Missbrauchte MeToo-Anheizerin Asia Argento selbst einen Minderjährigen?

Von Jürgen Fritz, Di. 21. Aug 2018

Sie war eine der ersten, die behauptete, vom ehemaligen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein sexuell missbraucht und vergewaltigt worden zu sein: die italienische Schauspielerin Asia Argento. Zugleich wurde sie eine der lautesten Stimmen und heftigsten Anheizerinnen der sogenannten #MeToo-Kampagne. Doch nun wird die Schauspielerin selbst mit sehr heftigen Vorwürfen konfrontiert, wie die New York Times berichtet.

Asia Argento, das Opfer

Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes hielt Asia Argento noch eine emotionale Ansprache, in welcher sie ankündigte, ihr Vergewaltiger Harvey Weinstein werde „niemals mehr in Cannes willkommen sein“. Die Frau, so wirkt es zumindest ein wenig, scheint auf einem regelrechten Rachefeldzug unterwegs zu sein – und vielleicht nicht nur sie. Dabei klang ihre Geschichte durchaus schon länger etwas merkwürdig.

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Asia Argento, YouTube-Screenshot

Ihren Schilderungen zufolge soll die damals junge Schauspielerin 1997, sie war damals 21 Jahre alt, in einem Hotel an der Côte d’Azur von dem Produzenten Weinstein unter dem Vorwand, dort fände ein Party statt, auf ein Zimmer eingeladen worden sein. Statt der Party habe sie in dem Zimmer aber lediglich Weinstein vorgefunden. Dieser habe dann von ihr verlangt, dass sie ihn massiere, was sie widerwillig getan hätte. Dann habe er ihren Rock hochgehoben, ihre Beine auseinander gezwungen und Oralsex an ihr ausgeübt (er an ihr). Sie habe ihm mehrfach gesagt, er möge aufhören, aber der Filmproduzent „versetzte mich in Panik und er war so groß. (…) Es hörte nicht auf. Es war ein Alptraum.“

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Harvey Weinstein, YouTube-Screenshot

Spätestens jetzt wird die Geschichte aber noch seltsamer. Denn anschließend ging die 21-jährige Schauspielerin eine Liebesbeziehung mit dem 45-Jährigen ein. Und diese Beziehung hielt fünf Jahre an. In diesen fünf Jahren habe sie auch immer wieder willentlich mit ihrem Vergewaltiger Geschlechtsverkehr gehabt. „Ich fühlte mich so, als ob ich musste“, sagte sie dann viele Jahre später. Sie habe den Filmproduzenten auch „nicht erzürnen“ wollen, denn sie fürchtete, dass er dann ihre Karriere zerstören könnte. „Wenn ich ihn sehe, dann fühle ich mich klein und dumm und schwach“, so die Schauspielerin wörtlich, die heute 41 ist.

Die #MeToo-Aktivistin selbst eine Täterin?

Doch nun wird die ganze Geschichte noch viel verrückter. Just die Frau, die die sogenannte #MeToo-Kampagne gegen sexuelle Gewalt mit am meisten anheizte, sieht sich nun ihrerseits heftigen Vorwürfen ausgesetzt. Wie die New York Times berichtet, behauptet der Schauspieler und Musiker Jimmy Bennett, der heute 22 Jahre alt ist, dass er vor fünf Jahren von Argento sexuell missbraucht worden sei. Bennett, Jahrgang 1996, war schon mit acht Jahren ein Kinderstar, spielte in den folgenden Jahren neben Eddie Murphy, Bruce Willis und Harrison Ford. Den sexuellen Missbrauch schildert er wie folgt.

Jimmy Bennett

Jimmy Bennett, YouTube-Screenshot

Er und Argento kannten sich schon seit er acht war. Sie haben sich bei den Dreharbeiten zu einem Film über Kindesmissbrauch 2004 kennengelernt, in welchem sie zusammen spielten. Als er gerade erst zwei Monate zuvor 17 geworden war, habe die damals 37-jährige Asia Argento ihn zusammen mit einem Familienmitglied in ihr Hotelzimmer eingeladen. Anschließend soll sie darum gebeten haben, mit Jimmy alleine gelassen zu werden. Dann habe sie ihm Alkohol gegeben und ihm Notizen gezeigt, die sie an ihn geschrieben hatte. Daraufhin habe sie ihn zunächst geküsst, schließlich aufs Bett gedrückt, seine Hose runtergezogen und Oralsex an ihm vollzogen. Doch damit nicht genug. Zuletzt habe sie sich auf ihn gesetzt und zweimal den Geschlechtsakt mit ihm vollzogen. Der sexuelle Übergriff habe 2013 in einem Hotel in Kalifornien stattgefunden.

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Asia Argento, YouTube-Screenshot

Hinterher soll sie ihn dazu aufgefordert haben, Fotos von ihnen beiden zu machen. Ein intimes Close-up habe sie später auf Instagram gepostet. Auf drei weiteren Bildern, die im Bett gemacht wurden, seien eindeutig die nackten Körper der beiden zu erkennen. Die Fotos scheinen der New York Times vorzuliegen. Schließlich habe Argento den Jungen nach Hause gefahren. Bennett gibt an, ab diesem Zeitpunkt habe er begonnen,  „sich sehr verstört, gedemütigt und angeekelt“ zu fühlen.

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Jimmy Bennett und Asia Argento 2013, YouTube-Screenshot

380.000 Dollar Schweigegeld gezahlt

Einen Monat, nachdem Argento dem Magazin New Yorker letztes Jahr erzählt hatte, dass sie 1997 als 21-Jährige von Harvey Weinstein vergewaltigt worden sei, soll Jimmy Bennett mit dem Vorwurf an sie herangetreten sein, dass sie ihn 2013 sexuell missbraucht habe, als er noch minderjährig war.

Für Bennetts Anwälte war der Vorfall in dem Hotel vor fünf Jahren eine „sexuelle Nötigung“, durch welche der einstige Kinderstar traumatisiert wurde. Dies habe sich in der Folge sowohl auf seine geistige Gesundheit als auch sein Einkommen ausgewirkt. Angeblich soll Argento nun wegen sexuellen Übergriffen und Nötigung auf Schadenersatz in Höhe von 3,5 Millionen Dollar verklagt werden. Die Polizei in Las Vegas hat wohl die Ermittlungen gegen Argento wegen sexueller Nötigung bereits aufgenommen.

Dabei wurde inzwischen auch bekannt, dass Asia Argento nach Informationen der New York Times Jimmy Bennett im April bereits ein Schweigegeld in Höhe von 380.000 Dollar (333.000 Euro) bezahlt habe. Nach eigenen Angaben versuchte die New York Times mehrmals vergeblich, eine Stellungnahme von Argento oder ihren Vertretern zu bekommen. Argentos Anwältin Carrie Goldberg meinte nur, mit dem Geld habe Bennett „geholfen“ werden sollen. Die Zeitung beruft sich auf ihr vorliegende Unterlagen, deren Herkunft sie nicht benennen möchte. Drei mit dem Fall vertraute Persönlichkeiten sollen ihr gegenüber aber die Echtheit der Unterlagen bestätigt haben.

War ihre Tat im Grunde noch gravierender als die selbst erlittene?

Was fällt nun an dem Fall auf? Zum Einen erscheinen mir die Vorwürfe gegenüber der Schauspielerin nochmals deutlich gravierender als diejenigen, welche sie selbst Weinstein machte. Denn dieser hat ihren eigenen Schilderungen zufolge keinen Geschlechtsakt gegen ihren Willen vollzogen und sie selbst war zum Zeitpunkt des Übergriffs zweitens bereits volljährig (21), während Bennett zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Übergriffs gerade mal erst 17, also minderjährig war. In Kalifornien ist Erwachsenen der Sex mit Unter-18-Jährigen übrigens gänzlich untersagt.

Zum Dritten kannten sie und Jimmy sich schon seit neun Jahren und die beiden hatten offensichtlich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, welches sie schamlos ausnutzte. Sie soll wohl davon gesprochen haben, er sei wie ein Sohn für sie gewesen. Nun ja, die meisten Mütter schnappen sich eher selten ihren Sohn, um Oralsex an ihm auszuführen, ohne dass er es will, und sie werfen ihre Söhne auch sehr selten nackt aufs Bett und setzen sich auf sie. Viertens war der 17-Jährige anschließend in keiner Liebesbeziehung mit seiner Nötigerin, suchte diese offensichtlich auch nicht, während die 21-jährige Argento diese Nähe zu Weinstein offensichtlich regelrecht suchte, ihm dann aber zugleich später schwere Vorwürfe machte.

Fünftens schien dieser sexuelle Übergriff der Karriere Bennetts alles anderes als förderlich gewesen sein. Die Behauptung, dass dies seiner seelischen Entwicklung massiv geschadet habe, was sich auf das Selbstvertrauen eines Jungen, der gerade dabei ist, ein Mann zu werden, erscheint nicht ganz unglaubwürdig. Ebenso dass sich so etwas auf die Karriere auswirkt, gerade in diesem Metier.

Ganz anders dagegen bei der 21-jährigen Jungschauspielerin, die wahrscheinlich von der Beziehung zu dem Top-Produzenten enorm profitierte. Das machte den damals 45-Jährigen, heute 65-Jährigen wohl auch so attraktiv, dass sie sogar fünf Jahre mit ihm eine Beziehung pflegte. Mag sein, dass sie sich im Nachhinein für diesen Deal, den sie quasi mit sich selbst machte, geschämt und gehasst hat, und nun diesen Hass ganz auf den alten, nun nicht mehr mächtigen Mann projiziert. Der geneigte Beobachter fragt sich aber vielleicht schon, warum sie – und auch all die anderen, die von Weinstein sexuell genötigt wurden – das damals nicht sofort angezeigt hat. Warum erst 10, 15, 20 Jahre später?

Wo bleibt die MeToo-Bewegung gegen afrikanische, arabische, muslimische männliche Gewalt?

Damit soll Weinstein in keiner Weise exkulpiert werden. Die Vorwürfe gegen ihn sind so zahlreich, dass wohl davon ausgegangen werden kann, dies dürfte bei ihm – und wahrscheinlich nicht nur ihm allein – ein gängiges Verhalten gewesen sein, jungen Schauspielerinnen in ihrer Karriere etwas behilflich zu sein und im Gegenzug dafür sexuelle Dienste erwartete. Seine Machtposition derart auszunutzen, ist widerlich und darf gesellschaftlich nicht hingenommen, ja muss geächtet werden. Keine Frage. Doch eine andere Frage stellt sich sehr wohl, nämlich ob hier nicht noch anderes dahinter steckt, da sich diese Kampagne doch nahezu ausschließlich gegen weiße Männer richtet. Das ist ja nun mehr als augenfällig.

Insofern ist dieser Fall nun hochinteressant, wenn der Täter eine Frau ist und das Opfer ein junger Mann respektive ein Junge. Und was ist eigentlich mit den nichtweißen Männern, die fortlaufend Frauen sexuell belästigen, antanzen, begrapschen, nötigen, vergewaltigen und bisweilen anschließend sogar umbringen? Warum wird das so wenig thematisiert? Wieso gibt es hier keine Kampagne? Wo ist eine MeToo-Bewegung gegen afrikanische, arabische oder muslimische männliche Gewalt? Eine solche wäre dreimal überfällig und sollte unbedingt ins Leben gerufen werden!

Bericht von Fox News (2:39 Min.)

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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