schaut ihnen dabei genau auf die Finger.

Um in diese demokratische Kontrollfunktion möglichst wirkungsvoll eintreten zu können, braucht sie nach meiner Einschätzung etwa 15%. Das reicht völlig aus. Wer genau hinschaut, bemerkt, dass die AfD sogar jetzt schon wirkt. Denn die etablierten Parteien haben klammheimlich bereits ihre Rhetorik geändert und einige Forderungen der „Störenfriede“ übernommen, die sie dennoch nach außen hin weiterhin verteufeln. Sei’s drum. Hauptsache, sie übernehmen die Agenda. Wenn die AfD parlamentarisch installiert ist mit rund 100 Abgeordneten, kann sie ihre eigentliche Wirkung erst voll entfalten.

Alternativ wählen statt einem stumpfen ‚Weiter so‘

Landsleute, vertrauen wir auf die Kraft der Demokratie. Öffnen wir die Tür für eine neue bürgerliche Kraft, die sich in den letzten vier Jahren in der Stunde der Bedrohung in Windeseile aus unserem Volk heraus entwickelt hat. Es darf kein stumpfes ‚Weiter so‘ geben. Die AfD ist der Katalysator für dringend notwendige gesellschaftliche Veränderungen: nicht mehr – aber auch nicht weniger!

Die Mehrheit spürt es doch: Es muss sich etwas ändern und wir müssen darüber sprechen. Der ideale Ort für diese öffentliche Debatte ist der Deutsche Bundestag. Damit dieses Signal gesendet und der freie Diskurs eröffnet wird, sollten möglichst viele jetzt noch Unentschlossene am 24. September alternativ wählen.

*

Titelbild: Pixabay, CC0 Creative Commons

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22 Antworten auf „Strategisch denken und wählen – eine Handreichung für Unentschlossene

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  2. lynx

    Die Autorin hat lediglich in einem Punkt recht: eine ordentliche Opposition kann nicht schaden. Die Wahlentscheidung aber lediglich einer einzigen Thematik unterzuordnen, lässt aber strategische Einsichten vermissen.
    Die Grundhaltung der AfD ist die, sich der globalen gesamtgesellschaftlichen Entwicklung zu verweigern und einen Zustand, sagen wir von 1983 ungefähr, zementieren zu wollen. Außenpolitische Isolation (ausgenommen ein Kuschelkurs mit Russland), raus aus Euro, womöglich EU. Negierung wesentlicher Teile der Umweltproblematik einschl. Klima, dafür konservierender Naturschutz wie vor 100 Jahren: Blümchen retten, die gar keine Überlebenschance mehr haben. Eine Wirtschaftspolitik, die die Entsolidarisierung in der Gesellschaft verschärfen wird. Kein Konzept für die demographische Problematik, nur etwas Baldrian für die große Wählergruppe der Rentner.
    Es liegen sehr viel größere Aufgaben vor uns, wollen wir die nächsten Jahrzehnte als Staat bestehen. Wir müssen unsere Wirtschaftskraft erhalten und uns mit sehr vielen Staaten weltweit dauerhaft gut verständigen. Die AfD gefährdet all dies mit ihrer isolationistischen Haltung bzw. Rosinenpickerei, die im Ernstfall nicht durchzuhalten ist. Auch die AfD wird keine Flüchtlinge in großem Stil abschieben können – wohin denn?
    Der mündige Wähler muss sich also fragen, ob er sich von einem Thema, das gewiss ernst zu nehmen ist, gefangen nehmen lässt, oder ob sein Blick etwas weiter reicht.
    Und es ist auch nicht richtig, jetzt so nebenbei die Leitfiguren der AfD für nicht so wichtig zu erklären, das ist Sand in die Augen gestreut: man kann sich jetzt schon ausmalen, welch peinliche Szenen sich im Bundestag vor der Weltöffentlichkeit abspielen werden, wenn diese Figuren ans Rednerpult treten.
    Strategisch wählt man, wenn man, auf lange Sicht betrachtet, den Schaden für’s Land minimiert und die Zukunftsaussichten verbessert, Letzteres vor allem.
    Ich weiß, Merkel wird hier als der größtmögliche Schaden gesehen. Denkt man aber zwei Sekunden nach, kann man leicht erkennen, dass noch weit größerer Schaden denkbar ist. Man kann die Vergangenheit nicht konservieren, nicht dahin zurück. Man kann nur die Zukunft gestalten und wir sind dazu verdammt, dies in einerglobalisierten Welt zu tun. Gestalten wir nicht mit, dann werden wir gestaltet. Mit der Engstirnigkeit der AfD wird das nix.

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    1. Rene

      Die AFD will den Euro abschaffen weil er schlichtweg nicht funktioniert! (Außer für Deutschland) Viele andere Länder leiden unter dem Euro. Das sagen im übrigen auch viele Wirtschaftsexperten. Den Wirtschaftsraum Europa will die AFD keineswegs verlassen. Im Gegenteil! Wir müssten keine Flüchtlinge abschieben hätte man sich rechtzeitig um diese Probleme gekümmert. Aber die deutsche Politik kümmert sich erst dann um Probleme wenn sie kaum mehr lösbar sind.

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  3. truckeropa66

    Die AFD ist wie ihr Name schon sagt eine Alternative! Ob es die richtige Alternative ist muss jeder in den nächsten 4 Jahren entscheiden, für sich. Aber es ist eine dringend Notwendige Alternative um einen bestehenden Falschen Kurs zu ändern!

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  4. Tanzender Berg

    „Es geht also im Kern nicht um die AfD selbst, sondern um ihre Wirkung auf das gesellschaftliche Ganze. … Wer diesen gedanklichen Zusammenhang erkannt hat, kann bei seiner Wahlentscheidung von einzelnen Programmpunkten und Personalien dieser Partei absehen.“
    Genau das ist der Punkt. Hoffentlich verstehen das noch ganz viele bis zum Sonntag.

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  5. Marianne Jädick

    An Lynx: Was ist Ihre Alternative? Wieviele gibt es zur Auswahl? Mit wem haben Sie die Hoffnung, die nächsten Jahrzehnte als Staat zu überstehen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass in der AfD nur Dummköpfe sitzen, jedenfalls sehe ich große Intelligenz, im Gegensatz zu den „etablierten Parteien“. mit viel beruflicher, praktischer Lebenserfahrung, die ganz bestimmt nicht blauäugig sich auf ein Abenteuer einlassen. Bitte, nicht nur große Sprüche klopfen, sondern auch Lösungen anbieten. Ich sehe keine in Ihren Äußerungen, schon gar keine für eine vernünftige Wahlentscheidung.

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    1. lynx

      Lösungen biete ich keine an, bin ja kein Politiker, auch keine Wahlempfehlungen (wobei ich schon dachte, rein programmatisch müssten sich bürgerliche AfD-Anhänger ganz gut mit der FDP anfreunden können). Ich wollte nur deutlich machen, dass eine Strategie, die einen vergangenen Zustand zementieren möchte, keine Strategie ist. Kopf in den Sand stecken geht nicht. Kopf frei machen hilft, auch Ängste abschütteln und Neugier zeigen. Fällt mir persönlich auch nicht immer leicht, im Gegenteil: die einsame ungestörte Insel wäre manchmal ganz schön. Die wird es aber nicht mehr geben. Also müssen wir Wege finden, wie wir zusammen und konstruktiv vorankommen – nicht ausgrenzend, herabwürdigend, verletztend gegenüber Andersdenkenden, Andersglaubenden usw. Gilt natürlich für alle Beteiligten.

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  6. Olaf Blank

    Iynx schrieb einfach einen unsachlichen Kommentar. Er geht erst einmal darum, dass die AfD die Regierung zu richtigen Entscheidungen drängt. Da spielt die Politik, die Ansichten, die Vertreter, deren peinlicher Reden (die wir von allen anderen Volksvertretern schon zur genüge kennen) oder eine konservative Einstellung keine Rolle bei. Die FDP bedient sich nach den Erfolgen der AfD einfach ihrer Slogans und geht somit auf Stimmenfang. Ihr Programm ist einfach nur peinlich. Also keine Alternative für Alternative. Weiter behauptet Iynx, die AfD wäre rückständig bzw. will Zustände wie ca. 1983 usw. Haben Sie mal das Programm gelesen und haben sie die Pressetermine der AfD verfolgt? Sie verfallen der Presse die von „Petry will auf Kinder an der Grenze schießen lassen“ … über „das Denkmal der Schande“ das von Höcke angeblich total antisemitisch gemeint sein soll.. bis „rassistische und fremdenfeindliche E-Mail von Alice Weidel“ reicht um zu denunzieren und zu diffamieren. Glauben Sie bitte nicht alles! Die AfD ist konservativ und hat einen rechten Flügel. Das war es aber auch schon. Die großen Entscheidungen trifft die Basis.. also die Mitglieder. Und glauben Sie mir, das ist wirklich so. Ich bin Mitglied und aktiv politisch für diese Partei tätig. Ich bin kein Politiker. Ich bin Mitglied aus Überzeugung weil ich die demokratischen Entscheidungen innerhalb der Partei selbst erlebt habe. Auch gegen die Oberen. Aber genau so funktioniert echte Demokratie. Die Mehrheit entscheidet. Und diese ist in der AfD nicht rechts oder rechtsextrem.

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    1. lynx

      Unsachlich? Ich zitiere jetzt mal aus dem Wahlprogramm, lasse aber das Thema Migration und Islam bewusst weg, sondern lenke den Blick auf die von mir angesprochenen anderen Zukunftsthemen, beispielhaft:
      – „2.1 Die weitere Mitgliedschaft in der Eurozone ist für Deutschland unbezahlbar“ – das Gegenteil ist richtig: es gibt keinen größeren Euro-Profiteur als Deutschland und wir würden die Grundfesten unserer Ökonomie ins Wanken bringen.
      – „3.2 Verhältnis zu anderen Staaten überdenken“: da wird im Grunde die ganze europäische Einigung in Frage gestellt. Das führt in den Isolationismus.
      – „3.3 Deutschland muss sich selbst verteidigen“ – was für eine Illusion
      – „8.1 Deutsche Leitkultur statt „Multikulturalismus“ – diese Leitkultur „fußt auf den Werten des Christentums, der Antike, des Humanismus und der Aufklärung.“ – die Grundsätze die im Programm insbesondere im Umgang mit dem Islam formuliert werden, sind ganz klar anti-humanistisch und anti-aufklärerisch im Sinne der Tradition dieser Denkweisen. Dieser Bezug ist in meinen Augen nur Etikett.
      – „12.1 Nein zur „Großen Transformation““- der Klimawandel und wissenschaftliche Erkenntnisse dazu werden angezweifelt. Das ganze Energie- und Wirtschaftsmodell basiert auf einem „Weiter-So“, weil man meint, so könne langfristig wirtschaftlicher Erfolg gesichert werden. Aber es ist wie an der Börse: Rückschlüsse aus bisherigen Kurserfolgen sagen nichts über die Zukunft. Die Zukunft muss gestaltet werden. Auch mit Subventionen, um Anreize zu schaffen. Das hat immer funktioniert in der Geschichte.

      Vieles an der Weltsicht der AfD ist sehr einfach und schlicht gestrickt, wird der Komplexität heutiger Lebensverhältnisse nicht gerecht – es wäre vielleicht schön, wenn die Welt noch so einfach zu bewältigen wäre, ist sie aber nicht. Trump zahlt ja auch gerade einiges an Lehrgeld.

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  7. fennz

    lynx schrieb:

    „Vieles an der Weltsicht der AfD ist sehr einfach und schlicht gestrickt, wird der Komplexität heutiger Lebensverhältnisse nicht gerecht – es wäre vielleicht schön, wenn die Welt noch so einfach zu bewältigen wäre, ist sie aber nicht. Trump zahlt ja auch gerade einiges an Lehrgeld.“

    Sie fallen auf die neoliberale Propaganda (als Instrument des eigentlich schon längst herrschenden neoliberalen Totalitarismus) herein, nach der alles, was sich der neoliberalen Knebelmaxime widersetzt, „rückständig“ ist und verlieren muss. Was tatsächlich auch passieren wird (zu verlieren), wenn man sich widersetzt. Und so sitzt die Maus (Sie und alle ähnlich denkenden Bürger) zitternd vor der Schlange, denn sie weiß: Sobald sie sich ernsthaft weg bewegen will, wird zugeschnappt.

    In diesem System – und nur so verstehe ich den Aufruf dieses Artikels hier – IN diesem System also, das eigentlich schon verloren und schon seit einiger Zeit für alternativlos erklärt worden ist, ist die nun letztverbleibende Alternative wohl nur noch die Wahl der Alternative.

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  8. Ursus

    zu lynx:

    Sie stellen einfach Behauptungen in den Raum und erklären sie ohne Beleg zu Wahrheiten.

    Bsp.:
    – „2.1 Die weitere Mitgliedschaft in der Eurozone ist für Deutschland unbezahlbar“ – das Gegenteil ist richtig: es gibt keinen größeren Euro-Profiteur als Deutschland und wir würden die Grundfesten unserer Ökonomie ins Wanken bringen.

    Machen Sie sich mal zu den Targetschulden kundig zur Zeit 850 Mrd Euro, die wir nie wieder sehen, kurz wir verschenken unsere Waren (siehe dazu: Hans Werner Sinn auf YT). Die Junker-Pläne mit der Erweiterung der EU um Staaten wie Rumänien und Bulgarien seien nur mal erwähnt, es würde bedeuten weitere „Griechenlands“ einzubestellen (siehe dazu: Aussagen zahlreicher kenntnisreicher Ökonomen)

    – „3.2 Verhältnis zu anderen Staaten überdenken“: da wird im Grunde die ganze europäische Einigung in Frage gestellt. Das führt in den Isolationismus.

    Die „Europäische Einigung“ hat soviel Unruhe in Europa gebracht wie seit dem Ende des 2. Weltkrieg nicht mehr. Von dem angeblichen Friedensprojekt bleibt bei genauer Betrachtung nichts übrig. Das Verhältnis zwischen den Staaten ist vollkommen zerrüttet (Visce-Staaten, Türkei als Anwärter, Austria etc..)

    – „3.3 Deutschland muss sich selbst verteidigen“ – was für eine Illusion

    Laut Merkel können wir ja noch nicht mal unseren eigenen Staat verteidigen, um die Grenzen schützen. Es wird Zeit, dass wir wieder damit anfangen!

    – „8.1 Deutsche Leitkultur statt „Multikulturalismus“ – diese Leitkultur „fußt auf den Werten des Christentums, der Antike, des Humanismus und der Aufklärung.“ – die Grundsätze die im Programm insbesondere im Umgang mit dem Islam formuliert werden, sind ganz klar anti-humanistisch und anti-aufklärerisch im Sinne der Tradition dieser Denkweisen. Dieser Bezug ist in meinen Augen nur Etikett.

    Sagen Sie das mal Herrn Erdogan, vielleicht hört er ja auf Sie!? Kein Staat dieser Welt opfert seine über Jahrhunderte gewachsene Kultur auf dem Altar des Universalismus und lädt eine Kultur im Übermaß ein, die behauptet die absolute unveränderliche Wahrheit (aus dem 7. Jahrhundert nC) zu besitzen. Aufklärung Islam Fehlanzeige!!
    Sehen Sie sich mal die Prognosen der Bevölkerungsentwicklung im Nahen Osten und in Afrika an (Gunnar Heinsohn YT). Wer da nicht GRENZEN schützt, gibt sich auf!

    – „12.1 Nein zur „Großen Transformation““- der Klimawandel und wissenschaftliche Erkenntnisse dazu werden angezweifelt.

    Welche Belege haben Sie den für den Klimawandel, dass Sie so überzeugt sind? Haben Sie das studiert oder glauben Sie alles was Ihnen die Mainstreammedien oder KGE und Hofreiter weis machen wollen, um ihre „Grüne“ Partei am unverdienten Leben zu halten.

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  9. lynx

    @Ursus: Die Debatte ufert aus, deshalb nur zum letzten Punkt „Klima“ eine Entgegnung. Daran lässt sich aber exemplarisch zeigen, wie wenig (natur)wissenschaftlich fundiert die Haltung der AfD ist. Einige Stichpunkte dazu, ganz ideologiefrei, einfache Fakten, die sie wahrscheinlich unterschreiben können:
    1. Die globale Durchschnittstemperatur ist seit ca. 1970 nahezu kontinuierlich angestiegen – ganz egal, welche Ursache das hatte.
    2. Der menschliche Organismus und die menschliche Zivilisation sind nur funktions- und reproduktionsfähig in einem relativ engen Temperaturbereich (bitte keine Eskimos als Gegenbeispiele). Bei einer Durschnittstemperatur > 35 °C kann der menschliche Körper nicht mehr transpirieren und überhitzt. Solche Temperaturen könnten in Südasien in einigen Jahrzehnten erreicht werden.
    3. Die landwirtschaftliche Produktion funktioniert ertragreich ebenfalls nur in einem relativ engen Temperaturbereich, Weizen z.B. bei 10-25 °C. Sie ist völlig adaptiert auf die Klimaverhältnisse seit der Jungsteinzeit. Schon kleinere Abweichungen nach unten (kleine Eiszeiten im Mittelalter) haben zu Hungerkatastrophen geführt. Abweichungen nach oben können die Anbaufläche ausweiten (s. Weinbau), erhöhen aber die Risiken bei Wasser(mangel), Sturmschäden, Schädlingsbefall usw.
    4. Die schiere Größe der Weltbevölkerung und unsere (mehrheitlich urbane) Lebensweise macht uns viel anfälliger für „Störungen im System“, daraus können schnell (kriegerische) Konflikte erwachsen. Vielleicht sind Kämpfe ums Wasser bereits ein Migrationsgrund für Afrikaner.

    Der Erde, der Natur ist das alles wurscht. Die hat schon schwierigere Epochen mitgemacht – allerdings nicht in Gegenwart des Menschen. Es geht nur um unsere Lebenschancen oder „Lebensqualitäten“. Aus der Vergangenheit wissen wir, was funktioniert hat und wo die Grenzen liegen. Mit Hilfe der Wissenschaft können wir in Zukunft unsere Grenzen ausdehnen, neue Techniken entwickeln, die Landwirtschaft ein Stück weit anpassen. Aber es bleibt eine Wette auf die Zukunft. Warum sollen wir also nicht an den Stellschrauben jetzt schon drehen, die wir kennen? Die Reduzierung von CO2 und anderen Emissionen dämpft in jedem Fall die Entwicklung des Klimas hin zu Verhältnissen, die wir nicht kennen und derzeit nur simulieren können. Warum sollen wir es also nicht versuchen? Vor allem: um künftige schwere Konflikte zu vermeiden?

    Solche einfachen Zusammenhänge zu ignorieren, das halte ich für fahrlässig. Aber es ist eben populistisch: weil man den Leuten vorgaukelt, man müsse nichts ändern, es würde schon alles gut werden.

    Man könnte jetzt zugespitzt sagen: bei der Migrationsthematik argumentiert die AfD genau so, wie ich jetzt beim Klimathema. Und wirft den Anderen vor, sie glaubten daran, es würde schon alles gut werden. Doch da gibt es einen entscheidenden Unterschied: beim Klimathema geht es ganz wesentlich um die Funktionsweise von Naturgesetzen, denen wir unterworfen sind. Bei der Migration geht es um Gesellschaftspolitik, deren Gesetzmäßigkeiten bestimmmen wir als Menschen weitgehend selber. Hier haben wir viel mehr Flexibilität – und sollten diese zur künftigen Konfliktvermeidung auch nutzen.
    Schönen Abend.

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  10. Ursus

    siehe dazu:
    Ivar Giaever (Physik Nobelpreistrager von 1973) analysiert den Klimawandel.
    Ausschnitte aus dem Nobelpreisträgertreffen in Lindau am 1.7.2015 mit deutschen Untertiteln.
    Das Orginal in englisch ist hier:

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  11. Rainer

    @Ursus, fennz & Olaf Blank – Unglaublich, dass es tatsächlich Menschen gibt, die sich als denkend betiteln und dann sachlichen Argumenten nur mit Gegenvorwürfen entgegnen.. Es ist so traurig, dass jeder (egal welchen Intellekts) wählen darf. Ich hoffe nur, dass der gesunde Menschenverstand siegt und die AfD (der Name ist bereits Hohn, weil keine Alternative geboten wird) an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert oder sie nur ganz knapp überschreitet. Zu der Umweltdebatte. Warum wird ein alter Nobelpreisträger als Quelle genannt, der in der Welt der Wissenschaft im Punkto Klima schon lange nicht mehr ernst genommen wird? Was die anderen Quellen angeht: Youtubevideos? ist das dein ernst, das ist für dich eine Quelle? Zu jedem rechtspopulistischem Video gibt es eine linke und eine neutrale Gegenfassung, was veranlasst dich der rechten Fassung zu glauben? Warum misstraut ihr den Mainstreammedien. Was in den Mainstreammedien ist erwiesenermaßen tatsächlich gelogen, beschönt oder was auch immer ihr denen vorzuwerfen habt?

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    1. lynx

      @Rainer: Die Leute hier haben es nicht so mit Fakten, schon gar nicht mit etwas komplizierteren. Wenn es eng wird, verweisen sie immer auf andere, meist obskure Quellen. Argumentativ ist da selten etwas Relevantes dabei. Dennoch kann man ihnen das Wahlrecht nicht absprechen: Wahlrecht für alle gehört nun einmal auch zum Humanismus, den wir verteidigen wollen. Aber nach der Normalverteilung können sie unter normalen Verhältnissen niemals eine Mehrheit sein. Vielleicht ahnen sie das und sind deshalb so laut und aggressiv.

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      1. Ursus

        Merkwürdig, wenn Menschen wie HW Sinn, G. Heinsohn, I Giaever als obskure Quellen bezeichnet werden. Schönen Gruß an Alpha Centauri!!

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      2. lynx

        Nicht ablenken und nicht glauben. Selber logisch argumentieren. Gauland hat das gestern getan: es gäbe Menschen, die fühlten sich nicht mehr wohl und deren Stimme wolle er haben. Wozu hat er allerdings offen gelassen.

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  12. floydmasika

    Lynx redet am Artikel vorbei. Auch die von ihm aufgelisteten angeblichen Gegensätze zwischen einer „komplex“ und „modern“ denkenden Buntparteiengruppe und der angeblich „einfach gestrickten“ AfD spielen eben keine Rolle, weil es darauf ankommt die strategischen Prioritäten zu erkennen. Und die liegen in „500 Millionen auf gepackten Koffern sitzenden Afrikanern“ und eingeengten Diskursräumen, die dem Buntparteienkartell keine angemessene Beschäftigung mit dieser Priorität erlauben.

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  13. truckeropa66

    Lynx hat hier schon viele Kommentare hinterlassen, die einen normal denkenden Menschen zum Kopfschütteln bringen. Sicher es ist klar das wenn zwei Menschen aufeinander treffen, auch 2 Meinungen vorhanden sind! Leider ist d7e Meinung dieser Prson in meinen Augen resistent gegen reale Geschehnisse im Alltag.

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