Es gibt nur ein Menschenrecht: das Recht auf Eigentum

Von Jürgen Fritz, Sa. 25. Aug 2018

Im Grunde gibt es nur ein einziges Menschenrecht respektive alle anderen lassen sich auf dieses eine zurückführen: das Recht auf Eigentum. Dieses gilt es mit allen Mitteln zu schützen, so zum Beispiel wenn der Eine dem Anderen sein Leben einfach so nehmen will, seine körperliche Unversehrtheit bzw. seine sexuelle Selbstbestimmung. Oder wenn der Eine dem Anderen seinen Willen brechen will, der ihm eigen ist, der ihm gehört und sonst niemand.

Das Menschenrecht auf Redefreiheit (Meinungsäußerungsfreiheit)

Ebenso wenn einer über die Lippen des anderen verfügen will und ihm vorschreiben möchte, was er sagen soll und was nicht. Die Lippen von A gehören A, nicht B oder C, und A kann mit seinen Lippen machen, was er will, solange er keinen anderen damit in seinen Rechten verletzt. Ein Recht, anderen den Mund zu verbieten, dass sie keine Dinge sagen können, die man nicht hören will, gibt es nicht.

Wann B nicht gefällt, was A sagt, dann hat er die Freiheit, weg zu gehen. Es gibt keine Pflicht, jedem zuzuhören, und es gibt kein Recht darauf, dass jeder mir zuhören muss. B muss A nicht zuhören, aber er darf A nicht den Mund verbieten, um zu verhindern, dass C, D und E hören, was A zu sagen hat. Wer so etwas macht, bedient sich faschistischer, totalitärer Methoden.

Deswegen darf ich andere blockieren, aber Facebook und Twitter (Kommunikationsplattformen, die für die öffentliche Meinungsbildung von essenzieller Bedeutung sind, die quasi das moderne Forum Romanum darstellen) sowie der Staat dürfen das nicht, weil sie damit C, D und E die Freiheit rauben, selbst zu entscheiden, was sie von dem halten, was A zu sagen hat, und weil sie A damit sein Recht rauben würden, C, D und E zumindest ansprechen zu dürfen und ihm damit die Möglichkeit nehmen, überhaupt Gehör zu finden.

Ein Menschenrecht auf materielle oder sexuelle Versorgung gibt es nicht

Ein Menschenrecht auf Versorgung, wie Sozis meinen, gibt es dagegen nicht, dass andere mir ständig so und so viel von ihrem Eigentum abgeben müssen und der Staat das dann mit Gewalt erzwingen darf. Das sind, im Gegenteil, Eingriffe in die Menschenrechte derer, die mit Hilfe der Staatsgewalt zwangsenteignet werden. Warum kann es ein solches natürliches Recht gar nicht geben? Schon allein aus dem Grund, weil niemand garantieren kann, dass materielle Güter in ausreichendem Maße vorhanden sind, um sie dann derart verteilen zu können. Man kann kein Recht darauf haben, so und so viel vom Bärenfell zu bekommen, obwohl noch gar kein Bär erlegt wurde und nicht klar ist, wie viele Bären überhaupt erlegt werden.

Und diejenigen, die sich an der Jagd gar nicht beteiligten, haben kein natürliches Recht, gleichwohl von der Jagd anderer partizipieren zu dürfen. Wenn die Jäger anderen, sogar völlig Fremden etwas abgeben wollen, dann ist das edel und schön, aber die anderen haben darauf keinen natürlichen Rechtsanspruch.

Ebenso gibt es kein Menschenrecht auf sexuelle Versorgung, auch wenn einige sich das wünschen würden und dies das nächste sein wird, was Sozis juristisch werden verankern wollen. Warum kann es so etwas nicht geben? Weil man dann B sein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung rauben müsste, um A mit sexuellen Diensten zu versorgen und seine Wünsche und Begierden zu stillen. So etwas kann es als Menschenrecht nicht geben, auch wenn dies ein Grundbedürfnis von A sein mag, weil keiner über den Körper des anderen verfügen darf.

Das Menschenrecht auf Eigentum an Land

Auch gibt es kein Menschenrecht darauf, dass ich überall hingehen kann, wo ich will, weil es auch Eigentum an Land gibt, sowohl Privateigentum als auch gemeinschaftliches. Genau das ist ein konstitutives Merkmal eines jeden Staates, dass er über ein Staatsgebiet, also ein Territorium, ein Stück Land, verfügt, das ihm gehört. Ohne Landeigentum könnte zum Beispiel niemand ein Haus bauen, das vollständig ihm gehört, weil es ja nicht auf seinem eigenen Territorium stünde. Und keiner könnte etwas anpflanzen, was vollständig ihm gehörte. Jeder könnte dann nach Belieben in das Land oder das Haus des anderen eindringen und sich nehmen, was er will, wenn der Boden allen gehörte.

Welche Motivation hätte ein Bauer oder Farmer dann noch, wenn das Land und das von ihm Angepflanzte nicht ihm gehörte? Welche Motivation hätte jemand, ein Haus zu bauen, wenn jeder nach Belieben in dieses eindringen könnte? Welche Motivation hätte auch ein Erfinder, der sich jahrelang mit etwas beschäftigt und vielleicht hunderte oder tausende von Stunden investierte und gegebenenfalls auch noch Kapital, wenn sich anschließend jeder seine Erfindung zunutze machen könnte, wie er will? Eben darum gibt es Zäune und abschließbare Haus- und Wohnungstüren sowie ein Patentschutz. Damit der Eigentümer oder Besitzer beziehungsweise Erfinder bestimmen kann, wen er reinlassen möchte und wen nicht, wem er seine Erfindung zu welchem Preis verkaufen möchte.

Jede auch nur etwas höhere Kultur beginnt mit dem Recht auf Eigentum und dass dies gegenseitig respektiert wird. Das macht den Unterschied zwischen den Nomaden der Frühzeit und der Sesshaftwerdung der Menschen, erstmals vor ca. 10.000 Jahren.

Aufgabe der Staatsgewalt ist es, seine Bürger vor Räubern jeglicher Art zu schützen, nicht aber selbst zum Räuber zu werden

Wer dieses Grundrecht aller Grundrechte auszuhebeln versucht, der hebelt damit gleichsam jede höhere Kultur aus. Der macht alles zunichte, was über Jahrtausende mühsam aufgebaut wurde, weil er das Grundvertrauen zerstört, dass das Meine mir gehört und mir nicht einfach so weggenommen werden kann. Und alles Wertvolle muss geschützt werden, weil Wertvolles immer Begehrlichkeiten weckt bei denen, die nichts Vergleichbares haben, die nicht fähig oder nicht willens sind, sich selbst etwas aufzubauen und es lieber anderen wegnehmen, was meist deutlich schneller geht.

Alle echten Menschenrechte, die sich moralphilosophisch herleiten und legitimieren lassen, beruhen auf diesem Grundrecht des Eigentums. Und die erste Aufgabe eines jeden legitimen Staates ist es, seine Bürger vor Dieben und Räubern zu schützen, die anderen deren Eigentum – deren Leben, deren Unversehrtheit, deren Güter oder deren Freiheit – stehlen wollen.

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Titelbild: Pixabay, CC0 Creative Commons

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