Wählen Sie die zwei Witzbolde des Jahres

Von Jürgen Fritz, Fr. 23. Nov 2018

Zu den Top-Favoriten auf den Titel dürften auf jeden Fall Kai Gniffke (ARD) und Peter Frey (ZDF) gehören. Aber auch Angela Merkel (CDU), Heiko Maas (SPD) und Thomas Walde (ZDF) werden recht gute Chancen eingeräumt. Stimmen Sie hier ab und wählen Sie: den Witzbold des Jahres. Um Ihnen die zugegeben nicht ganz einfache Wahl etwas zu erleichtern, hat JFB Ihnen eine kleine Zusammenstellung gemacht, quasi als Entscheidungshilfe.

Unsere kleine Entscheidungshilfe

1. Kai Gniffke (ARD): „Das ist ein journalistisches Grundprinzip, dass man beide Seiten hört.“

Anmerkung JFBDas ist nicht nur ein journalistisches Grundprinzip, lieber Kai Gniffke, sondern, so Sie mir erlauben Ihren ARD-Horizont ein wenig zu weiten, das ist ein über zweitausend Jahre altes Grundprinzip des römischen Rechts: Audiatur et altera pars (lat. für „Gehört werde auch der andere Teil“ bzw. „Man höre auch die andere Seite“), das sich bereits im antiken griechischen Recht wiederfindet.

2. Kai Gniffke (ARD): „Wer hat den Bock, den wir da in Chemnitz geschossen haben, offengelegt? Das waren wir selbst.“

Anmerkung JFB: Ach, ich dachte jetzt das sei Tichys Einblick gewesen. Aber gut, ich kann mich täuschen.

3. Kai Gniffke (ARD): „Die AfD hat genauso einen Anspruch auf eine faire Berichterstattung und Berücksichtigung wie jede andere Partei auch.“

Anmerkung JFB: Deswegen wird die AfD auch mindestens 1,4 mal so oft in ARD-Talkshows eingeladen wie Die Grünen und wird zu Sachthemen befragt und nicht zu ihrer internen Abgrenzung von „Rechten“, da sie ja bei der letzten Bundestagswahl um über 1,4 mal stärker war als Die Grünen und nicht nur ein Zehntel oder ein Zwanzigstel so stark.

4. Peter Frey (ZDF): „Wenn wir die AfD bekommen, wird sie angemessen behandelt.“

5. Kai Gniffke (ARD): „Was wir nicht wollen, ist Gesinnungsschnüffelei. Sie wollen nicht, dass Ihnen der Verfassungsschutz unter die Bettdecke guckt. Und ich will nicht, dass ich erst jeden Menschen, der bei uns arbeiten möchte, frage: ‚Wo stehst du politisch?'“

6. Kai Gniffke (ARD): „Ich erwarte von einem Journalisten …, dass Sie ihr Handwerk beherrschen, dass sie professionell auch da berichten, wo sie selbst persönlich ein andere Meinung haben. Und selbstverständlich haben Journalisten auch eine persönliche Meinung. Wenn einer mir garantiert, dass er journalistisches Handwerk, die ethischen und die journalistischen, handwerklichen Regeln und Standards einhält, dann kann der politisch denken, was er will.“

7. Peter Frey (ZDF): „Ich erwarte nicht, dass Journalismus sozusagen aus einer parteipolitischen Perspektive gemacht wird. Es ist mein Job, darauf zu achten, dass die Strömungen in dieser Gesellschaft in den Sendungen repräsentiert werden. Also ich finde, die AfD kann sich überhaupt nicht darüber beklagen, zu wenig in Talkshows vorzukommen. Es würde mich jedenfalls wundern, wenn sie das tun, weil ich aus einer ganz anderen Ecke den Vorwurf bekomme, dass wir die AfD groß gemacht haben.“

Kleiner Exkurs in die Zoologie: Wie orientiert sich eigentlich ein Büffel oder ein Lemming, der sich mitten in seiner Herde befindet? Ganz einfach, er guckt links und rechts, was die anderen machen. Da, wo die Masse hinrennt, da rennt er auch hin, nach dem Motto: Wenn so viele da hin wollen, wird das schon richtig sein. Auf die Idee, das man sich gedanklich gleichsam nach oben bewegt und versucht, die ganze Herde und die Umgebung von oben in Augenschein zu nehmen, um sich so ein Gesamtbild zu machen, kommt ein Büffel- oder ein Lemminggehirn nicht. Zu einer solchen geistigen Leistung ist es nicht fähig. Auch auf die Idee, sich nach außen zu begeben, aus der Mitte der Herde heraus und sich selbst ein Bild zu machen, was denn um die Herde herum ist, warum diese vor etwas weg- oder auf etwas zurennt, kommt das Büffel- oder Lemminggehirn nicht. Nein, es orientiert sich einzig an seinen „Kollegen“. Das gibt dem Büffel oder dem Lemming die Sicherheit, dass er nicht verkehrt liegen kann.

8. Kai Gniffke (ARD): „Meinung und Bericht gehören getrennt. Und wer das bei uns nicht beherrscht, fliegt raus.“

Anmerkung JFB: Wie viele Mitarbeiter hat die ARD jetzt noch?

9.  Kai Gniffke (ARD): „Denn wenn wir etwas als Öffentlich-Rechtliche nicht tun dürfen, nämlich zu versuchen, Ihnen eine Meinung unterzujubeln. Sie sind alle groß genug und alt genug, um selbst sich ein Urteil zu bilden.“

10. Peter Frey (ZDF): „Wir wollen niemanden bevormunden. Wir wollen Fakten nennen und wir wollen Sendungen möglichst interessant gestalten, so dass man am nächsten Tag auch was hat, worüber man sich mit seinen Kollegen im Büro unterhalten kann.“

11. Kai Gniffke (ARD): „Diese Verallgemeinerungen, jeder, der zu PEGIDA geht, ist ein Nazi, die lassen wir. Es ist Blödsinn. Nicht jeder, der an so einer Kundgebung teilnimmt, ist ein Rassist.

Anmerkung JFB: Nicht jeder, der bei ARD oder ZDF arbeitet, hat ein Lemminggehirn. Das sollten wir nicht annehmen. Zumindest nicht so lange bis der definitive Beweis erbracht ist. Das gebietet einfach der faire Umgang miteinander.

12. Peter Frey (ZDF): „Sie haben die Freiheit abzuschalten. Das ist auch ein Votum.“

Anmerkung JFB: Liebe ARD- und ZDF-Mitarbeiter, Sie haben die Freiheit, noch heute Ihre Kündigung einzureichen, sich selbstständig zu machen und ab nächstem Jahr zu versuchen, seriöse und ehrliche Arbeit abzuliefern. Das ist auch eine Möglichkeit. Niemand zwingst Sie, dort zu arbeiten, wo Sie im Moment gerade sind.

13. Angela Merkel (CDU) über den UN-Migrationspakt: „Er ist rechtlich nicht bindend, und deshalb steht Deutschland dazu.“

14. Heiko Maas (SPD): „Debatte lebt auch vom begründeten Widerspruch.“

15. Unser Dauerbrenner, welcher aber außerhalb der Wertung ist, da folgendes nicht in 2018 gesprochen wurde. Walter Ulbricht (SED) im Juni 1961: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“

16. Heiko Maas (SPD): Das Internet kann ein Gewinn für die Menschheit sein – auch für die Meinungsfreiheit und für den Zugang zu Informationen und Wissen.“

17. Thomas Walde (ZDF) zu Alexander Gauland (AfD) während des ZDF-Sommerinterviews als drei Personen, die Schilder hochheben und Gauland ausbuhen, ihn als „Schande im Herzen von Potsdam bezeichnen“: „Haben Sie die bestellt? Wir müssen es mal den Zuschauern erklären. Es rufen ein paar Zuschauer rein … Ich nehme an, Sie kommen damit klar.“ – Die Ausbuher werden vom ZDF weder gebeten, das laute Dazwischenrufen zu lassen, noch wird dies aus dem Interview herausgeschnitten. Im Gegenteil, die Kamera geht sogar per Großaufnahme auf die Störer und zeigt ihre Schilder.

18. Heiko Maas (SPD): „Eine Gesellschaft braucht Auseinandersetzung, auch zur Selbstvergewisserung. Es ist die Voraussetzung dafür, sich überhaupt weiterzuentwickeln, sich selbst zu hinterfragen. Wenn eine Gesellschaft das nicht mehr aushält, ist das kein gutes Zeichen für ihren Zustand.“

So und bevor es jetzt zur Abstimmung geht, noch ein kleiner Exkurs zu einem unserer ganz Großen, Ehrlichen, Aufrichtigen.

Friedrich Nietzsche über unsre „Guten“

„Unsre Gebildeten von heute, unsre »Guten« lügen nicht – das ist wahr; aber es gereicht ihnen nicht zur Ehre! Die eigentliche Lüge, die echte resolute »ehrliche« Lüge (über deren Wert man Plato hören möge) wäre für sie etwas bei weitem zu Strenges, zu Starkes; es würde verlangen, was man von ihnen nicht verlangen darf, daß sie die Augen gegen sich selbst aufmachten, daß sie zwischen »wahr« und »falsch« bei sich selber zu unterscheiden wüßten. Ihnen geziemt allein die unehrliche Lüge; alles, was sich heute als »guter Mensch« fühlt, ist vollkommen unfähig, zu irgendeiner Sache anders zu stehn als unehrlich-verlogen, abgründlich-verlogen, aber unschuldig-verlogen, treuherzig-verlogen, blauäugig-verlogen, tugendhaft-verlogen. Diese »guten Menschen« – sie sind allesamt jetzt in Grund und Boden vermoralisiert und in Hinsicht auf Ehrlichkeit zuschanden gemacht und verhunzt für alle Ewigkeit: wer von ihnen hielte noch eine Wahrheit »über den Menschen« aus!.. Oder, greiflicher gefragt: wer von ihnen ertrüge eine wahre Biographie!.. „ (Zur Genealogie der Moral – Was bedeuten asketische Ideale? #19)

Abstimmung: Witzbold des Jahres

Sie können eine oder zwei Stimmen vergeben:

Preis

Die beiden Gewinner bekommen von JFB den goldenen und den silbernen Lachsack verliehen.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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