Die zwei überragenden Spieler des Jahres und der Dekade: Djokovic und Nadal

Von Jürgen Fritz, Sa. 02. Nov 2019, Titelbild: Rolex Paris Masters-Screenshot

Das Tennisjahr und auch die Dekade neigen sich dem Ende zu. Seit gestern Abend stehen die acht Jahresbesten fest, die sich für die ATP Finals übernächste Woche in London qualifiziert haben. Schaut man sich die Punktestände an, so fällt auf: Auch 2019 haben vor allem zwei Spieler die Saison dominiert, alle vier Grand Slam-Turniere (A) unter sich aufgeteilt und werden den Spieler des Jahres wieder einmal unter sich ausmachen. Doch diese zwei Ausnahmeathleten haben nicht nur das Jahr 2019 beherrscht.

Die gesamte Dekade dominiert

Bei zwölf Turnieren ist er dieses Jahr an den Start gegangen, zum elften Mal hat er das Halbfinale erreicht (vier Titel hat er geholt, darunter die zwei Grand Slam-Turniere Roland Garros und die US Open gewonnen). Rafa hat die ganze Saison nur sechs Partien verloren, bei 51 Siegen, seit seiner Wimbledon-Niederlage Anfang/Mitte July im Halbfinale gegen Federer gar kein Match mehr abgegeben.

Rafael Nadal wird die Saison zum elften Mal als Nr. 1 oder Nr. 2 abschließen und in dieser Rubrik mit Federer, dem alles überragenden Spieler der 2000er-Jahre, gleichziehen. Novak Djokovic wird dieses Kunststück zum achten Mal gelingen. Zusätzlich war Nole von 2007 bis 2010 viermal in Folge die Nr. 3, immer hinter Federer und Nadal (2007 und 2009) bzw. Nadal und Federer (2008 und 2010). Doch das sollte sich ab dem Jahr 2011 ändern.

Denn seit 2011 ist der Serbe der beste Spieler des Planeten und hat dabei vor allem einen ganz großen Konkurrenten: den spanischen Sandplatzkönig. Wie sehr Djokovic und Nadal diese Dekade, die 2010er-Jahre, dominiert haben, sieht man zum einen daran, wie viele der 40 Grand Slam-Titel sie geholt haben: Djokovic 15, Nadal 13 (Federer 5, Murray und Wawrinka je 3, Cilic 1). Zum anderen erkennt man ihre Dominanz über die gesamte Dekade, wenn man sich anschaut, wer jeweils Spieler des Jahres wurde und wer die Nr. 2:

2010: Nadal – Federer
2011: Djokovic Nadal
2012: Djokovic Federer
2013: Nadal Djokovic
2014: Djokovic Federer
2015: DjokovicMurray
2016: MurrayDjokovic
2017: Nadal Federer
2018: Djokovic Nadal
2019: Nadal – Djokovic

Was für eine Konstanz! Dabei war Nadal schon 2005 (bis 2007) erstmals die Nr. 2 der Welt (immer hinter Federer) und 2008 erstmals die Nr. 1 (vor Federer).

Auch 2019 überragten Nadal und Djokovic alle anderen weit

Wie groß die Dominanz der beide noch immer ist, obschon sie jetzt schon 33,4 bzw. 32,4 Jahre alt sind, zeigt sich unter anderem daran, wie groß ihr Punkteabstand auch 2019 zu den anderen ist. Rafa (9.585) hat schon jetzt mehr als 3,5 mal so viele Punkte wie der achtplatzierte Berretini (2.670), Nole (8.305) mehr als 3,1 mal so viele.

Und die beiden sind selbst für Federer, der auf Platz 3 liegt, nicht mehr einholbar, sogar wenn sie ihre Halbfinals in Paris und die ATP Finals in London absagen, heute schon in Urlaub fliegen und Federer in London alle fünf Matches und das Turnier gewinnt.

Race-2019-11-01

ATP-Screenshot

Dabei sind Rafa und Nole aber in Paris noch im Rennen, werden ihren Urlaub sicherlich noch gut drei Wochen verschieben, denn sie stehen heute beide im Halbfinale des B-Turniers (Masters 1000), Djokovic gegen Dimitrov und Nadal gegen den 20-jährigen Shapovalov, der Zverev aus dem Turnier warf.

Die beiden im Ranking ohnehin schon Führenden können beim Rolex Paris Masters also beide noch weiter punkten und dürften auch bei den ATP Finals in London übernächste Woche neben Federer und Medvedev zu den Top-Favoriten für den Turniersieg zählen. Außerdem wollen sie vom 18. bis 24. November noch beim Daviscup starten.

Hoffentlich bleiben uns die beiden noch ein paar Jährchen erhalten!

Und übrigens, in Paris haben Nadal und Djokovic, für die es jetzt darum geht, zu bestimmen, wer 2019 die Nr. 1 sein wird, zu Beginn der Woche zusammen trainiert, siehe Titelbild. Die beiden nehmen diesen Zweikampf offensichtlich locker. Schließlich kämpfen sie nunmehr seit über zwölf Jahren um die Plätze 1, 2 und 3. Sie kennen dieses Spiel also zur Genüge.

Und es scheint so, dass sie zumindest auch zu Beginn der 2020er Jahre vielleicht noch ein wenig oben mitmischen möchten. Für den Tennissport wäre das ein weiteres Geschenk.

*

Aktive Unterstützung: Jürgen Fritz Blog (JFB) ist vollkommen unabhängig und kostenfrei (keine Bezahlschranke). Es kostet allerdings Geld, Zeit und viel Arbeit, Artikel auf diesem Niveau regelmäßig und dauerhaft anbieten zu können. Wenn Sie meine Arbeit entsprechend würdigen wollen, so können Sie dies tun per klassischer Überweisung auf:

Jürgen Fritz, IBAN: DE44 5001 0060 0170 9226 04, BIC: PBNKDEFF, Verwendungszweck: JFB. Oder über PayPal  5 EUR – 10 EUR – 20 EUR – 30 EUR – 50 EUR – 100 EUR

Werbeanzeigen