Kopftuch ohne Cabrio – Wie Ahnungslose einem totalitären System den Weg bereiten

Ein Gastbeitrag von Archi W. Bechlenberg, Di. 21. Auf 2018

Im Iran werden Frauen, die gegen die Unterdrückung durch die Kopftuchpflicht demonstrieren, zu zweijährigen Haftstrafen verurteilt. Sie haben richtig gelesen: zu zwei Jahren! Das bekommen Muslime, die in Deutschland Straftaten begehen, meist nicht mal nach der zehnten Verurteilung. Und was machen die „Kollegen aus der Layoutabteilung“ der VF Verlagsgesellschaft? Sie geben ein fröhlich-dümmliches pro-muslmisches Statement ab. Archi W. Bechlenberg zieht daraus nun seine Konsequenzen.

Alle fünf tragen Kopftücher

Seit Beginn meiner Oldtimerleidenschaft, zunächst für Motorräder, dann auch für Autos, kaufte ich regelmäßig Zeitschriften, deren Inhalt sich mit klassischen Fahrzeugen befassen. Seit fast 40 Jahren lese ich Hefte aus der VF Verlagsgesellschaft in Mainz. So den „Markt für klassische Automobile und Motorräder“, später umbenannt in „Oldtimer Markt“ und verschiedene Spin-Offs dieser Zeitschrift wie „Oldtimer Praxis“, „British Classics“, Dutzende von Sonderheften sowie den jährlich erscheinenden „Oldtimer Markt Taschenkalender“. Und das ist nun vorbei.

In der August-Ausgabe 2018 des Oldtimer Markt entdeckte ich auf der Seite „Redaktionsalltag“ ein Bild. Es zeigt drei Frauen und zwei Männer, fröhlich in die Kamera strahlend. Nicht, dass ich etwas gegen fröhliche Menschen habe, aber ein Detail auf dem Bild irritierte mich: alle fünf tragen Kopftücher. Noch irritierender: die Frauen tragen dazu kurze, zudem schulterfreie Kleider. Mohammedanerinnen konnten es also nicht sein. Was also sollte der Mummenschanz?

Im Iran und vielen anderen muslimischen Ländern werden Frauen zum  Tragen des Kopftuches gezwungen

Der Text zum Bild liefert die Auflösung: „Besonders gut aufgelegt waren die Kollegen aus der Layout-Abteilung, die bei einem Stapel Cabriotücher […] nicht widerstehen konnten und für eine kleine, pro-muslimische Arbeitseinlage sorgten.“

Aha. Zu Cabrio-Tüchern fällt den „Kollegen aus der Layoutabteilung“ nichts anderes ein als mal eben ein pro-muslimisches Statement abzuliefern. Anstelle eines Kommentars zitiere ich aus der Zeitschrift monda (den ganzen Artikel finden Sie hier):

„Weil eine Iranerin gegen die Kopftuchpflicht in ihrem Land demonstrierte, wurde sie nun zu zwei Jahren Haft verurteilt. Kein Einzelfall… Im Iran sind Frauen zum Tragen von Kopftüchern gesetzlich verpflichtet. Wenn sie dagegen verstoßen, müssen sie umgehend mit Konsequenzen rechnen. In den letzten Monaten kam es immer wieder zu Protesten und Demonstrationen gegen den Kopftuchzwang und das entsprechende Gesetz. Mutige Frauen legten öffentlich ihre Kopftücher ab, um sie als Fahne an einen Stock zu hängen. Staat und Polizei greifen immer wieder hart durch – bisher sollen bis zu 30 Frauen festgenommen und inhaftiert worden sein.“

Nicht nur im Iran wollen Frauen sich nicht länger von mittelalterlichen Mullahs vorschreiben lassen, was sie anziehen dürfen. In vielen islamischen Ländern gibt es Widerstand, ebenso in Ländern, die sich derzeit in der Islamisierungsphase befinden, so wie etliche mitteleuropäische Staaten. Zu den bekanntesten Vertreterinnern einer Befreiuung von den Zwängen des Islams gehören Ayaan Hirsi Ali,  Mina Ahadi, Inci Y. , Samia Shariff , Katja Schneidt, Aylin Said, Tuba Sarica, Zana Ramadani – die Liste der Namen von Frauen, die öffentlich über ihre Unterdrückung im Islam berichtet haben, ist erschreckend endlos. Und was machen die „Kollegen aus der Layoutabteilung“? Faxen mit ideologiefreien Kopftüchern für Cabriofahrerinnen als „pro-muslimisches Statement“.

Ahnungslose Wegbereiter eines totalitären Herrschaftssystems

Ob den drei Frauen aus der Layoutabteilung bewusst ist, dass sie mit ihrem Statement all den Frauen in den Rücken fallen, die sich von den Zwängen des Islams befreien wollen? Ob sie wissen, dass nicht einmal der Koran zwingend vorschreibt, ein Kopftuch zu tragen? Ob sie wissen, dass sie da, wo das Kopftuch Pflicht ist, ihre schulter- und kniefreien Kleider vergessen können, wenn sie nicht gequält und eingesperrt werden wollen? Im Iran müssten sie einen langen, weiten Mantel tragen, in anderen Ländern all die absurden Gewänder bis hin zur Vollverpackung, in der gerade noch ein Gitterchen erlaubt ist, durch das sie die ohnehin nahezu komplett verschlossene Welt wahrnehmen dürfen?

Es sind genau diese Menschen, die so nett lächelnden „Kollegen aus der Layoutabteilung“, die als Wegbereiter eines Islams dienen, der dabei ist, sich auch zunehmend in bis dato noch freiheitlichen Gesellschaften breit zu machen. Und das nicht als Religion im Sinne einer spirituellen Gemeinschaft, sondern als totalitäres Gesellschaftssystem mit allgemeingültigem Anspruch für jeden Lebensbereich.

Deshalb kommen mir zukünftig keine Zeitschriften aus der  VF Verlagsgesellschaft mehr auf den Tisch

Mag sein, dass die nähere Beschäftigung mit dem Islam, seinen politischen und sozialen Ansprüchen und seinen daraus resultierenden Unterdrückungsmechanismen nicht bis in die Layout-Abteilung der VF Verlagsgesellschaft in Mainz vorgedrungen ist. Man kann fragen, wie das möglich ist, nach all den Ereignissen der letzten Jahre hierzulande, bei denen vor allem Frauen unter dem Islam zu leiden haben. Die Frage ist berechtigt, wirklich verwundert bin ich aber nicht. Ich habe selber Jahrzehnte in diesem Metier gearbeitet und weiß nur zu gut, dass sich dort besonders viele Traumtänzer bewegen. Daran hat sich offenbar wenig geändert, seitdem ich aus dem Geschäft raus bin.

Klartext: Ich möchte diese Leute nicht sehen. Kein Bild mit grinsenden, daumenreckenden Kopftuchträgern, die pro-islamische Statements abliefern und damit der Unterdrückung von Frauen zuarbeiten. Erst recht nicht in einer Zeitschrift, die nun wirklich überhaupt nichts mit dem Islam und dessen gesellschaftlichen Auswirkungen zu tun hat. Da kann ich mir auch Bento oder die Huffington Post antun.

Und deshalb kommen mir zukünftig keine Zeitschriften aus der  VF Verlagsgesellschaft in Mainz mehr auf den Tisch.

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Zum Autor: Archi W. Bechlenberg, Jg. 1953, studierter Kunsthistoriker, Journalist, Buchautor, Grafiker und Maler, schreibt für Livestylemagazine und kritische Medien wie Die Achse des Guten und Jürgen Fritz Blog.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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