Wer sich für die Herkunft von Straftätern interessiert, ist laut heute journal ein „Rechter“

Von Daniel Matissek (jouwatch), Di. 17. Dez 2019, Titelbild: ZDF-Screenshot

Es gibt Fernsehbeiträge, an denen lässt sich kondensiert – „in a nutshell“, wie US-Amerikaner sagen – die komplette ideologische Verblendung, der gesamte Indoktrinationsgrad deutscher Journalisten miterleben. Ein frappierendes Beispiel dafür lieferte am Sonntagabend ein Beitrag im heute journal, der die Gewalttat von Augsburg nochmals nachbeleuchtete – mit dem Ziel, die öffentliche Empörung als Folge „rechter“, rassistischer Aufwiegelung zu deuten. Daniel Matissek stellt die Dinge richtig.

Jede normale Mensch interessiert sich für die Herkunft von Straftätern, weil das wichtige Informationen liefert für die Zukunft

Gleich zu Beginn wird hier klar gestellt, für was man beim ZDF den Zwischenfall eigentlich hält: Eine Bagatelle ohne jede überregionale Bedeutung. Wörtlich heißt es, es sei „ein Satz am Ende einer Pressekonferenz“ gewesen, „der aus diesem Verbrechen eine bundesweite Geschichte machte“: Nämlich dass hier nicht nur Deutsche, sondern Personen „mit türkischer“ und und „einer sogar mit libanesischer Staatsangehörigkeit“ unter den Täter waren. Nur dieses Detail, faselt der ZDF-Redakteur Florian Neuhann, hätte die bösen Rechten auf den Plan gerufen, die dann anschließend ein ganzes Land in Aufruhr versetzt hätten. Grotesker kann man über die tatsächliche Chronologie, die nach Augsburg zur Fokussierung des öffentlichen Interesses geführt hatten, gar nicht mehr verzerren.

Tatsächlich war es genau umgekehrt. Bereits in derselben Nacht und am kommenden Morgen hatte sich – zuerst über die sozialen Medien, dann über die Lokalausgabe von BILD – die Nachricht über die Bluttat verbreitet, bei der ein 49-jähriger Feuerwehrmann totgeschlagen wurde – lange bevor sich etwa das ZDF erstmals dem Fall widmete. Da das Verbrechen die Bevölkerung stark aufwühlte, schossen von Anfang an Gerüchte ins Kraut. Weil das Interesse (der Menschen, nicht der Medien!) riesig war zu erfahren, wer diese „jungen Männer“ waren, die hier mit unglaublicher Brutalität prügelten, drohte schon einen Tag später die Stimmung zu kippen – und erst diese riesige öffentliche Empörung, die Verunsicherung der Bevölkerung veranlassten dann die Polizei zu ausführlicheren Stellungnahmen – und zu einer eigenen Pressekonferenz am Montag, auf der dann auch die Informationen zum Täterhintergrund herausgegeben wurde;  wenn auch immer noch mehr vage als ausführlich, per üblicher Salamitaktik.

Die Darstellung des heute journals ist infam: Nicht „Rechte“ oder Nazis oder die AfD interessierten sich für Details zu den Tätern – sondern JEDER normale, selbst unpolitische Mensch im Land. So wie auch nur die wenigsten im Land an die Märchen und medialen Beruhigungspillen glauben, die etwa Augsburgs OB Kurt Gribl (CSU) in petto hatte: „Die Integration ist nicht gescheitert!“.

Tenor: Immer nur Ausländer sind die Täter, nie die Deutschen

Sofort geht es in dem Beitrag weiter – mit lustiger Tatrelativierung: „Spielt die Herkunft hier wirklich eine entscheidende Rolle – in einer Stadt, in der die Polizei keine erhöhte Gewalt von Migranten feststellen kann?“, fragt das heute journal, und fährt fort: „Ist das Verbrechen in Augsburg etwa wegen der Herkunft der Täter wichtiger als die Tat eines Deutschen, der zwei Tage später in Lörrach eine Frau ersticht, was bundesweit kaum bemerkt wird?“

Ja, das ist wichtiger, liebes ZDF. Und außerhalb der Propagandaabteilungen öffentlicher Nachrichtenformate existiert für klar denkende Meschen, die mit „Rassismus“ nicht das Geringste am Hut haben, ein kleiner, aber wesentlicher Unterschied – zwischen Straftaten, die im Land von Inländern verübt werden, und Straftaten von Menschen, die hier als Zuwanderer, Asylbewerber oder temporäre Flüchtlinge hergelangt sind – teilweise ohne Rechtsanspruch, teilweise vorschnell ausgestattet mit deutschem Pass, ohne den geringsten inneren Bezug zu dieser Gesellschaft entwickelt zu haben.

Denn bei den einen ist ihr Hiersein NICHT die Folge einer fragwürdigen, fehlgeschlagenen jahrzehntelangen Ausländer- und Asylpolitik, sondern der biologischen Banalität, dass Staatsbürger nun einmal auf ihrem Staatsgebiet zwangsläufig geboren werden und hier als Rechtssubjekte beheimatet sind. Dass sich die deutsche Justiz mit deutschen Tätern, die japanische Justiz mit Japanern und die brasilianische mit Brasilianern herumschlagen muss, deren „Aufenthalt“ im eigene Land leider unvermeidlich ist, weil sich diese eben weder abschieben lassen noch sich bei ihnen die Frage stellt, was sie hier zu suchen haben – das ist eigentlich eine schon fast schmerzhaft triviale Selbstverständlichkeit, die überhaupt keiner Rede wert wäre, die aber Linke partout trotzdem nicht in den Schädel bekommen wollen, wie ihre naive „all das gibt es auch bei Deutschen“-Argumentation täglich aufs Neue beweist.

So auch hier wieder beim ZDF: Dort ist man der Meinung, dass die Nennung der Täterherkunft in Deutschland nicht zu selten, sondern viel zu oft erfolgt, quasi als Resonanzverstärkung für Rassisten. Es folgt eine Einspielung von Nachrichten mit Nennung der Täterethnie; dazu die Witzmeldung: „Tatsächlich wird die Herkunft von Tatverdächtigen immer öfter genannt – aber fast ausschließlich, wenn es sich nicht um Deutsche handelt.“

WIE BITTE? Auch hier ist wieder das genaue Gegenteil richtig: Schon wegen der Praxis der deutschen Polizeibehörden, die Täterherkunft in ihren Meldungen gar nicht zu erwähnen – so war es übrigens zunächst auch im Fall Augsburg! –, aber auch aufgrund der unter anderem vom Deutschen Journalistenverband (DJV) migetragenen Selbstpflichtung der meisten deutschen Journalisten, wird in Wahrheit eine vorsätzliche Verschleierung der Täterherkunft betrieben. Wenn überhaupt, dann wird zumeist bei „biodeutschen“ Tätern die indigene Herkunft demonstrativ betont – oft schon, um anders lautenden Gerüchten triumphierend entgegenzuwirken. Und wenn die Täter zwar Migrationshintergrund, aber dennoch die deutsche Staatsbürgerschaft aufweisen, wird besonders gern über die „deutsche“ Herkunft berichtet – jüngst zu beobachten am Fall des Münchner Polizistenstechers vergangenen Montag.

Krude statistische Zahlenspiele

Doch um ihre kruden Hypothesen zu unterfüttern, ist beim heute journal schon gleich die nächste Volksverdummung im Anmarsch: Als statistischen „Beweis“ blendet es eine Statistik über die Täternennungspraxis ein, laut der „deutsche TV-Beiträge“ im Jahr 2014 in 4,8 Prozent aller Berichte über Verbrechen die Täterethnie genannt hätte; 2019 sei dies schon in 37,4 Prozent der Fälle geschehen, bei „Zeitungsartikeln“ 2019 sogar in 44,1 Prozent der Fälle. Eine manipulative Verkürzung vom Feinsten.

Erstens wird hier nichts darüber ausgesagt, WANN die jeweilige Nennung erfolgt ist: ob in der Erstmeldung, also aus freien redaktionellen Stücken, oder erst später und auf öffentlichen Druck hin? Zweitens ist diese Statistik vor allem Ausdruck einer gestiegenen Sensibilität der Bevölkerung seit 2015 für die Folgen der millionenfachen illegalen Masseneinwanderung nach Deutschland, die die Sender nach und nach zur notgedrungenen Umstellung ihrer Desinformationspraxis veranlasste. Man denke an den Fall Maria Ladenburger in Freiburg, über den die ARD mangels „überregionalen Interesses“ nicht berichten wollte, bis sie ein öffentlicher Aufschrei schließlich dazu zwang.

Das ZDF interpretiert die Ursachen freilich ganz anders: Grund für den Anstieg der Täterherkunftsnennungen sei „die Silvesternacht 2015“ gewesen. „Seitdem“, so der Beitrag, würden deutsche Journalisten „verstärkt“ (und damit einseitig) über fremde Täterherkunft berichten, unter verzerrender Auslassung deutscher Tatverdächtiger. „Sie (die deutschen Journalisten) übersehen, dass es auch viele komplett deutsche Tatverdächtige gibt – und die bleiben fast komplett ausgeblendet“, lässt das heute journal den Autor der Studie zur zitierten Statistik zu Wort kommen.

Wo, bitte, soll dies der Fall gewesen sein? Beispiele? Augsburg selbst bewies doch wieder das exakte Gegenteil – und auch in den vom österreichischen Wochenblick dokumentierten über 40 Fällen von Messergewalt am selben Wochenende wie Augsburg – mit übrigens stark überwiegender migrantischer Täterbeteiligung – wurde außerhalb der sozialen Medien praktisch nie über den Migrationshintergrund berichtet, sondern wurde dieser, wenn überhaupt, allenfalls im Nachhinein eingeräumt.

Tatsächlich beweisen die ZDF-Zahlen eindrucksvoll, dass sich an der propagandistischen Verschleierungsabsicht der Sender und Zeitungen seit 2014 kaum etwa geändert hat; nur kommen sie heute – anders als damals – eben nicht mehr damit durch, in weniger als 5 Prozent der Verbrechensmeldungen die Täterherkunft zu nennen. Denn die Bevölkerung ist inzwischen – ganz anders als politisch linientreue Mainzer Redakteure – hellhörig geworden, wem sie den wachsenden Verlust des Sicherheitsgefühls im Land zu verdanken hat, der sich überall bemerkbar macht – von Frauen, die nachts nicht mehr joggen oder alleine U-Bahn fahren wollen, über No-GoAreas auf Plätzen und Bahnhöfen, Böllerschießereien bei Autobahnhochzeiten, testoreronaufgeladenen Silvesterfeiern bis hin zu militärisch gesicherten Weihnachtsmärkten.

Fürs heute journal sind all dies sicherlich Entwicklungen, für die überwiegend einheimische deutsche Landsleute verantwortlich sind, nicht jedoch die Vertreter einer jahrzehntelangen Problemmigration.

Klatsche für Normalempfindende

Zu guter Letzt bekommt in dem Beitrag dann auch noch NRW-Innenminister Herbert Reul sein Fett weg – weil der seine Polizeibehörden wieder dazu verpflichten will, immer die Täterherkunft zu nennen (natürlich auch die deutsche). Doch selbst diese Rückkehr zu der jahrzehntelang und weltweit überall üblichen kriminalistischen Selbstverständkichkeit, dass bei Personenbeschreibungen – alleine schon zu Fahndungszwecken – natürlich auch Identität, Sprache, Physiognomie und somit auch Ethnie genannt werden, muss Reul mit zeitgeistverträglichen, ideologieresistenten Argumenten begründen: Es bestünde andernfalls (also bei Beibehaltung der alleinigen Täterbeschreibung „ein Mensch“) – die Sorge, dass „Rechtsextreme“ oder „Hetzer im Netz“ Spekulationen und Gerüchte losträten.

Fürs heute journal ist das trotzdem kein Grund, die Herkunft zu nennen: Da es keinen Zusammenhang zwischen ethnisch-kulturellen Prädispositionen und Verbrechenszahlen geben darf. Ob sich diese nun im Macho-Kult muslimischer Halbstarker oder in der allgemein deutlich überrepräsentierten Gewalt- und Drogenkriminalität bestimmter Volksgruppen in Deutschland manifestieren, muss jede Nennung der Abstammung, na was wohl, „diskriminierend“ sein.

Das sieht auch die im Beitrag gegen Ende zitierte Ferda Ataman vom Verein Neue deutsche Medienmacher so, der sich laut Satzung „für Vielfalt“ (nicht etwa für neutrale, unvoreingenommene Information der Bürger) einsetzt: „Die Nennung der Herkunft verstärkt Vorurteile und führt zu Diskriminierung und Stigmatisierung“. Und weil Journalisten ihre Leser und Zuschauer offenbar für schwachsinnige, unterbelichtete Halbprimaten halten, die aus der ethnischen Herkunft von Tätern schließen, sämtliche anderen Angehörigen derselben Ethnie seien ebenfalls Verbrecher – deshalb muss man ihnen diese Informationen vorenthalten.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf jouwatch. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung von jouwatch und des Autors.

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Zum Autor: Daniel Matissek, Jg. 1972, ist freier Journalist, Publizist und Unternehmer. 1990 bis 2004 gab er das regionale Monatsmagazin „t5 Journal“ für Saarland, Pfalz und Rhein-Neckar heraus und verlegte mehrere Theater- und Kulturpublikationen (u.a. „Rotunde“). Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit in den Bereichen Vertrieb, Kommunikation und Gastronomie ist er seit 25 Jahren sporadisch als freier Autor und Kolumnist für diverse Periodika, Tageszeitungen sowie als Gastautor für mehrere Online-Magazine tätig. Matissek betreibt einen politischen Facebook-Blog und war deshalb wiederholt von willkürlichen Sperren durch diese Plattform betroffen.

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